Von Hamburg nach Gran Canaria mit der "Mein Schiff 4" 

23. September - 04. Oktober 2015

23. September 2015 - Anreise & Einschiffung

Foto: @waesserchen

Das neue Schiff der Flotte von TUICRUISES weckte unser Interesse. Das war doch mal was, mit einem fast neuem Schiff zu fahren. Bereits im Juni 2014 buchten wir uns auf der „Mein Schiff 4“ ein. Die Zeit verging schnell. Da unsere Reise in Hamburg begann, brauchten wir noch Bahntickets, die waren aber schnell besorgt. Unser großes Gepäck ließen wir wieder von „TeFra“, einem Gepäckservice, transportieren. So konnten wir ganz entspannt unsere Reise am 23. September 2015 antreten Um 10:50 Uhr fuhr unser ICE am Bahnhof Berlin Südkreuz los. Die knapp zwei Stunden Fahrzeit waren kurzweilig, zumal wir im Zug ein nettes Ehepaar kennenlernten, die ebenfalls in Hamburg ihre Kreuzfahrt starten wollten, nur auf der AIDA. So gab es viel zu erzählen.

Pünktlich kamen wir um 13:00 Uhr in Hamburg an. Den bereitgestellten Shuttlebus von TUICruises ignorieren wir, da dort eine lange Schlange Menschen stand. So fuhren wir mit
einem Taxi zum Schiffsanleger an der Neuen Hafencity. Der Check-in ging recht zügig, wir bekamen unsere Bordkarten und konnten gleich auf das Schiff.

Foto: Bordfotograf

Der erste Tag - 23. September 2015 - Hamburg / Deutschland

Es ist doch immer wieder ein schönes Gefühl, Schiffsplanken zu betreten und in diesem Fall war es ja auch noch ein fast neues Schiff. Wir ließen den Bordfotografen am Eingang seine Arbeit tun, passierten die Sicherheitskontrolle und konnten erst einmal Mittagessen gehen. Im Buffetrestaurant „Ankelmannplatz“ herrschte ein ziemliches Gewühle, abreisende und ankommende Gäste trafen aufeinander. Wir fanden aber ein Plätzchen und ließen es uns schmecken. Es war in der Zwischenzeit 14:00 Uhr, noch eine Stunde bis zur Kabinenfreigabe. Auch die verging und wir konnten unser zu Hause für die nächsten 11 Tage beziehen.

 

Was wir vorfanden hat uns gefallen. Alles war hell und freundlich, genügend Stauraum war auch vorhanden. Unsere Koffer waren auch schon da und so konnten wir uns gleich häuslich einrichten. Nun war noch Zeit für einen Drink an der Bar und einen ersten Schiffsrundgang bevor um 18:15 Uhr die obligatorische Seenotrettungsübung abgehalten wurde. Wir mussten zu Musterstation A, in diesem Fall das Theater. Es wurde ein Video über die Sicherheit an Bord gezeigt und das Anlegen der Rettungswesten demonstriert. Schon war das auch vorbei und wir konnten Abendessen gehen.

Um 19:00 Uhr hieß es Leinen los. Vorbei an den Landungsbrücken und der schönen Hamburger Silhouette fuhren wir die Elbe abwärts in Richtung Nordsee.

Tschüss Hamburg                                                                                Foto: @waesserchen

 

So ging dieser erste Tag an Bord der „Mein Schiff 4“ zu Ende. Noch ein Drink an der Bar, ein kurzer Plausch mit Bekannten aus dem „Mein-Schiff-Forum“ und wir fielen müde in unsere Betten. Sanft ließen wir uns von den Wellen in den Schlaf schaukeln und freuten uns auf den nächsten Tag.

Der zweite Tag - 24. September 2015 - Das Schiff

Gut ausgeschlafen gingen wir gegen 08:00 Uhr im „Anckelmann“ frühstücken. Wir hatten auf dem Weg nach Le Havre in Frankreich einen Seetag vor uns, und somit genügend Zeit das Schiff zu erkunden. Das Frühstück war OK bis auf das Rührei, das man vergessen konnte, da es eher an „Rühreisuppe“ erinnerte.

Um 10:00 Uhr fand Theater eine Informationsveranstaltung über die Ausflüge in Le Havre statt. Da wir dort einen Ausflug gebucht hatten, erhofften wir etwas mehr Information, als das, was in der Ausschreibung zu lesen war. Dem war aber leider nicht so.

