Berlin - Außerhalb der Mitte

Die Berliner Bezirke

Berlin hat sich seit der Gründung schon immer in Bezirke bzw. Verwaltungsbereiche aufgeteilt. War es zum Anfang nur Berlin und Cölln, kamen doch bald die Vorstädte und Dörfer dazu. Nicht alle mit einem Mal, sondern so nach und nach. Die meisten jedoch 1920, als Groß-Berlin gegründet wurde. Seit 2001 hat Berlin 12 Bezirke die sich gemäß der Berliner Verfassung selbst verwalten. Die Verwaltung unterliegt dem Bezirksamt, an dessen Spitze der/die Bezirksbürgermeister/in steht. Auf Details zu den einzelnen Bezirken werde ich im späteren Verlauf des Berichtes noch eingehen.

1. Der Bezirk Mitte

Der Bezirk Mitte schließt die Ortsteile Tiergarten, Wedding, Moabit, Gesundbrunnen und das Hansaviertel ein. Es ist das Zentrum bzw. der Kern von Berlin.

2. Der Bezirk Friedrichshain - Kreuzberg

Friedrichshain –Kreuzberg ist der kleinste der Berliner Bezirke. Dort leben aber die meisten Menschen.

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ist der Berliner Bezirk in dem die meisten Menschen Leben. Vor der Verwaltungsreform im Jahr 2001 waren das zwei selbständige Bezirke, von denen vor der Wende einer im Ost- und der andere im Westteil der Stadt lagen. Die Bevölkerung ist jung, kreativ, auch alternativ und hat zu einem nicht geringen Anteil Migrationshintergrund. Der Bezirk macht aber auch immer wieder Schlagzeilen in Bezug auf Krawalle mit hoher Polizeipräsenz, speziell was den Ortsteil Kreuzberg betrifft. Die Bezirksverwaltung befindet sich im Bezirksamt Friedrichshain.

Die beiden Stadtteile sind durch die Spree getrennt. Die Oberbaumbrücke stellt die Verbindung dar.

 

Die Oberbaumbrücke ist für den Bezirk heute das Wahrzeichen, für Berlin ist diese Brücke ein geschichtsträchtiger Ort. Das neugotische Bauwerk entstand Ende des 19. Jahrhunderts. Auf der oberen Ebene fährt die erste U-Bahn-Linie Berlins, die heutige Linie 1. Während des Zweitens Weltkrieges entstand auch dort erheblicher Schaden. Nach der Teilung Berlins war die Brücke Grenze zwischen dem West-Teil und dem Ost-Teil der Stadt. Dieser Grenzübergang wurde bekannt durch viele menschliche Schicksale, die sich in der Zeit des Kalten Krieges dort abspielten. Nach der Wiedervereinigung wurde die Brücke aufwendig saniert. Wer Berlin vom Wasser aus erkundet, kann dieses Prachtstück in voller Größe bewundern.

3. Pankow

Der Bezirk Pankow schließ die Ortsteile Weißensee, Prenzlauer Berg, Blankenburg, Heinersdorf, Karow, Malchow, Blankenfelde, Buch, Französisch Buchholz, Niederschönhausen, Rosenthal und Wilhelmsruh ein.

4. Charlottenburg - Wilmersdorf

Der Bezirk Charlottenburg – Wilmersdorf schließt die Ortsteile Schmargendorf, Grunewald, Halensee, Westend und Charlottenburg-Nord ein. In diesem Bezirk liegt der Kurfürstendamm, die City-West.

5. Spandau

Im Bezirk Spandau befindet man sich auch, wenn man nach Gatow, Kladow, Haselhorst, Siemensstadt, Staaken, Hakenfelde, Falkenhagener Feld oder Wilhelmstadt geht.

6. Steglitz - Zehlendorf

Steglitz – Zehlendorf ist ein Bezirk in dem man noble Villen bekannter Persönlichkeiten finden kann. Zu diesem Bezirk gehören auch Lichterfelde, Lankwitz, Wannsee, Dahlem und Nikolassee.

