Belgien
Die Monarchie Belgien ist 30.528 m² groß und hat rund 10.350.000 Einwohner. Das Land teilt sich in den wallonischen, flämischen und deutschen Teil. Die Sprachbarrieren sind erheblich. Während die Walloner sich der französischen Sprache verschrieben haben, sprechen die Flamen niederländisch. Nur ein geringer Prozentsatz ist deutsch. Die Sprachbarrieren zwischen Wallonen und Flamen gehen bis in die Familien und sind fast kompromisslos. Nur die Hauptstadt Brüssel ist zweisprachig. Alle amtlichen Angelegenheiten sind in zweisprachiger Ausführung vorhanden. Seit Belgiens Unabhängigkeit 1830 wurde das Land von sieben Königen regiert, die da waren: Leopold I. vom 21.07.1831 – 10.12.1865, Leopold II. vom 17.12.1865 – 17.12.1909, Albert I. 23.12.1909 – 17.02.1934, Leopold III. vom 23.02.1934 – 16.07.1951, Prinzregent Charles vom 20.09.1944 – 20.07.1950, Baudouin vom 17.07.1951 – 31.07.1991, Albert II. 09.08.1993 – 21.07.2013, Philippe 21.07.2013 – heute.
Belgien war während des ersten und zweiten Weltkrieges das Schlachtfeld Europas. Dort fanden erbarmungslose Gemetzel zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich statt. Auch in den Jahren 1944/45 kann es zu schweren Zerstörungen im Rahmen der Ardennenoffensive. Belgien ist einer der Gründerstaaten der EWG und heute Sitz der Nato und der Europäischen Union. Mit Antwerpen besitzt das Land den zweitgrößten Hafen Europas nach Rotterdam. Wir lernten Belgien während unserer Reisen im August 2005 und im April 2014 kennen.
Das Belgische Königshaus
Belgien ist eine parlamentarische Erbmonarchie, die seit 1830 besteht. Seit 21. Juli 2013 ist Philippe siebter König der Belgier, an seiner Seite Königin Mathilde, mit der er seit 1999 verheiratet ist. Die beiden haben vier Kinder, Kronprinzessin ist die älteste Tochter Elisabeth.
Seine Majestät Philippe, König der Belgier
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Ihre Majestät, Königin Mathilde
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Der belgische König ist Staatsoberhaupt, die Ministerien sind ihm rechenschaftspflichtig. Er ernennt und entlässt Minister und unterzeichnet Gesetze, diese allerdings mit der zweiten Unterschrift des entsprechen den Ministers.
Während unserer Reise im Jahr 2005 war jedoch noch König Albert II. im Amt. An seiner Seite Königin Paola. Am 21. Juli 2013 übergab Albert die Krone an seinen ältesten Sohn Philippe.
Begijnhöfe - Die stille Welt der frommen Frauen
Begijnhöfe sind eine soziale Einrichtung aus dem Mittelalter. Die aus dem 12. Jahrhundert stammenden Wohnkomplexe waren Wohn- und Lebensgemeinschaften alleinstehender Frauen. Sie sind typisch für den flämischen Teil von Belgien, aber auch in den Niederlanden kommen sie vor. Wir besuchten einige dieser Einrichtungen während unserer Busrundreise im August 2005. Da es im Mittelalter für Frauen unmöglich war ohne männlich Schutz zu leben, entstanden dort in den katholischen Gegenden Wohngemeinschaften, die es verwitweten oder allein gebliebenen Frauen ermöglichten, in einer geschützten Gemeinschaft zu leben. Eine Alternative wäre sonst nur noch der Eintritt in ein Kloster gewesen. Im Gegensatz zum Beitritt in einen Orden musste in diesen Gemeinschaften kein Gelübde abgelegt werden und die Frauen konnten diesen Ort jederzeit wieder verlassen.
Heute sind diese kleinen Orte in den Städten eine Oase der Ruhe. Von ehemals 80 Einrichtungen existieren noch 30, die teils zu sozialen Eirichtungen wie Seniorenheimen umfunktioniert wurden, andere sind begehrte Wohnadressen. Einige dieser Höfe zählen zum UESCO – Weltkulturerbe.
In den Begijnhöfen in Leuven.
Die einfachen Häuser grenzten sich in dermaligen Zeit klar von der Stadt ab.
In den Bigijnhöfen in Brügge. Ein Ort der Ruhe. In den kleinen Häusern leben heute die Benediktinerinnen in ihrem Glauben und sozialen Engagement. Zentraler Punkt ist eine kleine Kirche inmitten dieser herrlichen Gartenanlage. In den Eingangsbereichen ist ein Schild mit der Aufschrift „Stille“ angebracht. Aber in dieser beschaulichen Umgebung vermeidet man automatisch jedes laute Wort.
In einem kleinen Museum konnten wir uns ansehen, wie die Frauen dort gelebt haben und zum Teil noch heute leben. Wir waren tief beeindruckt von der Freundlichkeit und Güte, mit der uns die Frau am Eingang Willkommen geheißen hat.
Wir besuchten in Belgien: