
Malta
6000 Jahre alte Geschichte
Malta, eigentlich hatten wir gar keine Vorstellung von dieser Insel, als wir im Jahr 1997 unseren Urlaub dorthin buchten. Aber wir wollten sie kennenlernen, die Republik, die ein südeuropäischer Inselstaat ist. Die Republik Malta besteht aus sieben Inseln, von denen drei bewohnt sind. Die Hauptinsel ist Malta und eben auf dieser hatten wir im Jahr 1997 14 Tage Urlaub gemacht und im Jahr 2013 noch einmal Erinnerungen aufgefrischt, als wir im Rahmen unserer Mittelmeerkreuzfahrt dort anlegten. Bis 1964 gehörte Malta zum Vereinigten Königreich. Am 21. September dieses Jahres wurde es unabhängig und ist seit 2004 der kleinste Staat der Europäischen Union.
Die Geschichte dieser Insel ist rund 6.000 Jahre alt und reicht zurück bis zu steinzeitlichen Tempelanlagen, was archäologische Funde beweisen. Funde über römische Gräber und die feudalen Wohnungen des Malteserordens belegen die Geschichte ebenso wie Nachweise über Belagerungen von Vandalen, Griechen, Ostgoten und vielen anderen. Alle diese Völker haben natürlich ihre Spuren hinterlassen. Die Republik hat etwa 400.000 Einwohner, davon leben rund 6.200 in der Hauptstadt Valetta. Als Überbleibsel aus der britischen Zeit herrscht auf Malta Linksverkehr.
Image: Wikipedia
Blick auf Valetta, überragend ist die Kuppel der Karmeliterkirche
Bei unseren Ausflügen ist uns aufgefallen, dass die Insel sehr karg uns felsig ist. Die Vegetation ist spärlich, aber recht vielfältig. Die Küsten sind zum großen Teil sehr zerklüftet und unzugäglich.
Anreise & Hotel
Wir landeten 1997 auf dem internationalen Flughafen Malta, der in Luqa, etwa 8 km außerhalb von Valetta, im Süden der Insel liegt. Mit einem unbequemen und vollen Kleinbus wurden wir in unser Hotel gefahren. Wir hatten das „Seabank Hotel“ am Mellieha Bay, im Nordwesten der Insel, gebucht.
Das Hotel erwies sich als recht angenehm, dort konnten wir uns wohlfühlen. Wir wurden auch bereits von unserem Freund Harald (✝️2005) erwartet, der dort schon einen Woche Urlaub gemacht hatte. Nun wollten wir eine Woche gemeinsam verbringen bevor Harald dann nach Hause flog. Gleich vor der Hoteltür hatten wir, nur durch eine Straße getrennt, einen Strandabschnitt. Dieser Strand ist laut Aussagen der Reiseveranstalter der schönste der Insel. Unser Fazit war allerdings: für einen Strandurlaub nicht geeignet. Es gab aber im Garten des Hotels eine schöne Poolanlage.
Auch direkt vor der Tür befand sich eine Bushaltestelle, von wo aus wir prima die Hauptstadt der Insel, La Valletta, erreichten.
Harald & Horst an der Hotelbar
Die Busse auf Malta waren etwas ganz Besonderes. Ein dichtes Nahverkehrsnetzt sorgt dafür, dass man fast überall problemlos hinkommt. Diese Busse stammen zum Teil noch aus der britischen Kolonialzeit und wurden gebraucht nach Malta geschafft. Sie sahen also nicht nur alt aus, sie waren es auch. Da sie sich im Privatbesitz befanden, wurden sie von ihren Fahrern liebevoll gepflegt – und sie leisteten ihren Dienst. Für die Touristen waren sie eine Sehenswürdigkeit, auch Horst hat sich in diese Oldtimer verliebt.
Als wir die Insel im Jahr 2013 besuchten, waren diese Busse von den Straßen verschwunden. Sie sind seit 2011 durch neuere ersetzt wurden und diese sind jetzt blau.
La Valetta
La Valetta, die Hauptstadt der Republik Malta liegt auf einem Sandsteinhügel und ist wohl die bestgesichertste Stadt der Welt. Sie ist umgeben von einem Ring aus Bastionen, die aus der Zeit der Ritterherrschaft des Malteserordens herrühren. Dort ist auch der Ursprung des Namens der Stadt zu finden. „De la Valette“, war damals der Großmeister des Ritterordens.
