Santiago de Compostela 

Das Ende des Jacobsweges

Santiago de Compostela ist die Hauptstadt des spanischen Landesteiles Galicien. Hauptsächlich bekannt ist die Stadt als Ende des Jakobsweges. Dadurch kommen zu den rund 96.000 Einwohnern viele Touristen und Wallfahrer. Die Stadt besitzt eine Universität, ihr wichtigster Wirtschaftszweig ist die pharmazeutische Industrie.

Die Geschichte der Stadt rankt um die Legende des Heiligen Jakobus, einem Jünger Jesu, dessen Grab dort im 9. Jahrhundert entdeckt wurde. Dort ließ der damalige König Alfons II. von Asturien eine Kirche bauen, die sich zu einem Wallfahrtsort entwickelte. Um diese Kirche herum entstand der spätere Ort Santiago de Compostela. Seit 1985 gehört Santiago de Compostela zum UNESCO - Weltkulturerbe. Was jedoch an der Legende um den Heiligen Jakobus wahr ist und ob die Reliquien in dem Schrein echt sind, ist bis heute nicht abschließend geklärt.

Ich war im Zusammenhang mit unserer Kreuzfahrt 2015 dort.

Bildquelle: Wikipedia https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

Die Kathedrale in Santiago de Compostela - ich musste sie einfach gesehen haben  😊

 

Die Kathedrale bedeutet das Ziel des Jakobsweges. Sie steht über dem Grab des Heiligen Jakobus, so sagt es die Legende und so wurde es vom Vatikan bestätigt. Das Foto musste ich leider Wikipedia entnehmen, da die Kirche bei meinem Besuch eingerüstet war.

Anfang des 11. Jahrhunderts wurde mit ihrem Bau begonnen, der aber schon eine Vorgängerkirche ablöste. 1120 hatte dort dann der erste Erzbischof dieser Gegend seinen Sitz. Durch viele An- und Umbauten im Laufe von Jahrhunderten vereinigen sich viele Baustile. Blickfang ist die barocke Westfassade (Foto). Der gesamte Kirchen
bau steht heute auf einer Grundfläche von stolzen 23.000 m². Die beiden Türme sind je 75 m hoch.

Bildquelle: Wikipedia https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

Betreten habe ich die Kathedrale durch das Nordtor. Dort war einst der natürliche Eingang der Pilger. Auf der Dachspitze steht eine Statue des Heiligen Jakobus.

Auch dort muss man am Eingang natürlich Sicherheitskontrollen passieren. Außer den normalen Touristengruppen sieht man viele Menschen mit Wanderausrüstung, die wohl den Jakobsweg gegangen sind. Ich betrat also diese denkwürdige Kirche und war überwältigt von dem, was ich nun sah. Das Gotteshaus war von vielem Menschen aller Nationen bevölkert, in einem Beichtstuhl nahm ein Priester einem Gläubigen die Beichte ab und in kleinen Kapellen fanden Andachten statt. In den Kirchenbänken saßen Menschen, die einfach nur die Einrichtung betrachteten oder aber im Gebet versunken waren. Es war sehr voll, aber trotzdem eine eigentümliche und ruhige Atmosphäre. Zum Abschluss meiner Besichtigung suchte auch ich mir ein ruhiges Plätzchen um ein wenig meinen Gedanken nachzuhängen.

 

 

Das Mittelschiff der Kathedrale ist 100 m lang und 8,5 m breit. Der Blick fällt auf den vergoldeten Altar, unter dem sich der Schrein und die Reliquien des Heiligen Jakobus befinden. Vor dem Altar hängt von der Decke herunter an einem 30 m langen Seil der ca. 1,5 m große Weihrauchbehälter. An hohen Feiertagen wird er durch die Kirche geschwungen. Zu beiden Seiten des Mittelschiffes befindet sich die große Orgel mit 59 Registern. Das Gehäuse ist historisch, es wurde 1704 – 1712 erbaut, die Technik wurde 1977 erneuert. In der Kirche ist das Fotografieren verboten.  So kann ich auch ein paar heimliche Fotos hier nicht zeigen.

Am Südportal der Kathedrale steht der Pferdebrunnen.

Der „Praza do Obradoiro“ bildet den Mittelpunkt der Stadt Santiago de Compostela. An diesem Platz befindet sich nicht nur die Kathedrale, sondern auch der Sitz des Galizischen Präsidenten, der Bischofspalast und andere historische Gebäude. Kleine Straßen führen von dort aus in die Altstadt.

Eine weitere, bedeutende Kirche steht in Santiago, die "Klosterkirche San Francisco".  Vor gut 800 Jahren soll der Heilige Franz von Assisi der erste Pilger in Santiago de Compostela gewesen sein. So jedenfalls, sagt es die Legende. Ihm ist auch diese Kirche geweiht, die im 13. Jahrhundert errichtet wurde. Aus dieser Zeit sind jedoch nur noch ein paar Fenster und eine Gedenktafel erhalten. Nach einem Brand wurde die Kirche im 19. Jahrhundert neu errichtet.

 

 

Vor der Kirche steht das Denkmal des Heiligen Franz von Assisi.

Das dazugehörige Kloster wird heute teilweise als Hotel genutzt, ein anderer Teil ist weiterhin Kloster. Aber auch kirchliche Museen befinden sich in einigen Räumen.

Bei einer Rundfahrt mit einer kleinen Bimmelbahn konnte ich noch so einiges von der Stadt sehen. Von der Fahrt durch die Straßen der Altstadt ging es vorbei an Grünanlagen, der alten Stadtmauer, ehrwürdigen Gebäuden bis zu einem Aussichtspunkt mit einem Blick über die Dächer bis hin zur Kathedrale.

Das wichtigste an diesem Ausflug war für mich eindeutig die Kathedrale. Aber auch der Rest war durchaus sehenswert.