
Roquetas de Mar –
Urlaub an der Costa de Almeria
Die Costa de Almeria ist ein Küstenabschnitt im Süden der iberischen Halbinsel, gelegen in der autonomen Gemeinschaft Andalusien. Die gleichnamige Provinz in Spanien liegt am Golf von Almeria, die Provinzstadt ist Almeria. Die Gegend ist abwechslungsreich, weite Strände, Wüste und fruchtbare Oasen wechseln sich ab. Die Küste ist touristisch erschlossen, es gibt viele Hotels und touristische Einrichtungen. In einem dieser Hotels verbrachten wir unseren Urlaub in dem Ort Roquetas de Mar, 14 Tage im September 1992.
Die Stadt Roquetas de Mar ist ein beliebtes Ferienziel vornehmlich bei Spaniern, Deutschen und Engländern. Neben dem Obst und Gemüseanbau ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Diese beiden Faktoren haben dafür gesorgt, dass Roquetas in den letzten Jahrzehnten einen starken Bevölkerungszuwachs erlebte. Das einstige 2 000–Seelen–Dorf hat heute knapp 90 000 Einwohner.
Anreise & Hotel
Ein Flugzeug brachte uns im September 1992 von Berlin nach Almeria. Von dort war es nicht weit bis zu unserem Hotel „Zoraida Garden“ in der Touristensiedlung Roqueta. Das Hotel mit seinen 350 Zimmern machte einen freundlichen Eindruck und lag direkt am Strand.
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Die helle, freundliche Hotelhalle war architektonisch sehr interessant. Dort gab es auch mehrere Sitzgelegenheiten, wo wir nach dem Essen noch unsere Zigarette rauchen konnten.
Auch der große Speisesaal war hell und freundlich. Das Essen war gut und reichhaltig. Wir erlebten dort erstmals einen „Nichtraucher-Speisesaal“.
In der Hotelbar konnten wir unseren Durst löschen. Es war dort zwar nicht wirklich gemütlich, aber am späten Nachmittag war dort immer „Happy Hour“, es gab „zwei für eins“!
Alles in Allem gab es an dem Hotel nichts zu meckern.
Wir genossen die Tage an dem weitläufigen Strand oder am Pool. Abends wurde dann vom Hotel aus Unterhaltung geboten. So wie zum Beispiel hier auf dem Foto ein spanischer Abend mit Flamenco-Show.
Die Sierra
Wenn wir nun auch vornehmlich Badeurlaub gemacht haben und das relaxen auch sehr schön war, wollten wir doch ein wenig vom Land sehen. So buchten wir einen organisierten Ausflug in das Hinterland. Es ging in die Sierra-Nevada, das heißt übersetzt „schneebedecktes Gebirge“. Die Sierra ist mit 3 482 Metern das höchste Gebirge der iberischen Halbinsel. Der rund 100 km lange Gebirgszug erstreckt sich in den Provinzen Almeria und Granada. Die Steilhänge reichen teilweise bis in das Mittelmeer. Das Kerngebiet ist seit 1999 als Naturpark geschützt.
Im Vorgebirge der Sierra liegt die Film-Westernstadt „Mini-Hollywood“. Dort wurden bekannte Filme wie „Spiel mir das Lied vom Tod“, und „Für eine Handvoll Dollar“ gedreht.
Wir verbrachten dort ein paar spannende Stunden. Wir liefen durch die staubigen Straßen und stellten uns vor, wie das damals alles gewesen sein muss. Wahrscheinlich weit entfernt von dem, was wir so im Film zu sehen bekommen. Aber unsere Fantasie wurde angeregt, als ein paar Männer eine zünftige Stuntshow ablieferten.
...dann kommt der Sherriff - Tom Dooley muss hängen...
Das war eine staubige, aber unterhaltsame Show. Im Saloon konnten wir noch den Staub mit einem Drink runterspülen und dann fuhren wir weiter.
