Das Königreich Bahrain ist ein Inselstaat am Persischen Golf mit einer Gesamtfläche von 722 km², nicht einmal so groß wie Hamburg. Etwa 1,2 Millionen Menschen leben dort, Staatsreligion ist der Islam. Zur Staatsfläche gehören 33 Inseln, von denen die Hauptinsel allein rund 620 km“ einnimmt. Diese ist mit einer 25 km langen Brücke mit dem Festland Saudi Arabien verbunden. Die Hauptstadt ist Manama. Der Bahrain ist eine konstitutionelle Monarchie, Staatsoberhaupt ist König Hamadbin Isa Al Chalifa (Foto).
Die Geschichte dieses Landes geht bis in das Jahr 3 000 v. Chr. zurück. Aus dieser Zeit ist aus überlieferten Schriften eine blühende Aera bekannt. Auf Grund dieser langen Zeit ist dieses Land auch durch viele verschiedene Kulturen geprägt, es überwiegen aber persische und arabische Einflüsse. Der Beginn der Ölförderung brachte auch diesem Land einen immensen Wohlstand. Seit 1971 ist das Land unabhängig. Der Bahrain hat zwar die internationale Vereinbarung für Menschenrechte unterschrieben und anerkannt, nimmt es aber im eingnen Land damit nicht so genau, so Amnasty Inernational. Die Rechte von Frauen und Kindern liegen noch sehr im Argen. Es gibt in der Zwischenzeit ein recht gutes Sozialsysthem, auch allgemeinbildende Schulen (getrennt nach Geschlechtern) gibt es, aber keine Schulpflicht.
Manama
Manama, die Hauptstadt des Königreichs Bahrain hat etwa 150 000 Einwohner. Sie ist die größte Stadt des Inselstaates und liegt direkt am Meer. Der Hafen hat große wirtschaftliche Bedeutung. Im militärischen Teil ist auch eine Flotte der US-Army stationiert. In Manama gibt es über 400 ansässige Bankinstitute und somit
beherrschen Bürogebäude die Stadt. Seit 1986 gibt es dort auch eine Universität.
Mittelpunkt der Stadt ist das Word Trade-Center. Das Gebäude mit seinen 50 Stockwerken besteht aus zwei Türmen, die jeweils 240 m hoch sind. An den Verbindungsstreben befinden sich Windkrafträder. Das Word-Trade Center in Manama ist das weltweit erste Hochhaus mit einer eigenen Windkraftanlage mit der etwa 15% des Energiebedarfs gedeckt werden. In dem Gebäude befinden sich überwiegend Büros.
Die Moschee
Wie in fast jeder islamisch geprägten Stadt ist das wichtigste Gebäude natürlich die Moschee. Die Al-Fateh Moschee hat für 7 000 Gläubige Platz und ist somit etwas kleiner, als das was wir bis jetzt im arabischen Raum gesehen haben. Sie wurde 1987 gebaut. Die beiden Minarette sind je 70 m hoch.
In dieser Moschee nahm man es nun mit den Kleidungsvorschriften ganz genau. Das man diese Häuser ohne Schuhe betritt ist selbstverständlich, dass Frauen ein Kopftuch tragen müssen ist auch nicht ungewöhnlich, aber dort mussten wir uns in eine Abaya hüllen, die wir am Eingang geliehen bekamen. Eine Abaya ist ein traditionelles islamisches Kleidungsstück, das Körperformen gänzlich verschwinden lässt. Gewöhnen würde ich (Foto) mich daran nie!
In dem großen Gebetsraum haben 2 000 Menschen Platz. Weitere 5 000 Plätze verteilen sich auf andere Räume und Außenbereiche. In der Kuppel hängt ein schöner Kristallleuchter.
Wir haben festgestellt, dass in diesem Land die Religion noch ernster genommen wird, als in anderen islamischen Ländern, die wir bisher kennengelernt haben. Der Guide, der uns durch die Moschee führe, war ein Deutscher, der zum Islam konvertiert war. Er lobte diese Religion in höchsten Tönen und versuchte unser Verständnis für die Regeln zu wecken. Vieles was er erzählte, hörte sich für uns Mitteleuropäer sehr fremd an, das gilt besonders für den Umgang mit Frauen.
