St. Petersburg 

Pracht ohne Ende - es war aufregend

Am Finnischen Meerbusen, an der Mündung der Newa liegt St. Petersburg, mit rund fünf Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Russlands. Die Stadt, die 1703 von Zar Peter dem Großen gegründet wurde, ist die nördlichste Millionenstadt der Welt.

Mit der Gründung der Stadt St. Petersburg war der russische Zugang zur Ostsee gewährleistet. Von 1914 – 1924 hieß die Stadt „Petrograd“ und zur Zeit der Sowjetunion ab 1924 – 1991 „Leningrad“, zu Ehren von Lenin, dem Gründer der Sowjetunion. Vom 18. – in das 20. Jahrhundert war St. Petersburg Hauptstadt des russischen Kaiserreiches. Das ist auch an allen Ecken zu sehen. Paläste, Denkmäler und prunkvolle Kirchengebäude weisen darauf hin. Die historische Innenstadt gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Aber auch die Zeit der Sowjetunion lässt sich nicht verleugnen.

Image: Wikipedia

Die Newa in St. Petersburg mit der Alexander – Newski – Brücke. Die tonnenschwere Stahlkonstruktion wurde 1965 gebaut.

Über diese Stadt wurde viel Geschichte geschrieben. Der Aufbau unter Peter dem Großen, der nicht zögerte hunderttausende von Menschen in Leibeigenschaft zu nehmen, um seine Stadt zu errichten. Die Zarenzeit, in der die Stadt ihre Blütezeit erlebte und die spätere Revolution, als die Menschen gegen die diktatorischen Herrscher aufstanden. 1917 dann die Oktoberrevolution, die gewaltsame Machtübernahme der Kommunisten. Folgte die Zeit des Sozialismus, Leningrad! Im zweiten Weltkrieg entsetzliches Leid. Temperaturen von -40 Grad und Bombenangriffe. Tausende von Menschen starben weil es nichts zu essen gab. Nach dem Krieg wurde wieder aufgebaut. Man erkennt die neuen Stadtteile an den klassischen Nachkriegsbauten.  

Seit 1991 ist Leningrad wieder St. Petersburg und gehört zur russischen Föderation.  Wir besuchten die Stadt während unserer Ostseekreuzfahrt am 13. September 2006.

Die Newa ist ein 74 km langer Fluss, der vom Ladogasee bis in die Ostsee fließt. Der Fluss wird bis zu 600 m breit, 28 Kilometer lang führt die Newa durch St. Petersburg. Im Winter ist der Fluss fast vier Monate zugefroren. Viele Brücken überspannen die Newa, darunter viele Zugbrücken, die im Sommer nachts für einige Stunden hochgezogen werden. So können auch größere Schiffe in dieser Zeit den Fluss befahren.


 

Wohl eine der schönsten Sehenswürdigkeiten ist die „Blutkirche“, die korrekt „Auferstehungskirche“ heißt. Erbaut wurde diese Kathedrale zwischen 1883 und 1912 zu Ehren von Zar Alexander II., der genau an dieser Stelle im Jahr 1881 von Bomben tödlich getroffen wurde. Diese Kirche wurde nie zu sakralen Zwecken genutzt. Sie war zunächst nur Denkmal, später Theater- und Konzerthalle. Währen der Zeit der Sowjetunion wurde sie als Lagerhalle genutzt, auch von Abriss war die Rede. Erst 1997 wurde sie wieder für die Öffentlichkeit eröffnet. Sie ist heute Museum. Leider hatten wir für eine Innenbesichtigung keine Zeit.


Am Isaakplatz steht die gleichnamige Kathedrale, die korrekt „Kathedrale des heiligen Isaak von Dalmatien“ heißt. Dieses riesige Bauwerk, dessen Bauarbeiten 1818 begannen und 50 Jahre dauerten, ist 101,5 m hoch und hat eine Grundfläche von 11 x 98 Metern. Der Durchmesser der goldenen Kuppel beträgt 25 m. 14.000 Menschen finden in dieser russischen Kirche Platz, die wir leider nur von außen bestaunen konnten.

Die Isaak--Kathedrale, Gottesdienste finden dort nur an hohen Feiertagen statt.

