Auf Rhein, Main & Mosel mit der "MS Rheinprinzessin"

03. - 12. September 2016

Eine Reise mit Phoenix-Reisen

Vorwort

Bei der Planung unserer Reise anlässlich meines 70sten Geburtstages spielten verschiedene Faktoren eine Rolle. Es sollte etwas Schönes sein, etwas das wir noch nicht kannten und vor allem, etwas mit Schiff. So planten wir zu nächst eine Kreuzfahrt in die Adria. Der labile Gesundheitszustand von Horst ließ aber solch eine weite Reise nicht zu, und so entschlossen wir uns in Deutschland zu bleiben, schon wegen der eventuell notwendigen ärztlichen Versorgung. Diese brauchten wir aber zum Glück nicht in Anspruch zu nehmen.
Den Rhein mit einem Schiff zu erkunden war keine schlechte Alternative. Der Reiseveranstalter „Phoenix“ bot uns ein interessantes Angebot, und so buchten wir den „Rhein in Flammen“, 10 Tage auf der „MS Rhein Prinzessin“ über Main, Rhein und Mosel ab/bis Frankfurt am Main. Vier Wochen vor Reisebeginn bekamen wir in einem Schreiben von „Phoenix“ mitgeteilt, dass man uns ein kostenloses Kabinenupgrade gewährte, auf Grund unserer wiederholten Buchung bei diesem Veranstalter.

02. September 2016 - Anreise & Hotel

Wir hatten uns entschlossen mit der Bahn nach Frankfurt am Main zu fahren. Ganz entspannt einen Tag früher mit einer Vorübernachtung in Frankfurt. Da uns zwei große Gepäckstücke in der Bahn zu beschwerlich waren, ließen wir einen Koffer von der Firma TeFra, einem Logistikunternehmen für Gepäcktransporte, von zu Hause zum Schiff und retour transportieren. Am 02. September 2016 ging es nun also los. Der ICE-Sprinter brachte uns in knapp vier Stunden von Berlin Südkreuz nonstop nach Frankfurt am Main/Hauptbahnhof. Wir fuhren pünktlich um 11:07 Uhr in Berlin los und waren ebenso pünktlich um 14:56 Uhr am Ziel. Dort angekommen, bezogen wir unser reserviertes Zimmer im „Intercity – Hotel“. Das Hotel liegt direkt in Bahnhofsnähe. Wir waren dort schon einmal und wussten, was uns erwartet.

Der Check-in ging schnell, wir bekamen unser Zimmer und konnten uns erst einmal ein wenig akklimatisieren und frisch machen. Die sommerlichen Temperaturen ließen uns ganz schön schwitzen. Wir fuhren dann zum Römer, wo wir auch in einem uns bekannten Restaurant zu Abend essen wollten. Wir hatten das Lokal in guter Erinnerung. Leider hatte die Bewirtschaftung gewechselt und die Qualität nachgelassen – schade!

Intercity - Hotel Frankfurt am Main

03. September 2016 - Einschiffung, das Schiff & Mainz

Wir hatten in unserem Hotelbett gut geschlafen und genossen das reichhaltige Frühstücksbuffet. Das Wetter versprach wieder sehr warm zu werden. Wir hatten keine große Lust für Sightseeing, zumal wir Frankfurt ja kannten. So packten wir unsere Übernachtungsutensilien zusammen und gaben den Koffer an der Hotelaufbewahrung ab. Ein kleiner Spaziergang tat uns gut, noch war die Luft angenehm. In einem Café überbrückten wir die Zeit, bis es soweit war, zur Schiffsanlegestelle zu fahren. Um 14:30 Uhr sollte Einschiffung sein, das ist bei diesen Flussschiffen ziemlich genau zu nehmen. Ein Taxi brachte uns um 14:00 Uhr zum Osthafen, wo unsere „MS Rhein Prinzessin“ am Anleger wartete.

Am Schiff angekommen, nahm uns sofort ein fleißiger Helfer den Koffer ab. Wir wurden in den Salon gebeten, wo schon Kaffee, Tee und Kuchen bereit stand. Nach Kabinengruppen erfolgte dann der Aufruf, um an der Rezeption die Einschiffungsformalitäten zu erledigen. Ein freundlicher Steward brachte uns zu unserer Kabine, die auf Deck 3 lag.

Auch unsere beiden Koffer waren schon da. Eine Flasche Sekt stand zur Begrüßung bereit, die obligatorische Phoenix-Tasche war ebenfalls da und auch die Schokoherzchen mit der Aufschrift: „Willkommen zu Hause“ fehlten nicht.

