
Rom
Die ewige Stadt
Eine Reise mit "Holiday-Reisen"
Die Hauptstadt Italiens erwartete uns. Eine Millionenmetropole, erbaut auf sieben Hügeln an den Ufern des Flusses Tiber. Im ersten Jahrhundert v. Chr. erhielt sie den Beinamen „Ewige Stadt“. In Rom gibt es viele historische Altertümer zu sehen, die Altstadt und der Petersdom mit der Vatikanstadt gehören zum UNESCO – Weltkulturerbe.
Innerhalb Roms liegt der eigenständige Staat, der Vatikan, der Sitz des Heiligen Vaters.
Die Geschichte dieser Stadt ist so alt wie sie auch vielfältig ist. Ganze Bücher sind darüber geschrieben worden. Der Sage nach erfolgte die Gründung 753 v. Chr. durch Romulus und Remus, die Kinder des Gottes Mars gewesen sein sollen.
Romulus und Remus mit der Wölfin, die sie gesäugt haben soll. Das Denkmal findet man im Stadtzentrum Roms unter
halb des Straßenniveaus. (Image. Wikipedia)
Image: Wikipedia https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en
Immer wieder werden bei Erdarbeiten in Rom Funde aus antiker Zeit zu Tage befördert. Somit sind auch in der Innenstadt keine größeren Bauvorhaben gestattet. Neubaugebiete befinden sich in den Außenbezirken, in denen es aber eine hohe Kriminalitätsrate gibt. Wir besuchten Rom vom 22. – 28. September 1989.
Anreise & Hotel
Morgens um 6:00 Uhr ging es mit einem Reisebus los, vom ZOB in Richtung Rom. Unsere erste Station war Marktschorgast, eine kleine Stadt in Oberfranken, wo Holiday-Reisen in einem Gasthaus eine Station hatte. Wir konnten dort zu Mittag essen, und gleichzeitig fand der Fahrerwechsel statt. Unser Busfahrer Klaus Neumann übernahm dort den Bus, um mit uns die Tour nach und durch Rom zu machen. Nach einer Zwischenübernachtung in Laghetti (Südtirol) erreichten wir unser Hotel in Rom am Nachmittag des 23.09.1989. Das Hotel war einfach und lag etwas außerhalb von Rom. Somit hatte unser Busfahrer jeden Tag die Mühe, sich durch den dichten Verkehr in die Innenstadt quälen zu müssen. Nach dem Zimmerbezug ging es dann gleich los zu einer ersten Besichtigungstour.
Sightseeing in Rom
Unser erstes Ziel war dann das Kolosseum in Rom. Dieses größte, im alten Rom erbaute Amphitheater stammt aus den Jahren 72 und 80 nach Chr. und ist eines der Wahrzeichen der Stadt.
Das Kolosseum war nicht nur eine bauliche, sondern auch eine logisch durchdachte Meisterleistung. Die ellipsenförmig gebaute
Arena bot ca. 50 000 Menschen Platz. Über 80 bogenförmige Eingänge erreichten die Besucher ihre Plätze. Vier Eingänge davon waren nur der obersten Schicht vorbehalten.
Als Arena wurde das Kolosseum etwa 400 Jahre genutzt. Nur waren es nicht immer schöne Ereignisse. Man vermutet, dass in dem Stadion im Laufe der Jahrhunderte 300 000 – 500 000 Menschen durch Exekution starben. Das Kolosseum ist heute neben
seiner historischen und touristischen Bedeutung in jedem Jahr am Karfreitag Schauplatz des Kreuzzuges des Papstes, der in Erinnerung an die Kreuzigung Jesu dort zelebriert wird.
Unsere Aufmerksamkeit richtete sich dann auf den Titusbogen. Dieser im Jahre 70 nach Chr. errichtete Triumphbogen steht an der höchsten Stelle auf der Straße zwischen dem Kolosseum und dem Forum Romanum. Er wurde seinerzeit
zu Ehren des Kaiser Titus erbaut.
Unser Busfahrer Klaus Neumann fuhr uns sicher durch den starken Verkehr in der Stadt, d. h. soweit das mit dem großen Bus möglich war, denn die Innenstadt ist für Busse gesperrt. Bei der Stadtbesichtigung wurde er dann von einem örtlichen Reiseleiter unterstützt.
