Von Rostock nach St. Petersburg mit der MS Albatros

05. - 16. September 2006 mit Vorprogramm in Rostock

Diese Reise war ein Geburtstagsgeschenk von meinem Mann anlässlich meines 60sten Geburtstages am   05. 09.  2006. Wie fuhren an genau diesem Tag am Vormittag von zu Hause los. Vorher hatten unsere Kinder, Sonja, Danny und Cindy noch ihre Glückwünsche überbracht. Die Wohnungstür war festlich geschmückt und mit einem Ständchen standen unsere Drei davor. Das war ein schöner Tagesanfang.

MS Albatros Foto: Phoenix-Reisen

05. - 08. September - Anreise, Hotel & Rostock

Unser Auto war voll beladen, wir fuhren ja nicht nur so in den Urlaub, das Geschenk bestand aus einer Kreuzfahrt, und da ist schon etwas mehr Gepäck nötig. Unser erstes Ziel war aber erst einmal die Stadt Rostock, wo wir drei Tage bleiben wollten. Unser Hotel, das „Elbotel“ lag etwas abseits vom Stadtkern, war aber verkehrsgünstig angebunden. Wir konnten uns in diesem Haus wohlfühlen. Zum Abend hatte Horst im Restaurant einen Tisch bestellt. Mit einem Glas Sekt stießen wir auf meinen runden Geburtstag an und ließen uns dann ein leckeres Abendessen schmecken. Und was isst man im hohen Norden, natürlich Fisch.  

Am nächsten Morgen hatte der Himmel eine Überraschung für uns, wir sahen von unserem Hotelfenster diesen schönen Regenbogen. Es ist so toll, was die Natur zusammenzaubert. Der weitere Tag war dann allerdings verregnet. Wir fuhren nach Warnemünde, landeten dort aber sehr schnell in einem Café, da uns ein heftiger Regen überraschte.  

Auch die Fahrt nach Bad Doberan brachen wir ab, da das Wetter immer schlechter wurde. So war dieser Tag verschlafen. Außer einem kleinen Spaziergang am Nachmittag war nicht mehr viel drin.

Am kommenden Tag hatte der Wettergott dann ein Einsehen mit uns. Die Sonne schien, und so konnten wir unsere Unternehmungen fortsetzen. Unser Ziel war das Münster von Bad Doberan. Diese, in einem schönen Park gelegene Kirche ist sehenswert. Der Ort selbst wirkte sehr verschlafen. Bei einer Tasse Kaffee beobachteten wir, wie sich die alte Bädereisenbahn „Molly“ durch die Straßen frisst. Diese alte Dampfeisenbahn ist eine beliebte Touristenattraktion.

Auf dem Rückweg fuhren wir noch einmal über Warnemünde. Bei schönem Wetter konnten wir uns nun alles
ansehen. Wir spazierten über sie Strandpromenade und bedauerten, dass kein Badewetter war. Eine Siesta in einem Strandkorb wäre genau das Richtige gewesen. So gönnten wir uns zum Mittagessen am „Alten Strom“ ein leckeres Fischbrötchen.

Am „Alten Strom“ - Warnemünde

Bevor wir zurück in unser Hotel fuhren, schauten wir noch am Passagierkai vorbei, wo am Samstag unser Schiff anlegen wird, mit dem es dann auf Kreuzfahrt ging.

Der Leuchtturm von Warnemünde

Am Nachmittag unternahmen wir eine Hafenrundfahrt vom Rostocker Stadthafen aus. Das Boot fuhr bis zum Überseehafen Warnemünde. Wir erfuhren viel über die Geschichte des Hafens und die wirtschaftliche Situation. Viele kleine und größere Schiffe lagen dort vor Anker. Fähren, Handels- und Kreuzfahrtschiffe, kleine und große Segler bilden ein buntes Bild. Den Abend beschlossen wir noch einmal mit einem Fischbrötchen im Hafen.

 

 

Und schon war der Samstag gekommen. 09. September 2006, der Tag an dem unsere Kreuzfahrt begann. Nach dem Frühstück packten wir unsere sieben Sachen zusammen und verabschiedeten uns vom Hotel. Um die Zeit zu überbrücken bis wir auf unser Schiff konnten, fuhren wir zum Gelände der ehemaligen internationalen Landschaftsausstellung. Leider war dort noch alles geschlossen. Am Pier lag ein großes Schiff, das Jugendschiff „Likedeeler“. Der ehemalige Eisbrecher „Stalin“ ist heute ein Schullandheim. Junge Menschen können dort maritime Ferien verbringen.