Dem Buffetrestaurant „Anckelmannplatz“ ist eine Bäckerei angeschlossen, wo es nicht nur am Morgen frische Brötchen unterschiedlichster Art gibt, sondern über den ganzen Tag daneben frisches Brot und leckere süße Backwaren. Das nutzten wir öfter. Einen sehr guten Kaffee bekamen wir aber auch in der Café-Lounge. Wenn der dort auch extra kostet, so ist das Angebot an verschiedenen Kaffeespezialitäten sehr interessant.

Das Buffetrestaurant ist zu dieser frühen Morgenstunde noch recht leer

Bäckerei - lecker, lecker...

Cafélounge

Cafélounge

Auch das Ambiente dort ist sehr schön, wenn auch die hochmodernen Designermöbel nicht unbedingt bequem waren. Am Nachmittag kann man dort zu Klaviermusik einen exzellenten Kaffee genießen.

Zur Café-Lounge gehört auch eine Confiserie, wo handgemachte Pralinen angeboten werden. Die haben zwar ihren Preis, sind aber sehr lecker.

Um 11:00 Uhr war über das „Mein-Schiff-Forum“ mit anderen Gästen ein Treffen verabredet. Wir wollten uns an der „Unverzicht-Bar“ auf dem Pooldeck treffen. Leider war das Wetter zu schlecht um draußen zu sitzen. Es war kalt und windig, richtig ungemütlich. Sogar die Begrüßungsparty musste abgesagt werden. Da diese Bar aber auch in den Indoor-Poolbereich reicht konnten wir uns drinnen treffen. Leider war es dort nicht viel wärmer, die Sitzgelegenheiten waren nass, also auch nicht wirklich gemütlich. Das Treffen kam auch nicht richtig zustande. Mit Ausnahme von einem Ehepaar wurde das nichts. Gut, wir saßen eine Stunde zusammen und plauschten ein wenig. Schon war Mittagszeit. Nach dem Essen machten wir eine Stunde Siesta und setzten unsere Schiffsbesichtigung fort.

Hier nun erst einmal ein paar Daten zum Schiff. Die „Mein Schiff 4“ ist das zweite, neu gebaute Schiff von TUICruises. Es wurde im Juni 2015 in den Dienst gestellt und am 05. Juni in Kiel getauft. Taufpatin war die
Schwimmerin Franziska von Almsick. Wir hatten Glück, an diesem Tag gerade in Kiel zu sein, so entstand dieses Foto.

Das Schiff ist 295 Meter lang und 35,8 Meter breit. Über 15 Decks verteilen sich 1.253 Passagierkabinen für rund 2.500 Gäste. Etwa 1.000 Mann/Frau Besatzung kümmern sich um das Wohl der Passagiere. In der Waterkantbar auf Deck 4 steht ein Modell des Schiffes.

Taufe der "Mein Schiff 4" am 05. Juni 2015 in Kiel

Das Schiffsmodell

Zentraler Mittelpunkt des Schiffes ist die Rezeption auf Deck 3. Die Mitarbeiter an dem 24 Stunden besetzten Counter bieten Auskunft und Hilfe rund um das Schiff. Die stilistische Möblierung ist Geschmacksache, ebenso die vielen Kunstgegenstände, die als Dekorationen auf dem Schiff zu finden sind. Die Deckendekoration im Atrium erinnert ein wenig an „Mary Poppins“. 

Hauptrestaurant ist das „Atlanik“. Es ist in drei Kategorien aufgeteilt, „Klassik“, „Mediteran“ und Brasserie. Alle drei Bereiche bieten unterschiedliche Speisekarten. Auswahl und Qualität sind gut. Es gibt jeweils eine Auswahl an Vorspeisen, Hauptgängen und Desserts, es wird am Tisch serviert. Was uns gestört hat, war die recht schnelle Folge der einzelnen Gänge. Das Restaurant bietet jeweils Mittag- und Abendessen, aber auch zum Frühstück kann man sich dort am Tisch bedienen lassen.

Zwei weitere Möglichkeiten zum Essen sind das „Tag & Nacht Bistro“ auf Deck 5. Dort bekommt man 24 Stunden lang kleine Snacks wie Pizza, Nudeln oder Schnitzelchen. Natürlich gibt es dort auch eine Getränkestation mit Kaffee, Tee und Softgetränken. Wem das nun immer noch nicht reicht kann bei schönem Wetter an der Außenalsterbar auf Deck 14 nicht nur an der frischen Luft seinen Durst löschen, sondern auch frisch Gegrilltes wie Hamburger, Steaks oder Lammkottelets mit diversen Beilagen genießen.

