Fuerteventura  

Insel aus Sand, Wind und Weite

Fuerteventura ist die zweitgrößte der Kanarischen Inseln. Auf einer Fläche von 1 660 km² leben rund 100 000 Menschen. Da diese Insel eine beliebte Urlaubsinsel, nicht nur bei deutschen Touristen, ist, kommen in jedem Jahr etwa zwei Millionen Besucher, die dort ihre Ferien verbringen. Somit ist der Tourismus auch der wichtigste Wirtschaftszweig der Region. Die Inselhauptstadt ist Puerto del
Rosario.

Die Insel liegt 120 km vor der marokkanischen Küste. Sie ist, wie alle kanarischen Inseln, ebenfalls vulkanischen Ursprungs. Ureinwohner waren die Guanchen, vermutlich südafrikanische Berberstämme.

Wir waren bisher zwei Mal auf Fuerteventura, das erste Mal zum Badeurlaub im August/September 2003 und ein zweites Mal während unserer Kanaren - Kreuzfahrt am 05.Januar 2012.

Image: Wikipedia

Puerto del Rosario

Seit 1860 ist Puerto del Rosario zentraler Verwaltungsort von Fuerteventura. Erst im 18. Jahrhundert wurde dieser Ort gegründet. Davor hatten die Menschen Angst vor Piratenüberfällen und mieden diese Gegend als Wohnsitz. Englische Kaufleute sorgten im 19. Jahrhundert für den ersten Wohlstand durch Handel mit gebrannten Kalk und englischer Steinkohle. Südlich der Inselhauptstadt liegt der internationale Flughafen von Fuerteventura, der aber auch die regionalen Verbindungen mit den anderen Inseln bedient.


Wir erlebten die Stadt als verschlafenes Örtchen, es war aber auch früher Morgen, als wir dort im Hafen mit unserem Schiff, der „Mein Schiff 1“, angelegt hatten.

Blick auf Puerto del Rosario vom Schiff aus

Bei unserem kurzen Spaziergang durch die Stadt sahen wir: 

Das Gebäude der Inselregierung

Die Kirche

Ein mächtiges Monument

Unser Badeurlaub

Eigentlich sollte es in diesem Jahr zum Urlaub eine Mittelmeerkreuzfahrt werden. Leider hatte die Reederei das Schiff abgesagt, und so entschlossen wir uns 14 Tage, vom 25. August bis zum 08. September 2003, auf der Kanareninsel Fuerteventura zu verbringen, die wir bis dahin auch noch nicht kannten. Am 25. August, früh um 04:40 Uhr startete unser Flugzeug der Airline LTU in Berlin Schönefeld. Pünktlich um 8:00 Uhr Ortszeit landeten wir auf dem internationalen Flughafen von Fuerteventura. Nach einer Stunde Transfer erreichten wir unser Hotel, das „RIU Fuerteventura Playa“ an der Costa Calma. Auf der Fahrt konnten wir einen ersten Eindruck von unserem Ferienziel bekommen. Was wir sahen, war nicht sehr ermutigend. Es war alles sehr karg, ein wenig wie Wüste.

 

Das Hotel machte einen netten Eindruck, der Empfang war freundlich und der Check-in ging schnell. Wir bekamen unsere All-inklusive-Armbänder angelegt, die uns als Gäste des Hauses auswiesen.

Auch unser Zimmer war widererwarten trotz der frühen Morgenstunde schon fertig. Die Schlüssel für das Zimmer 131 wurden uns ausgehändigt und die Koffer brachte ein Hotelpage auf das Zimmer. Der Raum war geräumig und freundlich, alles in allem ein netter Beginn.

Das Hotel hatte ein großes Restaurant, in dem das Frühstück, das Mittagessen und das Abendessen eingenommen wurden. Darüber hinaus gab es in einem Nebenraum ein sogenanntes „Spätaufsteherfrühstück“. Zum Abendessen hatten wir einen fest reservierten Tisch. Das Essenangebot wurde immer in Buffetform gereicht, es war reichhaltig und gut. Weiter gab es im Rahmen des gastronomischen Angebotes eine Poolbar, an der am Tage Getränke ausgeschenkt wurden. Nachmittags wurde dort auch Kuchen angeboten. Am Abend öffnete dann die Hotelbar, in der ein Unterhaltungsprogramm die Zeit vertreiben sollte. Das All-Inklusive-Arrangement um fasste Vollpension, Getränke und das Animationsprogramm des Hotels. Ein Fitnessraum mit verschiedenen Geräten stand ebenfalls kostenlos zur Verfügung.

