Wien

Die Stadt meiner Träume

"Wien, Wien nur du allein, sollst stets die Stadt meiner Träume sein...!" Irgendetwas muss sich der Autor dieses Liedes gedacht haben, sicher hat er die Stadt geliebt. Und das ist gut zu verstehen. Manches Mal gehen ja Träume in Erfüllung, so auch mein Traum von Wien. Vier Mal waren wir nun schon in der österreichischen Metropole. Um mit dem Fiaker durch diese Stadt zu fahren musste ich aber erst 65 Jahre alt werden (Foto: 2011). Unser erster Besuch in Wien war im Jahr 1992 zu Silvester. Wir erlebten erstmals diese traditionsverbundene Stadt. Unser Highlight auf dieser Reise war der Kaiserball in der Wiener Hofburg. Und damit will ich meinen Rundgang durch Wien auch beginnen.

Image: Wikipedia

Die Hofburg

Die Wiener Hofburg war während der Zeit der Monarchie die Winterresidenz der Kaiser. Sie nimmt einen großen Teil des Wiener Stadtgebietes ein. Heute ist sie  Sitz des österreichischen Bundespräsidenten, beherbergt aber auch viele Museen, Fest- und Konferenzräume. Ihre Entstehungszeit wird dem späten Mittelalter zugeschrieben. Der gesamte Gebäudekomplex ist über Jahrhunderte gewachsen.

Wir machten unseren Rundgang durch die Hofburg. Das erste Mal mit Führung, später allein. Wir sahen die mächtigen Gebäude in denen zu Kaiserzeiten das strenge spanische Hofzeremoniell galt, unter dem die junge Kaiserin Elisabeth so gelitten hat. Wir gingen durch das „Kaisertor“ und standen vor der „Kaiserinstiege“. Für die Besichtigung der Räumlichkeiten fand ich aber erst bei meinem Besuch im Mai 2017 Zeit.

Das Kaisertor der Hofburg

Die Kaiserinstiege. Dieser Aufgang führt zu den Räumen der Kaiserin Elisabeth. (Fotos 2004)

 

Am 09. Mai 2017 besuchte ich dann endlich das „Sisi-Museum“. In den Kaiserappartements wird dort über das Leben der Kaiserin Elisabeth an der Seite von Kaiser Franz-Joseph I. berichtet. Auch viele persönliche Dinge aus dem Leben der Kaiserin sind dort ausgestellt. So sind auch die großen Roben zu sehen, unter anderem das Kleid, das sie zur Krönung in Ungarn trug. In den Räumen ist natürlich wie so oft das Fotografieren verboten. 

Angegliedert an die Kaiserappartements ist die Silberkammer der Hofburg. Dort sind etwa 7.000 Exponate aus dem ehemaligen Tafelsilber der Hofburg zu bestaunen. Dort war das Fotografieren wieder erlaubt.

Wertvolles Porzellan, Kerzenleuchter, Tafelaufsätze und üppiger Blumenschmuck gehörten zur Ausstattung der kaiserlichen Tafel. Solch ein Dinner bestand aus sieben bis dreizehn Gängen. Dafür wurde schon einiges an Tafelsilber benötigt. Wir besichtigten auch die Kronjuwelen in der Schatzkammer und standen vor der Hofkapelle, in der die weltberühmten Wiener Sängerknaben noch heute regelmäßig ihre Konzerte geben.

Die Denkmäler vieler ehemaliger Regenten stehen auf den Plätzen der Hofburg. Unter anderem:

Zugang zur Schatzkammer (2011)

Joseph II. (1741 - 1790) auf dem Josephsplatz

Kaiser Franz (1768-1835) Innerer Burghof

Das Burgtor wurde 1821 errichtet und wird auch Heldentor genannt. Es steht zwischen der Ringstraße und dem Heldenplatz.

Blick vom Heldenplatz (2004)

Gesehen von der Ringstraße (2017)

Die „Neue Burg“, oder ursprünglich das Kaiserforum wurde unter Kaiser Franz Joseph I. gebaut. Der Bau begann 1871 und wurde nie vollendet. Auf dem Heldenplatz davor steht das Reiterstandbild von Prinz Eugen. In den angrenzenden Gebäuden residiert heute der Bundespräsident. Auch der Bundeskanzler hat in der Nähe seine Büros.

