Köln - Amsterdam - Köln mit der "MS Swiss Crown" - 2017
03. - 14. September 2017
Phoenix - Reisen
Vorwort
Wir saßen in der Lounge auf der MS Swiss Crown und ließen die Landschaft an uns vorbeiziehen. Wir sprachen über die vielen schönen Reisen, die wir in den letzten 35 Jahren unternommen hatten, aber auch darüber, dass diese nun für nicht absehbare Zeit die letzte größere Tour gewesen sein wird. Wir waren nicht wirklich traurig, denn wir haben schon so viel gesehen, und die Unternehmungen werden aus gesundheitlichen Gründen immer beschwerlicher. So genossen wir diese Tage ganz besonders und machten das Beste daraus, soweit die Gesundheit und das Wetter es zuließen.
Die Fahrstrecke
| Köln | Leinen los am 04.09 2017 um 15:30 Uhr |
| Nijmegen (NL) | an am 05.09.2017 um 02:00 Uhr – 12:45 Uhr |
| Willemstadt (NL) | an am 05.09.2017 um 21:30 Uhr – 06.09.2017 um 03:30 Uhr |
| Antwerpen (B) | an am 06.09.2017 um 09:30 Uhr – 07.09.2017 um 02:00 Uhr |
| Gent (B) | an am 07.09.2017 um 10:30 Uhr – 08.09.2017 um 05:00 Uhr |
| Middelburg (NL) | an am 08.09.2017 um 13:30 Uhr – 09.09.2017 um 06:00 Uhr |
| Schoonhoven (NL) | an am 09.09.2017 um 19:30 Uhr – 10.09.2017 um 06:00 Uhr |
| Amsterdam (NL) | an am 10.09.2017 um 12:00 Uhr – 11.09.2017 um 05:00 Uhr |
| Hoorn (NL) | an am 11.09.2017 um 09:00 Uhr – 11:30 Uhr |
| Medemblik (NL) | an am 11.09.2017 um 16:30 Uhr – 12.09.2017 um 07:00 Uhr |
| Enkhuizen (NL) | an am 12.09.2017 um 09:00 Uhr – 12:00 Uhr |
| Zutphen (NL) | an am 12.09.2017 um 23.30 Uhr – 13.09.2017 um 09:00 Uhr |
| Armheim (NL) | an am 13.09.2017 um 13:00 Uhr – 16:00 Uhr |
| Köln | an 09:00 Uhr – Ausschiffung |
Die Fahrgebiete
Wir befuhren folgende Gewässer:
Rhein, Waal, Hollands Diep, Volkerak, Ende-Albert-Kanal, Scheide/Westerscheide, Seekanal Gent, Kanaldoor Walceren, Veersemeer, Oosterscheide, Dordtsche Diep, Oude Maas, Nieuwe Maas, Lek, Markermeer, Ijsselmeer, Gelderse IJssel, Pannerdens Kanal.
Wir fuhren durch viele Brücke und passierten jede Menge Schleusen. Auf dem Foto ist „De Meernbrug“ bei Utrecht zu sehen.
03. September 2017 - Anreise & Köln
Am 03. September 2017 fuhren wir mit einem ICE der Deutschen Bahn nach Köln. Geplant war eine Abfahrt ab Berlin-Hauptbahnhof um 10:52 Uhr. Nach einer Fahrplanänderung ging es aber schon um 10:32 Uhr los. Zum Glück gibt es die Möglichkeit, den „Verspätungsalarm“ via E-Mail zu nutzen, so wurden wir rechtzeitig von dieser Änderung in Kenntnis gesetzt. Wir hatten Plätze in der ersten Klasse reserviert und so konnten wir entspannt die viereinhalbstündige Fahrt hinter uns bringen. Um 15:09 Uhr erreichten wir Köln Hauptbahnhof. Von einem Taxi ließen wir uns in unser Hotel in Köln-Eigelstein bringen. Wir hatten nur kleines Gepäck dabei, die großen Koffer wurden von der Logistik Firma „TeFra“ transportiert und direkt zum Schiff gebracht.
Im Hotel „Coellner Hof“ hatten wir ein Zimmer reserviert. Das 4*Hotel ist ein privat geführtes, solides Stadthotel. Der Check in ging reibungslos und wir bekamen ein schönes, geräumiges Zimmer.