Zentrum des Isaakplatzes ist das Reiterstandbild von Zar Nikolaus I. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat es dort seinen Platz. In dem Basaltsocken finden sich historische Szenen unter diesem Zaren.

Weiterhin befindet sich am Isaakplatz das 1913 erbaute Luxushotel „Astoria“. Das Haus war und ist die erste Adresse für jegliche Prominenz in der Stadt zumal es zentral im historischen Stadtkern von St. Petersburg liegt.

 

Gegenüber der Isaakkathedrale steht der Marien-Palast in dem heute das Stadtparlament seinen Sitz hat. 1844 wurde dieses schmuckvolle Gebäude errichtet. Zar Nikolaus I. ließ es für seine Tochter Maria bauen, deren Namen es auch trägt. Die Reiseleitung erzählte uns von den überaus prächtigen Räumen, die heute der Stadtverwaltung für repräsentative Veranstaltungen zur Verfügung stehen.


Die Peter & Paul – Festung liegt am nördlichen Ufer der Newa. Weithin sichtbar ist der 122,5 m hohe, goldene Turm der Peter & Paul Kathedrale. Die Festungsanlage aus dem 18. Jahrhundert war einst der Ursprung von St. Petersburg. Hinter den mächtigen Mauern sind heute Museen untergebracht. Ein Touristenmagnet ist die prächtige Kirche.

Diese Festung wurde von Tausenden Zwangsarbeitern errichtet, viele von ihnen starben bei dieser schweren Arbeit. Während der Zarenzeit diente die Anlage als Gefängnis, vornehmlich für politisch Gefangene. Prunkvolles Mittelstück ist die Peter & Paul Kathedrale. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde sie errichtet. Die meisten russischen Kaiser haben dort ihre letzte Ruhestätte gefunden, ebenso wie viele Mitglieder der Zarenfamilie.

Schwere Kronleuchter erhellen den Innenraum der Kirche, darüber hinaus wird sie von viel Gold und wertvollem Marmor geprägt.


Der Hafen & die "Aurora" -  Zwei dieser rostrot leuchtenden Säulen flankieren den Zugang zum alten Hafen. Diese sogenannten „Rostrasäulen“ wurden 1810 gebaut und waren eigentlich als Leuchttürme gedacht. Heute symbolisieren sie die „Hafenstadt“. Geschmückt sind sie nach römischem Vorbild mit Bugstücken alter Schiffe. Die Figuren am Sockel symbolisieren die vier großen russischen Flüsse. Im Hafen, an dem Ufer der Newa liegt seit 1948 der Kreuzer „AURORA“. Von diesem Schiff ging 1917 der Startschuss zur Oktoberrevolution aus.


Die Smolnyj-Kathedrale ist Teil des gleichnamigen Klosters im Osten von St. Petersburg. Schmuckvoll sehen die weiß - blauen Barockbauten aus, die im Jahr 1748 von Kaiserin Elisabeth I. als Altersruhesitz gebaut wurden. Elisabeth erlebte allerdings die Fertigstellung nicht mehr. Unter Katharina der Großen war dort eine Erziehungsanstalt für adlige junge Mädchen, die später für den Dienst bei Hofe ausgewählt wurden. Heute werden die Gebäude für Konzerte und Ausstellungen genutzt.

...und hier noch zwei interessante Bauten:

 

 

Eines der ältesten Gotteshäuser in St. Petersburg ist die finnische Marienkirche (re). 1803 wurde die evangelisch-lutherische Kirche im klassizistischen Stil erbaut. Sie ist ein Hingucker mit ihrer grünen Fassade und den weißen Säulen.

 

Das Gebäude auf dem linken Foto hat eine weniger schöne Geschichte. Darin befand sich während der Zeit
der Sowjetunion die Staatspolizei. Über das „Staatsratsgebäude der Sicherheit“ sagte das Volk hinter vorgehaltener Hand: „Aus diesen Fenstern kannst du ganz leicht Sibirien sehen!“


Diese beiden Fotos sind aus dem Bus heraus fotografiert und daher leicht verspiegelt.