2017

2004

Der Michaelerplatz mit dem Kaisertor. In diesem Gebäudekomplex hatte das Kaiserpaar seine privaten Gemächer. Im angrenzenden Hof befindet sich auch die Hofkapelle. In dem Rondell auf dem Platz sind archäologische Ausgrabungen zu sehen.

Altarraum

Ein Seitenaltar

Am Michaelerplatz steht auch die Michaelerkirche. Die im 13. Jahrhundert erbaute römisch-katholische Pfarrkirche ist dem heiligen Michael geweiht. Sie gehört zu den ältesten Kirchen in Wien.

Die „Albertina“ ist ebenfalls ein Teil der Habsburger Residenz. Das Palais Erzherzog Albrecht hat 1744 Kaiserin Maria Theresia bauen lassen. Heute ist dort ein Kunstmuseum untergebracht in dem die bedeutendste grafische Sammlung der Welt zu sehen ist, deren Ursprung 1776 von einem Herzog Albert von Sachsen-Teschen gelegt wurde. Der Herzog war ein Schwiegersohn von Maria Theresia.

Das k & k Burgtheater steht am Wiener Ring und wurde am 14. Oktober 1888 mit Stücken von Grillparzer und Schiller eröffnet. Es löste das alte Burgtheater am Michaelerplatz ab. Es ist heute österreichisches Bundestheater und gilt als größtes deutschsprachiges Sprechtheater. Große Schauspieler und namhafte Direktoren sorgen seit mehr als einem Jahrhundert für den nicht endenden Erfolg dieses Hauses.

Durch das Michaelertor gelangt man zur Spanischen Hofreitschule

Wunderbare Events lassen sich in den Räumen der Hofburg erleben:

Konzert des Hofburgorchesters im Redoutensaal      (22. Sept. 2011)

Der Burggarten war einst der Privatgarten des Kaiserhauses. Leider hat geregnet, als wir einen Spaziergang durch diese schöne Anlage machten, in deren Mitte die Statue von Kaiser Franz-Joseph steht. (Besucht Mai 2017)

Die Augustinerkirche

Die Augustinerkirche ist die ehemalige Hofkirche. Diese römisch-katholische Kirche ist in der Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut und gehörte einst zum Augustinerorden. Sie ist Teil der Wiener Hofburg und heute bekannt für Ihre Orgelkonzerte

Die von außen eher unscheinbare Kirche ist im Innenraum von einer schlichten Eleganz. Das Hauptschiff ist 43 Meter lang zuzüglich des 40 Meter langen Altarraumes. Zu dieser Kirche gehört die "Herzlgruft", in der die Herzen vieler Habsburger in silbernen Urnen bestattet sind. Es war zur damaligen Zeit üblich, Körper und Herzen der Verstorbenen getrennt zu bestatten.

Der Hochaltar hat viele kaiserliche Hochzeiten gesehen. So unter anderem die Trauung von Maria Theresia mit Franz von Lothringen (12. Februar 1736) und am 24. April 1854 die Vermählung von Kaiser Franz-Joseph I. mit Prinzessin Elisabeth in Bayern (Sisi).

Das Gotteshaus hat zwei Orgeln. Die kleine "Bach - Orgel" und die große Hauptorgel (Foto) mit 47 Registern.

Das marmorne Pyramidengrab wurde einst für Marie Christine, einer Tochter von Kaiserin Maria Theresia geschaffen. Die sterblichen Überreste sind aber in der Kapuzinergruft bestattet. Am Kopf der Pyramide befindet sich ein Bildnis der Verstorbenen.

Die Kapuzienergruft

Am „Neuen Markt“ findet sich die römisch-katholische Kapuzinerkirche, die zum Kapuziner Kloster gehört. Die Gemeinschaft der Ordensbrüder ist noch heute aktiv, das Kloster ist nicht öffentlich zugänglich.

Unter der Kirche befindet sich die Kapuziner- oder auch Kaisergruft.

 

Die Kapuzinergruft, oder auch Kaisergruft, ist die Ruhestätte aller Angehörigen der Habsburger. Die Gruft befindet sich unter der Kapuzinerkirche und wird noch immer von den dortigen Ordensbrüdern gepflegt. Die Bestattungszeremonien mögen den Menschen heute recht markaber erscheinen, haben aber noch immer ihre Gültigkeit. Selbst Otto von Habsburg wurde im Jahr 2011 noch nach diesen alten Ritualen in der Kaisergruft aufgenommen. Die Verstorbenen wurden dort jedoch ohne Herzen bestattet. Nach altem Brauchtum wurden die Herzen vor der Balsamierung heraus geschnitten und extra bestattet. Viele liegen in der Privatkirche der Habsburger, der Augustinerkirche oder auch im Stephansdom.
Es finden sich auch viele Kindersärge in der Gruft. Die Frauen haben früher zwar viele Kinder geboren, aber die Kindersterblichkeit war auch sehr hoch. Viele Kinder überlebten das Kleinkindalter nicht.