Als wir diese Moschee verließen, bekamen wir am Ausgang noch Informationsmaterial über Sitten und Gebräuche des Islams und dem Koran, der ja in diesem Land noch Gesetzbuch ist. Wenn es auch in der Zwischenzeit eine Vereinbarung über Frauenrechte (Schule, Berufstätigkeit, Selbständigkeit) gibt, so ist deren Umsetzung noch nicht wirklich vollzogen.
Das Nationalmuseum
1988 wurde es gebaut, das Nationalmuseum des Bahrain. Auf 27 800 m² kann man die Geschichte des Landes erleben. Fast kein Tourist kommt an dieser Ausstellung vorbei, die zugegebener Maßen sehr interessant war.
Es beginnt im ersten Teil der Ausstellung mit der geographischen Lage des Inselstaates bis hin zur Bestattung der Toten. Sehr gut sieht man die Veränderungen im Laufe von Jahrtausenden.
Einfach und bescheiden, oft auch recht beschwerlich, gestaltete sich das Leben der Menschen. Das ist z. T. in den ländlichen Gegenden auch noch heute so.
Die Darstellung einer Koranschule, die bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts die einzigen Bildungsstätten in diesem Land waren. Heute gibt es allgemeinbildende Schulen, der Besuch ist kostenfrei aber nicht Pflicht. Die meisten Menschen nutzen das Bildungsangebot.
Auch das häusliche Leben war und ist von Traditionen und Glauben bestimmt. Von der Geburt bis zum Tod gibt es Spielregeln, die auch noch heute ihre Gültigkeit haben. Ganz oben stehen da die Ehre der Familie und die Ehrfurcht vor dem Familienoberhaupt. Die extremen moralischen Vorstellungen dieser Menschen erscheinen uns Mitteleuropäern fremd, auch wenn wir in Zwischenzeit ständig damit konfrontiert werden. Das bringt die Einwanderung fremder Völker in Deutschland mit sich.
Egal um welches Lebensereignis es sich handelt, alles wird von Sitten und Gebräuchen bestimmt. Ein Ausbrechen aus diesen Ritualen ist fast unmöglich.
Auch die Art der Bestattung ihrer Toten hat sich im Laufe der Zeit gewandelt. Es waren aber immer Steingräber. Solche Steinfelder haben wir dann auch später noch bei unserer Fahrt durch das Land gesehen. In die Gräber hat man Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens mitgegeben. Heute werden die Toten nach islamischem Ritus bestattet.
Sheik-Isa-Bin-Ali-Haus
Wir besuchten während unserer Besichtigungstour eine alte Palastanlage, in der im 19./20. Jahrhundert der damalige Herrscher des Bahrain, Sheik Isa Bin Ali, mit seiner Familie gelebt hat.
Diese Anlage besteht aus mehreren Häusern. Da sind Wohn- und Gästebereiche, Wirtschaftsräume und Dienstbotenwohnungen. Sehr gut konnten wir die Raumaufteilung sehen. Alles ist so angeordnet, dass den Traditionen, dem Glauben, der Ehrbarkeit und der Familienintimsphäre Rechnung getragen wurde. Sehr sehenswert waren die kunstvoll geschnitzten Türen.
Und was gab es sonst noch?
In dem Handwerksdorf „Handcraft Village“ werden alte Handwerkskünste gepflegt. So konnten wir dort z. B. einem Weber bei seiner Arbeit zusehen und Holzschnitzereien bewundern.
Manama eine hochmoderne Stadt, in der Hochhäuser aus Glas und Beton das Stadtbild bestimmen. Immer wieder ist aber auch arabische Architektur zu sehen, die einen interessanten Kontrast bietet. Immer wieder fallen uns Skulpturen mit Perlen auf. Unsere Reiseleiterin klärt uns darüber auf, dass es dort im Meer Perlenvorkommen gibt. So haben Perlen für den Bahrain eine besondere Bedeutung. Man nennt dieses Land auch die „Perle am Persischen Golf“.
Das war nun wieder alles sehr sehenswert und auch lehrreich.. Natürlich ist auch dort ein Tag viel zu kurz. Da konnten wir uns wirklich nur einen groben Überblick verschaffen. Aber Einiges haben wir gesehen und erfahren und das wird in der Erinnerung bleiben.