Auf der Rhône mit der MS Maribelle" - Juni 2013
Die blühenden Lavendelfelder, die wir von Fotos her kannten, waren ausschlaggebend für diese Reise. Frankreich selbst war uns nicht mehr unbekannt, aber die Provence und die Carmargue hatten wir noch nicht gesehen. Gebiete, denen man Zauberkräfte nachsagt. Und wie geht das besser, als mit einem Schiff gemütlich einen Fluss entlang zu fahren, jeden Morgen an einem anderen Ort die Augen auf zu machen und nach dem Frühstück Städte und Landschafen zu erkunden. So buchten wir uns im September 2012 auf der MS Maribelle für eine 7 – tägige Flusskreuzfahrt auf der Rhône ein.
28. Juni 2013 - Anreise
Unsere Reise begann am Freitag, den 28. Juni 2013 früh um 7:20 Uhr am Flughafen Berlin – Tegel. Ein Airbus 321 der Lufthansa brachte uns in 50 Minuten zunächst nach München.
Nach drei Stunden Aufenthalt auf dem Franz-Josef-Strauß-Airport flogen wir dann mit einer kleineren Maschine der Lufthansa um 11:10 Uhr weiter nach Lyon. Pünktlich um 12:30 Uhr landeten wir und wurden dort bereits von unserem Transfertaxi erwartet. Ca. eine halbe Stunde dauerte die Fahrt vom Flughafen bis zu Schiff, das am Quai Claude Bernard in der City Lyons, lag. Leider waren wir viel zu früh da, unsere Kabinen waren noch nicht bezugsbereit. Freundliche Helfer nahmen sich unseres Gepäcks an und wir setzten uns in die Lounge wo es eine heiße Suppe gab. Auch einen Kaffee konnten wir schon bekommen. So verging die eine Stunde, bis unsere Reiseleiterin dann die Kabinen freigab. Wir bekamen unsere Bordkarten und konnten nun unser Reich für die kommenden sieben Tage beziehen.
28. Juni 2013 - Das Schiff
Die MS Maribelle ist ein Flussschiff der Mittelklasse mit 76 Kabinen die sich über drei Decks verteilen. Es gibt Standard - und DeLuxe – Kabinen. Die DeLuxe – Kabinen sind etwas größer und verfügen über Panaramafenster die geöffnet werden können. Wir hatten eine DeLuxe – Kabine auf dem mittleren Deck gebucht und waren sehr zufrieden mit unserer Wahl.
Nun hieß es erst einmal Koffer auspacken und einrichten. Es war genug Stauraum vorhanden. Im Schrank befand sich auch ein Safe, in dem wir unsere Wertsachen sicher verstauen konnten. Wir mussten uns schon beeilen, denn der Restaurantchef Daniel Slusarenko erwartete uns zur Tischreservierung. Wir bekamen unsere Plätze im Restaurant zugewiesen die für die ganze Reise reserviert waren. Der erste Tag ist immer Stress. Kaum hatten wir das erledigt, folgte in der Lounge das Informationsgespräch. Die Kreuzfahrtleiterin Susann Zimmermann und der Hotelmanager Karl Jost gaben Infos zum Schiff und zu den Landausflügen.
Neu war für uns dann die Seenotrettungsübung, die wir bis dahin nur von den großen Kreuzfahrtschiffen kannten. Nun ist sie auch auf den Flussschiffen zur Pflichtübung geworden. Es wurde das Anlegen der Rettungswesten gezeigt. Wir versammelten uns alle auf dem Oberdeck und bekamen erklärt, wo wir uns im Notfall einzufinden hatten. Das ganze war in ein paar Minuten vorbei.
Die Seenotrettungsübungen sind vom Seefahrtsamt international vorgeschriebene Pflichtveranstaltungen für alle Passagiere. Sie müssen innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Auslaufen der Schiffe durchgeführt werden. Die meisten Schiffe absolvieren diese Rettungsübungen in der Zwischenzeit vor dem Auslaufen.
Nun war es schon Zeit zum Abendessen. Wir lernten unsere Tischnachbarn kennen. Elke, Kathi und Jürgen waren auch aus Berlin und so kamen wir schnell ins Gespräch. Unser Kellner Laszlo war ein netter junger Mann, und das Essen war lecker. Während des Abendessens machte die MS Maribelle die Leinen los. Um 20:00 Uhr legten wir ab und fuhren die
Rhône abwärts in Richtung Viviers. Nach dem Abendessen wollten wir nur ins Bett. Die Damen vom Houskeeping hatten in der Zwischenzeit die Kabinen für die Nacht hergerichtet. So fielen wir nur noch müde in unsere Kojen.
29. Juni 2013 - Viviers
Recht gut geschlafen hatten wir in dieser ersten Nacht auf dem Schiff nicht. Die ungewohnten Geräusche und das fremde Bett waren erst einmal gewöhnungsbegürftig. Eine erfrischende Dusche machte uns munter und so gingen wir gegen 8:00 Uhr zum Frühstück. Das Frühstücksbuffet war, wie erwartet, recht ordentlich. Danach machten wir es uns auf dem Sonnendeck gemütlich, genossen die schöne Umgebung und beobachteten das Ein – und Ausfahren in den vielen Schleusen.
Anfahrt auf eine Schleuse. Wir mussten warten, vor uns lag eines der wenigen Lastschiffe, die die Rhône befahren. Langsam tastet sich unser Kapitän vorwärts, bis wir schließlich in der Schleusenkammer stehen und um einige Meter abgesenkt werden. Um 11:00 Uhr erreichten wir die kleine Stadt Viviers am rechten Rhôneufer. Die Stadt bildet den Eingang zur Provence. Von dort aus nahmen wir an einem Ausflug teil, der nach dem Mittagessen startete.
Die MS Maribelle am Anleger von Viviers
Besuch vor unserem Kabinenfenster
Wir fuhren mit einem Bus zu den Schluchten von Ardèche. Eine traumhaft schöne Landschaft, die von den Franzosen „unser Mini-Grand Canyon“ genannt wird.
Immer wieder hielt unser Busfahrer an besonders schönen Aussichtspunkten, damit wir Gelegenheit hatten, diese schönen Aussichten zu genießen und zu fotografieren. Einen längeren Aufenthalt machten wir bei der „Grotte de la Madeleine“. Wer wollte konnte die Höhle besichtigen. Wir zogen es vor, einen Spaziergang durch den angrenzenden Park zu machen. Viele Kanuten waren mit ihren Booten auf dem Fluss, der wie die Gegend „Ardèche“ heißt.
In einem Bistro konnten wir ein kühles Getränk erstehen und eine kleine Ausstellung über die Grotte ansehen. Dann ging unsere Fahrt weiter, immer wieder unterbrochen von
Fotostops......z. B. bei wild lebenden Ziegen! Das nächste Ziel dieses Ausflugs war ein kleines Lavendelmuseum. Hatten wir schon auf der Fahrt einige Lavendelfelder gesehen, so erschloss sich uns dort eine ganze Pracht.
Nach diesem Besuch fuhren wir zurück zum Schiff. Am Abend erwartete uns der Kapitänsempfang und dazu mussten wir uns noch ein wenig herrichten. Bei einem Glas Sekt wurden wir von dem französischen Kapitän Michel Berthomier begrüßt und lernten bei dieser Gelegenheit auch die führenden Personen an Bord kennen.
Der Kapitän und seine Mannschaft v. l.: Die Hausdame Kristina H., der Front-Office Manager Nils van B., der Chefkoch Cristophe N., der Maitre Daniel S. der Hotelmanager Karl J., verdeckt der Chefingenieur, der Kapitän und im Vordergrund die Kreuzfahrtleiterin Susann Z.
Das anschließende Gala-Abendessen war sehr gut. Danach noch einen Drink an der Bar, wo der Bordmusiker Jürgen zum Tanz aufspielte.
Um 19:00 Uhr hatten wir in Viviers wieder abgelegt. Ein schöner Tag lag hinter uns als wir müde in unsere Kabine gingen. Mal schauen, was der nächste Morgen bringt.
30. Juni 2013 - Avignon
Als wir, wie immer, gegen 08:00 Uhr zum Frühstück gingen hatte die MS Maribelle bereits am Anleger von Avignon festgemacht. „An einem Sonntag in Avignon...“, das Lied von der französischen Sängerin Mireille Mathieu kam uns in den Sinn, denn es war Sonntag. Wir freuten uns auf die Stadt, von der wir schon viel gehört und gelesen hatten. Nach dem Frühstück machten wir uns auf zur Stadterkundung.