In der Kabine war alles vorhanden, was nötig ist. Das sich die Möblierung in Laufe der nächsten Tage als ziemlich unbequem herausstellen sollte, war ein kleiner Mängel. Das Bad war ordentlich, die Dusche hatte eine angenehme Größe, auch die gewohnten Badartikel waren vorhanden. Sogar Seiflappen lagen bereit. Der Safe im Schrank war etwas klein, aber wir bekamen alles unter. Die Klimaanlage war individuell einstellbar.

Wir begannen unsere Koffer auszuräumen, als auch schon die Durchsage kam, doch bitte ins Restaurant zu kommen, zwecks Tischreservierung. Das hatte natürlich Vorrang. Im Restaurant gab es feste Essenszeiten, die ab und zu einmal variierten. Je nach Liege- und Landausflugszeiten gab es da schon Abweichungen von einer halben Stunde bis Stunde. Jeder Gast bekam einen festen Platz, so gab es kein Gerangel um die besten Plätze. Zum Frühstück bedienten wir uns am Buffet, zusätzlich konnte man Spiegeleier oder Omeletts beim Kellner ordern. Das Foto entstand am Abreisetag, sonst war dort nicht so ein Gedrängel.  

Zum Frühstück wählte man auch für den Tag die Gerichte, die man am Mittag und am Abend essen wollte. Die Menükarten lagen bereit und der Kellner nahm die Wünsche auf. Vorspeise, Suppe verschiedene Hauptgänge und ein Dessert standen jeweils zur Wahl. Bei den Hauptgängen gab es jeweils ein Fisch- und ein Fleischgericht, eine vegetarische Variante, sowie ein Gericht aus der Mannschaftsküche. Das war dann ein einfacheres Gericht wie z. B. Hamburger mit Pommes oder am Abend eine kalte Platte. Wer eine spezielle Diät benötigt sollte das bei der Einschiffung ansagen, das wird in der Küche berücksichtigt.

Hier eines der vielen leckeren Gerichte, z. B. gefüllte Hähnchenkeule mit Reis und Grillgemüse.

Der Salon

Rezeption

Leseecke

Zum Mittagessen wurden das Hauptgericht und das Dessert serviert, alles andere bekam man am Buffet. Am Abend wurden alle Gänge serviert. Alles war schmackhaft und lecker angerichtet. Darüber hinaus gab es am Vormittag noch einen Zwischenimbiss in Form einer Boullion, am Nachmittag im Salon Kaffee, Tee und Gebäck und am späten Abend noch einen Mitternachtsimbiss. Die Getränke waren gepflegt, die Barpreise moderat. Im Salon, in dem sich auch die Bar befindet, finden alle Veranstaltungen statt. Dort werden das Frühaufsteher-Frühstück gereicht, die Vormittags-Boullion und der Nachmittagskaffee. An der Rezeption hatten die freundlichen Mitarbeiter immer ein offenes Ohr. Im Foyer hatte auch unser Reiseleiter Uwe seinen Schreibtisch. Auch ein kleiner Bordshop war vorhanden.

Ein halbes Treppchen höher war die Leseecke, mit einer Auswahl an Büchern. Auch ein paar Spiele wie z. B. ein Schachbrett waren dort. Ganz wichtig zu erwähnen wäre noch, dass dieses Schiff eingeschränkt barrierefrei ist. Es gibt sowohl im Schiff als auch zum Sonnendeck sogenannte Treppenlifter, die behinderten Menschen Wege erleichtern. Wer sich sportlich betätigen möchte findet zwei Sportgeräte, eine Sauna und auch einen Whirlpool. Wir denken, für solch ein kleines Schiff ist das Angebot recht groß.

Doch nun weiter zu unserem Tagesablauf. Nach dem die Tischreservierung erledigt war und wir die Plätze so bekamen, wie wir uns das vorgestellt hatten, ging es weiter ans Koffer auspacken. Wir hatten das gerade geschafft, mussten wir auch schon um 16:00 Uhr zu einer ersten Informationsveranstaltung. Reiseleiter und Hotelmanager stellten sich vor. Wir bekamen von unserem Reiseleiter Infos über die Landausflüge und vom Hotelmanager einige Infos über das Schiff und ein paar Sicherheitshinweise. Die zwei Matrosen demonstrierten das Anlegen der Rettungswesten. Am kommenden Tag sollte noch die vorgeschriebene Rettungsübung stattfinden. Ja, der erste Tag ist immer recht stressig. In der Zwischenzeit hatten wir unseren Liegeplatz in Frankfurt verlassen. Auf ging es zu unserer ersten Etappe, uns Ziel war Mainz.