Der mächtigste Sarg ist der Doppelsarg von Kaiserin Maria – Theresia (1717 - 1780) und ihrem Gemahl Franz-Stephan von Lothringen (1708 – 1765). Die in der gleichen Abteilung stehenden Särge gehören nahen Angehörigen der Kaiserin.

Die prunkvollste Aufbahrung hat jedoch Kaiser Franz-Josef I. Links neben ihm ruht Kaiserin Elisabeth (1837 – 1898) und rechts ruht Kronprinz Rudolf (1858 – 1989)

Die Bronzemaske des Kaisers

Insgesamt gibt es rund 150 Ruhestätten der Habsburger Familie. Die Särge sind je nach Adelsstand mehr oder weniger groß und prunkvoll.

In den jüngsten Särgen ruhen Kaiserin Zita (1892 – 1989), Gemahlin des letzten österreichischen Kaisers Karl I. und Otto von Habsburg (1912 – 2011). Vor dem Ausgang steht die Büste des letzten österreichischen Kaisers Karl I. 1918 wurde die Republik ausgerufen. Die noch lebende Familie der Habsburger genießt aber noch immer hohes Ansehen in Österreich, sie leben aber unauffällig und ohne Öffentlichkeit.

Die Spanische Hofreitschule zu Wien

Die Spanische Hofreitschule zu Wien ist heute eine hohe kulturelle Institution, die von der UNESCO zum "Im materiellen Welterbe" erklärt wurde. Einst diente sie der Reitausbildung der Mitglieder des Kaiserhofes. Heute ist sie die einzige und älteste Einrichtung, die die klassische Reitkunst der Hohen Schule in höchster Präzision pflegt. Unter strenger Einhaltung alter Traditionen werden die edlen Hengste gepflegt und ausgebildet. Wir hatten die Gelegenheit einmal bei der Morgenarbeit (Trainingsstunden) zuzusehen. Die Institution ist älter als die Gebäude der Reitschule, die ebenfalls zur Hofburg gehören.

Oben rechts: Der Reitsaal - Karten für Aufführungen sind sehr schwer zu bekommen. Wir hatten einmal das Glück eine Aufführung in Berlin zu sehen, als die Hofreitschule auf Tournee war. Die Shows laufen immer gleich ab, ebenso wie sich die Uniformen der Bereiter nie ändern. Genauso edel wie alles was sich um die schönen Lipizzaner Hengste dreht, sind auch die Stallungen.

Der Stephansdom

Der Stephansdom, von den Wienern liebevoll "Steffel" genannt, ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Der spätromanische Kirchenbau wurde erstmals im Jahr 1295 erwähnt. Seit Ende des 15. Jahrhundert ist er Bischofssitz der römisch-katholischen Kirche. Er ist eine der wichtigsten sakralen Bauten in Österreich. Der höchste Turm ist rund 136 m hoch. In der alten Monarchie durfte kein Gebäude höher gebaut werden, als diese Kirche.

Die Kirche ist 107 m lang. Innen wirkt das dreischiffige Gotteshaus sehr dunkel. Der frühbarocke Hochaltar ist ein Meisterwerk aus Marmor und Stein aus dem 17. Jahrhundert.

Der Wiener Neustädter Altar. Der gotische Flügelaltar aus dem Jahr 1447 stand einmal in der Zisterzienserkirche in Wien Neustadt. Erst seit 1883 schmückt er den Dom.

Die Domkanzel aus Kalksandstein. (um 1480)

Die Karlskirche

Die Karlskirche am gleichnamigen Platz wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter Kaiser Karl VI. errichtet. Die römisch-katholische Kirche ist im barocken Stil erbaut und steht unter Denkmalschutz. Optisch lehnt sie sich an die Hagia Sophia in Istanbul an. Gegen acht Euro Eintritt kann man sie besichtigen (Stand 2017)

Das imposante innere der Karlskirche mit dem in Licht getauchten Hochaltar. Auf einer Wolke schwebt der Heilige Karl Borromäus in den Himmel. Ihm ist diese Kirche auch geweiht.