Aber damit sind wir kulinarisch noch lange nicht am Ende. Für Fischliebhaber bietet das Restaurant „Gosch/Sylt“ leckere Fischgerichte so wohl vom Buffet als auch á la Card.

Eine leckere Fischplatte

Aal auf Schwarzbrot

Frisch gegrillter Lachs - lecker

Wer es exklusiver mag hat noch die Möglichkeit im „Richards feines Essen“ zu dinieren und an der Diamantbar den Abend ausklingen zu lassen. In diesen Bereichen ist jedoch eine Zuzahlung erforderlich. Im Außenbereich dieser Bar befindet sich der Champagner – Treff für außergewöhnliche Momente.

Last but not least gibt es auch noch ein japanisches Restaurant und das Steakhaus „Surf & Turf“.

Wer Sushi mag ist hier richtig. Das „Hanami“

Leckere Steaks im „Surf & Turf“

Es gibt natürlich noch sehr viel mehr. Neben diversen Bars gibt eine Shoppingzeile, Spa- und Fitnessbereich, ein Theater und ein Casino. Das Casino ist allerdings recht klein und gleichzeitig die Raucherlounge. Somit immer sehr verqualmt, was es einem Nichtraucher fast unmöglich macht einmal zu spielen. Für Kids und Teens ist natürlich auch gesorgt. Kids-Club, Teenslounge und eine Disco vervollständigen das reichhaltige Angebot. Da hatten wir ganz schön zu tun, bis wir einmal durch das Schiff waren.

Foto: Bordfotograf

In dem geräumigen Theater, das sich über zwei Decks erstreckt, war dann an diesem Abend auch die erste große Show. Vorher begrüßte uns Kapitän Tood Burgman und stellte die wichtigsten Offiziere vor. Wir gingen zu nächst im Atlantik zum Abendessen, bevor wir es uns im Theater gemütlich machten. Im Anschluss gab es eine unterhaltsame, bunte Schlagershow mit dem Titel „Ein bisschen Spaß muss sein“. Das mein Schiff Ensemble sang und tanzte zu altbekannten Schlagermelodien.

Altbekannte Melodien bekannter Künstler wurden parodiert. Da erklangen die „Weißen Rosen aus Athen“ ebenso wie der „Griechische Wein“ und „Akropolis adieu“.  Das war ein netter Abend. Zum Abschluss noch ein Drink an der Bar und ab ging es in die Kojen.  

Der dritte Tag - 25. September 2015 - Le Havre / Frankreich

Um 07:00 Uhr legte unser Kapitän im Hafen von Le Havre an. Dort waren wir nun schon zwei Mal, so dass und diese französischen Hafenstadt nicht mehr weiter interessierte. Wir hatten erst am Nachmittag einen Ausflug gebucht, der uns in die Normandie führen sollte. So konnten wir in Ruhe frühstücken und den Vormittag an Bord genießen.  

Am Pier standen die vielen Ausflugsbusse, die auf ihre Gäste warteten. Wir beobachteten vom Schiff aus das rege Treiben. Bevor auch wir uns ausflugsfertig machten, gingen wir noch schnell eine Kleinigkeit zu Mittag essen. Um 13:15 Uhr war es dann für uns so weit. Wir begaben uns in die TUI-Bar auf Deck 4 und meldeten uns bei der Ausflugsbetreuerin an.

 

Mit dem Bus fuhren wir zunächst zu einem Bauernhof mitten in der Normandie. Eine deutschsprachige Reiseleiterin begleitete den Ausflug, ebenso war auch eine Fotografin vom Mein Schiff Fototeam mit von der Partie. Erst einmal fuhren wir über die große Brücke der Normandie, auf die andere Seite der Rhone. 

 

 

Da die Autobahnen in Frankreich kostenpflichtig sind, mussten auch wir die Mautstellen passieren.

Weiter ging es quer durch die Normandie, vorbei an kleinen Ortschaften und interessanten Gebäuden. Etwas abseits gelegen erreichten wir dann nach etwa 1 ½ Stunden Fahrt den Bauernhof. Wir wurden von der Bäuerin empfangen, die sehr gut Deutsch sprach. Die Bäuerin, auf dem Foto mit ihrem Hund, führte uns über den Hof und erzählte uns viel über die Arbeit auf dem sehr großen Gehöft. Die Hauptarbeit besteht in der Milchgewinnung und den Apfelplantagen. Nach beendetem Rundgang wurden wir zu einem Käseimbiss eingeladen. Der Camembert de Normandie, ein lokales Produkt, schmeckte vorzüglich. Dazu wurde Brot und der französische Apfelwein Cidre.  

