Regierungsgebäude
Beschränkten sich die Regierungsgebäude nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Wende 1989 hauptsächlich auf Verwaltungsstellen für Berlin - West und bezirkliche Verwaltungsstellen, so sind mit der Deutschen Einheit wieder fast alle wichtigen Verwaltungsorgane von Bonn nach Berlin verlegt worden.
Das Rote Rathaus
Das heutige Rathaus wurde in den Jahren 1861 – 1869 gebaut und ersetzte den mittelalterlichen Bau aus dem 13. Jahrhundert mit seiner Gerichtslaube. Der Name hat nichts mit einer politischen Ausrichtung zu tun, sondern bezieht sich auf den roten Backstein, aus dem das Gebäude errichtet ist. Der Turm ist 74 Meter hoch.
Seit 1991 ist das Rote Rathaus an der Rathausstraße/Ecke Jebenstraße in Bezirk Mitte wieder Sitz des Gesamtberliner Senats und des Regierenden Bürgermeisters. Das Gebäude besteht aus vier Flügeln, die sich um einen Innenhof anordnen. Rings um das Rathaus ist in der Höhe des ersten Stockwerkes ein Terrakottafries eingelassen in dem Reliefs eingehauen sind, die von der Geschichte Berlin erzählen. Man nennt sie auch „Steinerne Chronik“. Hier drei von insgesamt 36 Terrakottatafeln, die das Rathaus zieren.
Das Rathaus ist in seinem Inneren repräsentativ, ohne überladen zu wirken. Betritt man das Haus von der Rathausstraße gelangt man über eine Treppe in die Vorhalle. Die Figuren im Foyer symbolisieren die Schifffahrt, den Ackerbau, den Handel und die Gestalt von Merkur. In der Vorhalle finden sich viele Erinnerungsstücke. Da sind Vitrinen mit Gastgeschenken von Staatsbesuchen, Ehrentafeln und Büsten von ehemaligen bedeutenden Berliner Politikern zu sehen.
Das Rathaus hat neben vielen Büros, in denen die Senatoren und die Verwaltungsmitarbeiter ihre Arbeitsplätze haben, natürlich auch viele repräsentative Räumlichkeiten. Da ist zuerst der Wappensaal zu nennen. Der Fußboden und die Türeinfassungen sind aus rotem Marmor, im Fenster des Saales sind die Wappen Berlins und der Berliner Bezirke eingelassen. Der Saal wird für Staatsempfänge genutzt, auch findet dort der Festakt statt, wenn sich Gäste in das Goldene Buch der Stadt Berlin eintragen. Vom Wappensaal aus erreicht man dann die weiteren Festräume. Da wäre der große Festsaal, in dem unter Anderem große Festakte, Konzerte und Lesungen stattfinden. Ein weiterer, sehr sehenswerter Saal ist der Säulensaal. Die neun Meter hohe Halle wird von drei Reihen weißer Säulenreihen dominiert, die ein Kreuzgewölbe tragen.
Der Wappensaal
Der Säulensaal
Dort finden Veranstaltungen und Ausstellungen statt.
Hinter dieser Tür in der ersten Etage des Rathauses befindet sich das „Allerheiligste“, das Büro des Regierenden Bürgermeisters.
Ja, unser Berliner Rathaus ist schon ein kleines Schmuckstück, ein Besuch lohnt sich. Während der regulären Öffnungszeiten kann man einfach einmal reingehen und sich ein wenig umsehen.