Regelmäßig finden in dieser Kirche Konzerte statt. Das dort ansässige Wiener Orchester spielt vornehmlich Werke von Mozart und Vivaldi.


Bemerkenswert in der Kirche sind die kunstvollen
Deckenfresken, die die drei göttlichen Tugenden,
Glaube, Hoffnung und Liebe, zum Thema haben.

Die Barockorgel über dem Hauptportal stammt aus dem Jahr 1729. Sie wurde aber 1989 aufwendig renoviert.

Hier noch ein Foto von dem von dem marmornen Taufbecken. Es steht seitlich vor dem Hauptaltar.

Die Peterskirche

Die Peterskirche ist die älteste Pfarrkirche in Wien. Wenn auch dieser "Neubau" erst aus dem Jahr 1701 stammt, so geht sein Vorgängerbau bis in die Spätantike zurück. Der Neubau erfolgte auf Initiative Kaiser Leopolds I., der damit den verfallenen Vorgängerbau ersetzen ließ.

Dieses Steinrelief befindet sich an der Außenfassade.

Der ovale Innenraum ist sehr prunkvoll ausgestattet. Da bei unserem Besuch am 08. Mai 2017 gerade Gottesdienst war, konnten wir keinen weiteren Rundgang unternehmen.

Die Malteserkirche

Die Malteserkirche ist eine römisch-katholische Kirche des Malteserordens. Sie ist vermutlich in der Mitte des 15. Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut worden. Ihr Ursprung ist aber wesentlich älter. Sie ist Johannes dem Täufer geweiht und steht in der Kärntner Straße.

Kirche zum Heiligen Franz von Assis

 

Die Kirche zum Heiligen Franz von Assisi wurde 1913 geweiht und zu Ehren des 50jährigen Regierungsjubiläums von Kaiser Franz-Joseph I. erbaut. Das auch als Jubiläumskirche bezeichnete Gotteshaus steht direkt an der Donau.

Das waren nur einige von noch viel mehr Kirchen in Wien. Wenden wir uns nun aber wieder weltlichen Themen zu. Da wäre z. B. das schmucke... 

Rathaus

Das Wiener Rathaus besuchte ich am 10. Mai 2017 und schloss mich dort einer Führung an. Der große Rathausplatz ist immer wieder gut für diverse Veranstaltungen, von denen Wien einige zu bieten hat. An diesem Tag wurden gerade die Vorbereitungen für das Wien-Festival getroffen, das am darauffolgenden Freitag beginnen sollte.

Dieses Schmuckstück an der Wiener Ringstraße ist in den Jahren 1872 – 1883 im neogotischen Stil erbaut worden. Das „Neue Rathaus“ ersetzte das alte Rathaus, das für die wachsende Stadt zu klein wurde. Dort haben heute der Bürgermeister und der Landeshauptmann mit den dazugehörigen Abteilungen ihren Sitz. Der Hauptturm ist 98 Meter hoch. Die schmuckvollen, offiziellen Räume können mit einer Führung besichtigt werden. Genau das habe ich am 10. Mai 2017 getan.

In diesem Rathaus befindet sich neben vielen Gesellschaftsräumen, Büros und Archiven auch die „Wien Bibliothek“. Diese wissenschaftliche Einrichtung ist die Landesbibliothek Österreichs. Mehr als 500.000 Druckschriften, Handschriften und andere Publikationen werden dort gesammelt und aufbewahrt. Alle wichtigen Wiener Zeitschriften seit 1930 sind dort vorhanden.

Natürlich hat auch dieses Rathaus einen Plenarsaal. Dort heißt dieser Raum Gemeinderatssitzungssaal und dient so wohl dem Gemeinderat als auch dem Landtag für seine Sitzungen.

Bemerkenswert in diesem Raum ist die mit Blattgold verzierte Kassettendecke und der riesiger Leuchter der an Stahlseilen von der Decke herab hängt. Er ist 3200 kg schwer und hat einen Durchmesser von fünf Metern. Über 200 Glühbirnen bringen das Unikat zum Leuchten. Der Lüster wurde 1878 erstmals auf der Pariser Weltausstellung gezeigt.