Nach einer kurzen Pause machten wir einen Spaziergang und ließen uns in einem nahe gelegenem Café unseren Nachmittagskaffee schmecken. Auch ein lecker Kölsch musste zur Begrüßung sein.
Wie schon erwähnt, befand sich unser Hotel im Kölner Bezirk Eigelstein. Dort befindet sich eines, der noch vier erhaltenen, ehemaligen Stadttore, die Eigelsteintorburg. Früher war dort eines der Kölner Rotlichtviertel. Heute ist diese belebte Gegend geprägt von vielen Restaurants und Geschäften.
Wir bummelten durch die Straßen und trafen uns am Abend mit alten Karnevalsfreunden. Marjolein und Dirk haben wir nach 16 Jahren wiedergesehen. Die Freude war groß und es
gab viel zu erzählen. In dem Traditionsbrauhaus „Em kölsche Boor“ verbrachten wir einen schönen Abend bei einem deftigen Essen und ein paar lecker Kölsch.
Traditionsbrauhaus „Em kölsche Boor“
Echt Kölsch: Himmel und Äd. Lecker zum Kölsch
04. September 2017 - Köln & Einschiffung
Wir labten uns an dem guten Frühstücksbuffet im Hotel. Sehr gut geschlafen hatte ich nicht, eine Mücke hat mich geärgert und um den Schlaf gebracht. Wie überlegten, wie nun weiter. Großes Sightseeing in Köln brauchten wir nicht, dazu waren wir schon zu oft dort. Bis zur Einschiffung hatten wir noch viel Zeit. So checkten wir im Hotel aus und ließen uns von einem Taxi zum Hauptbahnhof fahren. An der Gepäckaufbewahrung deponierten wir unsere Koffer und gingen dann zum Dom.
Endlich schafften wir es nun einmal, den Kölner Dom innen zu besichtigen. Davor gestanden haben wir ja schon öfter. Jede Menge Touristen tummelten sich dort. Nicht umsonst ist dieses Bauwerk die meistbesuchte Sehenswürdigkeit in Deutschland. Nach dem Besuch des Domes und einem Bummel durch die Altstadt blieb uns noch Zeit zum Mittagessen
bevor wir unser Gepäck am Bahnhof abholten und uns mit einem Taxi zur Schiffsanlegestelle in Köln-Deutz fahren ließen.
Wir konnten schon auf das Schiff und es uns auf dem Sonnendeck gemütlich machen. Um 14:30 Uhr begann die Einschiffung. Der Check in ging zügig, wir legten unsere Pässe vor und schon brachte uns ein freundlicher Steward zu unserer Kabine Nr. 2016. Diese lag auf dem Rubindeck, das ist auf diesem Schiff das Mitteldeck.
Die Kabine war zwar recht klein, aber das wussten wir vorher. Es fehlte aber an nichts, auch eine Minibar und ein Safe waren vorhanden. Unsere Koffer waren auch alle da. Doch bevor wir uns darüber hermachten, mussten wir erst einmal in den Salon um die Tischreservierung im Restaurant vorzunehmen. Auch auf diesem Schiff hat man einen festen Platz zu den Mahlzeiten. Das Frühstück gibt es als Buffet, mittags gibt es ein Salatbuffet, Vorspeise, Hauptgang und Dessert werden serviert. Zum Abendessen wir komplett serviert. Die genauen Zeiten richten sich nach den Liegezeiten und den Landausflügen.
Danach ging es daran Koffer auszupacken. Der Stauraum war ausreichend und wir bekamen alles untergebracht. Wir mussten uns schon beeilen, denn um 16:00 Uhr gab es Kaffee und Kochen im Salon. Leider zeigte sich im Laufe der Tage, dass das Kuchenbuffet wenig Abwechslung aufwies. So ein erster Tag an Bord ist immer ganz schön anstrengend, auch wenn wir die Prozedere in der Zwischenzeit kennen. Unser Kapitän hatte um 15:30 Uhr die Leinen los gemacht und Fahrt aufgenommen. Die Ausfahrt aus Köln mussten wir natürlich erleben.
