Sehens- und Wissenswertes in Berlin
Eigentlich ist ja ganz Berlin eine einzige Sehenswürdigkeit. Es gibt so viel zu sehen und zu entdecken, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Ich, als Berlinerin, die ich 70 Jahre in dieser Stadt gelebt habe, kenne natürlich vieles, wenn auch lange nicht alles. Legen wir also mal los.
Die Siegessäule
Im Stadtteil Tiergarten, im Bezirk Mitte, steht am Großen Stern die Siegessäule auf deren Spitze die Siegesgöttin Viktoria, von den Berlinern liebevoll „Goldelse“ genannt, thront. Von 1864 – 1873 wurde sie als Nationaldenkmal gebaut. Preußen hatte die Kriege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich innerhalb weniger Jahre gewonnen und so musste ein Siegesdenkmal her.
Ursprünglich stand die Siegessäule am Königsplatz (heute: Platz der Republik), etwa 1,6 Kilometer vom heutigen Standort entfernt und hatte nur drei Segmente. Das vierte kam erst bei der Umsetzung zum Großen Stern dazu. Die Säule hat eine Gesamthöhe von 66,89 Metern. Außen sind im Krieg erbeutete Kanonenrohre angebracht und im Inneren kann man über eine Wendeltreppe (285 Stufen) zur Aussichtsplattform hochklettern. Goldelse hat überings Schuhgröße 92.
Der Funkturm
146,7 Meter ist er hoch, der „Lange Lulatsch“, wie der Funkturm im Berliner Volksmund genannte wird. Im Ortsteil Westend (Bezirk Charlottenburg – Wilmersdorf) steht er auf dem Messegelände. In 50 Metern Höhe befindet sich ein Restaurant und ganz oben gibt es eine Aussichtsplattform. Ein Fahrstuhl bringt die Besucher nach oben.
1924, anlässlich der 1. Funkausstellung in Berlin wurde mit dem Bau begonnen, der zwei Jahre später abgeschlossen werden konnte. In der Geschichte des Deutschen Rundfunks nimmt er eine herausragende Stellung ein. Auch die ersten Fernseh-Testsendungen sind darüber gelaufen. Der Turm steht unter Denkmalsschutz und gilt als eines der wichtigsten Symbole der Stadt. Die Küche in dem Restaurant ist sehr empfehlenswert.
Der Fernsehturm
Der Berliner Fernsehturm steht auf dem Alexanderplatz im Bezirk Mitte. Mit seinen 368 Metern ist er das höchste freistehende Bauwerk Deutschlands und ein beliebter Touristenmagnet, hat man doch von oben einen wunderbaren Blick über die Stadt. 1969 wurde er fertiggestellt, Bauherr war die Deutsche Post der DDR.
Neben seiner eigentlichen Bestimmung als Übertragungsort mehrerer Rundfunk- und Fernsehsender bietet der Fernsehturm in seiner Kuppel ein Drehrestaurant, das man mit einem Fahrstuhl erreicht.
Das rechte Foto zeigt den beleuchteten Fernsehturm während der Veranstaltung „Berlin leuchtet“ im Jahr 2014.
Das Brandenburger Tor
Das Brandenburger Tor, das Wahrzeichen Berlins und nationales Symbol steht im Bezirk Mitte am Pariser Platz in unmittelbarer Nähe der amerikanischen und französischen Botschaft, des Regierungsviertels und des Hotels Adlon. Viele wichtige Ereignisse, nicht nur der Berliner Geschichte, sind mit diesem Triumphtor verbunden. Auf dem Tor thront die Quadriga. Das Foto zeigt das Tor anlässlich der Veranstaltung „Berlin leuchtet“.
1788 – 1791 ließ König Friedrich Wilhelm II. das Tor von Carl Gotthard Langhans bauen. Das Tor ist 26 Meter hoch und 65,5 Meter breit. Ursprünglich war dort die Zollgrenze von Berlin nach Brandenburg. Die Geschichte um dieses ehemalige Stadttor ist so reichhaltig, dass das hier zu weit führen würde. Wer sich dafür interessiert, findet reichhaltiges Material auf diversen Internetseiten. Nur eines noch, während der Teilung Deutschlands verlief am Tor die Berliner Mauer. Im Angesicht dieses kalten Krieges und vor diesem Hintergrund sprach der 40. amerikanische Präsident Ronald Reagen (1911 - 2004) am 12. Juni 1987 die Worte: „Mr. Gorbachev, open this gate, Mr. Gorbachev, tear down this wall!” Am 08. November 1989 fiel die Mauer!