09. September 2006 - Einschiffung

Wir fuhren dann nach Warnemünde und sahen als erstes nach „unserer MS Albatros“, die am Passagierkai festgemacht hatte. Stolz und schön lag das weiße Schiff am Pier. Emsiges Treiben zeugte von den Vorbereitungen für die Einschiffung. Da wurde Proviant geladen und die Benzin- und Wassertanks wurden gefüllt. Ein paar Stunden hatten wir noch Zeit, bis wir endlich über die Gangway auf das Schiff durften. Viele Schaulustige hatten sich eingefunden, um wenigstens einmal einen Blick auf die „Traumschiffe“ zu werfen, die dort vor Anker gehen.

Die Wartezeit zog sich sich in die Länge. Wir machten noch einen Bummel durch Warnemünde, aber die Zeit
schlich dahin. Endlich war es dann so weit, dass wir unser Auto bei der Firma „Kühne und Nagel“ zur Aufbewahrung für die Zeit der Reise abgeben konnten. Wir vertrieben uns die Zeit bei einer Tasse Kaffee und einem Riesenstück Kuchen in dem dort angesiedelten Bauernladen. Unser Gepäck wurde in der Zwischenzeit von Mitarbeitern des Schiffes in Empfang genommen und verladen. Mit Hilfe eines Krans wurden die Gepäckcontainer auf das Schiff gehieft und dann auf die einzelnen Kabinen verteilt. Um 15:00 Uhr durften wir dann endlich an Bord. Nach der Erledigung der Pass- und Sicherheitskontrollen bekamen wir unsere Bordkarten.

Die Routenkarte und der Fahrplan sind Kopien aus den Reiseunterlagen

Unsere Reise unter dem Motte „Höhepunkte der Ostsee“ konnte losgehen. Der goldene Punkt auf unseren Bordkarten wies uns als VIP-Gäste aus. Das hat etwas mit der Kabinenkategorie zu tun und bescherte uns einige Privilegien. So brauchten wir z. B. bei der Einschiffung nicht anzustehen sondern wurden an einem separaten Schalter abgefertigt. Der Bordfotograf stand auch schon bereit für das Einschiffungsfoto. Eine weitere Formalität hatten wir auch schnell erledigt, die Tischreservierung im Restaurant.

Unsere Kabine auf Deck 7 mit der Nr. 7003, eine Junior-Suite, war angenehm geräumig und hell. Da wir auf unsere Koffer noch etwas warten mussten, machten wir zunächst einmal einen Rundgang über das Schiff. Die ansprechenden Räumlichkeiten vermittelten uns ein Gefühl des Wohlfühlens.

Die Fotos zeigen den hellen Treppenaufgang, in dem es natürlich auch Fahrstühle gibt. In der Mitte, einer der zwei Speisesäle, in denen die Mahlzeiten gereicht werden, und rechts, die Pianobar.

Foto: Bordfotograf

Darüber hinaus gab es noch verschiedene Lounges, Bars, Wellnessbereich, eine Shoppingzeile und das Sonnendeck mit Pool. Weiter verlief der Tag mit Koffer auspacken, der Auslaufparty an Deck mit Musik und einem ersten Drink. Als Pflichtprogramm ließen wir dann die Seenotrettungsübung über uns ergehen. Um 19:00 Uhr hieß es Leinen los. Wir verabschiedeten uns von Warnemünde mit Kurs auf Visby/Gotland. Beim Abendessen gab es das erste Kennenlernen mit unseren Tischnachbarn. Noch ein Drink an der Bar und dann ließen wir uns von den Wellen sanft in den Schlaf schaukeln.

10. September 2006 - Visby / Gotland

Allzu gut hatten wir nicht geschlafen in dieser ersten Nacht auf dem Schiff. Aber das tat einem guten Frühstück keinen Abbruch. Die frische Luft an Deck machte uns munter und der Kaffee tat sein übriges um die Lebensgeister zu wecken. Wir genossen die Seeluft und freuten uns, wieder auf einem Schiff zu sein. Um 11:00 Uhr war Frühschoppen auf Deck angesagt. Für Musik und Stimmung sorgte ein musikalisches Duo mit bekannten Rhythmen. Vorher hatten wir noch unsere Landausflüge bezahlt, die wir am Tag zuvor schon angemeldet hatten. Nach dem Mittagessen, das wir auch an frischer Luft zu uns nahmen, erreichten wir um 14:00 Uhr Visby/Gotland. Die MS Albatros machte auf Reede fest und wir starteten unseren ersten Landausflug.