Vorbei ging es an der Skyline von Frankfurt

Viel Zeit hatten wir nicht, die Aussicht zu genießen. Um 18:00 Uhr war der Begrüßungscocktail und das Willkommens – Abendessen angesagt. Bei einem Glas Sekt und Fingerfoods lernten wir die wichtigsten Herren des Schiffes kennen.
Kapitän: Jan Oosten
Hotelmanager: Thorsten Sprengel
Phönix-Reiseleitung: Uwe Wagner

Auf dem Foto: Unser Reiseleiter Uwe und der Maschinist der Rhein Prinzessin

Anschließend das erste Abendessen auf der „MS Rhein Prinzessin“. Wir lernten unsere Tischnachbarn kennen. Ein anderes Ehepaar aus Frankfurt und ein Vater/Tochter – Gespann, ebenfalls aus dem hessischen Raum. Nette Menschen, mit denen wir während der Reise noch viel Spaß hatten. Der Vater, von uns später nur noch „Papa“ genannt war ein gebrechlicher Herr von 87 Jahren, immer fröhlich, immer gut drauf. Er ist uns richtig ans Herz gewachsen. Das Essen war ebenfalls gut, es gab also nichts zu meckern. Um 20:00 Uhr erreichten wir Mainz.  

 

 

Unser Schiff lag am Adenauerufer vor der Theodor-Heuss-Brücke und wir machten noch einen Abendspaziergang am Rheinufer bevor wir müde in unsere Kojen fielen.

04. September 2016 - Rüdesheim, Braubach & Koblenz

Wir hatten über Nacht in Mainz gelegen und einigermaßen gut geschlafen. Uns erwartete das erste Frühstück an Bord. Das Buffet war ordentlich, wir ließen es uns schmecken. Um 08:00 Uhr legten wir in Mainz ab und starteten zu unserer nächsten Etappe. Das nächste  Ziel war Rüdesheim. Das Wetter war noch ein wenig grau und es regnete, als wir die Rheininsel mit dem Namen Petersaue passieren.  

Um 10:00 Uhr erreichten wir Rüdesheim. Nachdem wir am Anleger festgemacht hatten, gingen wir von Bord um einen Spaziergang zu machen. Wenn wir dort schon waren, wollten wir wenigsten einmal durch die berühmte Drosselgasse gelaufen sein.

Rheininsel

Auf dem Marktplatz fand ein Fest der Freiwilligen Feuerwehr Rüdesheim statt. Die Menschen waren gerade dabei die Stände zu eröffnen. Es gab Informationsmaterial über die Arbeit der Feuerwehr und alte und neue Feuerwehrgeräte waren zu sehen. Grillstände und Bierausschank sorgten für das leibliche Wohl. Wir schlenderten durch die Straßen. Die Kirche konnten wir nicht besichtigen, es war Sonntagvormittag. Dafür hatten aber erstaunlich viele Geschäfte geöffnet. Nur die gastronomischen Betriebe waren noch nicht soweit. Irgendwann hörte es sogar auf zu regnen. In einem der Geschäfte erstand ich noch meine geliebten Asbach Pralinen. Eine Besichtigung der dort ansässigen Firma Asbach war wegen des Sonntags leider nicht möglich. Zum Mittagessen waren wir zurück auf dem Schiff. Um 13:00 Uhr verabschiedeten wir uns von Rüdesheim. In der Ferne war das Niederwalddenkmal zu sehen, das über Rüdesheim thront. 

Unser nächstes Etappenziel war Braubach, ein kleiner Ort am Rhein, über dem sich die Marksburg erhebt. Auf der Strecke liegen bekannte Orte wie Assmanshausen, Bingen, St. Goarshausen und natürlich die Lorelei. Schier endlose Weinberge säumen die Uferlandschaft.  

Die kleine Stadt Lorch

Der Loreleifelsen

 

An dieser Stelle möchte ich einmal erwähnen, dass es an der Ufern des Rheins entlang unzählige Burgen gibt. Fast alle größeren Orte werden von einem Festungsbau überragt. Dazwischen immer wieder Weinberge. Wir passierten den kleinen Weinbauort Lorch und erreichten dann die sagenumwobene Lorelei. Viele der Gäste waren auf dem Oberdeck um diesen 132 m hohen Schieferfelsen zu bewundern, von dem Heinrich Heine und Clemens Brentano das „Märchen aus uralter Zeit“ erfanden. Der Sage nach wohnte dort eine Nixe, die mit ihrem Gesang die Seefahrer um den Verstand brachte und sie unachtsam wurden und in den Fluten versanken. Dann rief der Kapitän zur vorgeschrieben Seenotrettungsübung. Alle Mann/Frau bitte aufs Oberdeck. Dort wäre im Notfall der Sammelplatz. Ohne weitere Kontrolle oder Ansage war das damit erledigt. Was das sollte, ist uns bis heute nicht klar. 