Den Petersplatz konnten wir aber anfahren. Es war schon ein erhebendes Gefühl vor dem Petersdom, richtig Peterskirche, in Rom zu stehen. Diese Kirche aus dem Jahr 324 n. Chr. ist als Grabeskirche für den Apostel Simon Petrus errichtet und heute eine der größten Kirchenbauten der Welt. Die Kirche bietet 60 000 Menschen Platz. Davor der Petersplatz, der an hohen, katholischen Feiertagen zum Wallfahrtsort wird. Dahinter schließt sich der Vatikanstaat an mit der Sixtinischen Kapelle, deren Wandgemälde von Malern wie Michelangelo und Boticelli geschaffen wurden. Vatikanstadt wird von der „Päpstlichen Schweizer Garde“ bewacht. Das einzige verbliebene päpstliche Armeekorps mit Waffen, ist für die Sicherheit des Papstes verantwortlich.
Unten ein Blick auf den Petersdom, aufgenommen von einer Anhöhe, wo wir einen schönen Blick übe Rom hatten.
Ein Besuch galt der Sommerresidenz des Papstes, dem Castell Gandolfo. Malerisch liegt es etwa 24 km südöstlich von Rom auf einer Anhöhe am Albaner See.
Wieder zurück in Rom besichtigten wir den Justizpalast. Das monumentale Gebäude steht am Ufer der Tiber und wurde Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Es war und ist noch immer der Gerichtsbarkeit vorbehalten. Heute befindet sich dort das oberste italienische Gericht, verglichen mit unserem Bundesgerichtshof. Dann standen wir vor dem Trevi Brunnen. Dieser weltbekannte und größte Brunnen Roms wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut. Der Aberglaube besagt, dass es Glück bringt, eine Münze über die Schulter in das Wasser zu werfen. Leider war der Brunnen wegen Renovierungsarbeiten eingerüstet.
Ostia
Ein Ausflug führte uns nach Ostia Antica, die alte Hafenstadt des antiken Rom. Dort konnten wir anhand von Ruinen noch recht gut sehen, wie sich das Leben unter Kaiser Augustus, Claudius und Nero abgespielt hat.
Relikte aus alter Zeit, wie das Kapitol, das den römischen Hauptgöttern geweiht war.
In den Thermen des Neptun sahen wir die Reste wunderschöner Fußbodenmosaiken, die im Jahr 160 n. Chr. unter Gavius Maximus erbaut wurden.
Auf diesem Foto sind die Reste von Häusern zu sehen.
Das alte Amphitheater wird noch heute für Theateraufführungen genutzt.
Die steinernen Bildnisse von Götterstatuen sollten böse Geister fern halten.
Probesitzen auf den Latrinen. Wir staunten, dass die sanitären Anlagen schon damals eine unterirdische Wasserspülung hatten.
Die Katakomben
Ein weiterer Ausflug galt den „Catacomba di S. Callisto“. Diese, als christliche Gräber gedachten, unterirdischen Verließe aus dem ersten und zweiten Jahrhundert n. Chr., spielten in der Christenverfolgung im alten Rom eine große Rolle. Die Katakomben haben eine unterirdische Ausdehnung von etwa 20 km und reichen auf vier Ebenen bis zu 20 m tief in die Erde. Wir kraxeln die vielen Treppen hinunter und besuchen das Cecilengrab. Uns beschlich ein sehr beklemmendes Gefühl.
Fotos von den Katakomben: Postkartenkopien
Das Ceciliengrab
Die „Heilige Cecilie“ war eine christliche Jungfrau, die wegen ihres Glaubens als Märtyrerin hingerichtet wurde. Wandmalereien zeugen vom Christentum in den unterirdischen Gängen.
Nach diesem etwas erdrückenden Besuch in den Katakomben war ein fröhlicher Abend gerade recht und ein guter Ausgleich. Diesen verlebten wir bei einer Weinprobe in Fascati. Mit Musik, Gesang und guter Stimmung verlebten wir einen feucht-fröhlichen Abend im Kreis netter Menschen.
Leider vergingen die Tage, wie immer im Urlaub, viel zu schnell. Schon hieß es wieder Koffer verladen und ab in Richtung Heimat. Es gab noch eine Zwischenübernachtung auf der Heimfahrt und dann erreichten wir am Abend des 28. September wieder den ZOB.
Rechts: Heimfahrt über den Brenner in Österreich, hier hatte es schon geschneit.
Ich finde es heute schade, dass ich damals noch nicht so viel fotografiert habe. Wir haben noch so viel mehr gesehen, nur leider gibt es davon keine Fotos.