Das Charlottenburger Tor
Im neobarocken Stil wurde dieses Tor in den Jahren 1907 – 1908 errichtet. Die „Stadt Charlottenburg“ wollte auch solch ein Schmuckstück haben, das dem Brandenburger Tor gleich zu setzen war. Es ist also ein rein repräsentatives Bauwerk. Zu finden ist es auf der Straße des 17. Juni. Es trennt heute die Ortsteile Charlottenburg und Tiergarten. Die dazu gehörende Charlottenburger Brücke überspannt den Landwehrkanal.
Nach Beschädigungen in Zweiten Weltkrieg wurde das Tor anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlin 1987 restauriert. Eine weitere Restaurierung erfolgte 2004 durch die Stiftung Denkmalsschutz.
Die Neue Wache
Im Bezirk Mitte, in der Straße „Unter den Linden“ befindet sich die Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland für die Opfer
von Krieg und Terror. In dem nüchternen Innenraum steht in der Mitte eine Skulptur von Käthe Kollwitz, die eine Mutter mit Kind zeigt. Der Preußische König Friedrich Wilhelm II. ließ das Gebäude 1816 als Wachhaus für den König und als Gedenkstätte bauen. Der erste offizielle Akt erfolgte dort am 18. September 1818 anlässlich des Besuches von Zar Alexander aus Russland.
Dieses Gebäude war immer Gedenkstätte, selbst zu Zeiten der DDR. Heute findet dort jeweils am Volkstrauertag im November eines jeden Jahres ein großer Festakt statt.
Der Hauptbahnhof
Der Hauptbahnhof in Berlin ist nicht nur der wichtigste Bahnknotenpunkt der Stadt, er ist auch der größte Turmbahnhof Europas. Auf 14 Gleisen, die über zwei Ebenen verteilt sind, fahren die Züge von Nord nach Süd, von West nach Ost und natürlich auch und umgekehrter Richtung. Er liegt im Ortsteil Moabit im Bezirk Mitte am Spreebogen. Im Bahnhof gibt es ein reichhaltiges Shopping- und Gastronomieangebote.
Zur Zeit der Deutschen Teilung gab es in Berlin zwei Hauptbahnhöfe. Für den Westteil der Stadt war das der der Bahnhof Zoologischer Garten und für den Ostteil war das der heutige Ostbahnhof. Nach der Wende wurde ein neues Verkehrskonzept erstellt und der ehemalige Lehrter Bahnhof wurde zum Hauptbahnhof. 2006 wurde dieses moderne Gebäude in Betrieb genommen. Seit 2009 gibt es auch einen U-Bahnanschluss, die Linie 55, auch als „Kanzler-Bahn“ bezeichnet, da sie das Regierungsviertel mit dem Bahnhof verbindet.
Dieses Foto entstand im August 2009. In der Zwischenzeit hat sich um den Bahnhof herum eine lebhafte Infrastruktur entwickelt.
Zoo & Tierpark Berlin
Neben vielen kleineren Tiergehegen, die sich in den Wäldern und Parks der Stadt befinden, verfügt Berlin über zwei große Tierparks. Den Zoologischen Garten im Bezirk Mitte im Ortsteil Tiergarten und dem Tierpark im Bezirk Lichtenberg im Ortsteil Friedrichfelde. Während der Zoologische Garten im Westteil der Stadt liegt, gehörte der Tierpark vor der Wende zum Bereich der DDR.
Der Zoologische Garten ist der älteste Zoo Deutschlands und der artenreichste weltweit. Am 31. Januar1841 wurde der Zoologische Garten unter dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. gegründet und am 01. August 1844 eröffnet. Von da an wuchs der Zoo ständig. Das Elefanten- und Antilopenhaus wurde gebaut und es wurden gastronomische Betriebe eingerichtet. 1913 wurde das Aquarium eröffnet. Der Tierbestand wuchs rasant, maßgeblich beteiligt waren namhafte Zoologen und Veterinärmediziner.
Im zweiten Weltkrieg wurde der Zoologische Garten stark zerstört, nur wenige Tiere überlebten. Unter der damaligen Zoo-Direktorin Katharina Heinroth wurde der Zoo zwischen 1945 und 1956 wieder aufgebaut. 1956 übernahm Direktor Heinz-Georg Klös die Leitung des Zoos und baute weiter um und aus. Er war es auch, der mit der Züchtung gefährdeter Tierarten begann. Seit der Wiedervereinigung arbeitet der Zoo mit dem Tiergarten Friedrichsfelde zusammen.
Der Zoo war aber auch immer gut für große Veranstaltungen. Legendär sind die Pfingstfrühkonzerte mit dem Polizeiorchester Berlin. Wahre Völkerwanderungen begaben sich dann in Richtung Eingang. Leider ist das Interesse an diesen Veranstaltungen ein wenig verloren gegangen. Die Liebe zum Zoo ist aber geblieben, auch für viele Touristen ist er ein Magnet. Im Sommer bilden sich an den Kassen weiterhin lange Schlangen.