Gegen 16:00 Uhr erreichten wir die Stadt Braubach. Für die Teilnehmer des organisierten Ausfluges war die Marksburg interessant, die über diesem Ort thront. Ich machte mich auf, zu einem Spaziergang durch diesen dörflichen Ort, der im Sonntagsschlaf zu liegen schien.

Auf dem kleinen Marktplatz saßen vor einem Restaurant ein paar Menschen beim Sonntagskaffee, sonst war himmlische Ruhe. Die Leute die ich sonst traf, gehörten zum Schiff. Ich schaute mir noch die Kirche an und ging zurück. Klein aber fein und gepflegt, dieses Braubach. Um 18:45 Uhr gab es Abendessen und um 19:00 Uhr ging es weiter nach Koblenz, wo wir um 20:00 Uhr ankamen. Wir gingen nicht mehr raus. Bei einem Drink aufs Oberdeck und ließen wir den ausklingenden Tag auf uns wirken.

05. September 2016 - Koblenz, Linz & Geburtstag

Wir hatten über Nacht an unserem Anleger am Peter–Altmeier-Ufer in Koblenz gelegen. Am Morgen nahm mich mein Mann erst einmal ganz fest in die Arme und gratulierte mir zu meinem 70sten Geburtstag. Am Frühstückstisch hatte sich mein Ehrentag auch rumgesprochen und so kamen auch von unseren Tischnachbarn herzliche Glückwünsche. Wir frühstückten gemütlich. Zurück auf der Kabine fand ich dort auch die Glückwünsche vom Schiff vor. Eine Flasche Sekt und eine Glückwunschkarte:

Nun wollten wir aber raus. Der Himmel war noch etwas grau, aber das sollte sich im Laufe des Tages noch ändern.

Der erste Weg führte uns zum Deutschen Eck, dort wo das monumentale Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. steht, dort wo sich Rhein und Mosel küssen und von der anderen Rheinseite die Festung Ehrenbreitstein grüßt.

Von dort aus startete ein Rundgang durch die Stadt, wir schlenderten durch die Straßen, schauten uns Kirchen und historische Gebäude an, standen an schönen Plätzen und liefen langsam zurück zum Schiff.

In dem ehemaligen Koblenzer Schloss ist heute u. a. das Rathaus untergebracht.

 

Unseren Rundgang beendeten wir mit einem Besuch in einer Gaststätte um mit einem lecker Kölsch auf meinen Geburtstag anzustoßen.


Zum Mittagessen waren wir wieder an Bord. Am Nachmittag ließen wir uns Kaffee und Kuchen im Salon schmecken. Um 16:00 Uhr verabschiedeten wir uns von Koblenz. Unser nächstes Etappenziel war Linz am Rhein.

Um 19:00 Uhr erreichten  wir Linz. Wir saßen beim Abendessen, als unser Kapitän dort fest machte.

Wir gingen aber nicht mehr raus. Da wir in Linz schon einmal waren, war das auch nicht so wichtig. Anlässlich meines Geburtstages hatten wir unsere Tischnachbarn auf ein Gläschen Sekt im Salon eingeladen. Es wurde ein gemütlicher Abend und nicht nur ein Gläschen Sekt.

Dieter & Ingeborg (li) und Annegret  mit dem Papa

Blick auf die Stadt Linz

                        Vom Winde verweht, aber glücklich                               -Was für ein schöner Tag-

06. September 2016 - Alken & Zell

Um Mitternacht nahm unser Kapitän wieder Fahrt auf. Von Linz aus fuhren wir zurück nach Koblenz und verließen dort der Rhein. Auf der Mosel setzten wir unsere Reise fort. Wir saßen beim Frühstück, als wir um 08:00 Uhr in Alken ankamen. Alken ist eine kleine Gemeinde mit nur gut 650 Einwohnern, Geprägt vom Weinbau ist dieser dörfliche Ort umgeben von einer wunderschönen Landschaft. 

Am Liegeplatz in Alken

Alken liegt am Fuße der Burg Eltz, die auch das Ziel für die Teilnehmer des organisierten Ausflugs war. Ich
schlenderte durch den Ort, schaute mit die alten Häuser und Kirchen an und stand vor so mancher kleinen
Weinstube, die zum Verweilen einlud.

Durch kleine Gassen lief ich zurück zum Ufer der Mosel und hatte auf dem letzten Stück des Weges niedliche Gesellschaft.