Kleine Ansiedelungen säumten unseren Weg

Mit Tenderbooten wurden wir an Land gebracht. Das war eine ziemlich wackelige Angelegenheit, denn es war recht windig. Wir hatten uns für den Ausflug „Westküstentour“ entschieden. Die Busse standen am Hafen bereit, es konnte losgehen. Die Fahrt ging nach Süden in den Ort Mästerby, wo wir eine mittelalterliche Kirche besichtigten. Durch eine schöne Landschaft ging es weiter durch kleine Fischerdörfer in Richtung Gnisvärd wo wir Schiffergräber aus der Bronzezeit sahen.

Unser nächstes Ziel war ein Aussichtspunkt auf der 46 m hohen Klippe Högklint. Von dort konnten wir das Meer und die Steilküste wunderbar überblicken. Sogar unsere „Albatros“ sahen wir von dort aus auf Reede liegen.

Ein altes Fischerdorf war unser nächster Programmpunkt. Dort war alles so friedlich, als gäbe es nichts, was diese Menschen dort aus der Ruhe bringen könnte. Zurück ging es dann nach Visby, die Hauptstadt Gotlands. Wir machten einen Spaziergang durch die Stadt, sahen die alte Stadtmauer und den Dom in dem schöne Fenstermosaiken zu bewundern waren. Leider veran die Zeit viel zu schnell. Gegen 19:00 Uhr waren wir zu rück an Bord. Wir mussten uns mit umkleiden beeilen, denn schon um 19:30 Uhr wurden wir zum Begrüßungscocktail in der Atlantik-Lounge erwartet.

Wir schafften es aber und waren pünktlich zum Empfang und zum anschließenden Begrüßungsdinner.

Am Abend erwartete uns in der Atlantik-Lounge eine künstlerische Darbietung. Lubos Hasan erfreute uns mit seiner Geige, die er exzellent beherrschte. Gemeinsam mit der „Oasis-Band“ bescherte er uns einen musikalischen Genuss klassischer Melodien von Paganini, Brahms und Mozart. Damit war dieser ereignisreiche Tag beendet.

11. September 2006 - Stockholm / Schweden

In dieser Nacht hatten wir schon besser geschlafen, na ja, alles Gewöhnung. Wir standen früh auf, an diesem Morgen, denn wir wollten die Fahrt durch die Schärengärten vor Stockholm erleben. Bei einer frischen Brise, strahlendem Sonnenschein und einer Tasse Kaffee in der Hand erlebten wir dieses schöne Fleckchen Erde. Schären sind kleine, durch die Eiszeit entstandene Felseninseln z. B. vor der schwedischen Küste. Die Durchfahrt durch diese sogenannten Gärten ist ein besonderes Erlebnis.

Um 9:30 Uhr legten wir am Pier im Hafen von Stockholm an. Wir hatten in der Zwischenzeit gefrühstückt und waren ausflugsbereit.

Fahrt durch die Schärengärten

Foto: Bordfotograf

 

Da wir schon einmal in dieser Stadt waren, hatten wir uns für einen Bootsausflug entschieden. So konnten wir Stockholm einmal vom Wasser aus genießen. Wir fuhren mit einem Sightseeingboot durch die Wasserstraßen und sahen alle wichtigen Gebäude wie z. B. das Stadtschloss der königlichen Familie.

Nach ca. zwei Stunden waren wir wieder zurück. Vor dem Schiff stand der Shuttelbus, der uns in die Stadt brachte. Das nutzte ich, um noch einen Bummel zu machen, während Horst es vorzog sich auf dem Schiff zu erholen. Leider war die Zeit zum shoppen zu kurz.

Um 15:45 Uhr verließen wir Stockholm mit Kurs auf Tallin in Estland. Jetzt hatten wir Zeit zum relaxen. Bei Kaffee und Kuchen auf dem Lido-Deck genossen wir noch einmal die Fahrt durch die Schären. Nach dem Abendessen machten wir einen Rundgang durch die verschiedenen Bars. Hier und da noch ein Drink bei Musik und dann ab in die Kojen. Der nächste Tag sollte wieder früh beginnen.