Rathaus Schöneberg
In den Jahren 1911 – 1914 wurde dieses schlichte Rathaus als Regierungssitz der Stadt Schöneberg gebaut. Nachdem Schönberg 1920 in Groß-Berlin eingemeindet wurde, war es Bezirksrathaus und ist heute Sitz der Bezirksverwaltung Tempelhof-Schöneberg und des Bezirksbürgermeisters. Von 1949 – 1991 war es „das Berliner Rathaus“, zumindest was den Westteil der Stadt betraf. Dort saß der Regierende Bürgermeister und dort fanden alle wichtigen Veranstaltungen wie z. B. Staatsbesuche statt. Dieses Haus hat alle Widrigkeiten des Nationalsozialismus gesehen, es wurde im Zweiten Weltkrieg erheblich zerstört, wurde vereinfacht wieder aufgebaut und hat danach den Kampf um die Freiheit während des kalten Krieges erlebt. Nach der Wende und der damit verbundenen Verlegung des Berliner Senats in das Rote Rathaus ist es stiller geworden um dieses Haus. Das mindert aber nicht seine geschichtliche Bedeutung.
Im Turm des Rathauses hängt seit dem 21. Oktober 1950 die „Freiheitsglocke“. Diese Glocke wurde nach der „Luftbrücke“ von den Amerikanern gespendet. Initiator war der als “Vater der Luftbrücke“ bekannt gewordene amerikanische General Lucius D. Clay. Die Glocke trägt die Inschrift:
“That this world under God shall have a new birth of freedom.”
(„Möge diese Welt mit Gottes Hilfe eine Wiedergeburt der Freiheit erleben.“)
Ich erinnere mich, dass wir damals mit der Schule einen Ausflug dorthin unternahmen, das Rathaus besichtigten und auf den Turm geklettert sind, um die Glocke anzusehen. Sie erklang zum ersten Mal am 24. Ok
tober 1950, dem „Tag der Vereinten Nationen“. Seitdem läutet sie jeden Sonntag um 12:00 Uhr. Der Radiosender RIAS Berlin übertrug den Glockenklang mit den Worten des Freiheitsgelöbnisse:
„Ich glaube an die Unantastbarkeit und an die Würde jedes einzelnen Menschen. Ich glaube, dass allen Menschen von Gott das gleiche Recht auf Freiheit gegeben wurde. Ich verspreche, jedem Angriff auf die Freiheit und der Tyrannei Widerstand zu leisten, wo auch immer sie auftreten mögen.“
Darüber hinaus wird die Glocke an bestimmten Feiertagen wie am Heiligen Abend und zum Jahreswechsel um Mitternacht geläutet. Aber auch besondere Ereignisse geben dazu Anlass. Solch ein Ereignis war zum letzten Mal der 13. September 2001, als tausende von Menschen vor dem Rathaus auf dem John-F. Kennedy Platz der Opfer des Terroranschlages in Amerika gedachten. In Anlehnung an die alte RIAS – Tradition überträgt der Radiosender „Deutschlandradio Kultur“ das Glockengeläut jeden Sonntag um 11:59 Uhr.
Denkwürdige Stunden hat dieses Rathaus erlebt. Am 26. Juni 1963 stand es im Mittelpunkt des Besuches des amerikanischen Präsidenten John-F. Kennedy. Als 17jährige stand ich inmitten der vielen Menschen als der Präsident in Gegenwart von Konrad Adenauer und Willy Brand die Worte sprach, die uns noch heute allen in Erinnerung sind: „…ich bin ein Berliner!“ Am Rathaus gibt es eine Gedenktafel mit dieser bedeutenden Rede.
Der amerikanische Präsident John F. Kennedy auf dem Balkon des Rathaus Schöneberg. Tausende von Menschen jubelten ihm zu.
Bildquelle: Wikipedia
Am 26. Juni 2013 jährte sich dieser Besuch nun zum 50sten Male. Aus diesem Anlass gab es im Rathaus Schöneberg einen Festakt in Erinnerung an diesen großen Politiker, der den gebeutelten Berlinern wie ein Symbol von Frieden und Freiheit erschien. Ich hatte die Ehre, dazu von dem zu dieser Zeit Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit eine Einladung zu bekommen.