Abendunterhaltung z. B. ein Papageiendomteur

Abends in der Hotelbar

Im Außenbereich gab es eine schöne Parkanlage mit einem Pool und Liegestühlen, die auch inklusiv waren. Der Pool entpuppte sich jedoch als größeres Planschbecken. Bei einer max. Tiefe von 1,10 Metern war an schwimmen nicht zu denken.

Die unmittelbare Hotelumgebung war umgeben von schönen Grünanlagen.

Wie es bereits in der Ausschreibung des Veranstalters beschrieben war, lag das Hotel an einer felsigen Bucht. Nach einem Spaziergang von ca. 10 Minuten erreichten wir aber einen wunderschönen Sandstrand. Dort konnten wir Liegen und Sonnenschirme mieten, um es uns bequem zu machen. Dieses Vergnügen war aber nicht ganz preiswert. Immerhin 7,20 Euro kostete das pro Tag. Man konnte aber auch am Strand entlang schön spazieren gehen.

Die Ausflüge

Wenn auch unser Urlaub auf Fuerteventura in erster Linie auf Badeurlaub ausgerichtet war, wollten wir aber auch etwas von der Insel sehen. So buchten wir drei organisierte Ausflüge, die uns Land und Leute näher bringen sollten.

Als erste Fahrt hatten wir eine „VIP-Tour“ gebucht. Das besondere an dieser Fahrt war der Bus und die Größe der Gruppe. Mit einem kleinen Bus mit gemütlichen Ledersesseln und insgesamt 20 Personen fuhren wir über die Insel.

Corralejo war die erste Station unseres Ausfluges. Diese kleine Stadt im Norden der Insel war im 17. Jahrhundert ein Piraten- und Schmugglerhafen. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts wurde dieser Landstrich von der Tourismusbranche entdeckt. Es entstanden Hotels und Appartements. Das Besondere dort sind die großen Wanderdünen die sich über 11 km erstrecken. Dahinter gibt es feine weiße Sandstrände. Unser Bus hielt an den Dünen. Sand soweit das Auge reicht.

In den Wanderdünen von Corralejo

Die Schuhe bzw. die Füße voller Sand bestiegen wir wieder unseren Bus, der Busfahrer war begeistert. Wir fuhren durch Corralejo zum Hafen. Mit einem Glasbodenboot schipperten wir zur Insel Lobos. Diese kleine, unbewohnte Insel vor der Nordspitze Fuerteventuras steht unter Naturschutz wegen der reichhaltigen Flora, zu dem ist dort ein Vogelschutzgebiet. In der Antike soll diese Insel ein römischer Militärstützpunkt gewesen sein.

Unser Schiff machte vor dem Ufer der Insel fest. Durch den Glasboden konnten wir das bewegte Leben im Meer beobachten. Viele bunte Fische tummelten sich dort, die allerdings von der Schiffsbesatzung mit Futter angelockt wurden.

...und weiter geht es...

Wir besuchten eine Kunstausstellung, in der bekannte inländische Maler ihre Werke ausstellen. Die Casa Mané bei La Olivia im Norden von Fuerteventura ist ein Herrenhaus aus dem 19. Jahrhundert, das seit 1990 Kulturzentrum ist.

Eine, der sehr schönen Mlereien.

Das Herrenhaus ist von einem sehr gepflegten Garten umgeben, in dem auch Skulpturen zu sehen sind.

In der Inselhauptstadt Puerto del Rosario gingen wir in einem guten Restaurant zum Mittagessen. Wir bekamen ein leckeres Fünf-Gänge-Diner serviert, dessen Hauptgang natürlich aus Fisch bestand. Frisch gestärkt ging es mit unserem Bus dann in die Berge. So karg die Landschaft dort auch ist, sie hat etwas beeindruckendes. Eine freundliche Reiseleiterin erzählte uns auf der ganzen Fahrt etwas über Land und Leute. So erfuhren wir zum Beispiel, dass es auf der Insel mehr Ziegen als Menschen gibt.

Das historische Dorf Betancuria war unser nächstes Ziel. Das Dorf mit seiner hübschen Wallfahrtskirche Santa Maria liegt mitten in den Bergen. Diese Kirche stammt aus dem Jahr 1410 und bildet den Mittelpunkt einer kleinen Stadt, die eine große historische Bedeutung für Fuerteventura hat.