Um 17:00 Uhr folgte eine Informationsveranstaltung im Salon von unserem Kreuzfahrtleiter Günter Ziegler, die auch die Sicherheitshinweise beinhaltete. Weiter folgten Informationen über das Schiff im Allgemeinen und zu den Landausflügen. Es ging Schlag auf Schlag. Schon um 18:30 Uhr war der Begrüßungscocktail terminiert. Kapitän Pavel Cepelik, Hotelmanagerin Claudia Hoff und Kreuzfahrtleiter Günter Ziegler begrüßten alle Gäste nun offiziell. Mit einem Glas Sekt wurde auf eine schöne Reise angestoßen. Dazu wurden kleine Häppchen gereicht. Auch die einzelnen Abteilungsleiter wurden vorgestellt. Küchenchef, Restaurantleiter, Barchef, die Hausdame und die Rezeption. Alle waren während der Reise mit ihren Teams um das Wohl der Gäste bemüht.
Es folgte nun das Willkommensabendessen. Dort lernten wir auch unsere Tischnachbarn kennen, ein älteres Ehepaar aus Chemnitz, mit denen wir uns gut verstanden. Unser Tischkellner Bahri stellte sich vor, ein freundlicher junger Mann aus Indonesien. Leider mussten wir feststellen, dass das Essen nicht dem entsprach, was wir von Phönix-Reisen gewohnt waren. Es war gut von der Qualität, aber geschmacklos. Na ja, schauen wir einmal weiter. Derweil schipperten wir gemütlich den Rhein flussabwärts. Noch einen Drink an der Bar und wir waren Reif für die Insel – Gute Nacht.
05. September 2017 - Nijmegen / Niederlande
Mein Geburtstag! 71 Jahre habe ich nun schon hinter mir, 71 Jahre Lebenserfahrung. Ich hoffe noch ein paar schöne Jahre dazu zu bekommen. Mein Mann nahm mich herzlich den Arm und zum Frühstück gratulierten mir auch unsere Tischnachbarn. Der Maitre kam mit einer Flasche Sekt und unser Tischkellner bediente mich besonders aufmerksam. Das Frühstücksbuffet ließ keine Wünsche offen. In der Nacht hatten wir die deutsch/niederländische Grenze passiert und unser Kapitän hatte an unserer ersten Station, in Nijmegen in den Niederlanden festgemacht.
Während viele Gäste sich auf ihre organisierten Ausflüge vorbereiteten, machte ich mich allein auf den Weg in diese kleine Hansestadt, die im Osten der Niederlande zu finden ist. Das Wetter war ungemütlich, immer wieder hat es geregnet. Ich lief bis zum Grote Markt, an dem sehr schöne alte Häuser stehen. Die St. Stevenskerk steht etwas erhöht. Oben angekommen musste ich feststelle, die Kirche war geschlossen. So musste ich mich mit dem Außenanblick zufrieden geben.
Ich lief zurück zu Fußgängerzone. Die Einkaufsstraße war noch sehr ruhig zu dieser Morgenstunde. Die Händler waren erst dabei, ihre Geschäfte zu öffnen. Hier und da traf ich Mitreisende vom Schiff. Da das Wetter nun wirklich nicht zum Bummeln animierte ging ich langsam zurück zum Schiff.
Die St. Stevenskerk
Die Einkaufsstraße lag noch im Dornröschenschlaf.
Am Schiff wurde ich von meinem Mann erwartet, der auch die frische Luft, und die gerade hervorkommenden Sonnenstrahlen genoss. Es war nun auch bald Mittagzeit. Um 12:45 Uhr ging unsere Fahrt weiter. Nach einer Mittagssiesta machten wir es uns im Salon bequem. Auf dem Sonnendeck war es leider zu windig. Aber durch die großen Panoramafenster hat man dort auch eine schöne Aussicht.
Wir hatten den Rhein in der Zwischenzeit verlassen und befanden uns auf der Waal, in dem weitverzweigten Wasserwegen des Rheindeltas. Das flache Land wurde immer wieder von kleinen Ortschaften unterbrochen.
Zu Abendessen köpften wir die Flasche Sekt und stießen mit unseren Tischnachbarn auf meinen Geburtstag an.
Während wir uns das Abendessen schmecken ließen, hatte Kapitän Cepelik in Willemstad festgemacht. Die kleine Stadt in Nordbrabant am Hollands Diep begründet sich auf eine Festung, die von Wilhelm dem Schweiger im Jahr 1582 erbaut wurde. Da war ein Verdauungsspaziergang gerade recht, um uns in der Abenddämmerung diesen Ort anzusehen.