Im „Willy-Brandt-Saal“ versammelten sich die geladenen Gäste um dem Festakt beizuwohnen, in dem in Reden an den Kennedy-Besuch erinnert wurde. Ein Zeitzeuge, Prof. Egon Bahr, der damalige Sprecher des Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt, sprach von der Bedeutung dieses Staatsbesuches und plauderte auch ein wenig über Dinge, die sich hinter den Kulissen abgespielt haben. Die Freiheitsglocke läutete, das Freiheitsgelöbnis wurde gesprochen und Schüler der John F. Kennedy – Schule sorgten für eine musikalische Untermalung. Zum Schluss sangen alle gemeinsam die deutsche Nationalhymne.
Der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit bei seiner Festrede.
Die Gäste lauschen den Ausführungen von Prof. Egon Bahr
Schüler der John F. Kennedy – Schule sorgten für den musikalischen Rahmen.
Im Anschluss gab es einen Empfang in der Brandenburghalle.
Der Deutsche Bundestag
Das als „Reichstagsgebäude“ bekannte Haus ist seit der Wende, genau seit 1999, Sitz des Deutschen Bundestages. Das geschichtsträchtige Gebäude hat eine lange, und zum großen Teil traurige, Geschichte.
Am „Platz der Republik“ im Bezirk Mitte, Ortsteil Tiergarten, steht dieser monumentale Bau, der in den Jahren 1884 bis 1894 errichtet wurde. Am 05. Dezember 1894 wurde der „Reichstag“ von Kaiser Wilhelm II. mit den Worten eröffnet: „Möge Gottes Segen auf dem Hause ruhen, möge die Größe und Wohlfahrt des Reiches das Ziel sein, das alle zur Arbeit in seinen Räumen Berufenen in selbstverleugnender Treue anstreben!“
Er hat die Kaiserzeit, die Weimarer Republik und auch die Zeit des Nationalsozialismus gesehen. Der Zweite Weltkrieg und der Reichstagsbrand 1933 beschädigten das Gebäude enorm. Während des Krieges diente das Gebäude als Lazarett. Erst ab den 60ger Jahren erfolgte eine Wiederherstellung. Nach der Wende wurde das Gebäude völlig restauriert und auch modernisiert, so dass im Inneren nicht mehr viel an den alten Bau erinnert.
Ein paar alte Steine, die an die Geschichte erinnern, sind aber sichtbar geblieben. Unter anderem handelt es sich Schriftzeichen russischer Soldaten, die nach dem Einmarsch in Berlin im Mai 1945 das Gebäude belagerten.
Der Deutsche Bundestag ist, seit der glücklichen Wiedervereinigung, sonst ein helles, modernes und funktionelles Gebäude, das natürlich auch den modernen technischen Anforderungen genügt. Überall sind natürlich Sicherheitsstellen eingerichtet. Viel Sicherheitspersonal ist zu sehen. Hinein kommt man nur nach vorheriger Anmeldung und auch nur mit einer Führung.
Der freundliche Eingangsbereich in dem auch ein Modell des Hauses steht.
Der Plenarsaal, in dem der Bundestag seine Sitzungen abhält. Jede Fraktion hat ihre vorbestimmten Plätze. Hinter dem Rednerpult hat der/die Bundestagspräsident/in seinen/ihren Platz, links davon die Plätze der Regierung und rechts davon die Mitglieder des Bundesrates. Auf den Rängen finden Besucher und Presse ihre Plätze. Über allem schwebt der Bundesadler zwischen der Deutschland- und der Europafahne. Aber dort tagt nicht nur der Deutsche Bundestag, dort sammelt sich auch alle fünf Jahre die Bundesversammlung um den Bundespräsidenten zu wählen.
Alles, was in diesen Räumen geschieht, ist im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland festgelegt. Darüber hinaus gibt es eine Geschäftsordnung, die Details regelt. Über die Einhaltung der Regularien wacht der/die Bundestagspräsident/in. Rechts: Ein Blick in die gläserne Kuppel, die sich direkt über dem Plenarsaal befindet.
Diese beiden Türen (unten) stammen noch aus der Kaiserzeit. Es waren die Türen für den „Hammelsprung“. Der „Hammelsprung“ ist ein Wahlverfahren, bei dem die Abgeordneten den Saal verlassen und durch die Ja-, Nein- oder Enthaltungstür wieder reinkommen. An den Türen stehen dann „Zähler“. Diese Verfahren wird auch noch heute angewandt, nur hatte man früher nur zwei Türen – Ja und Nein!