Der Senatssitzungssaal. Auch dort fällt die edle Holzdecke ins Auge. An den Wänden mit Seidentapeten hängen die Bildnisse ehemaliger Wiener Bürgermeister. Dieser Raum wird neben Sitzungen auch für Ehrungen verdienter Persönlichkeiten genutzt. Das linke Foto zeigt den Vorraum zum Sitzungssaal. Auffällig sind die kunstvollen Holztüren.

Das Prunkstück des Hauses ist zweifelsfrei der große Festsaal. 1999 wurde der Raum original getreu restauriert. 71 Meter lang und 20 Meter breit ist der 18 Meter hohe Saal, an deren Stirnseiten sich Orchesterlogen befinden. An den Wänden, die von Galerien gesäumt werden, stehen die Statuen historischer Persönlichkeiten. Der Saal ist natürlich während der Restauration mit moderner Technik ausgestattet worden und wird für diverse Veranstaltungen genutzt. Staatsempfänge, Bälle, Konzerte u.v.m. Die Nebenräume dienen dann als Bar, bieten Platz für Buffets oder auch als Disco für die Jugend. Auch dort hängen venezianische Kristalllüster von den edlen Holzdecken.

 

 

Die Räumlichkeiten erreicht man über ein edel gestaltetes Treppenhaus. 

Der schön begrünte Arkadenhof liegt genau in der Mitte des Rathauses. Er ist der größte von insgesamt sieben Innenhöfen. Einst war er Autoabstellplatz, heute bietet diese grüne Oase mit ihrem Flair den Rahmen für festliche Veranstaltungen.

Das Parlament

An der Wiener Ringstraße, unweit des Rathauses, thront das imposante Gebäude des Österreichischen Parlaments. Ein echter Blickfang ist der Bau im neoklassizistischen Stil, dessen Errichtung noch unter Kaiser Franz Joseph I. für den damaligen Reichsrat begann. Anfangs nur als Provisorium gedacht, ist es seit 1883 eine feste Institution.

 

Vor dem Gebäude erhebt sich der Pallas-Athene Brunnen. Unter der griechischen Göttin der Weisheit bezeichnen die Allegogrien die gesetzgebende und die vollziehende Justiz. Die vier Ausleger symbolisieren die vier wichtigsten Flüsse Österreichs, Donau, Inn, Elbe und Moldau.

Die Büsten dieser drei Herren (links) stehen seitlich vom Parlamentsgebäude. Es handelt sich um die Gründer der Österreichischen Republik. Auf dem Gebäude weht die Bundesflagge.

Der Maria – Theresien - Platz

Gegenüber dem Heldenplatz an der Wiener Ringstraße befindet sich der Maria-Theresien-Platz. Er wird dominiert von dem größten Habsburg-Denkmal in Wien, auf dem Kaiserin Maria Theresia thront. 1888 wurde das mächtige Monument enthüllt.

Rechts und links des Platzes stehen die zwei historischen Museumsbauten, das ehemalige Kaiserforum. Sie wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter Kaiser Franz-Joseph gebaut und beherbergen heute das Natur- und das kunsthistorische Museum.

Das Opernhaus

Eines der bekanntesten Opernhäuser der Welt steht an der Wiener Ringstraße Nr. 1, die Wiener Staatsoper. Mit Mozarts „Don Giovanni“ wurde sie am 25. Mai 1869 in Gegenwart von Kaiser Franz – Joseph I. und Kaiserin Elisabeth eröffnet. Sie entwickelte sich aus der k. & k. Hofoper, die von den Habsburgern gegründet und gefördert wurde.

Am 09. Mai 2017 nahm ich an einer Führung durch das Opernhaus teil und konnte die Innenräume sehen. Der Guide erzählte viel über die Geschichte des Hauses. So auch, dass das Haus im Zweiten Weltkrieg zu einem Drittel schwer beschädigt wurde. Die Wiederherstellung dauerte an und kostete viel Geld, das zum großen Teil aus privaten Spenden kam. Das Opernensemble musste in ein anderes Theater ausweichen. Erst nach und nach konnte das Haus wieder benutzt werden.

Die Frontseite des Hauses gehört zu den historischen Teilen, die von 1869 erhalten geblieben sind. Unter den Renaissancebögen befindet sich der Haupteingang. Rechts und links der Oper stehen zwei Brunnen die mit ihren Statuen Gefühle wie Freude und Leichtsinn aber auch Trauer und Rache ausdrücken. Die Reiterstatuen auf dem Dach stellen zwei geflügelte Pferde dar, die die Muse der Poesie symbolisieren.