In dem Berliner Verwaltungsbezirk Steglitz-Zehlendorf leben meist gutsituierte Menschen, es ist ein wohlhabender Bezirk. Er liegt im Südwesten der Stadt und hat sieben Ortsteile, dazu gehört unter anderem die Villengegend Dahlem. Bis zur Verwaltungsreform im Jahr 2001 waren Steglitz und Zehlendorf eigenständige Verwaltungsbereiche. Die Bezirksverwaltung und der Bezirksbürgermeister haben ihren Sitz im Rathaus Zehlendorf.

Steglitz - Zehlendorf ist ein grüner und wasserreicher Bezirk, der auch viele Ausflugsziele zu bieten hat. So befindet sich dort u. a. der Botanische Garten, die Domäne Dahlem, der Wannsee und der Schlachtensee. Auch die Freie Universität ist dort mit vielen Einrichtungen vertreten.  Dort befindet sich aber auch der „Waldfriedhof Zehlendorf“, eine riesige Grünanlage, in der viele Menschen ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, die für Berlin eine große Bedeutung hatten und nun in Ehrengräbern der Stadt Berlin ruhen.  

 

Der Waldfriedhof Zehlendorf wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg angelegt und umfasst heute eine Fläche von fast 377 000 m². Die Fläche verfügt über einen großen waldähnlichen Baumbestand, aber auch Wiesenflächen. Interessant ist der etwas abgegrenzte italienische Ehrenfriedhof.

 

 

Der Waldfriedhof trägt seinen Namen zu Recht. Ein Eldorado der Ruhe wo uns nur hier und da ein Eichkätzchen über den Weg lief. Mitten im Grünen der Turm mit der Totenglocke die die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg begleitet.

               Hier ruht Prof. Götz Friedrich                    1930 – 2000) Generalintendant der Deutschen Oper Berlin

Hier ruhen Gustav & Dr. Käthe Klingelhöfer, SPD-Politiker, der sich als Stadtrat nach 1946 um Berlin verdient gemacht hat.

Hier ruhen Hans und Margit Scharoun. Scharoun war ein deutscher Architekt und Baustadtrat in Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg

Auch Otto Suhr hat dort einen Platz gefunden. Er war von 1955 – 1957 Regierender Bürgermeister in Berlin.

Das Ehrengrab für Kriegsopfer aus dem Zweiten Weltkrieg.

 

 

Das ist nur ein kleiner Ausschnitt von vielen weiteren Gräbern berühmter und bekannter Menschen. Auch die Gräber von Ernst Reuter und Willy Brandt, ebenso von Fritz Genschow (Der Onkel Tobias vom RIAS), Hildegard Knef und Günter Pfitzmann finden sich dort.

Wenn man weiter durch diesen Bezirk streift entdeckt man im Ortsteil Lichterfelde den „Botanischen Garten“. Auf 43 ha kann man nicht weniger als 22.000 verschiedene Pflanzen kennen lernen. Angeschlossen ist das Botanische Museum. Der gesamte Komplex gehört zur Freien Universität Berlin.

Weit über 300 Jahre ist es her, als dort auf einem ehemaligen Kartoffelacker die ersten botanischen Anpflanzungen in Angriff genommen wurden und die ersten Gewächshäuser entstanden. Seitdem haben Botaniker ständige Erweiterungen vorgenommen und wissenschaftliche Forschungen betrieben. Heute steht der Garten mit seiner Artenvielfalt weltweit an dritter Stelle. Der Garten- und Pflanzenliebhaber kommt ganz auf seine Kosten. Der Garten ist zu jeder Jahreszeit schön. Es finden auch immer wieder Events wie Konzerte oder Sonderausstellungen statt.

Bleiben wir noch ein wenig in diesem Bezirk. Denn dort gibt es z. B. noch den „Wannsee“, der schon 1951 besungen wurde von der kleinen Conny (Cornelia Froboess): „Pack die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein, und dann nischt wie raus zum Wannsee…“. Das gilt auch noch heute, wenn Pilgerscharen im Sommer das gleichnamige Strandbad bevölkern. Aber der Wannsee ist viel mehr als nur ein Strandbad. Im gleichnamigen Ortsteil gelegen, ist er das Naherholungsgebiet schlechthin. Der 2,53 km lange See wird von der Havel gespeist. In ihm liegen die Inseln Schwanenwerder und die Pfaueninsel.