Es lohnt sich, dem Deutschen Bundestag einen Besuch abzustatten. Nur, wie schon erwähnt, es ist eine längerfristige Anmeldung erforderlich. Näheres erfährt man dazu auf den Internetseiten des Deutschen Bundestages.
Das Bundeskanzleramt
Im Regierungsviertel im Bezirk Mitte steht das Bundeskanzleramt. In unmittelbarer Nähe zum Deutschen Bundestag und anderen Regierungsbehörden. Nachdem klar war, dass nach der Wende der Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland wieder von Bonn in die Hauptstadt umziehen wird, musste ein repräsentatives Gebäude her. Noch unter dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl erfolgte 1997 die Grundsteinlegung. Nach vier Jahren Bauzeit konnte dann im Jahr 2001 Bundeskanzler Gerhard Schröder als erster Kanzler die Räumlichkeiten beziehen. Es ist das größte Regierungshauptquartier der Welt. Neben Repräsentationsräumen, Sitzungszimmer und Büros mit modernster technischer Ausstattung ist auch ein abhörsicherer Sitzungssaal vorhanden. Im oberen Geschoss befindet sich eine Wohnung für den Kanzler/die Kanzlerin. Diese wird aber als Wohnsitz nicht genutzt. Auch ein Hubschrauberlandeplatz ist vorhanden. Wie man auf dem Foto sehen kann, ist der Gebäudekomplex direkt an der Spree gebaut worden. Eine Brücke führt über den Fluss auf die andere Seite, wo weitere Bürogebäude mit dem Kanzleramt verbunden sind.
Schloss Bellevue & das Bundespräsidialamt (Daten & Fotos Februar 2007)
Ebenfalls im Stadtteil Tiergarten im Bezirk Mitte befindet sich der Amtssitz des Deutschen Bundespräsidenten. Inmitten einer großen Parkanlage steht das Schloss Bellevue direkt am Spreeufer.
Gebaut wurde das Schloss 1785 – 1786 im Auftrag des Preußischen Prinzen Ferdinand. Es wurde im frühklassizistischen Stil errichtet und hat drei Gebäudeflügel. Ferdinand nutzte das Gebäude als Lustschloss und auch später blieb es in Preußischem Besitz. Im Ersten Weltkrieg war es Sitz der obersten Heeresleitung, danach war es Bürogebäude, Volksküche und auch Wohnungen wurden in den Seitenflügeln eingerichtet. Auch als Museum diente es zeitweilig. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss stark zerstört und erst in den 50ger Jahren wiederhergerichtet. Seit 1957 war es zweiter bzw. Berliner Amtssitz des Bundespräsidenten, der erste war die Villa Hammerschmidt in Bonn. Heute ist es umgekehrt. 2004/2005 wurde Schloss Bellevue vollständig renoviert.
Auf dem Dach des Hauses weht die Fahne des Bundespräsidenten, sie wird nur eingeholt, wenn er sich auf Staatsbesuch in einem anderen Land befindet oder in seinem zweiten Amtssitz, der Villa Hammerschmidt weilt. In einem Seitenflügel steht für den Bundespräsidenten auch eine Dienstwohnung bereit, die bisher aber nur von Roman Herzog (Präsident 1994 – 1999) genutzt wurde.
Steinfiguren als Kandelaberhalter zieren die Außenfassade. Sie flankierten einmal die früheren Eingänge.
Rechts: Erinnerungen an den Bauherrn und ein Gemälde von Friedrich Wilhelm III., der von 1797 – 1840 König von Preußen war.
Die Eingangshalle im Schloss mit Blick auf den weitläufigen Park gehört zu den neu gestalteten Räumen. Die Gemälde neben der Tür zeigen links den Reichspräsidenten Friedrich Ebert und rechts den Bundespräsidenten Theodor Heuss. In diesem Raum empfängt der Bundespräsident seine Gäste und dort erfolgen auch die Eintragungen in das Gästebuch.