Wir blieben über Nacht dort am Anleger liegen. Am frühen Morgen des 06. September 2017 startete unser Kapitän zu nächsten Etappe. Da lagen wir aber noch friedlich in unseren Kojen.
06. September 2017 - Antwerpen / Belgien
Wir waren auf dem Weg nach Antwerpen/Belgien. Nach dem Frühstück waren wir auf dem Deck um die Einfahrt in den zweitgrößten Hafen Europas zu erleben. Schon toll, was wir dort zu sehen bekamen. Den ersten Eindruck lieferte das futuristische Gebäude der Hafenbehörde.
Das alte Kasernengebäude aus dem 16. Jahrhundert bekam einen Aufbau, der 2016 fertig gestellt wurde. Der gläserne Aufbau in Form eines Diamanten symbolisiert die Diamantenstadt.
Im Hafen lagen ein Dreimastsegler, ein Feuerschiff und unsere "MS Swiss Crown"
Nachdem wir angelegt hatten machten wir uns auf, zu einem Stadtbummel. Wir waren in dieser Stadt schon einmal und konnten Erinnerungen auffrischen. Ich hoffte, dieses Mal die große Kathedrale von innen besichtigen zu können. Doch zunächst einmal ging es zum Grote Markt mit seinem schönen Rathaus. Vor dem Rathaus steht ein Brunnen, der die Gründung Antwerpens widerspiegelt. Um den Platz herum stehen schöne, alte Bürgerhäuser.
Weiter ging es zur Kirche. Horst war schon zum Schiff zurückgegangen. Ich hatte Glück, das Gotteshaus war offen. Gegen eine Gebühr von 4.00 Euro konnte ich hinein. In der Kirche befindet sich auch eine Gemäldeausstellung von bekannten belgischen Meistern.
So langsam musste ich mich nun auf den Weg zurück machen. Immerhin brauchte ich bis zum Schiff noch ca. eine halbe Stunde. Ganz ohne Blessuren ging das nicht ab. Ich trat fehl und stürzte. Nette Passanten halfen mir. Zum Glück war nichts weiter passiert, so dass ich meinen Weg fortsetzen konnte. Ergebnis: ein aufgeschlagenes Knie und ein verstauchtes Handgelenk. Wir lagen noch den ganzen Tag in Antwerpen. Erst in der Nacht um 02:00 Uhr fuhren wir weiter.
07. September 2017 - Gent / Belgien
Heute stand die belgische Stadt Gent auf dem Programm. Auch in dieser Stadt waren wir schon einmal. Um 10:30 Uhr erreichten wir unseren Liegeplatz. Viele Gäste nahmen an den Ausflügen nach Gent und Brügge teil, so dass das Schiff recht leer war. Da wir in einem Außenhafen lagen, war es auch recht weit in die Stadt. Im Laufe des Tages gingen wir ein Stückchen spazieren, sonst genossen wir die Ruhe an Bord. Am Nachmittag bot sich uns die Gelegenheit, unserem Kapitän einmal über die Schulter zu schauen. Wir durften ins Steuerhaus, Das hat nun nichts mit der Schaltzentrale eines großen Kreuzfahrtliners zu tun, aber die Technik ist ähnlich, wenn auch in abgespeckter Form. Der Staffkapitän erklärte uns, wie solch ein Flussschiff gefahren wird, wofür die vielen Knöpfe und Steuerelemente sind und was er auf den Monitoren sehen kann.
Es ist erstaunlich, zu sehen, wieviel Technik auf solch einem kleinen Raum zusammen kommt.
An der sogenannten NOK lässt sich das Schiff auch von außen steuern. Diese Außenanlage wird meist beim Ab- und Anlegen genutzt, da der Kapitän von dort bessere Sicht zum Pier hat und auch mit den Matrosen besser kommunizieren kann.
Das war nun sehr interessant. Wann hat man schon einmal Gelegenheit in das Allerheiligste eines Schiffes zu kommen.
Wir lagen wieder über Nacht an unserem Liegeplatz in Gent. Erst um 05:00 Uhr am nächsten Morgen ging es weiter.
08. September 2017 - Middelburg / Niederlande
Wir hatten gut und gemütlich gefrühstückt. Es regnete und es wehte ein heftiger Wind. So machten wir es uns im Salon gemütlich. Wir fuhren auf dem Kanaal door Walcheren. Dieser Kanal befindet sich auf der Halbinsel Walcheren in der Provinz Zeeland.