Blick auf die 67 ha große Pfaueninsel mit dem Schloss. Ende des 18. Jahrhunderts wurde es für den Preußischen König Friedrich-Wilhelm II. als Lustschloss gebaut. Auf die Insel gelangt man mit einer Fähre.

Dampferanlegestelle am Wannsee – oben das Büro der Stern- und Kreisschifffahrt.

Auf dem Wannsee tummeln sich im Sommer viele Boote. An den Ufern finden sich jede Menge Möglichkeiten ein Boot zu leihen. Auch eine Segelschule gibt es. Wer sich lieber fahren lässt, findet die große Dampferanlegestelle am S-Bahnhof Wannsee. Von dort fahren die Ausflugsschiffe in alle möglichen Richtungen. Bis nach Werder und Potsdam kann man fahren. Es gibt aber am Ufer auch schöne Spazierwege.

Mit dem Schiff über den Wannsee – immer ein Erlebnis

7. Tempelhof - Schöneberg

Tempelhof - Schöneberg mit den Ortsteilen Friedenau, Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade.

8. Neukölln

Im Bezirk Neukölln, dem ehemaligen Rixdorf, befindet man sich auch, wenn man sich in Rudow, Buckow, Britz oder der Gropiusstadt aufhält.

Der Bezirk Neukölln, ein Stadtteil von dem man spricht – nicht nur in Berlin. Das aber auch leider nicht immer nur positiv. Multi – Kulti, Döner statt Bratwurst und viele unterschiedliche Nationalitäten, deren Zusammenleben nicht immer friedlich verläuft. Aber Neukölln hat auch viele schöne Seiten und wenn man sich mit dem Ursprung befasst, kann man erkennen, dass Fremde dort gar nicht so neu sind.

Der Ursprung von Neukölln ist - Rixdorf -, wer kennt ihn nicht den Gassenhauer „In Rixdorf ist Musike…“? Dieses Lied, das von dem liederlichen Lebenswandel dieses Ortes erzählt, war der Grund, warum am 27. Januar 1912 aus Rixdorf Neukölln wurde. Das sogar mit allerhöchster Zustimmung durch Kaiser Wilhelm II. Damit sollte das Image des Ortes wieder hergestellt werden. Vom 26. Juni 1360 stammt die Gründungsurkunde von Richardsdorp (-dorf), >Rieksdorf >Rixdorf. Erste Besitzer waren die Tempelritter und der Johanniterorden. Eine Erinnerung an diese Zeit ist im Neuköllner Bezirkswappen zu finden – das Johanniterkreuz.

Ein Teil des Richardplatzes im März 2010

 

Wenn man von Rixdorf spricht, ist die Gegend um den Richardplatz gemeint. Dieser Platz war auch das damalige Zentrum, der Dorfplatz.

Dort steht noch heute die alte Schmiede aus dem Jahr 1624.

Nun gab es Deutsch-Rixdorf und Böhmisch Rixdorf. Das kam dadurch, dass König Friedrich Wilhelm I. (1688 – 1740) im Jahr 1737 böhmischen Christen Exil gewährte, die in ihrer Heimat aus Glaubensgründen vertrieben wurden. Sie siedelten entlang der heutigen Richardstraße und der Kirchgasse. Dort steht auch das Denkmal von König Friedrich-Wilhelm I. 


Im Jahr 1920 wurde Rixdorf/Neukölln in Groß Berlin eingemeindet.

 

 

Die Bethlehemskirche am Richardplatz wird auch als „Dorfkirche Rixdorf“ bezeichnet. In ihrer heutigen Form stammt sie aus dem Ende des 17. Jahrhunderts, nachdem die alte Dorfkirche abgebrannt war.

Foto: Website der Kirche

 

Etwa im 19. Jahrhundert wurde die Dorfkirche zu klein für die steigende Zahl der Mitglieder der Kirchengemeinde und so begann 1877 der Bau der Magdalenenkirche in der Karl-Marx-Straße, die damals noch Bergstraße hieß. Am 25. März 1879 wurde die Kirche geweiht, in der fast ein Jahrhundert später unsere Kinder getauft wurden und wir den kirchlichen Segen anlässlich unserer Hochzeit erhalten haben.

In der Umgebung des Richardplatzes gibt es noch viele schöne alte Häuser, die fast alle unter Denkmalschutz stehen. Ein Spaziergang durch diese Straßen lohnt sich.