Grünanlagen in Valetta
Der Großmeisterpalast
Blickfang der Stadt ist zweifellos der Großmeisterpalast aus dem 16. Jahrhundert. Einst für die Großmeister des Malteserordens erbaut, ist er heute Sitz des Parlaments. Einige der Räume sind öffentlich zugänglich und zeigen die Pracht der damaligen Zeit. Sehenswert sind der Fahnensaal und die Waffenkammern, in denen die Großmeister ihre Spuren hinterlassen haben.
Fahnen schmücken den Großmeisterpalast, der fast einen ganzen Straßenzug einnimmt. Rechts: einer der edlen Räume in der weitläufigen Anlage.
Die Kirchen
Kirchen gibt es in der Republik Malta viele. Die Bewohner sagen, sie hätten für jeden Tag im Jahr eine Kirche. Der Inselstaat ist überwiegend römisch-katholisch. Es gibt nur wenige Ausnahmen. Die Religion spielt eine sehr große Rolle, selbst auf die Gesetzgebung hat sie einen sehr großen Einfluss. So gibt es dort bis heute keine Ehescheidungen und Schwangerschaftsabbrüche stehen unter Strafe.
Eine lange, bergauf führende Straße, der Weg in die Stadt La Valletta. Schon hier fallen dem Besucher die ersten großen Kirchengebäude auf.
Die St. John´s Co-Kathedrale ist ein Sandsteinbau aus
dem 16. Jahrhundert und einst als Hauptkirche des Rit
terordens gebaut.
Bei dieser großen religiösen Vorherrschaft in diesem Staat ist nicht verwunderlich, dass es fast an jedem Wochenende in irgendeiner Gegend der Republik ein kirchliches Fest gibt. Das geht von der Verehrung von Schutzheiligen bis zu den offiziellen Feiertagen. So besuchten wir, gemeinsam mit unserem Freund Harald, ein solches Fest. Um eine Kirche herum gruppierten sich viele Stände mit Essen, Trinken und Belustigungen für die Kinder. Ähnlich wie bei einem Volksfest.
Überall sah man verschwenderischen Blumenschmuck und viele Kerzen. Wir erfuhren, dass es sich um ein Fest zu Ehren einer Schutzheiligen handelte.
Der Hafen
Viele Ausflüge unternahmen wir per Schiff, unserem Lieblingstransportmittel. So machten wir eine Hafenrundfahrt durch diesen schönen Naturhafen, der wohl einer der spektakulärsten der Welt ist.
Beeindruckend war auch die Hafeneinfahrt im Oktober 2013 mit der „Mein Schiff 1“
Wunderbar sind die Festungsanlagen im Hafengebiet zu sehen. Die Bastionen stammen teilweise aus dem 16. Jahrhundert.
Der Großmeisterpalast vom Wasser aus gesehen
Typisch für Malta sind die kleinen, bunten Fischerboote
Die Blaue Lagune
Einen weiteren Ausflug per Schiff machten wir zur „Blauen Lagune“. Diese Bucht trägt ihren Namen zu Recht. So blaues Wasser hatten wir noch nie gesehen. Zum Schwimmen ideal, nur war der Untergrund sehr felsig. Die „Blaue Lagune“ liegt zwischen der Insel Malta und ihrer Nachbarinsel Gozo.
Mdina
Mdina ist eine der früheren Hauptstädte Maltas. Die kleine Stadt mit ihren rund 250 Einwohnern liegt im westlichen Zentrum der Insel. Erst Besiedelungen werden aus der Bronzezeit nachgewiesen. Wegen der Hügellage war dieser Platz ein günstiger und auch strategisch guter Wohnort. Die Stadt ist heute ein touristischer Anziehungspunkt. Das mittelalterliche Flair ist dort erhalten geblieben. Mittelpunkt ist die Kathedrale St. Paul.
Popeye – Village
Ein weiteres Highlight auf der Insel Malta ist die ehemalige Filmkulisse für den Film „Popeye – der Seemann mit dem harten Schlag“. Popeye – Village ist heute eine Touristenattraktion, die auch wir uns nicht entgehen ließen.
Zwischendurch konnte man dann auch einige „Bewohner“ von „Popeye-Village“ sehen. So erfreute z. B. Popeyes Partnerin Olive die Besucher mit ihrem Gesang.
Und auch hier gab es wieder die Möglichkeit zu einer Schifffahrt. Mit einem kleinen Schiff fuhren wir um die Felsenbucht und konnten so die Filmstadt vom Wasser aus sehen.
Malta ist ein interessantes Land. Es hat sich gelohnt dieses Fleckchen Erde gesehen zu haben.