Granada
Unser nächstes Ziel war Granada, die Hauptstadt der gleichnamigen, spanischen Provinz. Die knapp 240 000 Einwohner zählende Stadt lebt überwiegend von der Landwirtschaft und vom Tourismus. Die Universität Granadas ist mit 60 000 Studenten eine der größten in Spanien. Somit bevölkern auch viele junge Menschen die Straßen der Stadt.
Die Geschichte der Stadt ist alt, erste Besiedelungen sind um das Jahr 500 v. Chr. nachgewiesen. Erwähnenswert ist die Zeit der Königin Isabella I. von Kastilien und König Ferdinand II. von Aragón, die Spanien im 15. Jahrhundert von den muslimischen Herrschern zurückeroberten und wieder dem Christentum zuführten.
Von einem Aussichtspunkt hatten wir einen schönen Blick über die Stadt, die am Fuße der Sierra Nevada liegt. Unsere Freizeit in dieser Stadt verbrachten wir im Restaurant eines klimatisierten Kaufhauses. Es waren über 40 Grad und wir wollten nur raus aus der Sonne.
Foto: Postkartenkopie
Foto: Postkartenkopie
Wir besuchten die Kathedrale in Granada. In dem imposanten Gotteshaus befinden sich die prunkvollen Grabstätten der katholischen Könige Isabella I. und Ferdinand II.
Vor der Kathedrale steht das „Kolumbus-Denkmal“. Das Denkmal zeigt Christoph Kolumbus bei seiner Audienz bei Königin Isabella I. von Kastilien, die ihn bei seiner vierten Reise unterstützte.
Die Alhambra
Die wichtigste und schönste Sehenswürdigkeit in dieser Gegend ist wohl die „ALHAMBRA“, die wir auch während unseres Ausflugs besuchten. Diese, im maurischen Stil erbaute Stadtburg, stammt aus dem 9 – 12. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammen jedenfalls die ersten urkundlichen Aufzeichnungen. Diese Burganlage ist etwa
13 ha groß und gehört zum Weltkulturerbe.
Diese, damals befestigte, Oberstadt beherbergte den Adel, das Militär, die gehobene Bürgerschaft und wichtige Kaufleute. Für die Machthaber gab es noch einen extra gesicherten Bereich. Die Anlage besteht aus verschiedenen Gebäudeteilen mit den dazugehörigen Höfen.
Bis 1492 war die Alhambra Sitz der muslimischen Herrscher, Sultanspalast. Wasser war damals ein wichtiges Element, das die Bauherren in diesem ganzen Komplex einbezogen
Foto: Postkartenkopie
In „Myrthenhof“ empfing der Herrscher wichtige Gäste. Zentrum ist ein längliches Wasserbecken.
Tage könnte man dort verbringen, um sich alles genau anzusehen. Sehr stark ist der islamische Einfluss aus der Zeit der arabischen Herrschaft zu sehen. In dieser Zeit sind auch wesentliche Bauteile entstanden.
Foto: Postkartenkopie
Der Löwenhof mit dem Löwenbrunnen. Er ist im 15. Jahrhundert unter König Muhammed erbaut worden und war Mittelpunkt der königlichen Winterwohnung.
Foto: Postkartenkopie
Der prunkvollste Raum in der Anlage ist der „Saal der zwei Schwestern“. Dieser Raum mit seiner prächtigen Kuppeldecke aus Gold und Lapislazuli (tiefblauer Edelstein) war das Mittelstück der Räumlichkeiten in denen der Sultan mit seiner Familie lebte. Der Name kommt von zwei gleichen Marmorplatten im Fußboden.
14 Tage Urlaub gingen wie immer viel zu schnell vorbei. Die Koffer waren gepackt, bei einer letzten Tasse Kaffee warteten wir in der Hotelhalle auf unseren Transferbus, der uns zum Flughafen nach Almeria bringen sollte. Wir flogen nach Hause mit vielen schönen Erinnerungen an Sonne, Meer und das Land Spanien, von dem wir nun wieder einen Teil mehr gesehen und erlebt hatten.
Tschüss und hasta la vista Spanien, wir kommen bestimmt irgendwann einmal wieder.