Unsere Kurzreise mit der MS Amadea nach Helgoland               07. - 10. Mai 2015

Anreise und Einschiffung - 07. Mai 2015

Ein Zufall brachte uns zu dieser Reise. Beim stöbern im Internet fand ich bei dem Kreuzfahrtveranstalter „Phoenix-Reisen“ die Möglichkeit, den Hafengeburtstag in Hamburg einmal vom Schiff aus zu erleben. Eine Kurzreise, welche von Hamburg aus über Helgoland führte, wurde angeboten. Doch leider war das Schiff schon ausgebucht. Wir ließen uns auf die Warteliste setzen, in der Hoffnung, dass vielleicht kurzfristig noch etwas frei wurde. Wir hatten Glück, ein paar Wochen später erhielten wir den Zuschlag für eine frei gewordene Kabine. Wir buchten dann unsere Bahntickets und freuten uns auf die Fahrt und vor allem den Hamburger Hafengeburtstag, den wir schon immer einmal erleben wollten.

Dann kam aber kurz vor der Abreise der nächste Schreck, Bahnstreik! Wir richteten uns schon darauf ein, mit dem Auto zu fahren. Am Morgen des 07. Mai 2015 erfuhren wir aber, dass unsere Bahn fährt. Das war schön, denn erstens ist es entspannter und zweitens waren die Straßen wegen der Streiksituation sehr voll. Da die S-Bahn in Berlin ja auch still stand, ließen wir uns von einem Taxi zum Bahnhof Südkreuz bringen.

So kamen wir nach knapp zwei Stunden Fahrt gegen Mittag am Hamburger Hauptbahnhof an. Ein Taxi brachte uns in kurzer Zeit zum Cruiseterminal Neue Hafencity. Wir hatten noch viel Zeit. Erst um 16:00 Uhr sollte die Einschiffung beginnen. Da wir unseren Koffer auch noch nicht abgeben konnten, setzten wir uns in das zum Terminal gehörende Bistro, aßen eine Kleinigkeit und tranken eine Tasse Kaffee. Die Zeit verging langsam, wir beobachteten die Menschen, die das Schiff verließen. Es war recht lebhaft.

Hamburg Cruisecenter Neue Hafencity im Mai 2015 

Kopien aus den Reiseunterlagen

Irgendwie verging die Zeit, gegen 15:00 Uhr konnten wir unseren Koffer abgeben. Nun ohne Gepäck gingen wir noch ein wenig spazieren. Stolz und schön lag unsere „ MS AMADEA“, das neue „Traumschiff“ am Pier.

Das Schiff ist zwar etwas kleiner als AIDA & Co, sieht aber schnittiger, und mit seiner weißen Farbe auch freundlicher aus, als die großen Liner. Kurz vor 16:00 Uhr begann dann endlich die Einschiffung. Zur Begrüßung gab es ein Glas Sekt.

Die Einschiffung ging zügig, wir bekamen unsere Bordkarten ließen den Fotografen seine Arbeit tun und konnten dann endlich an Bord gehen. Wir wurden von dem Kreuzfahrtdirektor Christian Rippel per Handschlag begrüßt und von einer freundlichen Stewardess zu unserer Kabine geleitet. Diese lag auf Deck 4, also im unteren Passagierdeck in vorderen Bereich des Schiffes.  

Foto: Bordfotograf

Diese „normale“ Außenkabine ist zwar nicht der Hit, war aber für diese drei Nächte ausreichend. Bis unser Koffer kam dauerte es noch ein wenig, so gingen wir uns erst einmal auf dem Schiff umsehen. Unsere Kreuzfahrt konnte beginnen!

Die MS Amadea

Gebaut wurde sie 1990/91 in Japan. Getauft auf den Namen ASUKA nahm sie am 24. Dezember 1991 ihren Dienst auf. In der Zwischenzeit fährt sie unter dem Namen AMADEA für Phönix-Reisen. 2013 wurde sie das letzte Mal renoviert. Das Flaggschiff der Reederei fährt unter der Flagge der Bahamas und dient seit 2015 dem Fernsehsender ZDF als neues Traumschiff und löste damit die MS DEUTSCHLAND ab. Im Gegensatz zu den neuen Kreuzfahrtlinern ist die AMADEA eher klein. 193 Meter ist sie lang und 25 Meter breit. Auf acht Decks verteilen sich 317 Passagierkabinen. Die Besatzung ist etwa 250 Mann/Frau stark, die sich um rund 600 Gäste kümmern.