Gegen 13:00 Uhr erreichten wir die Middelburg, die Hauptstadt der Provinz Zeeland. Wir hofften, dass es aufhört zu regnen. Nach der Mittagsruhe wollten wir ein wenig rausgehen. Wir nutzten eine Regenpause, kamen aber nicht weit. Der Wind blies uns fast aus den Schuhen und der Regen setzte auch wieder ein. Mein Regenschirm hielt dem auch nicht stand. Also, retour! Ziemlich nass kamen wir auf dem Schiff wieder an, dass mussten wir uns nun doch nicht antun.
Blick auf die Uferstraße und die Häuser von Middelburg
So verbrachten wir auch den Nachmittag an Bord, ließen uns Kaffee und Kuchen im Salon schmecken und widmeten uns unserer Lektüre, die wir mithatten. Bald schon war auch wieder Zeit zum Abendessen. Nachdem wir uns in der Zwischenzeit beim Maitre und der Hotelmanagerin über das Essen beklagt hatten, genossen wir eine Sonderbehandlung. Wir wurden vom Maitre persönlich bedient und auch das Essen war schmackhafter geworden.
Wir verbrachten an der Liegestelle in Middelburg auch die Nacht. Erst am nächsten Morgen gegen 06:00 Uhr fuhren wir wieder weiter. Am Abend war im Salon eine Tombola, für die wir am Tag Lose kaufen konnten. Gewinne waren Artikel aus der Bordboutique, wie Schmuck, Taschen und andere Assessoires. Wir legten da keinen Wert drauf, nahmen an der Bar noch einen Gute-Nacht-Drink und verzogen uns in unsere Kabine.
09. September 2017 - Schoonhoven / Niederlande
Heute sind wir den ganzen Tag gefahren. Unsere nächste Station war Schoonhoven, wo wir aber erst am Abend ankamen. Wir überquerten das Veersemeer, auf dem es ein wenig ungemütlich wurde. Unser Kapitän musste ganz schön gegen die Wellen ankämpfen. Auch andere Schiffe schaukelten recht heftig. Am Nachmittag passierten wir den Hafen von Rotterdam. Die Sonne zeigte sich wieder und wir konnten Europas größten Hafen vom Sonnendeck aus erleben, zumindest einen Teil davon. Die Botlekbrücke ist die Einfahrt in den Hafen von Rotterdam. Die mächtige Stahlkonstruktion ist eine Hubbrücke der Superlative.
Wir bestaunten das riesige Hafengebiet. Bald schon kamen die ersten Häuser von Rotterdam in Sicht. Auf der Nieuwe Maas fuhren wir direkt durch die Stadt.
Gegen 19:00 Uhr erreichten wir Schoonhoven, eine Kleinstadt in der Provinz Südholland. Wir saßen derweil beim „Piratenabendessen“. Das Servicepersonal war entsprechend gekleidet, die Deko und die Speisekarte auf das Thema abgestimmt. Da kam natürlich der Fotoapparat zum Einsatz.
Aperitifstunde im Salon
Unser Tischkellner Bahri
Bahri und der Maitre haben mich fest im Griff!
Nach dem Abendessen konnten wir noch einen Spaziergang machen, was uns gut tat nach dem ganzen Tag auf dem Schiff. Die kleine Stadt lag ruhig in der Abenddämmerung. Durch das Stadttor gelangten wir in die Innenstadt. Nach einem kleinen Stadtbummel ging es zurück. Wir haben einen kleinen verschlafenen Ort kennen gelernt, der etwas Anheimelndes hatte.
Am Abend war auf dem Schiff eine Veranstaltung unter dem Titel „Die Stimmen der Swiss Crown“, Eine musikalische Darbietung, von unserem Reiseleiter Günter, der Rezeptionistin Jennifer und dem Barchef Rizky. Sie sangen bekannte Lieder unterstützt von dem Bordmusiker Imre. Wenn man bedenkt, dass es sich um Laienstimmen handelt, haben die drei das sehr gut gemacht.