Foto: Bordfotograf

Leider konnten wir von diesen leckeren Produkten nichts mitnehmen, da der Käse zu schnell verdirbt. So fuhren wir ohne „Beute“ weiter. Etwa eine halbe Stunde mussten wir fahren bis wir unser nächstes Ziel, eine Calvados Brennerei, erreichten.

Das Chateau liegt inmitten einer herrlichen Parklandschaft mit einem uralten Baumbestand.

Auch dort wurden wir von einer deutschsprachigen Mitarbeiterin empfangen, die uns etwas über die Herstellung dieses edlen Getränkes erzählte. Wir sahen die großen Destillationsgefäße und die großen Holzfässer in denen der Calvados hergestellt und gelagert wird.

 

Auch dort folgte im Anschluss an die Besichtigung eine Verkostung. Der Calvados war lecker und ein paar kleine
Andenken wurden auch erworben.

Von dort aus fuhren wir wieder zurück zum Schiff. Nach gut einer Stunde Fahrt erreichten wir unsere „Mein Schiff 4“ pünktlich zu ablegen.

Foto: Bordfotograf

Um 19:00 Uhr hieß es Leinen los und wir verabschiedeten uns von Le Havre. Zum Abendessen gingen wir ins „Anckelmann“. Wir ließen es uns schmecken und kamen natürlich auch nicht an dem leckeren Dessertbuffet vorbei.

Der vierte Tag - 26. September 2015 - Southampton / Großbritannien

Gut ausgeschlafen begrüßten wir den neuen Morgen. Um 07:00 Uhr hatten wir bereits den Pier von Southampton in England erreicht. Dort waren wir auch schon einmal, wenn auch nur, um vom Hafen zum Airport Haethrow/London zu fahren.

Von unserem Balkon aus hatten wir einen schönen Blick auf den Yachthafen von Southampton.

Die Stadt selbst bietet nicht viel. Dennoch wollten wir ein wenig laufen. Zunächst mussten wir jedoch zur Passkontrolle. Da zeigen sich die Briten noch ein wenig konservativ. Da Großbritannien nicht zum Schengener Abkommen gehört, legen sie noch Wert auf die Gesichtskontrolle. Dazu kommen extra Grenzbeamte auf das Schiff. So zogen wir los um uns in Southampton ein wenig umzusehen.

Die „Mein Schiff 4“ in Southampton

Wir hatten erst ein ganz schönes Stück Weg zu bewältigen, bis war das Hafengebiet verlassen hatten. Irgendwann standen wir vor einem riesigen Einkaufzentrum. Wir hatten Appetit auf eine Tasse Kaffee, fanden aber dort keine Restauration. So gingen wir in das Restaurant von IKEA! Das war zwar nicht das, was wir wollten, aber etwas Besseres fanden wir nicht. Nach einem Blick in den Stadtplan wollten wir von dort aus in die Altstadt gehen. Leider erwies sich das als, für uns, nicht machbar. Überall waren Baustellen, die wir hätten weiträumig umlaufen müssen. Das war uns einfach zu weit. So liefen wir langsam zum Schiff zurück.

So verbrachten wir den restlichen Tag auf dem Schiff. Nach einem verspäteten Mittagsimbiss am Grill der Außenalsterbar genossen wir unseren Balkon. Zwischendurch gingen wir Kaffee trinken und bummelten über das Schiff. Um 20:00 Uhr legten wir in Southampton wieder ab.

 

In der Schaubar spielte am Abend die „Columbus-Band“. Gut gemischte Musik, vom deutschen Schlager bis zur modernen Partymusik war alles dabei. Manches Mal spielten sie auch am Nachmittag zum Tanztee oder waren bei schönem Wetter auf dem Pooldeck zu hören. Die includierte Getränkeauswahl war gut, die Cocktails lecker, nur der Service war hin und wieder etwas schleppend.

Wieder war ein Tag zu Ende. Wir befanden uns auf dem Weg nach Spanien.

Der fünfte Tag - 27. September 2015 - An Bord

Ein Seetag lag vor uns. Der neue Morgen bescherte uns einen herrlichen Sonnenaufgang. Das Wetter wurde besser, wir befanden uns auf dem Weg in den sonnigen Süden.