Über einen Seiteneingang gelangten wir in das Foyer des Opernhauses und betraten über die Feststiege in die oberen Räume. Alles wirkt sehr edel und gediegen. Bei der Ausstattung wurden viele verschiedene Sorten Marmor verwendet.

Von dem schmuckvollen Treppenhaus gehen 120 verschiedene Räume ab. Einer davon ist der historische Teesalon (Kaisersalon) auf dem unteren Foto. Dieser Raum diente dem Kaiser und seinen Begleitern zum Aufenthalt während der Pausen. Man sagt, der Kaiser war kein Opernfreund und zog sich nach der offiziellen Amtshandlung gerne dorthin zurück. Der Teesalon ist für die Allgemeinheit nicht offen, kann aber angemietet werden, zu 500 Euro für eine Pausenlänge oder z. B. eine halbe Stunde vor der Veranstaltung. Decke und Wände sind mit 22karätigem Blattgold geschmückt.

Auf der Hauptbühne wurde während unseres Besuches fleißig gewerkelt. Etwa 200 Bühnenmitarbeiter arbeiten im Drei-Schichten-Dienst, damit die abendlichen Vorstellungen reibungslos laufen. Das fast täglich wechselnde Programm bedarf einer genauen Logistik. Der Bühnenbereich gehört zu den neueren Teilen und ist heute selbstverständlich mit modernster Technik ausgestattet. Es gibt wohl nicht viele international namhafte Künstler aus der Opernszene, die nicht auf dieser Bühne gestanden haben, oder am Dirigentenpult das Orchester leiteten. Traditionell wird dort in jedem Jahr an Silvester die „Fledermaus“ von Johann Strauss aufgeführt. 1709 Sitzplätze hat der ovale Zuschauerraum. Darüber hinaus gibt es noch 567 Stehplätze und einige Rollstuhlplätze. Die große Mittelloge im ersten Rang war einmal die Kaiserloge. Zu dem alljährlichen Wiener Opernball wird der Innenraum völlig umgebaut und verwandelt sich in einen traumhaften Ballsaal. Dieses traditionelle Ereignis ist der Höhepunkt der Ballsaison und Treffpunkt der internationalen Gesellschaft.

Solch ein großes Haus hat natürlich auch viele Nebenräume. Neben vielen Räumen die der Verwaltung dienen gibt es diverse Pausenräume, in denen sich das geneigte Publikum zu Smalltalk trifft und Getränke und Pausensnacks bekommt. Hier z. B. der Marmorsaal. Marmorsaal heißt dieser Raum, weil der Fußboden aus Marmor ist und auch das Gemälde an der Wand. Es zeigt Szenen aus dem Opernalltag.

Dieser Pausenraum wird vor dem Opernball als Probenraum genutzt. Er hat die gleiche Länge wie der Ballsaal und ist so bestens geeignet mit den Debüttanten die Choreographie zu üben.

Dieser Pausenraum ist etwas ganz Besonderes. Er erinnert und ehrt große Künstler der Vergangenheit. So stehen unter der Decke die Büsten aller großen Opernkomponisten. Aber auch Männer wie Richard Strauss, der von 1919 – 1924 Direktor der Oper war oder Herbert von Karajan der von 1956 – 1964 als künstlerischer Direktor an dem Haus tätig war, haben dort ein ehrendes Andenken.

Der Zentralfriedhof

Warum besucht man in einer Stadt einen Friedhof? Der Zentralfriedhof in Wien ist etwas Besonderes. Nicht nur, dass dort viele berühmte Menschen ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, er beherbergt auch die Ehrengruft der österreichischen Präsidenten. Diese gärtnerisch wunderschön gestaltete Anlage ist 2,5 km² groß. Reiche Menschen haben sich dort mächtige Grabmonumente bauen lassen. Wir haben wohl nie größere gesehen.

Die Hauptzufahrt

                                  Die Friedhofskirche.                                             Die Dr. Karl Lueger Gedächtniskirche.                Karl Lueger (1844 - 1910) war
Wiener Bürgermeister

Die Ehrengruft der österreichischen Präsidenten.