12. September 2006 - Tallin / Estland

Dieser Tag versprach wieder sehr ereignisreich zu werden. Bereits um 8:00 Uhr machte die „MS Albatros“
am Pier von Tallin fest. Wir hatten eine Stunde Zeitverschiebung, die Nacht war also etwas kürzer. Von den angebotenen Ausflügen hatten wir uns für „Tallin und das Freilichtmuseum Rocca al Mare“ entschieden. Um 8:15 Uhr gingen wir von Bord.

Die Ausflugsbusse standen bereit und so fuhren wir zunächst in die Stadt Tallin, wo wir ca. eine Stunde lang einen Spaziergang machten. Wir liefen durch die Straßen der „Oberen Stadt“, die auch die Altstadt von Tallin ist. Neben schönen alten Bürgerhäusern sahen wir die Alexander – Newskij – Kathedrale.

Foto: Bordfotofraf

 

Wir sahen die Stadtmauer mit ihren Wehranlagen und konnten von einem Aussichtspunkt aus einen Blick auf die „Unterstadt“ werfen. In der Kathedrale von „St. Marie der Jungfrau“ waren viele handgeschnitzte Familienwappen bewundern. Leider ist das fotografieren in diesen Häusern überall verboten.

Weiter ging unser Ausflug in Richtung Freilichtmuseum. Wir fuhren durch die schöne Landschaft Estlands bis wir das Museum erreichten. Aus allen Teilen des Landes sind dort Bauernhäuser und Einrichtungsgegenstände verschiedener Epochen zusammengetragen worden. Sie geben einen Überblich über das Leben der Menschen in diesen Zeiten. In dieser Kulisse gab es dann Kaffee und Kuchen. Kuchen, landestypisch wie er früher gebacken wurde. Für unsere Geschmacksnerven sehr gewöhnungsbedürftig.

Noch ein Besuch im Souveniershop und zurück ging es zum Schiff, das am Pier von Tallin auf uns wartete. Neben uns lag nochein anderes Kreuzfahrtschiff, die „Norwegian Dream“.

Zum Mittagessen waren wir wieder an Deck. Eine kleine Siesta, und schon mussten wir uns umziehen. Wir hatten eine Einladung des Kapitäns zum Empfang der VIP Gäste um 17:00 Uhr. Auf diesem Empfang hatten wir in ausgesuchter Runde die Möglichkeit den Kapitän und dem Kreuzfahrtdirektor kennen zu lernen und auch Fragen zu stellen. Auf diesem Weg erhielten wir viele interessante Informationen über das Schiff, die Küche und die aktuellen Sicherheitsvorschriften. Der verantwortliche Offizier für den Einkauf berichtete von den logistischen Abläufen, die erforderlich sind um den Wünschen der Gäste nachkommrn zu können. Das war ein sehr gelungener, schöner Nachmittag.

 

Doch der Tag war noch nicht zu Ende. Am Abend wurde in den Restaurants das Galabuffet angerichtet. Die Köche hatten wieder ihr ganzes Können bewiesen. Anschließend erfreuten uns die Künstler in der Atlantik-Lounge mit einem bunten Programm. Von Tanz, Gesang, Comic und Illusion war alles dabei. Nun noch einen Abendbummel über das Deck und wir vielen zufrieden ins Bett.

Foto: Bordfotograf

Foto: Bordfotograf

13. September 2006 - St. Petersburg / Russland

Wir erreichten den Höhepunkt unserer Reise, St. Petersburg in Russland. Um 8:00 Uhr machte Kapitän Hansen am Anleger fest. Am Kai spielte eine Band schmissige Marschmusik und deutsche Volkslieder zur Begrüßung. Die Ausschiffung war dort etwas aufwendiger als in westeuropäischen Ländern. Wir mussten unsere Pässe vorzeigen und bekamen einem Ausflugsvisum. Alleine hätten wir dort nicht an Land gehen können, dazu fehlten uns die nötigen Einreisegenehmigungen. Das ging so nur im Zusammenhang mit einem geschlossenen Ausflug.