Vom Weinberg grüßte das Gipfelkreuz, als wir um 13:00 Uhr weiterfuhren. Zu dieser Zeit saßen wir beim Mittagessen und ließen es uns schmecken. Wir waren auf dem Weg nach Zell. Wir folgten den verschlungen Wegen des Flusses und konnten uns gar nicht satt sehen, an dieser Umgebung, die bei diesem Traumwetter ihre ganze Schönheit zeigte. Hier ein paar Eindrücke:

 

Am Nachmittag trafen wir uns mit unseren Tischnachbarn um meine Geburtstagstorte aus der Schiffsküche zu verspeisen. Wir schafften es gerade. Zu Nachmittagskaffee gab es heute Waffeln und Eis, darauf mussten wir verzichten, nichts ging mehr nach dieser leckeren Torte. Um 18:00 Uhr gab es auch schon wieder Abendessen, auch da ging nicht mehr viel. So kam uns ein Abendspaziergang gerade Recht. Nämlich in Zell an der Mosel, wo wir um 19:30 Uhr anlegten. Zell ist ein sehr bekannter Weinort. Der von dort stammende Wein „Zellers schwarze Katz“ ist weit über die Grenzen Deutschlands bekannt. Mit über vier Millionen Weinstöcken ist Zell eines der größten Weinbaugebiete Deutschlands. 

Ein Brunnen zu Ehren der "Schwarzen Katz"

Blick auf Zell

Fröhliche Musik

In Zell war an diesem Tag ein Weinfest in dessen Zusammenhang wir mehrere Musikgruppen sahen, die mit den Weinköniginnen durch die Straßen zogen. Dieser kleine Abendspaziergang tat uns gut. Noch ein Drink an der Bar und dieser Tag war zu Ende. Die Nacht haben wir an unserem Liegeplatz in Zell verbracht. Unser nächstes Ziel sollte Bernkastel-Kues sein.

07. September 2016 - Bernkastel-Kues & Piesport

 

Der Tag begann wie immer mit einem ausgiebigen Frühstück. Um 05:00 Uhr in der Früh hatte unser Kapitän die Leinen losgemacht um nach Bernkastel-Kues weiter zu fahren. Über den Weinbergen lag noch der Morgennebel. Immer wieder sahen wir Campingplätze, die an den Ufern der Mosel von vielen Wohnwagen besetzt waren.

Vorbei fuhren wir an Orten, die bei Liebhabern deutscher Weine sicher bekannt sind. Traben-Trabach, Kröv und Zeltingen, um nur einige zu nennen. Um 10:30 Uhr erreichten wir Bernkastel-Kues. Bis dahin genossen wir die an uns vorbeiziehende Landschaft mit den endlosen Weinbergen.

Ich machte mich auf, die Stadt zu erkunden. Bernkastel-Kues ist ein Doppelort. Auf der einen Rheinseite liegt Bernkastel und auf der Kues. Das Herz der Mosel, so sagt man, ist dort zu finden. Beide Stadtteile sind durch eine Brücke verbunden. Unsere „Rhein Prinzessin“ lag auf der Seite von Bernkastel.

Auf der anderen Seite der Mosel – der Stadtteil Kues

Das Spitzenhäuschen

Der Marktplatz

Bernkastel besticht durch wunderschöne Fachwerkhäuser. Allen voran das „Spitzenhäuschen“ aus dem 15. Jahrhundert. An vielen Häusern fand ich Sprüche, die sicher für die Bewohner von Bedeutung waren oder immer noch sind.

„Dieses Haus ist mein – und doch nicht mein.
Der vor mir war, dachte auch es wäre sein.
Er zog aus und ich zog ein.
Nach meinem Tod wir es wieder so sein!“

Blick zurück

Noch ein Blick zurück, bevor wir um 16:00 Uhr weiterfuhren. Im Salon drehte sich zur Kaffeezeit heute alles um die Zwetschge. Da waren wir natürlich dabei. Zwetschgentorte, Kuchen vom Blech, Zwetschgendesserts und wer mochte auch Zwetschgen natur. Dazu leckere Schlagsahne und ein Tässchen Kaffee.

 

Unser Kapitän steuerte in der Zwischenzeit den Ort mit dem Namen Piesport an.  Wir erreichten diesen kleinen verschlafenen Weinort gegen 18:00 Uhr. Nach dem Abendessen unternahmen wir noch einen kleinen Spaziergang. Ein paar Weinbauern, eine Kirche und ein paar, im Schlaf liegende, Straßen. Landidylle pur.

Wir blieben über Nacht am unserem Liegeplatz in Piesport.