Rechts: Der Stander des Bundespräsidenten
Blick durch die Türen, die die einzelnen Räume miteinander verbinden. Holzgetäfelte Türen, edles Parkett und wertvolle Teppiche zeichnen die Räume aus. Das Mobiliar ist teilweise aus alten Zeiten erhalten.
Diese Salons werden für Empfänge im kleineren Rahmen genutzt. Auch der Damensalon befindet sich dort. Dort ist Platz für die Frau des Bundespräsidenten, wohin sie sich mit den Begleitungen von Staatsgästen zurückzieht.
Ein ganz anderes Bild bietet sich in der ersten Etage. Die Farbe Weiß dominiert. Alles ist hell und lichtdurchflutet. Im Treppenhaus steht eine Prunkvase (1841), ein Geschenk von Zar Nikolaus I. an Kaiser Wilhelm II. Der goldene Kerzenhalter steht im Langhanssaal.
Der „Langhanssaal“, geschaffen 1791 von Carl Gottfried Langhans, ist der einzige Saal, der originalgetreu wieder hergestellt wurde. Dort verleiht der Bundespräsident Orden und nimmt das Defilee zum Neujahrsempfang ab.
Der „Schinkelsaal“. Es ist der Vorraum zum „Großen Saal“. Das monumentale Gemälde, das den Raum dominiert, zeigt den Tiergarten. Der Raum wird auch für kleinere Gesellschaften als Speisesaal genutzt.
Hier noch ein Blick in den Park, der zum Tiergarten gehört. Während unseres Besuches war er leicht verschneit. Auf der freien Fläche hinter dem Schloss finden die Empfänge von Staatsgästen statt, die mit militärischen Ehren begrüßt werden. Dort formieren sich dann die drei Abteilungen der Bundeswehr (Heer, Marine und Luftwaffe) und das Musikcorps. Dort erklingt auch der „Große Zapfenstreich“ zu bestimmten Anlässen, z. B. zur Verabschiedung des Bundespräsidenten.
Nun kann man in dieses Schloss auch nicht einfach reinspazieren. Das Bundespräsidialamt bietet immer wieder Führungen für Gruppen an. Eine längerfristige Anmeldung ist nötig. Das Bundespräsidialamt befindet sich gleich neben dem Schloss Bellevue. Die dortigen Mitarbeiter kümmern sich um die gesamte Verwaltungsarbeit rund um den Bundespräsidenten und seine Aufgaben Der gesamte Bereich ist natürlich gesichert, ohne entsprechende Ausweispapiere und Zugangsberechtigungen kommt man dort nicht rein.
Schloss Charlottenburg
Da wir uns nun gerade an „Schloss“ gewöhnt haben, hier gleich noch eines. Das „Schloss Charlottenburg“ im Bezirk Charlottenburg/Wilmersdorf im Ortsteil Charlottenburg.
Das Schloss war die Sommerresidenz von Sophie Charlotte, der ersten Königin Preußens, Gemahlin des Kurfürsten Friedrich III. Sie war auch die Mutter des späteren Königs Friedrich Wilhelm I. Die Anfänge des Schlosses liegen in Jahr 1696 als es noch Schloss Lützenberg hieß und etwa sieben Kilometer vor Berlin lag. Erst nach dem Tod Sophie Charlottes im Jahr 1705 ließ der König das Schloss und die darum liegende Siedlung in Charlottenburg umbenennen. Sophie Charlotte wurde nur 37 Jahre alt. Preußische Könige und Kaiser nutzten das Schloss mehr oder weniger intensiv. Im Ersten Weltkrieg wurden Teile davon als Lazarett genutzt und im Zweiten Weltkrieg wurde es erheblich zerstört. Der Wiederaufbau wurde auf Initiative der Direktorin der West-Berliner Schlösserverwaltung im Jahr 1945 betrieben. Seit 1952 steht das Reiterstandbild des Großen Kurfürsten auf dem Ehrenhof.