Der Tag verlief ganz entspannt. Wir hatten Beide ein gutes Buch dabei und relaxten zwischen den Mahlzeiten auf unserem Balkon. Zwischendurch meldete Kapitän Todd die Passage des Golfs von Biskaya. Erinnerungen an einen altbekannten Seemannsschlager wurden wach, Illusionen von längst vergangener Seefahrerromantik, einer Zeit in der von unseren heutigen Kreuzfahrtschiffen noch keine Rede war.

Szenenfoto

Nach dem Abendessen besuchten wir wieder die abendliche Show. Geboten wurde im Theater die Geschichte der berühmten „Comedian Harmonist“. Das Theater-Ensemble intonierte mit schönen Stimmen die weltbekannten Lieder dieser Musikgruppe, die in den Jahren 1927 – 1935 internationale Erfolge feierte. Zwischen den musikalischen Darbietungen wurde unterhaltsam über das Leben dieser Männer berichtet, deren Erfolg an der Nazi-Diktatur zerbrach. 

Ein schöner Abend mit Musik, die man immer wieder hören kann, fand seinen Abschluss bei einem Cocktail in der Schaubar.

Die Schaubar

Der sechste Tag - 28. September 2015 - La Coruña / Spanien

Wir hatten Spanien erreicht. Um 08:00 Uhr legten wir in La Coruña im Nordwesten Spaniens an. Ich hatte heute allein einen Ausflug gebucht, der mich nach Santiago de Compostela bringen sollte. Dort steht die Kathedrale, die das Ende des Jacobswegs bildet. Diese Wallfahrtskirche wollte ich unbedingt gesehen haben. Um 09:00 Uhr war Treff in der „Abtanzbar“ und schon bald ging es los. Nach ca. einer Stunde Fahrt mit dem Bus erreichten wir den Busparkplatz der Stadt Santiago de Compostela. Noch ein Stück zu Fuß, und nach etwa 15 Minuten stand ich vor der mächtigen Kathedrale.

Blick auf La Coruña vom Schiff

 

 

Die Kirche aus dem 11. Jahrhundert steht über dem Grab des Apostel Jacobus. Leider war ein großer Teil des Hauptportales eingerüstet.

Ich musste fast einmal um das große Kirchengebäude herumlaufen um den Eingang zu finden. Nach der Sicherheitskontrolle stand ich endlich in dieser ehrwürdigen Kirche.

Ich nahm mir Zeit in der Kirche. Ich war dort natürlich nicht allein. Es war recht voll, viele Menschen sah ich mit Wanderausrüstung. Mitten in dem Menschengewühle nahm ein Priester in einem Beichtstuhl einem Gläubigen die Beichte ab. Andere kleinere Kapellen waren geschlossen, dort fanden Andachten statt. Nachdem ich mir alles angesehen hatte, suchte ich mir ein ruhiges Plätzchen (war nicht so einfach), um ein wenig meinen Gedanken nachzuhängen.

In der Kirche ist das Fotografieren verboten. Ich hatte schon einige Fotos gemacht, als ich das mitbekommen habe. Diese kann ich hier aber aus Urheberschutzgründen nicht einstellen.

Nun hatte ich noch Zeit für eine kleine Sightseeingtour. Vor der Kirche hielt eine kleine Bimmelbahn, mit der ich für sechs Euro 45 Minuten durch die Stadt fahren konnte. Leider war das Fotografieren fast unmöglich, da die Fahrt überwiegend über Kopfsteinpflaster führte und wir ordentlich durchgerüttelt wurden.

                  Mit der Bimmelbahn durch die Straßen von                      Santiago de Compostela.

Um 14:00 Uhr musste ich dann wieder am Bus sein. Die Zeit reichte noch um eine Kleinigkeit zu essen und etwas zu trinken. Eine gute Stunde brauchten wir um zum Schiff zurück zu fahren.  

Als ich auf dem Schiff zurück war, war schon Kaffeezeit. Wir setzten uns in die Café-Lounge. Dort hatten wir einen schönen Blick auf die imposanten Gebäude von La Coruña.

So verging der Nachmittag, es gab viel zu erzählen. Um 18:00 Uhr hieß es wieder „Leinen los“ und unser Kapitän nahm Kurs auf Portugal. Unsere nächste Station sollte Leixões/Porto sein.

An der Hafenausfahrt stehen Menschen und winken uns zu

Der siebte Tag - 29. September 2015 - Leixões/Porto /Portugal

Wir hatten Portugal erreicht. Um 09:00 Uhr machten wir am Anleger von Leixões, dem Hafen von Porto, fest. Wir hatten bereits in Ruhe gefrühstückt. Im Atlantik-Restaurant gab es Lachsfrühstück, das haben wir uns nicht entgehen lassen.