Hier ein Haus aus dem Jahr 1803

Dieses Haus aus dem Jahr 1888 gehörte einem Hufschmied. Dort habe ich von 1967 – 68 gewohnt und dort ist mein Sohn geboren worden.

Bildquelle: Wikipedia

Das Rathaus Neukölln findet man in der Karl-Marx-Straße. Es ist Sitz der Bezirksverwaltung und der Bezirksbürgermeister/in. Das Haus wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut und steht unter Denkmalsschutz. Der Turm ist 68 Meter hoch, auf der Spitze thront die Glücksgöttin Fortuna.

Im Rathaus Neukölln war bis Ende der 80ger Jahre in einem Seitengebäude auch das Standesamt beheimatet. Heute ist es in Britz, in einem ehemaligen Krankenhaus untergebracht. Dieses historische Gebäude wurde Ende des 19. Jahrhundert erbaut und gehört zu einem ganzen Gebäudeensemble das als „Krankenhaus Britz“ bekannt war. Nachdem das Neuköllner Krankenhaus in der Rudower Straße einen Erweiterungsbau erhielt, zogen die medizinischen Einrichtungen dorthin. Nun befindet sich dort das Standesamt mit einem festlichen Trausaal in der ehemaligen Krankenhauskapelle. Weiterhin sind dort noch andere Abteilungen des Bezirksamtes untergebracht, wie z. B. das Bürgeramt.

Schloss & Gut Britz. Im Bezirk Neukölln, im Ortsteil Britz, genau in Alt-Britz, steht das Schloss Britz mit dem dazugehörigen Gutshof. Britz, ehemals Dorf Britzig, ist etwa 850 Jahre alt. Ebenso alt ist das ehemalige Rittergut. Es war im Besitz einer Familie derer von Britzke. An der Stelle des heutigen Schlosses stand damals ein Fachwerkhaus. Erst nach dem 30jährigen Krieg fielen das Gut und das Schloss an den preußischen König.

Ein Schmuckstück auf dem Dorf - Schloss Britz -

 

In den Anfängen des 18. Jahrhunderts wurde das Schloss gebaut. Ende des 18. Jahrhunderts wurde unter König Friedrich II. dort eine Seidenproduktion eingerichtet. Das Schloss wurde als Herrenhaus neu gestaltet. Im 19. Jahrhundert ging das Anwesen in privaten Besitz über. Schloss und Gut erfuhren erneute Umbauten und neben der Seidenproduktion wurde eine Schnapsbrennerei betrieben, Kartoffelschnaps wurde gebrannt. 1924 verkauften die Besitzer Schloss und Gut an die Stadt Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es viele Jahre als Flüchtlings- und Kinderheim genutzt. 1971 wurde das Schloss aufwendig restauriert und unter Denkmalschutz gestellt. Es wird heute vom Bezirk als Gästeunterkunft genutzt, daneben können die öffentlichen Räume besichtigt werden. Auch Kulturveranstaltungen finden dort statt. Der integrierte Restaurantbetrieb wird vom „Hotel Estrel“ als Ausbildungsbetrieb betrieben.

Das Schloss von der Parkseite aus gesehen. Der schöne Gutspark ist 1,8 ha groß und hat einen sehr alten Baumbestand.

Die Gebäude des Gutes werden heute vom Neuköllner Heimatmuseum genutzt. Auch Kulturveranstaltungen gibt es dort. In jedem Jahr finden dort ein Mittelaltermarkt und auch ein Weihnachtsmarkt statt. Zu der Zeit, als diese Fotos entstanden, wurde dort noch fleißig gebaut.

Der Britzer Garten: Diese 90 Hektar große Gartenanlage wurde für die Bundesgartenschau 1985 angelegt. Im Ortsteil Britz im Bezirk Neukölln entstand dadurch ein einzigartiges Naherholungsgebiet im Süden Berlins. Für einen Eintrittspreis von 3,00 Euro (bei Sonderveranstaltungen ist es etwas mehr) kann man dort den ganzen Tag verbringen. Aus den ehemaligen Britzer Feldern ist ein Ort der Erholung aber auch der Freizeitgestaltung und Kultur geworden. Vom Kinderspielplatz angefangen gibt es Liegewiesen, Picknickplätze und Restauration. Regelmäßig finden verschiedene Konzerte statt und einmal im Jahr ein großes Feuerwerk. Wer nicht gerne laufen mag oder kann, hat die Möglichkeit, mit der Parkeisenbahn durch die Natur zu fahren. Einzigartig ist im Frühling die Tulpenschau und im Herbst gibt es das „Dahlienfeuer“.  