Von 2004 – 2006 wurde das Schloss, während des Umbaus von Schloss Bellevue, vom Bundespräsidenten genutzt. Es ist als Museum zu besichtigen, es finden aber auch offizielle Empfänge oder Bankette dort statt. Beliebt sind die Schlosskonzerte, bei denen barocke Musik im passenden Ambiente zu hören ist. Auch sogenannte Dinnerkonzerte werden angeboten.
Sehr interessant ist der schöne Schlossgarten. 1697 begann Simeon Godeau mit der Anlage als französischer Barockgarten. Im Laufe der vielen Jahrhunderte und der Liebhabereien der einzelnen Regenten veränderte sich auch die Gartengestaltung. Unter Kaiser Wilhelm II. wurde der Garten z. B. mehr im Stil englischer Gärten gestaltet. Im Garten kann man wunderbar spazieren gehen, gerade wie hier im Herbst, wo das Laub unter den Füßen raschelt und die Bäume ihr buntes Kleid angezogen haben, ist es besonders reizvoll.
Im Garten steht das Mausoleum der preußischen Königin Luise von 1810. Sie war die Gemahlin der Königs Friedrich Wilhelm III. von Preußen und lebte von 1776 – 1810. Das Mausoleum wurde später für weitere Mitglieder des Preußischen Hofes erweitert.
1788 baute Carl Gotthard Langhans das Schlösschen Belvedere (li), das sich ebenfalls im Schlossgarten befindet. Der König nutzte es als Aussichtspunkt und Teehaus. Heute kann man dort eine Porzellanausstellung besichtigen. Gezeigt werden Porzellane von 1763 aus der Königlichen Porzellanmanufaktur, die für Friedrich den Großen gefertigt wurden.
Im Dezember findet in jedem Jahr ein Weihnachtsmarkt vor dem Schloss statt. Vor historischer Kulissekann man sich Glühwein und Bratwurst schmecken lassen.
Der Bundesrat
In der Leipziger Straße 3-4 im Bezirk Mitte steht das historische und denkmalgeschützte Gebäude, in dem der Bundesrat seinen Sitz hat. Seit dem 01. August 2000 ist auch dieses Gremium wieder nach Berlin zu rückgekehrt. Der ehemalige Preußische Landtag hatte seinen Sitz in diesem Herrenhaus, das 1850 gebaut wurde. Bei den Sanierungs- und Renovierungsarbeiten haben schlaue Köpfe es wunderbar verstanden die alten Substanzen mit den modernen Anforderungen in Einklang zu bringen.
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In der Wandelhalle (links) treffen sich die Mitglieder des Bundesrates während der Sitzungspausen. Auch wird dieser Bereich für Empfänge genutzt.
Mittelpunkt des Hauses aber ist der Plenarsaal. Etwa 12 Mal im Jahr treffen sich dort die Mitglieder dieses Verfassungsorganes. Sie setzen sich zusammen aus den Vertretern der Länder, genauer deren Ministerpräsidenten bzw. bei Stadtstaaten deren Bürgermeister. Die Aufgaben des Bundesrates sind im Deutschen Grundgesetz verankert. Dazu gehört u. a. die Absegnung oder Ablehnung von bestimmten Gesetzen oder Verwaltungsvorschriften, soweit sie der Genehmigung des Bundesrates unterliegen. Der Präsident wird jeweils für ein Jahr nach einer festgelegten Reihenfolge aus den eigenen Reihen bestimmt. Zum Zeitpunkt unseres Besuches war das Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin 2001 – 2014. Der amtierende Präsident ist auch direkter Vertreter des Bundespräsidenten.
An der rückwärtigen Wand sind die Wappen der 16 Länder der Bundesrepublik Deutschland zu sehen.
Nun kann man auch in dieses Haus nicht einfach so besuchen. Das geht nur über Gruppenführungen mit vorheriger Anmeldung.