Die Busse warteten am Hafen, wir hatten den Ausflug „Stadtrundfahrt St. Petersburg mit Peterhof“ gewählt. Um 9:00 Uhr ging es los. Die örtliche Reiseleiterin sprach gut deutsch. Wir fuhren zunächst ca. 29 km aus der Stadt raus bis zur Küste des Finnischen Meerbusens. Dort steht die Sommerresidenz von Zar Peter dem Großen, der Peterhof. Als wir mit dem Bus auf dem Parkplatz ankamen standen auch dort Musiker, die uns mit der deutschen Nationalhymne begrüßten. Wir besichtigten den großen Palast mit seinen immensen Schätzen. Beim Betreten der Räume mussten wir Stoffschuhe überziehen um das edle Parkett nicht zu beschädigen. Wir wurden durch die goldverzierten Räumlichkeiten geführt und sahen u. a. den Thronsaal, den Spiegelsaal und die persönlichen Räume der Zarenfamilie.  

Das Dach der Residenz ist weithin sichtbar und lässt den Prunk im inneren nur erahnen.

Schwere Kristalllüster verbreiten ein romantisches Licht und lassen das Gold an Türen und Wänden erstrahlen.

Der weiße Saal

Wir sahen die Ahnengalerie, ebenso wie das Musikzimmer und den Audienzsaal. Jeder Raum enthält immense Wertgegenstände. In dem chinesischen Kabinett durften wir weder filmen noch fotografieren. Selbst stehen bleiben ist untersagt.

Nach der Besichtigung der Räumlichkeiten waren wir von dem vielen Gold geblendet. Wir hatten schon viele Schlösser besichtigt, aber das übertraf alles, was wir wir bisher gesehen hatten. Nun ging es in den Park. Eine wunderschöne Anlage mit vielen Springbrunnen. Auch dort waren Künstler am Werk. Geld schien keine Rolle gespielt zu haben. Überall standen auch dort Musiker in historischen Kostümen und spielten deutsche Klassiker, z. B. Mozart.

Blick von der Terrasse über der großen Kaskade

Die große Kaskade an der Gartenseite des Palastes

Einer der vielen Springbrunnen

In der Orangerie war das Mittagessen für uns gerichtet, und da wir in Russland waren, durfte natürlich auch der Wodka nicht fehlen. Zur Begleitung dudelten aus einem Lautsprecher deutsche Volksweisen. Man tut eine ganze Menge um den Touristen zu gefallen, allerdings wäre uns zu dem russischen Mittagessen Balalaikamusik lieber gewesen.

Nach dem Mittagessen fuhren wir mit dem Bus zurück nach St. Petersburg zur großen Stadtrundfahrt. Wir erfuhren, dass die großen Straßen dort „Prospekte“ heißen. Am Isaakplatz machten wir einen Fotostop.  Dort steht die riesige, gleichnamige Kathedrale. Zentrum des Platzes bildet das Reiterstandbild von Zar Nikolaus I.

Die Orangerie in Peterhof

Die Isaakkathedrale

Reiterstandbild Zar Nikolaus I.

Ich war ständig am filmen und fotografieren um diese vielen Eindrücke per Bild mit nach Hause nehmen zu können. Unsere Rundfahrt ging weiter. Der Verkehr auf den Straßen war auch ganz schön heftig, so dass wir manches Mal nur sehr langsam vorankamen. Von einem Aussichtspunkt aus hatten wir einen schönen Blick über den Fluss Newa, an dem St. Petersburg liegt. Er trennt die Stadt in zwei Teile die durch eine große Brücke verbunden sind.  

Die Peter und Paul Festung war unser nächstes Ziel. Die Festung liegt am nördlichen Ufer der Newa. Der goldene Kirchturm von der Kirche St. Peter ist weithin sichtbar. Wir besichtigten die Festungsanlagen und gingen in die Kirche. Auch dort schlug uns immenser Prunk entgegen. Viele Zaren der Romanow-Dynastie haben dort ihre letzte Ruhestätte gefunden.

 

 

Unsere Stadtrundfahrt war noch lange nicht zu Ende. Unser Bus hält wieder am Hafen, der von großen Säulen gekennzeichnet wird. Zur Erinnerung an die Seefahrt sind dort Bugstücke von alten Schiffen angebracht. Dort liegt auch am Ufer der großen Newa der Kreuzer „Aurora“ vor Anker. Er ist ein Kriegsschiff aus der Oktoberrevulution von 1917.