Frühling im Britzer Garten und zu Ostern fehlen natürlich auch die Lämmchen nicht

Im Sommer blühen die Seerosen

Das Hotel Estrel: In Neukölln steht auch das größte Hotel Deutschlands. Es hat 1125 Zimmer und ist im Privatbesitz. 1995 wurde es offiziell eingeweiht. Angeschlossen ist das Festival- und Conventioncenter mit modernster technischer Ausstattung für Events und Tagungen. Dort findet die, in der Zwischenzeit über die Grenzen der Stadt bekannte, Show „Stars in Concert“ statt und dort organisiert Frank Zander an jedem Weihnachten sein Gänsebratenessen für Obdachlose.  

Foto: Wikipedia

 

 

Das Foto zeigt mich mit dem weltweit besten Elvis- Double Patrik Graham mach einem Konzert im Estrel-Conventioncenter

9. Treptow - Köpenick

Treptow – Köpenick, der Bezirk schließt nicht nur den Müggelsee ein sondern u. a. auch Oberschöneweide, Grünau, Adlershof, Alt-Glienicke und Rahnsdorf.

Südöstlich in Berlin liegt der Bezirk Treptow – Köpenick. Bis zum Jahr 2001 waren das zwei eigenständige Bezirke. Mit der Verwaltungsreform wurde diese zusammengelegt. Bis zur Wende gehörten Treptow und Köpenick zum Ostteil der Stadt und damit zur DDR. Flächenmäßig ist der Bezirk der größte Berlins mit der geringsten Einwohnerzahl. Sitz der Bezirksverwaltung ist das Rathaus Köpenick. Treptow – Köpenick ist ein sehr grüner Bezirk, der viele Ausflugsziele zu bieten hat. Müggelsee, Plänterwald und der Treptower Park sind schöne Naherholungsgebiete. Der Treptower Park liegt im Ortsteil Alt-Treptow und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Große Grünflächen laden im Sommer zum Verweilen ein, auf der Promenade an der Spree kann man wunderbar spazieren gehen und an einer Fischräucherei einen Imbiss einnehmen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde diese Anlage geschaffen.

Die Spree am Treptower Park. Die Brücke führt von der Uferpromenade auf eine kleine Spreeinsel. Die Neubauten wurden nach der Wende auf der anderen Seite der Spree errichtet. Das Gasthaus Zenner mit seinem großen Biergarten war schon vor dem Zweiten Weltkrieg eine Institution. Das beliebte Ausflugsziel zieht im Sommer viele Menschen an. Hin und wieder finden dort auch musikalische Events statt. 

 

Am Treptower Park befindet sich auch der Treptower Hafen. Von dort starten die Ausflugsschiffe der Stern- und Kreisschifffahrt, die dort ihren Heimatsitz hat. Schon zu Zeiten der DDR konnten die Menschen von dort mit den Schiffen der „Weißen Flotte“ zum Müggelsee fahren. Heute fahren die Schiffe von dort viele schöne Gegenden an. Natürlich geht es noch immer zum Müggelsee und weiter nach Rangsdorf oder zur Woltersdorfer Schleuse. Aber auch in die andere Richtung, in die Berliner City über Spree und Landwehrkanal führen Wasserwege bis nach Wannsee.

Im Ortsteil Köpenick ist auch das Köpenicker Schloss zu bewundern. Dort, wo die Dahme in die Spree fließt, liegt das Anwesen in der Nähe von Altstadt und Rathaus.

Schloss Köpenick - Foto: Wikipedia

Rathaus Köpenick

Von dem Rathaus Köpenick hat wohl jeder schon einmal gehört. War es doch Schauplatz des Schusters Wilhelm Voigt, der 1906 als „Hauptmann von Köpenick“ den Bürgermeister verhaftete und die Rathauskasse stahl. Das Haus mit seinem 54 Meter hohen Turm wurde 1901 gebaut. Es ist Sitz der Bezirksverwaltung und des Bezirksbürgermeisters. Vor dem Haupteingang steht eine Bronzefigur des „Hauptmanns“. Die Posse wird jedes Jahr im „Köpenicker Sommer“ von einem Traditionsverein nachgestellt.

