Willkommen in Verona

Oper, Romeo & Julia und noch viel mehr

Im Nordosten Italiens, in Venetien liegt die Stadt Verona. Etwa 50 m über dem Meeresspiegel leben rund 253.000 Einwohner auf 206,63 km². Verona liegt am Fluss Etsch in der Po-Ebene. Die Altstadt gehört seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Geschichte Veronas liest sich wie ein Märchen vergangener Zeiten. Hunderte Jahre vor Christus begann dort die Besiedelung. Viele Schlachten wurden im Laufe von Jahrhunderten um die Stadt ausgefochten in denen die unterschiedlichsten Völkerstämme ihre Rechte geltend machten. Erst 1866 wurde Verona dem Königreich Italien zugesprochen. Aus diesen Zeiten gibt es noch viele Baudenkmäler, von denen wohl das größte und bekannteste die Arena ist, in der in jedem Jahr die berühmten Opernfestspiele stattfinden. Wir besuchten Verona bereits drei Mal. Das erste Mal im Oktober 1998, das zweite Mal im Juli 1999 und ein drittes Mal im August 2000. Während wir im Jahr 1998 im Zusammenhang mit einer Busrundreise an der italienischen und französischen Riviera in dieser Stadt waren, war ich die anderen beiden Male mit unserem Freund Benny anlässlich der Opernfestspiele in Verona.

Anreise & Hotels

 

Das erste Mal besuchten wir Verona im Oktober 1998. Wir waren auf der Rückreise von der Blumenriviera mit einem Bus von „Holiday-Reisen“. Die Zeit war recht kurz, wir flogen nur einmal kurz an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei. Am 15. Juli 1999 war ich mit unserem Freund Benny anlässlich der Opernfestspiele in Verona. Wieder war es eine Fahrt mit „Holiday-Reisen“ und wieder haben wir von der Stadt nicht viel gesehen, da wir in einem Hotel am Gardasee unser Quartier hatten. Erst als ich mit Benny ein zweites Mal vom 31. August – 03. September 2000 zu den Opernfestspielen reiste, konnten wir auch die Stadt etwas näher ansehen.

Nachdem uns die lange Busreise 1999 doch zu anstrengend war, bevorzugten wir am 31. August 2000 das Flugzeug. Von Berlin-Tegel aus ging es über München nach Verona.

Von München aus flogen wir mit einem gemütlichen kleinen Flieger von „Air Dolomiti“ nach Verona. Dort angekommen fuhren wir mit Bus und Taxi zu unserem „Hotel CRISTALLO“, in dem wir Zimmer reserviert hatten. Das Hotel lag etwas außerhalb von der Innenstadt Veronas.

Die Arena

Vom Hotel aus konnten wir mit einem Linienbus bequem in die Stadt fahren. Da dieser genau vor dem Hotel hielt, war das kein Problem. Wir gingen zunächst zu Mittag essen und begaben uns dann zum Festspielbüro, wo wir unsere Gutscheine in die reservierten Eintrittskarten für die „Arena di Verona“ tauschen mussten. Glücklich hielten wir unsere Tickets für die Aufführung von „Nabucco“ in den Händen.

 

 

Nun hatten wir Zeit für einen Stadtbummel. Dominiert wird Verona von dem großen Amphitheater, in dem auch die Opernaufführungen stattfinden. Die
Arena wurde in der Zeit 30 n. Chr. erbaut. Mit ca. 22.000 Plätzen zählt sie zu den drei größten, noch erhaltenen, antiken Amphitheatern.

Romeo & Julia

Auf dem Balkon in „Haus der Julia“

Im Hof des Hauses steht eine Bronzestatue der Julia

 

 

Verona ist die Stadt von „Romeo und Julia“. Die so tragische Geschichte um die zwei Liebenden wurde von William Shakespeare literarisch verewigt. Zeugnis davon gibt das „Haus der Julia“ mit dem berühmten Balkon auf dem sich die beiden ewige Liebe geschworen haben sollen. Das ist aber wohl mehr eine Touristenattraktion, literarisch ist das nicht belegt. Aber egal, es ist eine romantische Angelegenheit und einen Besuch wert.

Ponte Scaligero

Die „Ponte Scaligero“ ist eine historische Backsteinbrücke mit einem Castell aus dem 14. Jahrhundert. Die römische Bogenbrücke überspannt mit 133 m die Etsch. Teile der Brücke wurden nach Zerstörungen im zweiten Weltkrieg neu aufgebaut.

...und das gibt es auch noch:

   Man kommt auf dem Weg durch die Stadt nicht  dran vorbei – dem „Arco del Gavi“, dem römischen Triumphbogen, der aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. stammt.

An der Piazza dei Signori steht das Denkmal des italienischen Dichters und Philosophen Dante. Er lebte von 1265 – 1321 und galt als einer der bedeutendsten Dichter des europäischen Mittelalters.

Der Friedhof der Familie Scaligeri aus der Dynastie der Skaliger. Die bedeutenden Herren lebten im 13./14. Jahrhundert und waren Kaufleute, Richter und Konsuls. Das aufwendig gestaltete Monument wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Die Gräber sind aber teilweise sehr viel älter.