Die wenigen Einwohner leben überwiegend vom Tourismus, dem sie ihr altes Kunsthandwerk präsentieren. So konnten auch wir Zeuge von der Herstellung von Stoffen und schönen Stickereien werden. Auch die Fingerfertigkeit einer Korbherstellerin war zu bewundern. Zum Abschluss in diesem Ort sahen wir noch eine Multivisionsschau, die uns etwas über die Insel Fuerteventura zeigte.

 

Durch die Berge an der Westküste führte uns unser Ausflug weiter. Dort gibt es keinen Tourismus, die Küste ist felsig und stark zerklüftet. Es waren aber beeindruckende Landschaftsbilder.

Noch einen Stopp gab es, bevor es in das Hotel zurück ging. In dem Dorf Pájara konnten wir noch einen Spaziergang machen. Unsere Reiseleiterin und der Busfahrer bereiteten in der Zwischenzeit einen kleinen Umtrunk vor. Mit einem Glas Sekt in gemütlicher Runde beendeten wir diesen schönen Ausflug auf dem wir viele neue Eindrücke gewonnen hatten.


 

Am Donnerstag den 04. September führte uns ein weiterer Ausflug am Vormittag nach Jandia. Jandia ist eine Halbinsel, im Süden von Fuerteventura gelegen. Zum Meer hin befindet sich Jandia Playa, wo sich die schönsten Strände der Insel befinden. Jeden Donnerstag ist dort ein großer afrikanischer Markt. Es war nicht so lohnenswert, wie wir uns das gedacht hatten. Es war sehr voll und angeboten wurde der übliche Touristentrödel. Ein nahe gelegenes Einkaufszentrum war da schon interessanter. Nach einem Bummel und einer Pause in einem deutschen Café, fuhren wir gegen Mittag zurück zum Hotel. Es war eine Abwechslung aber nichts Besonderes.

Der Leuchtturm von Jandia


Luxusyacht & Jetski - Da war diese Tour, die wir am 06. September unternahmen, schon bedeutend erlebnisreicher. Ich hatte mir diesen Ausflug zum Geburtstag gewünscht. Die Ausschreibung war vielversprechend und da ich am 05. September meinen Ehrentag feiern konnte, passte das gut.

Die Yacht „Isabel“ (Postkartenkopie)

Nach der Begrüßung mit einem Glas Sekt, klärte uns der Reiseleiter über den Tagesablauf auf. Die Fahrt ging zu dem südlichsten Dorf der Insel. In diesem Dorf leben etwa 40 Menschen, überwiegend vom Fischfang. Zu erreichen ist dieses Örtchen nur mit Land-Rovern oder mit dem Schiff.

In diesem kleinen Dorf, sollte es Mittagessen für uns geben. Leider konnte das Schiff dort nicht anlegen. So wurden wir mit Jetski, gesteuert vom Kapitän, an Land gebracht. Das war Abenteuer pur. Wir bekamen Schwimmwesten an und los ging die wilde Fahrt. Das war ganz schön aufregend. Aber wir kamen heil an.

Das Mittagessen in einem rustikalen Restaurant war eine echte Leckerei. Frischer Fisch mit Salat, Ziegenkäse und canarischen Kartoffeln. Dazu gab es Wein und Wasser. Dann ging es auf dem gleichen Weg zurück zum Schiff. Irgendwie waren wir doch froh, wieder heil dort angekommen zu sein.

Unsere Fahrt ging weiter zur Westküste, wo wir in einer Bucht eine Badepause einlegten. Wir fühlten uns wohl auf der „Isabel“


Rückreise & Fazit

Sonntag, 07. September 2003, nach dem Abendessen packten wir unsere Koffer. 14 Tage Urlaub waren wieder einmal vorbei. Wir konnten am Morgen noch frühstücken, bevor uns der Transferbus um 7:50 Uhr zum Flughafen brachte. Um 11:40 Uhr startete unsere Maschine nach Berlin-Schönefeld. Es war ein schöner Urlaub. Wir haben uns gut erholt. Sicher gab es das eine und andere zu bemängeln. Vermisst haben wir einen Mittagssnack an der Poolbar. Am Abend war man nur auf die eine Hotelbar angewiesen. Alles Gute ist leider nirgendwo beisammen.


Fuerteventura war schön und auch interessant, aber einen Badeurlaub werden wir dort wohl nicht noch einmal machen.