In diesem Bezirk, im Ortsteil Köpenick, liegt auch der Müggelsee. Während der Zeit der deutschen Teilung gehörte der See zur DDR und war für uns West-Berliner nicht oder nur mit Genehmigung erreichbar. Er war aber das Naherholungsgebiet für die Menschen, die hinter dem Stacheldraht leben mussten. Der Müggelsee ist der größte der Berliner Seen. Er unterteilt sich in den „Großen“ und den „Kleinen“ Müggelsee. Seine Fläche misst knapp 7,5 km². An seinen Ufern liegen die Stadtteile Köpenick, Müggelheim, Rahnsdorf und Friedrichshagen. Ausflugsgebiete sind die 115 Meter hohen Müggelberge und das Strandbad Müggelsee. Im Sommer tummeln sich viele Schiffe auf dem Wasser. Neben den großen Ausflugsdampfern finden auch viele Wassersportler dort Möglichkeiten ihrem Hobby nachzugehen.

Mit dem Dampfer über dem Müggelsee – das mittlere Foto zeigt die Fahrt durch die „Müggelspree“, die den kleinen und den großen Müggelsee verbindet.

Bezirk Treptow-Köpenick gehört auch der Ortsteil Schöneweide. Diese Gegend ist als Industriegebiet bekannt und eigentlich wenig interessant. Geschichtlich ist von Interesse, das von dort aus der Elektrokonzern AEG seinen Zug durch die Welt begonnen hat. Dann gibt es dort einen großen Betriebsbahnhof von der Eisenbahn. Der Betriebsbahnhof ist heute ein wichtiger Standort der Berliner S-Bahn. Daneben hat sich auf einem alten Teil des Bahngeländes der Verein „Eisenbahnfreunde Berlin e.V.“ niedergelassen. Dort werden u. a. alte Dampfloks gepflegt. Diese kann man dort zu regelmäßigen Öffnungszeiten besichtigen, auch Fahrten mit diesen alten Zügen werden angeboten. Einmal im Jahr veranstaltet der Verein ein „Eisenbahnerfest“. Da findet der Liebhaber alles, was zur Eisenbahn gehört.

10. Marzan - Hellersdorf

Marzahn – Hellersdorf, die „Gärten der Welt“ findet man dort neben den Stadtteilen Biesdorf, Mahlsdorf, Kaulsdorf und Hellersdorf.

Im Osten Berlins liegt der Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Vor der Verwaltungsreform im Jahr 2001 waren das zwei eigenständige Bezirke, die bis zur Wiedervereinigung zum Bereich der DDR gehörten.

Diese Gegend Berlins hat sich aus ehemals fünf Dörfern gebildet, die 1920 in Groß-Berlin eingemeindet wurden. In diesem Randbezirk gibt es viele, noch recht dörflich besiedelte Gebiete mit Wäldern und Seen. Es gibt aber dort auch in der Zwischenzeit große Wohnsiedlungen, die in der Zeit der DDR entstanden sind und noch heute vielen Menschen Wohnraum bieten. Die Infrastruktur ist nach der Wende erheblich verbessert worden. Es gibt Einkaufszentren und Grünanlagen zwischen den schmucklosen Wohnsilos, die aber auch etwas mehr Farbe bekommen haben. Das schönste aber in diesem Bezirk ist der Erholungspark Marzahn mit den „Gärten der Welt“, eine Parkanlage, die einfach schön ist.

Die „Gärten der Welt“ oder der „Erholungspark Marzahn“ ist eine Parkanlage, die im Jahr 1987 anlässlich der 750 – Jahr – Feier Berlins als „Berliner Gartenschau“ ihren Anfang nahm. Es war das östliche Gegenstück zur Bundesgartenschau im heutigen „Britzer Garten“ in West-Berlin. 1991 begann der große Umbau des 100 Hektar großen Geländes. Es entstanden Liegewiesen, Spielplätze und Gastronomie. Der Park wurde zum Naherholungsgebiet für die vielen Menschen, die dort im Umkreis lebten. Im Jahr 2000 entstand der erste Themengarte, der Chinesische Garten. Seitdem trägt der Park den Namen „Gärten der Welt“. Im Laufe der kommenden Jahre kamen viele weitere Themengärten dazu.