Wir bummelten durch die Straßen und besuchten den Papstpalast, der uns sehr beeindruckte. Viel Geschichte gab es dort zu erleben. Nach der Besichtigung des riesigen Palastes waren wir einigermaßen geschafft. Die vielen Treppen merkten wir in unseren Beinen. So suchten wir uns erst einmal ein Bistro wo wir etwas zu trinken bekamen. Quer durch die Altstadt liefen wir dann zurück zur Rhône, um die berühmte Brücke von Avignon anzusehen.
Das Mittagessen auf dem Schiff wartete nun auf uns. Außerdem brauchten unsere Füße dringend etwas Erholung. Nach einer Stunde Siesta zogen wir noch einmal los. Es gab noch viel zu sehen. Ein Eiscafé lockte mit leckeren Eisbechern, da konnten wir auch nicht widerstehen. Am späten Nachmittag waren wir zurück auf dem Schiff. Duschen, umziehen und schon war es wieder Zeit zum Abendessen. Der Tag war verflogen, ehe wir unsere Erlebnisse so richtig verdaut hatten. Aber das kommt später. Bei einem Drink in der Lounge ließen wir den Tag ausklingen.
01. Juli 2013 - Arles
Wieder lag ein ereignisreicher Tag vor uns. Die Sonne schien und je weiter wir in Richtung Süden fuhren, umso wärmer wurde es. Die Temperaturvoraussagen lagen bei 28 Grad. Es versprach also ein schöner Tag zu werden. In der Nacht hatte unser Kapitän den Anleger von Avignon verlassen und ist Richtung Arles weitergefahren, wo wir um 08:00 Uhr früh ankamen.
Anfahrt auf Arles
- Die MS Maribelle hat am Anleger von Arles festgemacht. Daneben lag die MS Viking Europe
Nach dem Frühstück zogen wir wieder los zur Stadterkundung. Wir liefen zum großen Amphietheater, der Arena in der noch immer Stierkämpfe bzw. Stierspiele stattfinden. Der Unterschied zwischen den Kämpfen und den Spielen besteht darin, dass bei den Spielen kein Blut fließt und der Stier nicht getötet wird. Wir spazierten durch kleine Straßen zur Kathedrale am Place de la Républice, wo sich auch das Rathaus der Stadt befindet. Zwischendurch mussten wir uns immer wieder einmal auf dem Stadtplan orientieren, aber wir haben alles gefunden.
Nach dem Mittagessen auf dem Schiff nahmen wir dann an einem Ausflug teil. Um 14:00 Uhr fuhren wir gemeinsam mit anderen Gästen in die Carmargue. Auf dieser Fahrt erlebten wir eine wunderbare Natur, ein fruchtbares Land. Wir sahen Reisfelder in den Sumpfgebieten, konnten die weißen Carmargue – Pferde in freier Wildbahn bewundern und die schwarzen Stiere die dort gezüchtet werden. Die rosa Flamingos waren schon etwas schwerer zu sehen, da sie weiter weg von der Straße ihre Plätze haben.
Unser Busfahrer verließ die Hauptstraße und fuhr mit uns über kleine Nebenstraßen direkt durch die Felder. Unser Weg führte vorbei an einem Brackensee der umgeben ist von Schilfgürteln in denen alle möglichen Vögel ihre Nistplätze haben.
Unsere Fahrt führte uns bis zu der kleinen Stadt Saintes-Maries-de-la-Mer. In diesem traditionellen und vielbesuchten Wallfahrtsort hatten wir Freizeit. Der Ort bildet die südliche Spitze der Carmargue und liegt direkt am Meer. Wir bummelten ein wenig durch die Straßen, sahen uns die Kirche an und gingen noch einen Cappuccino trinken bevor wir mit dem Bus dann zurück zum Schiff fuhren.
Mitten im Zentrum der kleinen Stadt steht dieser Springbrunnen, der den weißen Carmague-ferden gewidmet ist.
Auf der Rückfahrt konnten wir noch einmal die bezaubernde Landschaft genießen. Um 18:00 Uhr erreichten wir wieder unser Schiff. Ein schöner Nachmittag lag hinter uns. Duschen, umziehen und ab zum Abendessen, das wie immer vorzüglich war. Noch ein Drink in der Lounge und schon war der Tag wieder zu Ende.