10. September 2017 - Amsterdam / Niederlande
Nach einem gemütlichen Frühstück verbrachten wir den Vormittag wieder auf dem Schiff. Früh um 06:00 Uhr hatte unser Kapitän in Schoonhoven abgelegt und wir befanden uns auf dem Weg nach Amsterdam. Wir fuhren auf dem Amsterdam-Rhein-Kanal. Es war schönes Wetter und so konnten wir auch einmal wieder ein wenig das Sonnendeck nutzen.
Um die Mittagszeit erreichten wir Amsterdam. Es dauerte etwas, bis wir unsere endgültige Liegestelle eingenommen hatten, da von der Hafenbehörde kurzfristig der Liegeplatz geändert wurde. Aber endlich war es geschafft. Die Ausflügler starteten zu ihren gebuchten Touren und auch wir machten uns auf in die Stadt. Da wir bereits öfter in Amsterdam waren, hatten wir eine gute Orientierung. Am Kreuzfahrtterminal lag die „Seven Seas Explorerer“ von REGENT und später fuhr die „EUROPA 2“ an uns vorbei.
Von unserem Liegeplatz gut zu sehen war der A`Dam - Tower, ein Geschäftsgebäude mit der höchsten Aussichtsplattform Amsterdams. In dem weißen Flachbau mit dem Segeldach befindet sich ein Filmmuseum. Die Stadt war voll, Menschenmassen waren unterwegs. Ich lief bis zum Schloss und bummelte noch ein wenig durch die Straßen, wobei „bummeln“ nicht die richtige Bezeichnung ist, die vielen Menschen trugen einen vorwärts. So ging ich bald zurück. Noch ein Blick auf die Nieuwe Kerk in Amsterdam.
11. September 2017 - Hoorn / Niederlande
Am frühen Morgen um 05:00 Uhr verabschiedeten wir uns von Amsterdam. Unser nächstes Ziel war Hoorn, eine kleine Stadt am Westufer des Markermeeres. Das Meer war unruhig, dunkle Wolken zogen auf, ab und an schaukelte es ganz schön. Aber unser Kapitän bewältigte auch das. Um 09:00 Uhr erreichten wir Hoorn. Wir waren ja nicht das erste Mal in den Niederlanden, aber von diesen Wasserwegen und Städten hatten wir noch nie etwas gehört.
Bei einem Spaziergang lernten wir eine ursprüngliche Kleinstadt im Norden der Provinz Nordholland kennen, die mit ihrem historischen Ursprung aus dem 13. Jahrhundert ein gewissen Flair hatte. Um 11:30 Uhr ging es aber schon weiter. Noch ein Blick zurück und weiter ging unsere Fahrt über das Ijsselmeer nach Medemblik.
Weiterhin war die See sehr unruhig. Unser Kapitän verbrachte wahre Kunststücke. Wohlbehalten erreichten wir aber um 16:30 Uhr die Stadt Medemblik an der Küste des Ijsselmeeres. In dieser kleinen Stadt hinter dem Deich, aus dem 10. Jahrhundert, schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Mehr als ein kleiner Spaziergang war aber nicht drin, der Wind fegte kräftig über das Land und immer wieder regnete es. Allzu viel gab es aber auch nicht zu sehen.
Am Abend war auf dem Schiff die „Crew Show“. Die Mitarbeiter des Schiffes zeigten ihre unterschiedlichen Talente und genossen den verdienten Applaus der Gäste. Wir schauten einmal kurz rein, blieben aber nicht bei der ganzen Veranstaltung. So ging auch dieser Tag zu Ende. So langsam näherten wir uns auch dem Abschluss dieser Reise. Mit dem Tagesprogramm für den kommenden Tag gab es die ersten Informationen für den Ablauf der Ausschiffung in Köln.
Kleine Kunstwerke vom Kabinenservice
12. September 2017 - Enkhuizen / Niederlande
Die Nacht haben wir an der Anlegestelle in Medemblik verbracht. Um 07:00 früh machte Kapitän Cepelik die Leinen los und weiter ging es nach Enkhuizen. Wie schon einmal erwähnt, wir lernten Städte kennen, von denen wir bis zu dieser Reise noch nie etwas gehört hatten. Das Ijsselmeer war unruhig. In Enkhuizen schien aber die Sonne, auch wenn ab und zu ein paar Tropfen vom Himmel kamen. Das bescherte uns aber auch den einen und anderen Regenbogen.