08. September 2016 - Trier

Früh um 06:00 Uhr legten wir in Piesport ab um nach Trier zu fahren. Drei Stunden brauchten wir, um diesen Weg hinter uns zu bringen. Wir saßen beim Frühstück. Der Morgennebel lag wieder über den nicht enden wollenden Weinbergen. Um 09:00 legten wir außerplanmäßig in Trier-Schweich an. Von unserem Reiseleiter bekamen wir die Auskunft, dass uns der Liegeplatz in Trier erst ab 13:00 Uhr zur Verfügung steht. Da hat irgendwer gepennt. Na gut, es war nicht zu ändern. Für uns war das egal, aber für die organisierten Ausflüge bedeutete das doch schon einige Umorganisationen.

Wir machten in Schweich einen kleinen Spaziergang. Die Anlegestelle befand sich in der Nähe eines Wohnmobilparks. Auch dort jede Menge Camper, die das schöne Wetter ausnutzten. Um 12:00 Uhr gab es Mittagessen und es ging weiter zu unserer Liegestelle nach Trier.

 

Um 13:00 Uhr waren wir dort. Unser Weg führte uns zur Porta Nigra, dem alten römischen Stadttor, das auch als Wahrzeichen der Stadt Trier bezeichnet wird. Das „Tor des Mars“ oder auch „Schwarzes Tor“ wurde im 2. Jahrhundert n. Chr. gebaut. Es gehört zum UNESCO – Weltkulturerbe der römischen Baudenkmäler.

Die Sonne meinte es gut, so waren wir froh, in der Nähe in einem Gartenlokal ein schattiges Plätzchen zu finden, wo wir unseren Durst löschen konnten. Weiter durch die Stadt zu laufen hatten wir keine Lust. So machten wir uns langsam auf den Rückweg. Nach einer halben Stunde, die wir zum Glück im Schatten laufen kannten, waren wir wieder zurück auf dem Schiff.

Am Abend war auf Schiff die beliebte „Crew-Show“. Davon haben wir ja schon so einige gesehen, aber diese war wirklich nett gemacht. Kurzweilig, abwechslungsreich und lustig. Begonnen hat unser Reiseleiter Uwe Wagner mit einem Lied von Hildegard Knef, er ließ es „Rote Rosen regnen“. Unser Hoteldirektor Thorsten Sprengel erfreute uns mit einem Song von Elvis Presley. Die asiatischen Mitarbeiter/in des Schiffes hatten einen Tanz aus ihrer Heimat einstudiert. Dazu erklang fremdländische Musik. Ganz viel Spaß hatten wir mit unserem Küchenchef Janos und den „Glocken von Rom“

 

Das war natürlich nicht alles. Thorsten Sprengel gab noch einen Song zum Besten und ein Mitarbeiter der Rezeption brachte einen Sketch, er las „Goethe“. So wurde das ein kurzweiliger Abend. In der Zwischenzeit hatte auch Kapitän Oosten wieder Fahrt aufgenommen. Die Fahrt ging nun zurück, die Mosel entlang in umgekehrter Richtung. Morgen Mittag werden wir in Cochem sein. Doch zunächst erst einmal Gute Nacht.

09. September 2016 - Cochem

Guten Morgen! Der Blick aus unserem Kabinenfenster versprach wieder einen wunderschönen Tag. Das satte Grün der Uferböschung leuchtete in der Morgensonne. Ausgeschlafen und gut gelaunt gingen wir frühstücken. Auf dem Oberdeck ließen wir dann die Morgenstimmung auf uns wirken. Die vorbeiziehende Landschaft wirkte beruhigend und wir konnten die Seele baumeln lassen. 

Um 10:30 Uhr rief der Küchenchef zum bayerischen Frühschoppen. Davor gab es noch eine erste Information zu den Abreiseformalitäten. Ja, unsere Reise neigte sich schon wieder dem Ende entgegen. Aber erst einmal labten wir uns an Weißwurst, frischen Brezen und einem frisch gezapften Bier. Die passende Musik dazu lieferte unser Bordmusiker Svetlomir.

Wir hatten die Weißwurst noch gar nicht ganz verdaut, als sich auch schon wieder die Türen des Restaurants zum Mittagessen öffneten. Zur gleichen Zeit erreichten wir Cochem, einer der bekannteren Weinorte an der Mosel.

Da wir bis zum späten Abend dort lagen, konnten wir uns Zeit lassen. Nach einer Stunde Siesta machten wir uns auf, den Ort anzusehen. Wir mussten die Skagerrak – Brücke überqueren um in die Stadt zu gelangen. Auffällig war der schöne Blumenschmuck, der die Kandelaber auf der Brücke zierte.