Die Lobby mit der Rezeption, die 24 Stunden besetzt ist.

Dort befinden sich auch das Büro und der Auskunftsschalter von Phönix. Man bekommt dort Informationen
über Veranstaltungen und Landausflüge. Das alles erhält der Gast aber auch in Form eines Programmheftes an jedem Abend auf die Kabine. Dort steht alles, was man so wissen muss oder möchte, vom Sonnenauf- bis zum Sonnenuntergang, Liegezeiten, Aktivitäten auf dem Schiff, Öffnungszeiten der einzelnen Einrichtungen u.v.m.

In zwei Restaurants werden in einer Essenssitzung kulinarische Leckerbissen serviert und an drei Bars bekommt man Getränke zu moderaten Preisen.

In „Harrys Bar“ kann man wunderbar den Abend ausklingen lassen. Bei einem gepflegten Drink und der Musik vom „Amadea Duo“ ist es dort recht gemütlich.         Wer möchte, kann auch das Tanzbein schwingen.

Bei schönem Wetter bietet dich das Pooldeck an. Dort gibt es die „Jupiter-Bar“. Die angrenzende „Kopernikusbar“ bietet auch den Rauchern einen Ort im Innenbereich. Auch dort bekommt man gepflegte Getränke serviert. Hinter den Fenstern auf dem darüber liegenden Deck befindet sich die „Vista Lounge & Bar. Dort wird am Nachmittag Kaffee, Tee und Kuchen serviert.  

Die MS AMADEA verfügt auch über einen Golfplatz. Dort kann man sich von einem Trainer die hohe Schule
dieses Sportes erklären lassen und auch einmal ein wenig üben. Der Golfplatz befindet sich auf dem Sonnendeck (11). Natürlich gibt es auf dem Schiff auch einen Spa-Bereich, ein kleines Fitnesscenter und ein Kaminzimmer mit Bibliothek. Das Theater, die „Atlantik-Lounge“ bietet am Abend recht gute Shows, auch ein Bordkino ist vorhanden. In der Bordboutique gibt es eine Auswahl an Kleidung, Schuck, Kosmetikartikel, Fanartikel und weitere diverse Kleinigkeiten. Auch wer seine Zahnbürste vergessen hat wird dort fündig. Alles in allem gibt es fast alles, was es auch auf den großen Schiffen gibt, nur eben in kleiner Ausführung. Zu erwähnen wäre hier noch, dass dieses Schiff rollstuhlgerecht ist, der Altersdurchschnitt der Passagiere um einiges höher ist als auf AIDA & Co und das es keine besonderen Einrichtungen oder Aktivitäten für Kinder gibt. Die Kleidung ist leger. Mit Ausnahme der formalen Abende kann man auch gut in Jeans und T-Shirt zum Abendessen gehen.

Die Reise

Unser erster Rundgang auf dem Schiff endete dann auch erst einmal an der „Jupiter-Bar“ bei einem Drink. Ein Blick vom Schiff zeigte uns, dass am Terminal noch immer die Einschiffung in vollem Gange war. Mit einem großen Kran wurden die Koffer der Passagiere in einem Container an Deck gehievt.

Wir gingen zurück in unsere Kabine und zu sehen ob unser Koffer schon eingetroffen war. Er war da – so konnten wir auspacken. Viel war es ja nicht für drei Tage, aber auch das Wenige musste verstaut werden. Um 18:30 Uhr ließen wir die pflichtgemäße Seenotrettungsübung über uns ergehen. Treffpunkt war für uns die Musterstation F auf Deck 7 bei den Rettungsbooten. Über Lautsprecher kamen die Hinweise für die Sicherheit an Bord und das Verhalten im Notfall. Ein Crewmitglied zeigte dann das Anlegen der Rettungsweste. Bevor der nette Mensch mit seiner Demonstration fertig war, hatten wir und unsere umstehenden Mitreisenden die Teile bereits an. Ein Zeichen dafür, dass es sich dort um erfahrene Kreuzfahrer handelte.

