Am Chiemsee

Das Bayerische Meer

Es durfte nicht fehlen bei unserer Rundreise durch Oberbayern. Wir erreichten den See, der auch „Bayerisches Meer“ genannt wird, am 21. Mai 2011 nach einer gemütlichen Fahrt von Tegernsee aus gegen Mittag. Nach dem Check-in in unserem Hotel, den „König-Ludwig-Stuben“ in der Hafennähe in Prien, gingen wir erst einmal zu Mittag essen. Dann machten wir uns auf, zu einer ersten Erkundungstour. 

Der Chiemsee hat eine Fläche von 79,9 km² und ist der größte See in Bayern und der drittgrößte in Deutschland. Seine Ufer messen 63,96 km. In dem See gibt es vier Inseln von denen sie größte die Herreninsel ist. Um den See befinden sich das beliebte Erholungsgebiet, das Chiemgau und die Chiemgauer Berge. Zweifellos eine reizvolle Landschaft.

Wir erkundigten uns wo und wann die Schiffe zur Herreninsel fahren. Dort wollten wir am kommenden Tag hin, denn das dortige Schloss „Herrenchiemsee“ war der Hauptgrund unserer Reise dorthin. Nach einer Mittagspause setzten wir am Nachmittag unsere Erkundungstour fort. Mit dem „Chiemseeexpress“ fuhren wir nach Prien.

 

Diese kleine Schmalspurbahn verbindet seit 1887 den Hafen mit der Stadt Prien. Sie tuckert mit Dampfbetrieben in knapp 10 Minuten bis zum Bahnhof Prien. Dort ist man dann auch schon „mittendrin“.

 

 

Die Stadt Prien ist ein anerkannter Luft- und Kneippkurort. Rund 10.000 Einwohner leben in dem idyllischen Ort, den es seit Mitte des 12. Jahrhunderts gibt. Mittelpunkt ist die römisch-katholische Kirche Mariä Himmelfahrt, die ebenso alt ist, wie der Ort. Wir bummelten durch den Ort, gingen Kaffee trinken und tuckerten auf dem gleichen Weg mit der kleinen Eisenbahn zurück.

Am nächsten Tag fuhren wir, wie geplant, mit dem Schiff zur Herreninsel. Nach dem Frühstück machten wir uns auf. Das Wetter war super, viele Boote waren schon auf dem Wasser, die weißen Segel leuchteten in der Sonne.

 

Blick über den See auf Schloss Herrenchiemsee.
Oben: eines der Ausflugsboote.

Dort boten sich Pferdekutschen an, mit denen wir den Weg vom Schiffsanleger bis zum Schloss bequem zurücklegen konnten.

Das 1878 erbaute „Neue Schloss Herrenchiemsee“ ist von König Ludwig II. als kleine Kopie des französischen Schlosses Versailles entstanden. Auch dort blieb nach dem Tod des Königs vieles unvollendet.

In diesem Schloss ist vieles französisch und im Stile von Ludwig XIV., dem Sonnenkönig, eingerichtet. Auch dort war das Fotografieren in den Räumen verboten. Ich will hier einmal versuchen, die äußerst prunkvollen Räume zu beschreiben. Der prachtvolle Eingangsbereich im Südflügel hat eine  doppelläufigen Gesandtentreppe gehört zu den Paraderäumen. In dem ganz in Gold gehaltenen  Beratungszimmer dominiert ein Bildnis Ludwig XIV.  Das Porzellankabinett gehörte zu den persönlichen Räumen des Königs. Neben vielen Porzellanbildnissen sorgt ein aufwendiger Kerzenlüster für Licht. Er ist eine Einzelanfertigung der Meißner Porzellanmanufaktur. In dem ganz in Rot-Gold gehaltenen Speisezimmer gibt es ein „Tischlein deck dich“ Der Tisch steht auf einem Fahrstuhl, der in der darunter liegenden Küche gedeckt und dann hochgefahren wurde. Auch in allen anderen Räumlichkeiten dominiert Gold und nochmals Gold. Aufwendigster Raum ist aber der Spiegelsaal. Getreu nach dem Vorbild in Versailles, nur etwas kleiner. Der Raum ist 98 m lang enthält 33 Deckenlüster und 44 Standkandelaber mit mehr als 2.000 Kerzen. Die Standbüsten sind Abbilder römischer Kaiser.

Von so viel Prunk geblendet verließen wir nach 30 Minuten Führung das Schloss. Allein 4,5 kg Blattgold wurden in diesen Räumen verarbeitet, in denen König Ludwig II. nur wenige Tage verbrachte. Herrenchiemsee ist das aufwendigste und auch teuerste seiner Schlösser.

Dieses Pfauenpärchen steht im Eingangsbereich des Schlosses.