Die Namen vieler bekannter Wiener haben etwas mit Musik zu tun. Es sind Ehrengräber, die von der Stadt gepflegt werden. Aber auch viele große Mimen haben dort ihre letzte Ruhestätte gefunden. Hier nur eine Auswahl:

Ludwig van Beethoven (1770 – 1827)

Johannes Brahm (1833 – 1897)

Franz Schubert (1797 – 1828)

Franz von Suppé (1819 – 1895)

Links: Johann Strauss Sohn (1825 – 1899)

Gleich in der Nähe ruht Johann Strauss Vater
(1804 – 1849) (oben)

Robert Stolz (1880 – 1975) und seine Frau „Einzi“
Die Inschrift auf dem Stein:
„Wenn meine Melodien in den Herzen der Menschen einen Platz gefunden haben, dann weiß ich,
dass ich meine Aufgabe erfüllt und nicht umsonst
gelebt habe.“

Willy v. Boskowsky (1909 – 1991)
dirigierte viele Jahre die Wiener Philharmoniker. Sein Name ist eng mit dem jährlichen Neujahrskonzert des Orchesters verbunden.

Hans Moser (1880 – 1964)

Curd Jürgens (1915 – 1982)

Paul Hörbiger (1894 – 1981)

Wir besuchten den Friedhof im August 2004 während unserer Donaufahrt.

Der Prater

Wer an Wien denkt, dem fällt dazu wahrscheinlich zuerst der Prater mit seinem berühmten Riesenrad ein. Der Prater, der wohl bekannteste Platz in Wien, ist eigentlich eine 6 km² große Parkanlage an der Donau. Der Vergnügungspark nimmt nur den kleinsten Teil des gesamten Areals ein.

Am Eingang steht ein Gedenkstein für den großen Komponisten Robert Stolz. Aus seiner Feder stammt das Lied: "Im Prater blüh'n wieder die Bäume, es ist wieder Frühling in Wien..."

Wir hatten bei unseren Besuchen im Prater zwar keinen Sommer, aber das tat der Freude keinen Abbruch. Die Aussicht vom Riesenrad oben aus einer der Gondeln war traumhaft.

Eine Fahrt mit dem Riesenrad ist recht teuer, aber ein "Muß" wenn man in Wien ist. Darüber hinaus gibt es natürlich viele modern Fahrgeschäfte.

Spaß, gute Laune und schönes Wetter im Prater

 

Es war ein schöner Tag im Prater in Wien (2011). Da es auch nicht so voll war, konnten wir alles in Ruhe ansehen.

Den Frühling im Prater mit seinen blühenden Bäumen durfte ich dann im Mai 2017 bei dem schönsten Wetter erleben. Einfach nur traumhaft!

Wiener Caféhaus - Traditionen

Das Wiener Caféhaus ist eine Institution, die es sogar bis in das immaterielle Kulturerbe der UNESCO geschafft hat. Die Legende spricht von Ereignissen im 17. Jahrhundert, die zur Gründung dieser echten Wiener Eigenart geführt haben. Der Gast geht in ein Café, bestellt sich einen Kaffee und greift sich eine der Zeitungen, die dort an einem Ständer hängen, und studiert diese ausführlich. Stunden kann er damit verbringen. Andere sitzen zusammen und diskutierten, Künstler bringen ihre Gedanken zu Papier und sogar Komponisten sollen in früheren Zeiten auf Tischdecken ihre Kompositionen festgeschrieben haben. Es gibt weit über 1 000 Caféhäuser in Wien, vom noblen Sacher bis hin zum kleinen Straßencafé. Fast alle haben aber eines gemeinsam, das Interieur ist verplüscht, der Herr Ober serviert im schwarzen Anzug und Worte wie „Habe die Ehre“ oder „Küss die Hand gnä´Frau“ hört man auch noch heute. Die Kuchen- und Tortenauswahl ist reichhaltig und lecker. Zuerst natürlich die Sachertorte, die im gleichnamigen Hotel schon mal eben 12 Euro kostet.

Caféhäuser findet man in Wien an jeder Straßenecke. Ob das Café am Museum, oder der Espresso im historischen Café am Michaelerplatz. Einen leckeren Wiener Apfelstrudel ließ ich mir in einem Gartenlokal am Karlsplatz servieren und zum Abschluss gab es noch einen Cappuccino in den Tirolerstuben  am Neuen Markt.

Das Hotel Sacher:

 

Der Name beruht auf seinem Gründer, Eduard Sacher, der das Haus 1876 eröffnete. Eduard Sacher ist auch der Erfinder der Sachertorte. Das noch heute privat geführte Hotel besitzt auch das Monopol auf diese süße Leckerei. Das „Sacher“ befindet sich direkt hinter dem Opernhaus und blickt auf eine traditionsreiche und bewegte Geschichte zurück. Das Hotel war und ist noch immer Treffpunkt einer illustren Gesellschaft.