Während wir im Restaurant „Vier Jahreszeiten“ beim Abendessen saßen hieß es Leinen los und die Auslaufmelodie „ADORO“ erklang. Es ist immer wieder ein schönes Gefühl wenn das Schiff endlich seine Reise aufnimmt.

Die Qualität des Abendessens überraschte uns nicht. Wir wussten bereits von der MS ALBATROS, dass die Küche auf den Phönix – Schiffen erste Klasse ist. Wir waren erfreut, dass sich daran nichts geändert hat. Immerhin liegen unsere Reisen mit der MS ALBATROS schon einige Jahre zurück.


Die Speisekarte bot drei verschiedene Vorspeisen, zwei Suppen, drei verschiedene Hauptgänge und drei verschiedene Desserts zur Auswahl. Darunter auch eine vegetarische Variation. Gäste mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten können dies vor der Abreise anmelden und werden dann entsprechend versorgt. Wir wählten an diesem Abend als Vorspeise Entenbrust an Linsensalat, als Hauptgang gebratene Schollenfilets und zum Dessert eine Käseplatte. Dazu gab es einen Rotwein und Wasser. Die Tischgetränke (Rot- und Weißwein, Wasser und verschiedene Säfte) sind inkludiert.

Langsam schipperten wir Elbe Strom aufwärts in Richtung Nordsee. Wir setzten uns nach dem Abendessen an die „Jupiter – Bar“, ließen uns einen Cocktail servieren und genossen die Ausfahrt musikalisch begleitet vom „Amadea – Duo“.

Impressionen entlang der Elbe

So ging dieser erste Tag unserer Kurzreise zu Ende. In der „Atlantik Lounge“ gab es noch eine Show, die aber erst um 22:00 Uhr begann. Das war uns zu spät wir zogen es vor unsere Kojen aufzusuchen. Leise schaukelten uns die Nordseewellen in den Schlaf.

Freitag, 08. Mai 2015 – Um 08:00 Uhr stand in den Restaurants das Frühstück bereit. Frühaufsteher konnten ihren Kaffee auch schon ab 07:00 Uhr an der „Jupiter-Bar“ bekommen. Für Sportbegeisterte bot sich die Möglichkeit am Frühsport teilzunehmen, aber das war aber wohl nicht so gefragt. Wir frühstückten in Ruhe im AMADEA – Restaurant. Um 09:00 Uhr ging unser Kapitän vor Helgoland auf Reede.

Anfahrt auf Helgoland, gut sind die roten Klippen zu sehen.

Die Crew begann umgehend damit die Tenderboote zu Wasser zu lassen. Die See war recht ruhig, so sollte das Tendern nicht zum Problem werden – dachten wir! Da mein Mann sich gesundheitlich nicht so gut fühlte, machte ich mich allein auf, die Hochseeinsel zu erkunden. Wir waren dort schon einmal und so war das nicht mehr ganz so fremd. In der „Atlantik Lounge“ war Treffpunkt für die Landgänger. Wir bekamen unsere nummerierten Tenderkarten. Es wurden jeweils Gruppen gebildet, die dann geschlossen zum Tenderboot gebracht wurden. So wurde ein drängeln an der Gangway vermieden und die Crew behielt den Überblick ob die Boote besetzt waren.

Ich hatte die Boot-Nummer 8. Nach 20 Minuten Wartezeit war die Gruppe komplett und es konnte losgehen. Das Einsteigen in den Tender war dann doch eine ziemlich wackelige Angelegenheit. Es waren aber genügend helfende Hände da. So fand jeder seinen Platz. Nach rund 15 Minuten waren wir am Anleger von Helgoland. Dort mussten wir natürlich erst einmal an unserem Bordfotografen vorbei.

Es war noch recht früh, die Geschäfte hatten gerade ihre Pforten geöffnet und waren noch leer. Ich nutzte die Gelegenheit um ein paar Kleinigkeiten zu kaufen. Dann machte ich einen Spaziergang durch die Straßen, fuhr mit dem Fahrstuhl in die Oberstadt und sah mich dort ein wenig um. Das Wetter war schön, ich genoss die Sonne.