 

 

 

 

Italien ist ein katholisches Land, somit gibt es natürlich auch in Verona viele Kirchen. Auf dem linken Foto ist die älteste Kirche Veronas zu sehen, die als Märtyrerkirche bekannt ist. Rechts die Klosterkirche Santuario Nostra Signora die Lourdes.

Die Opernfestspiele

Die „Arena di Verona“ sind weltbekannte Opernfestspiele, die im jeden Jahr zwischen Juni und September tausende von Touristen in die Stadt locken. Während in der Zeit bis in das 13. Jahrhundert dort weniger schöne „Theateraufführungen“ und Hinrichtungen stattfanden, hat man später die erstklassige Akustik dieses Amphitheaters entdeckt und schnell als Konzertarena genutzt. Seit 1913 finden dort nun regelmäßige Aufführungen statt, in der Zwischenzeit auch Rockkonzerte.
Ich besuchte dort gemeinsam mit Benny drei Opernaufführungen. Am 15. Juli 1999 sahen wir die Verdioper „AIDA“, am 01. September 2000 besuchten wir die Aufführung der Verdioper „NABUCCO“ und da wir nicht genug bekommen konnten schauten wir uns am 02. September 2000 noch „LA TRAVIATA“, ebenfalls von Verdi, an.

Was wir dort erlebten übertraf alle unsere kühnsten Vorstellungen. Als wir das erste Mal dort waren, wurden wir mit dem Bus vom Gardasee aus nach Verona gefahren. Dass wir dort nicht alleine sein werden, konnten wir uns ja vorstellen, aber was sich dort tatsächlich abspielte, ist kaum zu beschreiben. Unzählige Reisebusse suchten in den engen Straßen einen Parkplatz, tausende von Menschen begehrten Einlass in die Arena. Wir mussten von unserem Parkplatz dann auch noch ein ganzes Stück zurück laufen, bis wir den Eingang erreichten. Wir hatten Karten für die oberen, unnummerierten Steinstufenplätze. Da wir schon
recht spät dran waren, war es gar nicht mehr so einfach noch zwei Plätze zu ergattern. Wir mussten ganz schön klettern. Aber egal, auch das wurde geschafft und wir freuten uns auf die Aufführung von Verdis „AIDA“. Die Vorstellung begann um 21:00 Uhr bei Einbruch der Dunkelheit. Nach vier Stunden hatten wir ein fantastisches Erlebnis hinter uns. Die Aufführung war super und die Atmosphäre nicht zu toppen. Fotos können das leider nicht wiedergeben. Wir waren uns klar, es wird eine Wiederholung geben, aber dann mit besseren Plätzen. Die Steinstufen waren doch sehr ungemütlich und es war auch nicht möglich in der Pause zusammen raus zu gehen, sonst wären unsere Plätze weg gewesen.

Die Arena hat eine so gute Akustik, dass alle Mitwirkenden ohne technische Hilfsmittel spielen und singen. Es gibt weder Mikros noch Lautsprecher und trotzdem versteht man selbst auf den oberen Rängen jedes Wort.

Im Jahr 2000 waren wir schlauer. Erstens wohnten wir direkt in einem Hotel in Verona, und hatten somit keinen langen Anfahrtsweg. Und wir hatten uns bessere Karten besorgt. Das war zwar alles etwas teurer, aber wir hatten nummerierte Sitzplätze, die uns keiner wegnehmen konnte. So brauchten wir auch nicht so früh dort zu sein. Freitag, 01. September 2000, wir gingen vor der Vorstellung noch zum Abendessen in der Nähe der Arena. Bei den Preisen blieb uns zwar die Hähnchenkeule im Hals stecken, aber was soll´s.

Der stimmungsvolle Opernbeginn. Während der Ouvertüre leuchten im gesamten Rund tausende von Kerzen und Feuerzeugen auf. Darüber der klare Sternenhimmel. Die Atmosphäre war unbeschreiblich schön.

Wir sahen und hörten die Verdi-Oper „Nabucco“. In der Pause gab es ein Gläschen Sekt. Das ist dort zwar auch ein recht teures Vergnügen, aber etwas anderes passte nicht zu der Stimmung.

Der Höhepunkt der Oper war zweifellos der Auftritt des Gefangenenchores. Hier das Szenenbild. Wir waren begeistert von der Aufführung und der ganzen Atmosphäre. Wir hatten einen wunderschönen Abend verlebt.

Am Samstag beschlossen wir dann spontan uns noch Karten für die Oper „La Traviata“ zu besorgen, die an diesem Abend zur Aufführung kam. Wir fuhren also in das Ticketbüro und hatten Glück. Den Tag verbrachten wir noch mit Sightseeing in Verona. 

Die Opernaufführung „La Traviata“ hat uns auch sehr gut gefallen, vor allem liebe ich die Musik daraus. Das Bühnenbild wirkte etwas verloren auf dieser großen Bühne, da in dieser Oper die großen, spektakulären Auftritte fehlen, wie sie z. B. in „AIDA“ und „Nabucco“ vorkommen. Am Sonntag brachte uns das Flugzeug dann wieder zurück nach Berlin. Es war ein schönes Erlebnis.