Die Prachtstraßen Berlins
Der Kurfürstandamm
Der Berliner sagt liebevoll: „Ick fahr mal zum Ku’damm“ und meint damit die Hauptstraße der City West im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Die Flaniermeile hat seit der Wende etwas an Bedeutung verloren und wurde eine Zeit lang vernachlässigt – schade eigentlich. Inzwischen erlebt sie jedoch wieder einen Aufschwung. Vom Rathenauplatz bis zum Breitscheidplatz erstreckt sich die 3,5 Kilometer lange Straße, die im 16. Jahrhundert als Reitweg für Kurfürst Joachim II. angelegt wurde. Rund 100 Jahre später tauchte erstmals der Name „Churfürstendamm“ auf. Ende des 19. Jahrhunderts ließ Otto von Bismarck den Damm zur Prachtstraße ausbauen, und am 5. Mai 1886 wurde die Dampfstraßenbahn zwischen Zoologischem Garten und Halensee eröffnet. Der Ku’damm entwickelte sich zu einer mondänen Wohn- und Geschäftsstraße mit Highlights wie dem Café Kranzler, dem Luna-Park und der Kakadu-Bar. In den Goldenen Zwanzigern traf sich hier alles, was Rang und Namen hatte, und zur Olympiade 1936 war er ein internationaler Treffpunkt – auch wenn der Krieg schon bevorstand. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Straße wiederaufgebaut und avancierte nach der Teilung Berlins zur Flaniermeile West-Berlins. Noble Geschäfte, Hotels und Restaurants zeugten vom Wirtschaftswunder, und Rolf Eden betrieb hier seine legendären Nightclubs. Doch der Kurfürstendamm hatte auch Schattenseiten: Er wurde zum Zentrum für Demonstrationen und Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen mit der Polizei.
Hier beginnt der Ku-Damm, am Breitscheidplatz mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, dem neuen Bikini- Haus und im Hintergrund das Europa-Center
In der Zwischenzeit hat sich viel geändert. Die Mitte Berlins ist wieder da, wo sie aus historischer Sicht hin gehört, nämlich in die Straße „Unter den Linden“. Und trotzdem ist und bleibt unser Ku-Damm etwas Besonderes, denn wie sang der alte Berliner Bully Buhlan schon 1964: „Wer mal am Kurfürstendamm einen Kaffee trank, kommt immer wieder nach Berlin…“
Ganz neu in Ku-Damm – Nähe:
Das 5* Luxus-Hotel „Waldorf-Astoria“
Unter den Linden
Die Straße „Unter den Linden“ ist die Prachtstraße par excellence. Das wusste schon der Komponist Walter Kollo, der in seinen Liedern dieser Straße ein Denkmal setzte und auch der Dichter Heinrich Heine hat ein Gedicht über die Linden geschrieben. 1480 Meter ist diese Flaniermeile lang, die vom Pariser Platz bis zur Schlossbrücke führt.
Das Kronprinzenpalais - Das einstige Herrscherhaus gehört heute dem Bund und wird für kulturelle Veranstaltungen genutzt
Bildquelle: Wikipedia
Angefangen hat alles im 16. Jahrhundert. Ein Reitweg wurde vom dem Kurfürsten Johann Georg angelegt, als Verbindung zwischen Schloss und Tiergarten. Nach dem dreißigjährigen Krieg erfolgte unter Kurfürst Friedrich Wilhelm ein Neuaufbau. Bäume wurden gepflanzt, der Lustgarten wurde angelegt und so entstand nach und nach die Lindenallee. Es sollte aber noch dauern, bis die ersten Prachtgebäude entstanden. Zunächst bestand das Umfeld aus einigen Bauerngehöften. Erst 1663 wurde das Kronprinzenpalais gebaut.
Nach und nach wurde weiter gebaut. Es entwickelte sich eine Prachtstraße mit entsprechenden Prachtbauten, die noch heute dort zu sehen sind. Da sind das berühmte Hotel Adlon, der Zollernhof, das Deutsche Museum und die Humboldt - Universität. Nicht zu vergessen die Staatsoper, die St. Hedwigs – Kathedrale und das Berliner Stadtschloss. Am Ende der Straße in Höhe der Schlossbrücke steht der Berliner Dom. Einer der großen Baumeister, die dort beteiligt waren, war Karl-Friedrich Schinkel.
Auch hatte die Straße „Unter den Linden“ eine große Verkehrsbedeutung. Ab 1846 fuhren dort Pferdebusse und 1905 wurden diese durch die ersten motorisierten Busse ersetzt. Es gab sogar eine Kleiderordnung für diesen Prachtboulevard.
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Straße fast völlig zerstört. Nach dem Krieg erfolgte der Wiederaufbau. Langsam, aber stetig, unterstützt von vielen Freiwilligen, begann zunächst die Enttrümmerung. Das erste Gebäude, das im Zuge des Neuaufbaus entstand, war die sowjetische Botschaft. Damit wurde die Verbundenheit zwischen der Sowjetunion und der neuen DDR propagiert. Heute ist dort die Botschaft der Russischen Föderation. Das schwer beschädigte Stadtschoss wurde abgerissen und dafür entstand der „Palast der Republik“, von der Bevölkerung als „Erichs Lampenladen“ bezeichnet, da Erich Honecker dort viele Lampen einbauen ließ.
Bis zum Ende der 60ger Jahre waren die Prachtbauten fast alle wieder hergestellt. Die Straße „Unter den Linden“ wurde zum Vorzeigeprojekt der DDR. Nach der Wende wurde der „Palast der Republik“ wegen Asbestverseuchung abgerissen. In der Zwischenzeit erfolgte der Neuaufbau des Stadtschlosses.
In der Straße „Unter den Linden“ steht auch das Reiterstandbild des Königs von Preußen Friedrich II. (1712 – 1786) der als „Der Alte Fritz“ in die Geschichte einging. Sein Grab findet man auf der Terrasse des Schlosses Sanssouci in Potsdam.
Seit der Wende hat sich dort viel verändert. Auch wenn die alten Prachtbauten im neuen Glanz erstrahlen, findet man dort neben den alten Gebäuden auch viel Neues, wie z. B. das Wachsfigurenkabinett Madame Tussaud, das edle Hotel du Rome am Bebelplatz, eine Vertretung der „NIVEA – Kosmetics“ und vieles mehr.