Gent
Gent, die alte Kaiserstadt, liegt in Ostflandern und ist keltischen Ursprungs. Knapp 250.000 Einwohner leben heute in der Stadt, die im Mittelalter durch den Tuchhandel ihre Blüte erlebte. Auch das Flachs- und Leinengewerbe trug zu dem großen Wohlstand der Stadt bei. Nach einer kurzen Pause folgte dann der nächste Aufwind als erste Industriestadt Europas im 18. Jahrhundert. In der historischen Innenstadt ist noch viel von dem einstigen Reichtum zu sehen.
Wir besuchten die Stadt während unserer Busrundreise im Jahr 2005.
Dominiert wird die Stadt Gent von dem mächtigen Belfried. 95 m hoch ragt er in den Himmel und ist damit auch höher als die Kathedrale. Im 14. Jahrhundert wurde er gebaut und ist mit der Tuchhalle verbunden. Im Turm befand sich die „Rolandsglocke“, die bei allen wichtigen Ereignissen läutete. Sie gab auch das Zeichen zum öffnen und schließen der Stadttore. Sie läutete auch bei gewonnen Schlachten. Nach einer Niederlage ließ Kaiser Karl V. sie deshalb entfernen. Der Turm mit den angrenzenden Gebäuden gehört zum
UNESCO-Weltkulturerbe.
Die St.-Bavo-Kathedrale ist ein ebenfalls imposantes Bauwerk in Gent. Die heutige Kirche stammt aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Vorher gab es dort eine Holzkapelle die Johannes dem Täufer geweiht war. Innen ist die Kathedrale im reichen Barockstil ausgestattet. Das berühmteste in dieser Kirche ist aber der „Genter Altar“ von den Brüdern van Eyck. 1432 haben sie dieses Altarbild geschaffen und es ist wirklich beeindruckend.
Auch hier wieder ein Bild von Peter Paul Rubens
Burg Gravensteen ist eine der größten Wasserburgen Europas. Sie ist die Burg der Grafen von Flandern. Dieses alte Gemäuer soll vermutlich zur Zeit Karls des Großen gebaut worden sein. Der Vorgängerbau, eine Burg aus Holz, soll noch von den Wikingern stammen. Die Burg in ihrem heutigen Aussehen stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der damalige Graf von Flandern, Philipp von Elsass, ließ sie nach Zerstörungen wie der aufbauen. In der Burg befindet sich heute ein mittelalterliches Waffenmuseum.
Die ehemalige Fleischerhalle ist heute ein Restaurant (unten). Von der Decke hängen riesige Schinken als Zeichen der ehemaligen Nutzung.