Der Naschmarkt

Der Naschmarkt in Wien ist der größte innerstädtische Markt der Stadt. Auf 2 215 Hektar stehen unzählige Buden mit jeder Art von Lebensmittel und diversen anderen Waren. Einen großen Teil nimmt auch die Gastronomie ein. Bei meinem Besuch war es noch sehr früh und somit recht leer. Der Markt gilt als eine der Sehenswürdigkeiten Wiens.

Das - und noch so viel mehr, gibt es auch noch...

 

 

 

In der bekannten Wiener Straße "Am Graben" steht die Pestsäule. Sie erinnert an die verheerende Pestepidemie im Jahr 1679. Die einstige Holzsäule wurde von Kaiser Leopold I. als Gnadensäule zur Beendigung der Seuche errichtet. Die heutige Marmorsäule wurde 1693 geweiht.

Auch in der Wiener Innenstadt zu finden: eine Uhr
mit Glockenspiel.

Die Wiener Secession ist eine Vereinigung bildender Künstler, die in diesem Ausstellungshaus ihren Sitz hat. (Secessionsstil = Wiener Variante für Jugendstil). Die Vereinigung wurde 1897 gegründet.

Diese Bronzeplastik die Marcus Antonius (Römischer Politiker und Feldherr um 700 v. Chr.) auf dem Triumphwagen zeigt, wurde von Strasser zur Weltausstellung in Paris 1900 geschaffen. Sie steht neben dem Secessionsgebäude.

Spaziergang durch die Kärntner Straße mit klassischer Straßenmusik.

Diese römisch-katholische Kirche steht in der Nähe des Schwedenplatzes. Die älteste Kirche Wiens ist dem Hlg. Rupert geweiht. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1200. Einer Legende nach soll sie aber bereits 700 gegründet worden sein.

Am Schwedenplatz finden sich auch die Schiffsanleger von denen aus man Rundfahrten unternehmen kann. Die Schiffe liegen hier auf dem Donaukanal. Dieser beginnt und endet in der Donau.

Ich unternahm am 11. Mai 2017 eine Abendfahrt auf der Donau mit Wiener Schrammeln und einem leckeren Buffet. Heurigen gab es leider nicht.

Image: C. Kolpatzik

Image: C. Kolpatzik

Image: C. Kolpatzik

Die beiden Musiker spielten die ganzen schönen Wiener Lieder, die ich so liebe.

Image: C. Kolpatzik

Der Millienumsturm bei Nacht

Der Kahlenberg & Grinzing

Auf nach Grinzing zum Heurigen. Grinzing ist ein Stadtteil von Wien, an einer Seite begrenzt vom Wiener Wald, an einer anderen Seite liegen Weinanbaugebiete. In den vielen Heurigenlokalen wird der junge Wein angeboten.

Das österreichische Parlament in Abendbeleuchtung

Wien bei Nacht - Panoramablick vom Kahlenberg

Auf dem Berg steht eine Kirche, die
an die Türkenbelagerung im Jahr
1683 erinnert.

Ein Besuch in Grinzing in einem der Heurigenlokale bei einem Wein und einer Brotzeit, dazu die typische Schrammlmusik, gehört zu Wien wie das Riesenrad und der Walzer. Wir haben bei jedem unserer Wienbesuche einen Abend dort verbracht und verlebten gemütliche Stunden. Nach dem dritten Glas schmeckt sogar der junge Wein.

Januar 1993 mit den Eltern

Im Jahr 2004 während unserer Donaufahrt

In fröhlicher Runde im Jahr 2011 während unserer Donaufahrt

Hotels

In den Jahren 2004 und 2011 waren wir im Zusammenhang von Flusskreuzfahrten in Wien. Wir hatten also unser Hotel bei uns. Im Jahr 1993 waren wir mit den Eltern zu Silvester in Wien und logierten in schönen Hotel  Kaiser Franz Joseph. 

Im Hotel "Erzherzog Rainer" wohnte ich vom 08. – 12. Mai 2017. Das 4*-Haus ist sehr empfehlen. Es liegt am Mozartplatz und ist durch seine zentrale Lage sehr geeignet für einen Städtebesuch

Wien - immer wieder gerne!