Cochem selbst hat uns nicht so gut gefallen. Alles ist sehr touristisch aufgemacht. Das verwundert nicht, wenn man erfährt, dass jährlich etwa zwei Millionen Besucher dort aufschlagen. So wechseln sich in den Straßen Billigläden mit diversen Bekleidungsstücken und Souvenirläden ab. Am Marktplatz und in der Uferstraße jagt ein Gastronomiebetrieb den nächsten. Vor lauter Sonnenschirme sind die schönen Häuser kaum zu sehen.

Das Rathaus von Cochem

Der Markplatz

 

 

Wir bummelten durch die Straßen, das heißt, bummeln war das eigentlich nicht, denn es waren sehr viele Menschen bei diesem schönen Wetter unterwegs. Wir setzten uns in eines der Cafés, beobachteten ein wenig das rege Treiben und gingen dann zum Schiff zurück.

Bevor wir aber auf das Schiff zurückgingen, genehmigten wir uns noch einen guten Tropfen. In der Nähe des Anlegers hatten wir ein kleines Weinlokal entdeckt. Wir bekamen dort auch ein schattiges Plätzchen.

Die Zeit verflog. Schon war es wieder soweit, das Abendessen wurde serviert. Den Abend verbrachten wir in netter Runde auf dem Oberdeck. Um 21:30 Uhr nahmen wir Abschied von Cochem um nach Boppard weiter zu fahren.

                                     Cochem in Abendstimmung.                                       Über der Stadt thront die Reichsburg.

10. September 2016 - Boppard, Gala & Feuerwerk

Heute stand nun der Höhepunkt unserer Reise an, der „Rhein in Flammen“. Wir sind über Nacht gefahren und waren wieder auf dem Rhein nachdem wir Koblenz passiert und dort die Mosel verlassen hatten. Um 08:30 Uhr erreichten wir Boppard, ein ebenfalls sehr bekannter Weinort.

Am Vormittag ging ich zunächst allein auf Erkundungstour. Ich musste ein Stück auf der Rheinpromenade entlang gehen bevor ich die Stadt erreichte. Boppard ist ein hübsches Städtchen mit schönen alten Häusern, liebe voll gepflegt. Schöner Blumenschmuck ziert die Promenade und viele Fahrgastschiffe laden zu Rundfahrten ein.

Ich bummelte durch die Stadt, ging zum Marktplatz, schaute mir die Kirche an und machte Pause in einer Kölschkneipe. An einem lecker Kölsch komme ich einfach nicht vorbei. Mein nächstes Ziel war die Kurfürstliche Burg aus dem 17. Jahrhundert. Diese alte Festungsanlage steht direkt am Rhein.

An der Rheinpromenade

Marktplatz

Schöner Blumenschmuck

Nun wurde es langsam Zeit uns für den Abend vorzubereiten. Kapitänscocktail und Gala-Abendessen standen auf dem Plan. Um 18:00 Uhr war es soweit. Die Türen zum Salon öffneten sich. Kapitän Jan Oosten, Hoteldirektor Thorsten Sprengel und Kreuzfahrtdirektor Uwe Wagner standen zur Begrüßung bereit. Von den Mitarbeitern der Bar bekamen wir ein Glas Sekt gereicht. Fingerfoods sollten den Appetit auf das Abendessen anregen. Es wurden die üblichen Reden gehalten und ein Toast auf die gelungene Kreuzfahrt ausgebracht. Einen besonderen Applaus bekam unser Küchenchef Janos. 

Natürlich wurden auch alle anderen fleißigen Geister auf dem Schiff vorgestellt. Der Maschinist ebenso, wie die Matrosen und das Servicepersonal, welches uns mit Essen und Getränken versorgte. All diese Menschen arbeiten, damit wir eine schöne Reise haben und es uns an nichts fehlt – Danke dafür!👍

Danach folgte das Gala – Abendessen. Bei Leberpastete, Hummersuppe und zart gebratenem Roastbeef ließen wir es uns gut gehen. Den Abschluss bildete die Eisparade, angeführt vom Küchenchef -Ein bisschen Traumschiff-  !

Aber der Tag war ja noch nicht zu Ende. Die laue Sommernacht war wie geschaffen für die Feuerwerksparty auf dem Oberdeck. Unser Kapitän hatte in der Zwischenzeit die ihm vorgegebene Position bei Oberwesel eingenommen, von der wir das Feuerwerk gut sehen konnten. Das Barteam hatte für eine Bowle gesorgt, aus der Küche kam eine deftige, ungarische Gulaschsuppe und unser Bordmusiker hatte seine Anlage nach oben gebracht um mit der richtigen Musik Stimmung zu machen. Fehlte nur noch das Feuerwerk. Das kam um etwa 22:00 Uhr und hielt uns 20 Minuten im Atem.

