Wichtige Plätze
Es gibt unzählige Plätze in der Weltstadt Berlin. Hier alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Es gibt aber einige, die eine herausragende Stellung einnehmen. Über die will ich hier erzählen.
Alexanderplatz
In Berlins Mitte liegt der „Alex“, wie der Berliner diesen Verkehrsknotenpunkt kurz und bündig nennt. Nach dem russischen Zaren Alexander I. ist er benannt und, mal abgesehen von der Straßenbahn, nur den Fußgängern vorbehalten. Einst war an der Stelle des heutigen Platzes die Stadtgrenze. Durch die Bauten von Festungsmauern und
Schutzwällen entstand ein Platz, der im 17. Jahrhundert als Viehmarkt genutzt wurde, da der Handel und die Zucht von Ochsen und Schweinen in der Stadt verboten war. Da dort auch eines der wichtigsten Stadttore, nämlich das Georgentor, war, entwickelten sich Ansiedlungen. Viele wichtige Straßen z. B. aus Prenzlau, Bernau oder den Hansestädten an der Ostsee führten dort in die Stadt Berlin. So entstand eine Vorstadt. Durch das Georgentor erreichte auch König Friedrich I. die Stadt, nachdem in Königsberg gekrönt wurde. Von nun an war es das Königstor und der Platz „Königs Tor Platz“. Der Platz entwickelte sich weiter, wurde um 1800 teilweise zum Paradeplatz. Ein anderer Teil blieb Marktplatz mit einem florierenden Handel. Das hatte zur Folge, dass immer mehr Händler und Handwerker ansässig wurden. Am 25. Oktober 1805, Berlin war Residenzstadt, empfing König Friedrich Wilhelm III. Zar Alexander I. auf diesem Platz und ließ ihn danach in Alexanderplatz umbenennen.
Anfang des 20. Jahrhundert entstanden dort die ersten Warenhäuser und Theater. Der Alexanderplatz erlebte seine Blütezeit. Auch der Stadtbahnhof Alexanderplatz entstand zu dieser Zeit. Während des Zweiten Weltkriegs wurde auch dort fast alles zerstört. Unter dem Platz befand sich eine der größten Luftschutzanlagen. Die Deutsche Reichsbahn ließ diesen Tiefbunker bauen. Nach dem Krieg erfolgte dort der Wiederaufbau.
Der Potsdamer Platz
Im Bezirk Mitte liegt auch der Potsdamer Platz. Ein geschichtsträchtiger Platz und Verkehrsknotenpunkt. Ein Platz, der für Berlin schon immer eine erhebliche Bedeutung hatte.
Doch fangen wir am Anfang an. 1738 wurde im Zuge der neuen Stadtmauer als Zollgrenze das Potsdamer Tor errichtet. Es war eines von 14 Stadttoren. Von dort aus führte eine wichtige Straße nach Potsdam, zur Sommerresidenz von König Friedrich II. Der Platz lag damals noch am Stadtrand von Berlin als 1838 der Potsdamer Bahnhof gebaut wurde und mit ihm eine Eisenbahnlinie, die Berlin und Potsdam verband. Es entwickelte sich dort ein lebendiger Umschlagplatz für Waren. 1891 kam die Bahnstrecke nach Wannsee dazu. Verständlich, dass dort ein reger Verkehr herrschte. Folgernd ließen sich dort auch Gastronomen nieder und Hotels wurden gebaut. Darunter namhafte Häuser wie der „Fürstenhof“, das „Grand Hotel Bellevue“ und das „Palast Hotel“. Bis zum zweiten Weltkrieg ging es dort weiter bergauf. 1902 wurde dort die erste U-Bahnlinie gebaut, drei Stationen zum Gleisdreieck. Das Kaufhaus Wertheim eröffnete dort einen Standort. In den „Goldenen Zwanziger Jahren“ wurde dort die erste Verkehrsampel installiert, um dem
Verkehr Herr zu werden – ja, das Leben pulsierte-!
So ging es weiter, bis – ja bis der Zweite Weltkrieg ausbrach. Es wurde noch der S-Bahnhof Potsdamer Platz eingeweiht, bevor die Bomben fast alles zerstörten. Er wurde Lagerplatz für Schrott. Nach dem Krieg bildete der Platz ein Dreieck zwischen den West- und Ostsektoren. Der Schwarzmarkt blühte dort, die Menschen versuchten ihr Hab und Gut zu tauschen oder zu verkaufen. Dann verlief die Grenze über den Platz zwischen Ost und West. Als am 13. August 1961 die Mauer gebaut wurde war der Platz Brachland. Aber er war für Berlinbesucher ein Magnet. An einem Hochstand konnte man über die Mauer schauen, in ein Grenzgebiet, umgeben von Stacheldraht. Grenztürme der DDR, besetzt mit den Grenzposten der Volksarmee, die jede Bewegung mit Feldstechern argwöhnisch beobachteten. Das Maschinengewehr im Anschlag, waren sie auch jederzeit bereit, dieses zu benutzen.
Und dann kam die Wende und der Potsdamer erlebte seine Wiedergeburt. Einige Monate nach dem Mauerfall fand dort ein riesiges Rockkonzert statt. Die Menschen gaben ihrer Freude Ausdruck, dass das Wunder geschehen war, die Mauer war gefallen. Es begannen die Planungen, wie sich der Platz in Zukunft gestalten sollte. 1998 kaufte Daimler-Benz die Grundstücke und begann zu bauen. Es wurde eine moderne Architektur bevorzugt, die dem Platz sein heutiges Aussehen gab. Stararchitekten waren am Werk und namhafte Investoren hinterließen ihre Handschrift. Es entstand das Einkaufszentrum „Potsdamer Platz Arkaden“, dass „Film-Museum“, Kinos, Theater und Spitzenhotels.
Blick auf das DB-Hochhaus. Bei der Giraffe ist der Zugang zum Sony Center und zum Lego-Land.
Ein anderes Bild am Star-Boulevard. In dem Hochhaus befindet sich Europas schnellster Aufzug, mit dem man zu
einem Aussichtspunkt gelangt. Von dort bietet sich ein toller Rundblick.