Passau 

Wo Donau, Inn und Ilz zusammentreffen

Die „Dreiflüssestadt“ oder auch „Domstadt“ Passau ist eine Stadt in Niederbayern, gelegen an der Donau. Auf 69,58 km² Fläche tummeln sich rund 50 000 Einwohner und jede Menge Touristen. Ich war schon als Schulkind und als junge Frau in Passau. Das einzige was mir aus dieser Zeit in der Erinnerung geblieben ist, ist die Donau und der große Dom mit seiner riesigen Orgel und einem Orgelkonzert.

Die Stadt Passau hat ihren Ursprung im 1-5. Jahrhundert v. Chr. als keltische Siedlung, etwa dort wo heute das alte Rathaus steht. Später waren auch dort die Römer zu Hause bis zu ihrem Abzug im Jahr 476. Die Bajuwaren machten daraus ein Herzogtum. 739 wurde die Stadt Bischofssitz. Ja, es ist eine lange Geschichte von der Entstehung bis zum heutigen Passau.

Das Wahrzeichen der Stadt ist der große Dom St. Stephan.

Bildquelle: Wikipedia

Die barocke Bischofskirche ist seit 1668 wieder aufgebaut worden. Ihre Geschichte geht aber bis in das Jahr 720 zurück. Dazwischen liegen Um- An- und Neubauten bedingt durch geschichtliche Veränderungen und Zerstörungen durch Kriege und Brände. Der Dom liegt mitten in der Altstadt, auf dem höchstgelegenen Punkt zwischen den Flüssen Inn und Donau.

Mit 68 m Höhe sind die beiden Türme der Kathedrale so hoch wie die Kuppel. Im inneren des gesamten Gebäudekomplexes befindet sich der Dom-Hof. Zu sehen sind dort Reste des Kreuzganges des ehemaligen Domklosters sowie verschiedene Grabplatten aus dieser Zeit. In der Mitte steht dieser alte Brunnen.

Das Innere des Doms wird von der mächtigen Orgel beherrscht, der größten Domorgel der Welt. Die Orgel hat 17 974 Pfeifen, 233 klingende Register und vier Glockenspiele. Berühmt sind die täglichen Orgelkonzerte, die ein wahrer Genuss sind.

Der Innenraum des Kirchenbaus zeichnet sich aus durch herrliche Stuckarbeiten und kunstvolle Fresken. Sie zeigen die Götter des Olymps, die dem unvergänglichen Passau huldigen. Der Hochaltar wurde 1952 geschaffen und zeigt die Steinigung des hlg. Stephanus, dem Namenspaten des Domes. Die prachtvolle goldene Kanzel stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die helle Atmosphäre fanden wir wunderschön.

Dem Dom vorgelagert ist der Domplatz. In den Gebäuden rechts und links des Platzes sind heute u. a. das Landgericht (ehem. Alte Residenz) und das Stadttheater (ehem. Fürstbischöfliches Opernhaus) untergebracht. Auf dem Platz erhebt sich das Denkmal des Bayernkönigs Max I. Joseph (1756 – 1825). Es erinnert  an den Übergang des Fürstentums Passau in das Königreich Bayern 1803.  Die Inschrift in der Plakette: "Dem geliebten Könige Maximilian Joseph I. Sein treues Volk im Unter-Donau-Kreise am 13. Hornung 1824"


Das alte Rathaus am Rathausplatz unweit des Donauufers wurde 1298 erstmals urkundlich erwähnt. Der heutige Bau stammt jedoch aus dem Jahr 1393 mit ständig folgenden baulichen Veränderungen und Erweiterungen bis in das 19. Jahrhundert. Der Rathausturm ist 28 m hoch. Wir besorgten uns Eintrittskarten um uns das Rathaus auch von innen anzusehen.  

Wir sahen die prunkvollen Rathaussäle mit ihren monumentalen Gemälden und den kunstvollen Mosaikfenstern. Der große Saal wird heute für repräsentative Veranstaltungen genutzt, der daneben liegende kleine Raum dient für Trauungen und Sitzungen.


Wir sind in Bayern, da gibt es natürlich in einer Stadt mehr, als nur eine Kirche. Da ist z. B. die Kirche St. Michael aus dem Jahr 1677.. Die ehemalige Jesuitenkirche war die Kirche des gleichnamigen Kollegs. Sie wurde 1677 erbaut. Heute dient sie als Studienkirche des Gymnasiums Leopoldinum. Der Hochaltar wurde 1712 errichtet. Bemerkenswert ist der üppige Stuck in dem sonst schlichten Innenraum. 

Die Stadtpfarrkirche St. Paul (unten)  ist dem hlg. Paulus geweiht. Der heutige Bau stammt aus dem Jahr 1678. Die Geschichte der Kirche geht aber zurück in das Jahr 1050, in dem die erste Weihe stattfand. Die Vorgängerbauten fielen Bränden zum Opfer. Der Hochaltar wurde um 1700 errichtet.


 

 

Ein Spaziergang an der Donau entlang führte uns zum Dreiflüsseeck. Passau trägt nicht umsonst den Beinamen „Dreiflüssestadt“, dort treffen sich, aus drei Himmelsrichtungen kommend, die blaue Donau, der grüne Inn und die schwarze Ilz. Am Eck steht ein Denkmal für gefallene Seeleute.

 

 

Um in die Stadt zurück zu gelangen, kann man dann den Weg am Inn entlanglaufen. Dort steht der Schaiblingsturm. Das Relikt der ehemaligen mittelalterlichen Stadtbefestigung ist ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Gebaut im Jahr 1920 wird er heute vom Gymnasium Leopoldinum genutzt.

 

Über der Stadt, gegenüber der Altstadt, thront die Passauer Burg, die Veste Oberhaus. 1219 erfolgte der erste Spatenstich für eine Anlage, die zur Zeit der Fürstbischöfe Macht demonstrieren sollte. Sie war Residenz und wirtschaftlicher Mittelpunkt. Heute beherbergen die dicken Mauern u. a. ein Museum und eine Jugendherberge.

 

Auf dem Residenzplatz steht der Wittelsbacher Brunnen. Er wurde 1903 errichtet. Die Inschrift erinnert an die hundertjährige Zugehörigkeit Passaus zum Königreich Bayern.

 

 

Das  Foto zeigt die Christophorus-Gasse in Passau – der kleine Schwibbogen über der Straße mit dem riesigen Wandfresko vom Heiligen Christophorus, der das Jesuskind auf den Schultern trägt.

Passau ist eine schöne Stadt, die sich lohnt anzusehen. In allen Ecken gibt es etwas zu entdecken. Wunderbar kann man durch kleine Altstadtgassen bummeln, oder in einem der vielen Lokale und Cafés sitzen und die Füße ausruhen. Diese Pause braucht man ab und zu, denn die Gassen sind teilweise recht unwegsam.