Das erste, was uns am Pier auffiel, war das futuristische Hafengebäude. Wir hatten nichts Bestimmtes geplant und gingen einfach so von Bord um uns ein wenig umzusehen.

 

In der Hafenstadt selbst war nicht viel los. So begaben wir uns an die schöne Strandpromenade. Das Wetter war super und so konnten wir dort ein gutes Stück laufen.

 

Im Hafengebäude wurden wir von einer portugiesischen Folkloregruppe empfangen. Wir hörten ein paar Minuten der Musik zu, bevor wir uns auf Besichtigungstour begaben.

Wieder zurück setzten wir uns in das Strandbistro, bestellten uns etwas zu trinken und genossen die Sonne. Wir beobachteten die Möwen, die sich im warmen Sand in großen Scharen tummelten. Das Foto zeigt nur einen kleinen Ausschnitt. Die „Mein Schiff 4“ lag in Leixões am Pier. Von der Strandpromenade aus konnten wir sie in ihrer ganzen Schönheit bewundern.

Zum Mittagessen waren wir wieder auf dem Schiff zurück. Großen Hunger hatten wir nicht, so ließen wir es am Tag & Nacht Bistro mit einem Stück Pizza bewenden. Die hat dort recht gut geschmeckt. Am Nachmittag ließen wir es uns auf dem Schiff gutgehen. Zum Abendessen hatten wir im Steakrestaurant „Surf & Turf“ einen Tisch bestellt. Wir wollten doch unbedingt einmal das exklusive Wagyu – Steak probieren. Das Fleisch dieser wertvollen Rinder, die ursprünglich aus Japan kommen, soll sehr lecker sein.

Als Vorspeise gab es zunächst gegrillte
Jacobsmuscheln

Das Steak war super lecker

Dazu wurden verschiedene Beilagen gereicht

Das war ein leckeres Abendessen. Abgerundet mit einem guten Rotwein und zum Abschluss ein Espresso. Wir waren zufrieden. In der Zwischenzeit hatten wir auch den Anleger von Leixões verlassen. Wir gingen nach dem Essen noch in die Schaubar und ließen bei einem Cocktail den Abend ausklingen.

Als wir in unsere Kabine kamen und auf den Balkon gingen, strahlte uns der Vollmond an und sagte gute Nacht.

Der achte Tag - 30. September 2015 - Lissabon / Portugal

Um 09:00 Uhr erreichten wir die Hauptstadt Portugals. Eine Stadt, in der wir schon einmal waren. Wir freuten uns auf die Einfahrt und standen deshalb auch etwas früher auf. Im Schein der aufgehenden Sonne lag die „Brücke des 25. April“ vor uns. Die Brücke, die mit rund drei Kilometern den Tejo überspannt, trägt ihren Namen nach dem Tag der Nelkenrevolution, nach der Portugal Demokratie wurde. Hinter der Brücke befindet sich der alte Hafen von Portugal. In der Zwischenzeit gibt es für Kreuzfahrtschiffe einen neuen Anleger in der Nähe der Altstadt.

Zwischendurch gingen wir im Eiltempo frühstücken, dann war ich wieder mit meinem Fotoapparat zugange. Da unsere Kabine auf der Backbordseite lag, hatten wir von unserem Balkon freie Sich auf die Stadt. Ab und zu musste ich aber doch einmal auf die andere Seite. Nach dem passieren der Brücke begrüßte uns auf der Steuerbordseite die Christusstatue. Von dort aus begleitete uns auch ein tanzendes Schlepperboot, das eine Wasserfontäne sprühte.  

Langsam fuhren wir an Lissabon vorbei, bis wir unseren Anleger in der Nähe der Altstadt erreichten. Auf dem Weg passierten wir den „Torre de Belem“, ein Denkmal, das an den Ausgangspunkt der vielen Erkundungstouren zur See erinnert. Auch das Seefahrerdenkmal, das an die vielen Männer erinnert, die eben diese Erkundungstouren unternommen
haben, war gut zu erkennen. Auch am Prace do Comércio mussten wir noch vorbei.  

Das Seefahrerdenkmal

Torre de Belem

Prace do Comércio

Dann hatten wir endlich den Pier erreicht. Vor uns legte ein Schiff der Costa-Flotte an. Der Pier war neu, als wir 2007 in Lissabon waren gab es diesen noch nicht, da lagen die Schiffe noch im alten Hafen, in der Nähe der Brücke. Das war schon ein Erlebnis, in Lissabon mit einem Kreuzfahrtschiff einzufahren. Wir warteten noch ein wenig ab, bis wir von Bord gingen. Auch dort wurden wir von einem portugiesischen Folkloreensemble empfangen.  