Foto: Bordfotograf

In den Straßen reiht sich ein Geschäft neben das anderen. Das Angebot ist überall ähnlich. Schokolade, Zigaretten, Alkohol, Parfum, daneben Kleidung überwiegend für Freizeit und Sport. Da Helgoland nicht zum Zoll- und Steuerbereich der Bundesrepublik Deutschland gehört ist alles etwas preiswerter. Das relativiert sich aber zum Teil wieder durch die „Inselsteuer“. Ich verließ das „Stadtgebiet“ und lief oberhalb am Strand entlang. Von dort bietet sich ein schöner Blick auf die Küste und die vorgelagerte Insel.

 

Irgendwann drehte ich um und lief über eine Seitenstraße zurück. Vorbei ging es an der Helgoländer Kirche, die leider geschlossen war. Der Fahrstuhl brachte mich wieder nach unten. In der Nähe des Anlegers setzte ich mich noch in ein Gartenlokal, trank einen Cappuccino und beobachtete die Menschen. Es war in der Zwischenzeit etwas voller geworden.

An der Hafenstraße sind die sogenannten Hummerbuden zu sehen. Diese kleinen bunten Holzhäuser waren ehemals Schuppen für die Fischer. Heute sind sie Touristenattraktionen. Sie dienen als Cafés, Souvenierläden
oder dem Kunsthandwerk. Auf jeden Fall sind sie hübsch anzusehen.

Nachdem ich bei meinem Cappuccino noch ein wenig die Sonne genossen habe, mache ich mich auf den Rückweg. Am Anleger wartet das Tenderboot. Das Boot brachte uns zurück zu unserer AMADEA, die auf Reede wartete. Die See war etwas rauer geworden, somit war die Fahrt sehr bewegt. Auch das Anlegen am Schiffsponton gestaltete sich als recht schwierig. Die Matrosen hatten ganz schön zu tun. Auch das Übersteigen von dem kleinen auf das große Schiff war eine recht wackelige Angelegenheit. Aber wir gelangten alle heil und unversehrt wieder auf sicheren Boden.  

In der Kabine traf ich auf meinen Mann, dem es zum Glück wieder etwas besser ging. So konnten wir noch gemeinsam zum Mittagessen gehen. Auf dem Pooldeck hatte die Küche ein Lachsbuffet aufgebaut. Es gab geräucherten und gebratenen Lachs, dazu verschiedene Beilagen. Das sah alles sehr lecker aus und wir ließen es uns an der frischen Luft schmecken.

Nach einer Siesta begaben wir uns in die Vista Lounge zum Kaffee trinken. Von dort aus beobachteten wir das Ablegen von Helgoland um 17:00 Uhr. Die Nordsee zeigte uns, dass sie doch Wellen haben kann, aber es war noch ein angenehmes schaukeln.

Nun mussten wir uns langsam umziehen, denn am Abend war etwas elegantere Kleidung erwünscht. Der „Gala – Abend“ stand an und damit die Begrüßung durch den Kapitän. In der „Atlantik Lounge“ wurden wir um 18:00 Uhr zu einem Sektempfang erwartet. Der Kapitän, Jens Thorn, stellte seine wichtigsten Offiziere vor und begrüßte uns Gäste mit einer launigen Ansprache. Auch der Kreuzfahrtdirektor Christian Rippel stellte das Phönix-Team vor.

Foto: Bordfotograf

Das anschließende Abendessen versprach einige kulinarische Höhepunkte. An Bord war der Schweizer TV-Koch Andreas Studer, der bereits am Nachmittag in der „Atlantik Lounge“ ein Kochshow abgeliefert, und nun auch für das Abendessen kreiert hatte. Wir kannte diesen Koch bis dato zwar nicht, ab was auf den Tisch kam war lecker. Da gab es u.a. Schweizer Käsekörbchen, Hummersuppe und Kalbssteak mit Spargel.

In „Harrys Bar“ verlebten wir einen netten Abend im Gespräch mit neu gewonnenen Reisefreunden. Das „Amadea-Duo“ sorgte für musikalische Unterhaltung. Um 22:00 Uhr wurde in der „Atlantik-Lounge“ die Sängerin Lena Valaitis als Stargast präsentiert. Die Lounge war rappelvoll. Wir schauten dort einmal hinein, aber diese Sängerin, die bestimmt einmal gut war, hat auch ihre besten Jahre hinter sich. Danach trat an der „Jupiter Bar“ ein „Teufelsgeiger“ auf, der Melodien von David Garrett spielte. Zu erwähnen wäre noch, dass es auch an jedem Abend ein Mitternachtsbuffet gibt, das kleine Leckereien für den späten Gast bereithält. An diesem Abend waren das kleine Frikadellen mit Röstzwiebeln und Pommes.
So neigte sich auch dieser Tag seinem Ende entgegen.