Abendstimmung in Oberwesel

 

Das war einfach grandios. Rings um uns herum die bunt beleuchteten Schiffe, vom Berg grüßte die beleuchtete Schönburg und über dem Rhein das Feuerwerk. Die musikalische Untermalung klang leider nur verhalten zu uns, dazu war das Feuerwerk zu laut.

Jetzt musste ich aber noch Janos´ leckere Gulaschsuppe probieren. Nach Beendigung des Feuerwerks nahm unser Kapitän wieder Fahrt auf. Wir saßen noch ein wenig zusammen. So wurde es Mitternacht bis wir in unsere Betten fielen.

11. September 2016 - Worms, Mannheim & Nierstein

Unser letzter Tag auf der „MS Rhein Prinzessin“ hat begonnen. Um 08:30 Uhr erreichten wir die Nibelungenstadt Worms. Wir frühstückten aber erst in Ruhe und unterhielten uns mit unseren Tischnachbarn noch einmal über den vergangenen schönen Abend. Dann mache ich mich auf zu einem kleinen Spaziergang. Gerne wäre ich zum Dom gegangen, aber das war zu Fuß dann doch zu weit, außerdem war Sonntag und eine Besichtigung doch nicht möglich. So lief ich ein Stück am Rheinufer entlang bis zum Nibelungenturm.

Es waren viele Menschen unterwegs, in Worms fand an diesem Tage der Nibelungenlauf statt, das ist ein Volkslauf über 10 Kilometer. Das führte letztlich auch dazu, das wir dort verspätet abgefahren sind, da die organisierten Ausflüge wegen gesperrter Straßen nicht pünktlich zurück waren.

 

Auf dem Schiff ging aber alles seinen gewohnten Gang. Um 14:00 Uhr sollten wir in Mannheim sein, wir kamen mit etwas Verspätung dort an. Die Sonne meinte es sehr gut. Wir setzten uns ein wenig in ein Gartenlokal in der Nähe des Anlegers. Horst ging danach zurück zum Schiff und ich lief noch bis zum Kurfürstlichen Schloss in Mannheim. Für mich war das mit Erinnerungen verbunden. Dort war ich 1984, als ich in meiner Funktion als Berliner Karnevalsprinzessin in Mannheim zu Gast war. Ich lief dann noch bis zur Jesuitenkirche und schaute mir diese an. Schon wurde es Zeit zurück zu gehen. Ein halbe Stunde brauchte ich noch bis zum Schiff. 

Die Sonne brannte vom Himmel, es war kaum Schatten auf dem Weg und so kam ich fix und foxi dort an. Erst einmal unter die Dusche und umziehen bevor wir ein letztes Mal zum Abendessen gingen. Um 18:00 Uhr verließen wir Mannheim um zu unserem letzten Übernachtungsplatz in Nierstein zu fahren. Dort kamen wir um 21:30 Uhr an. Am Abend waren wir mit Koffer packen beschäftigt. Noch ein letzter Drink im Salon und eine letzte Nacht in unseren Kojen.

12. September 2016 - Ausschiffung & Heimreise

Nun war unsere schöne Reise schon wieder zu Ende. Noch ein letztes Frühstück im Kreis der neuen Reisefreunde, Adressen austauschen und ein herzliches „Auf Wiedersehen“. Im Restaurant war es heute etwas wuseliger als sonst, aber verständlich, denn bereits um 09:00 Uhr sollte die Ausschiffung beginnen. In der Nacht um 02:00 Uhr hatte Kapitän Oosten den Liegeplatz in Nierstein verlassen und hatte Kurs auf Frankfurt am Main genommen. Schon um 08:00 Uhr erreichten wir unseren Ausgangspunkt, den Liegeplatz im Osthafen. Die Koffer wurden von fleißigen Helfern an Land gebracht. Schon kamen die ersten Durchsagen zum Verlassen des Schiffes. Alles war gut organisiert. Wer ein Taxi brauchte, konnte sich schon vorab in eine Liste eintragen. Die Taxis wurden dann vom Schiff geordert. Leider zog sich das ein wenig in die Länge, denn in Frankfurt war Messebeginn und die Wagen heiß begehrt. Aber wir erreichten noch pünktlich den Hauptbahnhof. Es war sogar noch Zeit für einen Imbiss, bevor unser ICE pünktlich ankam um uns nach Berlin zurück zu fahren. Heil kamen wir am Nachmittag zu Hause an und hatten wieder viele schöne Erinnerungen im Gepäck.