Die „Mein Schiff 4“ am Pier von Lissabon,
davor ein Schiff der Costa-Flotte.

Wir bahnten uns einen Weg durch die engen Straßen in die Altstadt. Es gab viel Verkehr, viele Baustellen und dazwischen ein blühender Baum. Wir schlenderten durch die Straßen und weckten Erinnerungen. Nach einer Cappuccinopause liefen wir zum Rossio, einem der größten Plätze in Lissabon und fanden dort die Ecke wieder, in der 2007 unser Hotel war. Über den Praca do Comérico
gingen wir dann zurück zum Schiff.

Wir aßen eine Kleinigkeit zu Mittag und machten Siesta. Am späten Nachmittag gingen wir noch einmal in die Altstadt. Wir hatten uns vorgenommen, in einem der kleinen Altstadtrestaurants gegrillte Sardinen zu essen. Die Sardinen bekamen wir auch, die waren auch lecker, aber total überteuert. Leider waren wir dort in eine Touristenfalle geraten.

Am Abend war auf dem Pooldeck Party mit Schoko-Früchte Buffet. Das Buffet war noch nicht ganz fertig, als der Abend dämmerte. Es sollte ja auch erst um 21:30 Uhr eröffnet werden. Das Pooldeck wurde in stimmungsvolles Licht getaucht. Wir saßen noch eine Weile an der „Unverzichtbar“ und genossen unseren Cocktail. Dann wurde uns kühl und wir zogen uns in unsere Kabine zurück. Auf die Party verzichteten wir, das war uns alles viel zu spät.  Noch ein letzter Blick auf das abendlich beleuchtete Lissabon und Gute Nacht.

Der neunte Tag - 01. Oktober 2015 - An Bord

Als unser Kapitän in der Nacht um 24:00 Uhr in Lissabon den Pier verließ, befanden wir uns schon im Reich der Träume. Gut ausgeschlafen gingen wir zu unserer gewohnten Zeit frühstücken. Da wir heute einen Seetag vor uns hatten, war es noch recht ruhig in den Restaurants. Viele Menschen schlafen an diesen Tagen eben doch etwas länger. Den Tag verbrachten wir ganz relax mit faulenzen und lesen. Da nun endlich schönes Wetter war, nutze ich einmal den Pool. Das Wasser war aber recht frisch. Also machte ich es mir auf einer Liege bequem, ließ mir vom Kellner einen Drink bringen und vertiefte mich in mein Buch. Ein wenig Bewegung verschaffte uns ein Bummel über das Schiff. Zwischendurch gingen wir essen oder einen Kaffee trinken. So ging dieser Tag vorbei. Am Abend gab es im Theater eine Musical-Show mit dem Titel „Wenn ich einmal reich wär…“. Das war nett gemacht und die Melodien der teilweise weltbekannten Musicals wurden recht gut interpretiert. Das war ein netter Abend. Noch ein Drink in der „Waterkantbar“ und damit ging auch dieser Tag zu Ende.

Szene aus „Tarzan“

Eine Sängerin des Theater-Ensembles sing „Ich gehör nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“

Der zehnte Tag - 02. Oktober 2015 - Madeira / Portugal

Um 07:00 Uhr früh machten wir am Pier im Hafen von Funchal fest. Mir ging es an diesem Morgen gar nicht gut, ich merkte, dass eine Erkältung im Anzug war. Ein heftiger Husten ließ mich schon in der Nacht nicht richtig schlafen. Da wir auf Madeira schon einmal waren, hatten wir keinen Ausflug gebucht. Wir wollten uns allein in Funchal, der Hauptstadt der Insel, ein wenig umsehen. Nach dem Frühstück nutzten wir den von TUICruises angebotenen Shuttelbus und fuhren in die Stadt. Der Bus hielt zentral an der Hauptstraße. Unser
erster Weg führte uns in eine Apotheke, ich brauchte dringend etwas gegen meinen Husten.

Das Wetter war furchtbar. Es war zwar warm, aber es herrschte eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit, es war schon fast Tropenluft. Wir waren in kürzester Zeit total durchgeschwitzt. So schauten wir nur kurz in die Kathedrale, da diese bei unserem damaligen Besuch auf Madeira geschlossen war.