Es gab so viel zu sehen, die ganze Stadt scheint eine einzige Sehenswürdigkeit zu sein. Nur einen Bruchteil davon konnten wir auf unserer Tour sehen und erleben. Auf unserer weiteren Fahrt sahen wir noch einen großen Klosterkomplex, das ehemalige „Staatsratsgebäude“, eine finnische Kirche und die Eremitage, eines der größten Museen der Welt. Man bräuchte Monate um sich dort alles anzusehen.

Eines der schönsten Sehenswürdigkeiten in St. Petersburg bildete dann den Abschluß unseres Besuches, die „Christi Auferstehungskirche“, oder auch „Blutkirche genannt.

Foto: Bordfotograf

Der Abend stand wieder ganz im Zeichen von kurzweiliger Unterhaltung. Im Kreis von Reisefreunden verlebten wir einen netten Abend. 

Während wir uns unsere Cocktails schmecken ließen präsentierte uns Marco Brueser gemeinsam mit der Oasis Band eine lockere Comic-Zaubershow.

14. September 2006 - An Bord

Ein Seetag lag vor uns. Um 20:00 Uhr am Vorabend hatten wir uns von St. Petersburg verabschiedet und nun einen ganzen Tag Zeit die neuen Eindrücke zu verarbeiten. Die MS Albatros befand sich auf dem Weg nach Gdynia in Polen. Wir erholten uns auf Deck nach einem ausgiebigen Frühstück. Es gab Frühschoppen mit Musik an der Kopernilusbar. Wir genossen Sonne, Seeluft und den Fitnessraum um das gute Essen ein wenig abzustrampeln. So verging der Tag. Am Nachmittag zauberte die Küche Wiener Kaffeehausflair in einem der Restaurants - wieder Kalorien!

 

 

Abends erfreute uns die Sängerin Bianca Graf mit ihren Schlagern. Ein Tag ohne Stress.

15. September 2006 - Gdynia / Polen

Um 8:00 Uhr legte die MS Albatros im Hafen von Gdynia, dem größten Hafen Polens, an. Unser letzter Landausflug auf dieser Reise begann schon sehr früh.

Foto: Bordfotograf

Foto: Bordfotograf

 

Wir hatten uns für den Ausflug in die Kaschubische Schweiz entschieden. Mit dem Bus fuhren wir zunächst durch einige Orte, die nicht gerade sehr ansprechend wirkten. Als wir aber die Gegend der Kaschubischen Schweiz erreichten, eröffnete sich uns eine wundervolle Landschaft.

An einem Aussichtspunkt machten wir einen Fotostop. Dort erinnert ein Gedenkstein an die Opfer des zweiten Weltkrieges. Wir konnten dort ein wenig diese schöne Gegend genießen bevor uns unser Weg weiterführte durch Naturschutzgebiete, die von alten Bauerngehöften unterbrochen wurden. In der Stadt Kartuzy besuchten wir ein kaschubisches Museum.

Die Reiseleiterin, die diesen Ausflug begleitete, sprach nur sehr schlecht Deutsch. So wurden wir schnell müde und hörten nur mit halben Ohr zu. Zu dieser Tour gehörte noch der Besuch einer Töpferei. Die Familie betreibt diesen Betrieb, in dem traditionelle kaschubische Töpferwaren hergestellt werden, schon seit Generationen.

Nach diesem Besuch ging es zurück zum Schiff. Um 14:00 Uhr legten wir in Polen ab und nahmen Kurs auf Warnemünde, dem Ausgangspunkt unserer Kreuzfahrt.

Der Abend stand im Zeichen des Abschieds. Kapitäns-Abschiedscocktail, Abschiedsdinner und Verabschiedung der Künstler mit einem bunten Programm. Die letzte Nacht an Bord war angebrochen. Da leichter Seegang war, wurden wir sanft in den Schlaf geschaukelt.

16. September 2006 - Heimreise

Um 8:00 Uhr legten wir in Warnemünde an. Unsere schöne und erlebnisreiche Reise war zu Ende. Bis zur Ausschiffung genossen wir noch das Sektfrühstück. Um 10:00 Uhr gingen wir von Bord. Wir holten unser Auto ab, verstauten unser Gepäck und ab ging es nach Hause. Zurück bleibt wieder eine Erinnerung an schöne Tage in denen wir viel Neues kennengelernt haben. Insgesamt haben wir 1.772 Seemeilen zurückgelegt, das sind ca. 3.281 km.


„Man reist nicht um anzukommen, sondern um zu reisen.“
(J. W. v. Goethe)