Gegen 09:00 Uhr erreichten wir Enkhuizen, eine kleine Stadt am Ufer des Ijsselmeeres. Wir hatten Zeit für eine Stadtbesichtigung. Aber zunächst einmal faszinierte uns der Hafen. Dort lagen viele alte Segler, die unsere Aufmerksamkeit erregten.
Über den Deich führte der Weg in die Stadt. Verträumte Grachten und schöne alte Häuser, die das Flair des Nordens widerspiegeln lagen noch fast im Schlaf. Das Leben begann erst langsam, denn es war ja wieder noch frühe Morgenstunde. Nach einem Rundgang erreichten wir das alte Wehrtor aus dem 16. Jahrhundert, durch das es zurück zum Hafen ging.
Bereits um 12:00 Uhr legten wir wieder ab. Wir saßen beim Mittagessen und konnten noch einen schönen Blick auf diese kleine Stadt, mit ihrem großen Hafengebiet werfen. Es
ging jetzt nur langsam vorwärts. Unser Kapitän musste mit starken Wellen kämpfen, bis er die See hinter sich lassen konnte und in ruhigeres Fahrwasser kam. Wir fuhren auf der IJssel bis nach Zutphen, der letzten Station unserer Reise. Dort kamen wir aber, durch die wetterbedingte Verzögerung, erst in der Nacht an.
Am Abend war auf dem Schiff der große Kapitänsempfang. Die verantwortlichen Crewmitglieder und alle Mitarbeiter verabschiedeten sich von den Gästen. Im voll besetzten Salon fand unser Reiseleiter Günter Ziegler nette Worte zum Abschluss dieser Reise. Es folgte das Gala - Abendessen im festlichen Rahmen mit der traditionellen Eisparade.
13. September 2017 - Arnheim / Niederlande
Nach diesem schönen Abend ließen wir uns das Frühstücksbuffet schmecken, und beobachteten nun das Ablegemanöver in Zutphen. Einige Gäste gingen von Bord, um an einem Ausflug teilzunehmen. Sie sind erst am nächsten und letzten Haltepunkt unserer Reise, in Arnheim, wieder zugestiegen. Wir hatten erneut wetterbedingte Zeitverzögerung und kamen erst mit einer halben Stunde Verspätung in an unserem Liegeplatz in Arnheim an.
Wir lagen auch recht weit außerhalb der Stadt und so blieb nur ein kurzer Spaziergang zur Brücke von Arnheim, bekannt aus dem gleichnamigen Kriegsfilm. Der Wind fegte uns fast aus den Schuhen und so waren wir froh, wieder im geschützten Bereich unseres Schiffes zu sein.
Um 16:30 Uhr fuhren wir weiter, die letzte Etappe unserer Tour. Noch ein paar Kilometer und wir werden wieder den Rhein erreicht haben. Auf dem Schiff war nun alles auf die Ausschiffung ausgerichtet. Im Salon gab Günter Ziegler noch Hinweise zum Ablauf. Es hieß Koffer packen. Noch ein letztes Abendessen, noch ein Drink an der Bar und eine letzte Nacht in unserer Koje.
14. September 2017 - Köln / Deutschland - Ausschiffung und Heimreise
Nun ging alles recht schnell. Noch einmal frühstücken, die restlichen Sachen zusammenpacken, bis um 09:00 Uhr mussten wir die Kabine geräumt haben. Schließlich brauchten die fleißigen Helfer Zeit, um alles für die neu ankommenden Gäste vorzubereiten. In den Gängen herrschte ein ziemliches Durcheinander. Im Foyer waren die Koffer gesammelt worden, um dann zügig an Land gebracht zu werden. Pünktlich gegen 09:00 Uhr erreichten wir unseren Liegeplatz in Köln. Wir warteten im Salon, bis wir an der Reihe waren. Die vorbestellten Taxis kamen natürlich nicht. So machten wir uns auf die Strümpfe und liefen mit unserem kleinen Gepäck zum Hauptbahnhof. Zum Glück war es nicht so weit und wir erreichten noch gut unsere Bahn, die uns nach Berlin zurückbrachte. Das große Gepäck wurde uns von der Firma TeFra nach Hause gebracht werden. Am Nachmittag waren wir wieder in unseren heimatlichen Gefilden angekommen. Rückblickend war es eine schöne Fahrt. Neue Eindrücke, neue Erlebnisse und nette Menschen waren das Fazit dieser Reise.