In einem Restaurant gingen wir etwas trinken, liefen noch ein Stück über die schöne Strandpromenade und fuhren dann zurück zum Schiff. Mir war richtig mies, dazu das Wetter, so dass wir froh waren wieder auf dem Schiff zu sein. Leider konnten wir nun die traditionelle Korbschlittenfahrt wieder nicht machen. Das war zwar schade, aber nicht zu ändern.

Den Nachmittag verbrachten wir auf unserem Balkon, nur unterbrochen vom Essen gehen. Wir beobachteten ein Boot der Marine, das an unserer „Mein Schiff 4“ vorbei fuhr und hatten einen schönen Blick auf die Insel.

Zum Abendessen gab es an diesem Tag ein großes Käsebuffet. Diverse Sorten Käse wurden appetitlich dargeboten. Da fiel die Wahl schwer. Dazwischen die Werke der Küchenkünstler.

Danach hatten wir eine Einladung zum Stammgäste-Treffen, da wir nun das dritte Mal auf einem Schiff der Mein-Schiff-Flotte waren. Nach einem Sekt-Empfang wurden wir im Theater von der Kreuzfahrtdirektorin und dem Kapitän begrüßt. Neben einem kleinen Unterhaltungsprogramm wurde per Video die neue „Mein Schiff 5“ vorgestellt, die z. Z. noch im Bau ist und im kommenden Jahr in den Dienst gestellt wird. Anschließend fand in der Waterkantbar noch ein Smalltalk statt, auf den wir aber verzichteten. Es ging mir in der Zwischenzeit so mies, dass ich nur noch ins Bett wollte.

Der elfte Tag - 03. Oktober 2015 - An Bord

Der letzte Seetag lag vor uns. Ich musste mich zwingen aufzustehen und wenigstens eine Kleinigkeit zu frühstücken. Am Abend zuvor hatten wir mit dem letzten Tagesprogramm auch die Abreiseinformationen erhalten. Als wir vom Frühstück zurückkamen, war der Kabinenservice fertig und ich konnte mich wieder auf mein Bett legen. Später gingen wir noch einmal in die Café – Lounge einen letzten Cappuccino trinken und uns für zu Hause noch ein paar von den leckeren Pralinen kaufen.

Den restlichen Tag verbrachten wir auf unserem Balkon, ich habe viel geschlafen. Am späten Nachmittag mussten wir Koffer packen. Irgendwie wurde das gemeinsam geschafft. Mich grauste vor dem Rückflug mit meiner Erkältung aber ich wollte jetzt nur noch nach Hause. Auf die Abendvorstellung verzichteten wir, die Abschiedsvorstellung um 22:00 Uhr wäre uns ohnehin zu spät gewesen.

Der zwölfte Tag - 04. Oktober 2015 - Gran Canaria / Abreise

Irgendwie brachten wir auch die letzte Nacht auf dem Schiff hinter uns. Die „Mein Schiff 4“ hatte ja bereits um 05:00 Uhr früh am Pier von Las Palmas festgemacht. Um 07:00 Uhr standen wir auf und, gingen im Anckelmann frühstücken. Dort herrschte schon reges Treiben – eben Abreisestress. Wir packten danach unsere letzten Sachen zusammen, bis 09:00 Uhr mussten wir unsere Kabine verlassen. Die großen Koffer wurden bereits in der Nacht abgeholt und vom Servicepersonal von Bord gebracht. Nun hatten wir noch zwei Stunden Zeit bis uns unser Transferbus zum Flughafen brachte. Wir setzten uns in die Tuibar und warteten die Zeit ab. Um uns herum das übliche Gewusel am Abreisetag, dazu neu ankommenden Gäste.


Dann war es soweit, wir verließen das Schiff, holten unsere Koffer von der Gepäcksammelstelle und begaben uns zu unserem Bus. Zügig ging es zum Airport, wo es dann wieder erst einmal hieß: Warten! Um 14:10 Uhr hob unser Flieger der tschechischen Airline „Smartwings“ ab. Das Fluggerät hatte Museumsalter und war entsprechend ausgestattet. Der Flug war für mich hinsichtlich der Erkältung eine Qual. So war ich froh, als wir gegen 20:30 Uhr in Berlin-Schönefeld landeten. Wieder hieß es – Warten – nämlich auf die Koffer. Nun aber schnell mit dem Taxi nach Hause, das wir gegen 23:00 Uhr erreichten.

Tschüss, „Mein Schiff“, es war eine schöne Reise und vielleicht sehen wir uns ja irgendwann wieder!