 

Am Chinesischen Garten. In einem Teehaus kann man eine originale chinesische Teezeremonie erleben.

Nachdem man sich dann im Teehaus gestärkt hat, geht es weiter durch die schöne Anlage und erreicht dann den Bolivianischen Garten

Im Koreanischen Garten wird es exotisch

Ein Hauch von Orient? Auch das ist möglich!

 

Es gibt noch viele weitere Themengärten, da wären z. B. noch der italienische und der englische Garten, der christliche Garten und ein Staudengarten.

Im Jahr 2017 fand dort die Internationale Gartenausstellung statt. Im diesem Zusammenhang wurde der Garten erweitert und umgebaut. Diese Fotos stammen aus den Jahren 2007/08.

11. Lichtenberg

Der Bezirk Lichtenberg weist eine lange Liste an Ortteilen auf. Hier nur einige: Karlshorst, Wartenberg und Rummelsburg.

12. Reinickendorf

Auch der Bezirk Reinickendorf setzt sich aus vielen Ortsteilen zusammen, darunter Borsigwalde, Frohnau, Hermsdorf, Heiligensee und Tegel.

Foto: Wikipedia

Im Nordwesten Berlins liegt der Bezirk Reinickendorf. In ihm liegen die Ortsteile Tegel, Heiligensee, Hermsdorf und Waidmannslust, Wittenau, Frohnau und das Märkische Viertel. Das Märkische Viertel, von den Berlinern gern auch als „Merkwürdiges Viertel“ bezeichnet, ist eine der ersten Trabantenstädte in Berlin. Diese Großsiedlung wurde in den 60/70ziger Jahren gebaut und bot vielen Menschen Wohnraum. Weiter hin gehört zu diesem Bezirk der Flughafen Tegel, der im gleichnamigen Ortsteil liegt. Daneben ist Reinickendorf ein sehr grüner Bezirk. Es gibt den Tegeler See mit einem Strandbad und Anlegestellen für Ausflugsschiffe. Die Ortsteile Hermsdorf, Heiligensee und Waidmannslust sind ebenfalls sehr Wasser- und Waldreich. Die Bewohner dort leben meist in Einfamilienhäusern.

Die Bezirksverwaltung befindet sich im Rathaus Reinickendorf am Eichborndamm.

In ihm befindet sich auch der Ernst-Reuter-Saal, in dem regelmäßig kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

Im Ortsteil Frohnau befindet sich eine buddhistische Tempelanlage. Am Edelhofdamm 54 steht das „Buddhistische Haus“. Der deutsche Arzt Dr. Paul Dahlke ließ dort in den Anfängen des 20. Jahrhunderts auf einem Hügel eine Begegnungsstätte errichten, nach asiatischen Vorbildern. Der Arzt, der selbst sehr bescheiden lebte, traf sich dort mit anderen Menschen zur Meditation und übte sich in den buddhistischen Lehren. Während des Krieges musste diese Glaubensausübung ruhen. Danach lebte die buddhistische Tradition wieder auf, es entstand der Tempel und die sogenannten „Gelben Mönche“ lebten dort. Heute kann man dieses Haus besichtigen und Ruhe finden. Es gibt Meditationsstunden und Vorträge.

Das Buddhistische Haus etwa 1962

Der Ortsteil Tegel ist ebenfalls ein seen- und waldreiches Gebiet. In diesem Bezirk befinden sich nicht nur der ehem. Flughafen Berlins und die Justizvollzugsanstalt, dort ist auch der Tegeler See mit seiner sehr schönen Seepromenade, der Greenwichpromenade mit einer großen Dampferanlegestelle. Dort am Hafen findet auch in jedem Jahr im Sommer das große Hafenfest statt. Bei schönem Wetter steppt da der Bär, wie der Berliner sagt.

 

 

Tegeler Hafenfest im Juli 2011 mit den „Champs“ aus Berlin. Am Kölsch-Stand war Riesenstimmung.