Es gibt in St. Petersburg noch viel mehr zu sehen. Die ganze Stadt scheint eine einzige Sehenswürdigkeit zu sein. Allein das berühmte Museum, die „Eremitage“, zu dem auch der einstige Winterpalast der Zaren gehört, hat 400 Räume. Etwa drei Millionen Exponate sind dort z. Z. ausgestellt. Man bräuchte Jahre um sich alles anzusehen.

Peterhof

Etwa 30 Kilometer von St. Petersburg entfernt liegt, direkt am Finnischen Meerbusen, die Sommerresidenz der Zaren. In den Anfängen des 18. Jahrhunderts begann Zar Peter I. mit dem Bau dieser Residenz, die von seinen Nachfolgern dann weiter ausgebaut wurde. Der Baumeister ist der Gleiche, der auch das Schloss Versailles in Frankreich geschaffen hat. Diese wunderbare Schlossanlage, die von einem herrlichen Park umschlossen ist, hat uns geblendet. So viel Prunk hatten wir noch nirgendwo gesehen. Die Geschichte des Palastes liest sich spannend. Wo bei hier natürlich auch die unterschiedlichen geschichtlichen Einflüsse des Landes Russland/Sowjetunion nicht außer Acht gelassen werden dürfen.

Weit leuchten die goldenen Dachverzierungen

Bevor wir die prunkvollen Räumlichkeiten betraten, mussten wir Stoffschuhe überziehen, um die edlen Parkettböden nicht zu beschädigen. Was wir dann zu sehen bekamen, übertraf alles was wir bis dahin gesehen hatten. Das „russische Versailles“ wird dieses Schloss auch genannt, das seit 1990 zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.

Hier einer der vielen prunkvollen Räume im Schloss.

Der weiße Speisesaal. Die Tafel ist mit edlem Porzellan gedeckt. Dort tafelten Zar und Zarin mit ihren Gästen.

Der Thronsaal, dort wurden unter anderem Staatsempfänge abgehalten.
Das Gemälde zeigt Katharina die Große.

Alle Säle werden von schweren Kristalllüstern erhellt.
Einer schöner und größer als der andere.

Wir durchstreiften viele Räume und Säle, offizielle Räume und auch die Privatgemächer. Ein Raum prunkvoller als der andere. Gold soweit das Auge reicht. Hier noch ein paar Eindrücke.

Gold beschlagene Kaminverzierungen

Goldverzierte Spiegelwände

Das Musikzimmer, ausgestattet mit chinesischer Seidentapete und edlem Parkett.

Geblendet von dem ganzen Gold traten wir wieder in Freie. Die Garten- bzw. Parkanlage besteht aus zwei Teilen. Dem oberen Garten und der unteren Parkanlage. In
der Parkanlage finden sich weitere Paläste wie das Montplaisir und der Marlypalast. Garten- und Lustschlösser, die Zaren verzichteten auf keine Annehmlichkeit.

                                                                                                Die Orangerie (Foto) liegt zwischen dem großen Palast und dem Schloss Montplaisir.                                                                                                            Dort ist heute ein Restaurant untergebracht, in dem auch wir mit einem russischen Mittagessen verwöhnt wurden.

In den Gärten bestehen die Hauptmerkmale aus Wasser. Die Architektur der Gärten ist französisch geprägt. Über 150 Fontänen und Wasser spiele sind kunstvoll platziert. 16 m hoch ist die große Kaskade an der Gartenseite des großen Palastes. Über Treppenstufen fließt das Wasser in einen geraden Kanal, der am Finnischen Meerbusen sein Ende findet. Flankiert werden die Wasserspiele von goldenen Figuren.  

Es gibt auch einen „Spaßwasserweg“. Dort führte der Zar seine Gäste hin und amüsierte sich köstlich, wenn plötzlich aus irgend einer Figur Wasser spritzte und die Herrschaften im Regen standen. Mitten drin steht das Denkmal von Zar Peter dem Großen. Es ist nicht das einzige, das in der Gartenanlage zu finden ist. 

Es war ein wunderschönes Erlebnis St. Petersburg und diese Palastanlage gesehen zu haben. Das hier war nur ein kleiner Einblick Leider hatten wir viel zu wenig Zeit um alles in Ruhe ansehen zu können.