Ein Springbrunnen in Arles
02. Juli 2013 - Port St. Louis
Die Tage vergingen wie im Flug noch ehe wir das so richtig begriffen hatten. Schon befanden wir uns wieder auf der Rückfahrt. Die Nacht haben wir noch an unserer Anlegestelle in Arles verbracht. Um 08:00 Uhr fuhren wir weiter. Einige Gäste waren zu einem Ausflug gestartet und werden an unserer nächsten Haltestelle wieder zu rückkehren. Wir zogen es vor, den Vormittag an Bord zu relaxen. Es war ein herrlicher Tag, da war ein Liegestuhl auf dem Sonnendeck gerade recht.
Um 11:00 Uhr erreichten wir den kleinen Hafen Port St. Louis. Viel los war dort nicht, aber ein Spaziergang nach dem Mittagessen war es wert. Eine himmlische Ruhe herrschte in dem Yachthafen in dem ein paar nette kleine Boote lagen.
Am Abend warfen dann auf dem Schiff große Ereignisse ihre Schatten voraus. Das „Piratenabendessen“ wurde eingeläutet mit einer erfrischenden Piraten-Bowle. Das Personal war witzig mit Piraten T-Shirts bekleidet und auch das Essen war darauf abgestimmt. Danach fand dann in der Lounge die „Crew-Show“ statt. Mitglieder der Crew aus allen Bereichen boten ein witziges, unterhaltsames Programm, das aus Musik, Sketchen und Tanz bestand. Die Kreuzfahrtleiterin und der Hotelmanager führten durch das bunte Programm mit musikalischer Unterstützung von Jürgen. Die Küchen-Crew unterhielt uns mit einem witzigen Tanz, alles voran, der Chef-Koch!
03. Juli 2013 - Tournon sur Rhône
Wir befanden uns auf dem Weg zu unserem letzten Haltepunkt, Tournon sur Rhône. Um 19:00 Uhr gestern Abend waren wir los gefahren und erreichten diese kleine Stadt gegen 14:00 Uhr. Der Tag stand schon ganz im Zeichen des Abschieds. In dem täglichen Tagesprogramm gab es die ersten Hinweise auf die Abreiseformalitäten. Die richtigen Kofferanhänger, Bezahlung der Bordrechnung, Uhrzeiten für den Transfer zum Flughafen und alles was zu einem reibungslosen Ablauf der Ausschiffung wichtig ist. Am Vormittag gab es einen französischen Frühschoppen. Zu passender Musik wurde ein Glas Cidre gereicht, das ist ein spritziger, französischer Apfelwein, der sehr lecker schmeckt.
Nach dem Mittagessen machten wir uns dann auf, die Stadt Tournon zu erkunden. Dieser kleine Ort, 80 km vor Lyon ist bekannt für seinen Weinanbau.
Einfach nur mal Ruhe – bei einem Kaffee, lesen in der Lounge
Zum Abend mussten wir uns dann wieder chic machen. Der Kapitän lud zum Cocktail und wir lernten alle fleißigen Helferlein kennen, die dafür sorgten, dass wir uns auf dem Schiff wohlfühlen konnten. Danach gab es dann im Restaurant das große Abschieds-Gala-Abendessen mit der Eisbombenparade. Immer wieder ein schönes Erlebnis.
04. Juli 2013 - Lyon
Der letzte Tag war angebrochen. Wir haben den Abend in der Lounge ausklingen ausklingen lassen. In der Nacht sind wir weiter gefahren und waren um 08:00 Uhr wieder in Lyon zurück. Aber dieser Tag lag noch vor uns. Nachdem wir in Ruhe gefrühstückt hatten, machten wir uns auf, die Stadt Lyon zu erkunden. Leider waren die Wege doch weiter, als vorher angenommen. Aber etwas haben wir doch gesehen.
Am Nachmittag hieß es dann Koffer packen. Noch ein letztes Abendessen und ein Drink an der Bar, bevor wir unsere Bordrechnung bezahlten. Auch von unseren neuen Reisefreunden hatten wir uns schon verabschiedet, da diese ganz früh am nächsten Morgen abreisten.
05. Juli 2013 - Lyon - Heimreise
852 Flusskilometer sind wir gefahren und haben einen Höhenunterschied von 180 m bewältigt. Eine schöne Reise war wieder zu Ende. Wir konnten noch einmal in Ruhe das Frühstücksbuffet genießen bevor uns das Transfertaxi um 10:00 Uhr zum Flughafen brachte. Zunächst ging es bis nach München und von dort nach einem kurzem Aufenthalt nach Berlin. Um 17:00 Uhr hatten wir wieder heimischen Boden unter den Füßen. Ein Taxi brachte uns sicher nach Hause.
Ein romantischer Abend an der Rhône