Samstag, 09. Mai 2015 – dieser Tag versprach der Höhepunkt dieser Reise zu werden. Auf der Streck zwischen Helgoland und Hamburg war Kapitän Thorn einen kleinen Umweg gefahren um Zeit zu gewinnen, denn wir sollten um Mittagszeit in Hamburg einlaufen. Das Wetter war nicht so schön. Wir gingen erst einmal in Ruhe frühstücken. Um 09:30 Uhr sollten wir die Schiffsbegrüßungsstelle in Schulau passieren. Das wollten wir natürlich miterleben. Es wurde 10:00 Uhr. An Deck war es ziemlich frisch, aber wenigstens hatte es aufgehört zu regnen.

Dort am Schulauer Fährhaus, das bei der Stadt Wedel im Kreis Pinneberg liegt, wird seit 1952 jedes Schiff bei der Ein- und Ausfahrt des Hamburger Hafens begrüßt bzw. verabschiedet. Das geschieht durch das senken der Hamburger Fahne. In deutscher und englischer Sprache werden die Schiffe willkommen geheißen, bei der Ausfahrt wird ihnen einen gute Fahrt gewünscht. Bei den großen Schiffen (ab 1000 Bruttoraumzahl) wird zusätzlich die Nationalhymne des Landes gespielt unter dessen Flagge das Schiff fährt. Das Schiff grüßt zurück indem das Nebelhorn ertönt. Das sollten wir bei dieser Einfahrt aber noch öfter zu hören bekommen. Das war schon ein emotionales Erlebnis. Ein schöner seemännischer Brauch.

Schiffsbegrüßungsstelle Schulau

Wir sind ja nicht das erste Mal mit einem Schiff in Hamburg eingefahren, haben aber das erste Mal diese Zeremonie bewusste erleben dürfen. Sonst war entweder so früh, dass wir noch geschlafen haben, oder wir waren mit Abreiseformalitäten beschäftigt. So näherten wir uns langsam dem Hamburger Hafen. Damit wurde auch der Schiffsverkehr um uns herum lebhafter. Kleine Schiff, große Schiffe, Segler und Ausflugsschiffe begleiteten und auf unserem Weg. Die Menschen winkten zu uns hoch, wir standen an der Reling und winkten zurück, einfach nur schön.

Von allen Schiffen wurde fröhlich gegrüßt. Nur das Wetter hätte etwas besser sein dürfen. Im Hafen liegt das alte "Feuerschiff Elbe 1" und am Cruisecenter Altona liegt die "Queen Elizabeth", die kleinere Schwester der "Queen Mary II".  An der Überseebrücke lag die „Gorch Fock“, das Segelschulschiff der Deutschen Marine. Anlässlich des Hafengeburtstages „über die Toppen beflaggt“. Ein schöner Anblick dieses stolzen Schiffes das 1958 seine Fahrt aufgenommen, und seit dem fast      800 000 Seemeilen zurückgelegt hat. Am Tag zuvor hat der Segler die Einlaufparade angeführt. 

Feuerschiff Elbe 1

Queen Elizabeth

Gorch Fock

Hinter uns fuhr, fast Stoßstange an Stoßstange, die MS ARTANIA, ebenfalls ein Schiff von Phönix-Reisen, in den Hamburger Hafen ein. Das Schiff wurde gesteuert von Kapitän Morten Hansen, der wohl den meisten Kreuzfahrtliebhabern durch die Fernsehserie „Verrückt nach Meer“ bekannt sein dürfte.

Wir hatten Altona passiert und fuhren nun vorbei an den alten Fischhallen. An den Schiffsanlegern lagen unzählige Ausflugsschiffe, die Hafenrundfahrten anboten. An Land sind die Stände und Fahrgeschäfte der Festmeile zu sehen.

In der Höhe des alten Elbtunnels lagen große Segelschiffe, auch die Küstenwache war natürlich vor Ort. Im Hintergrund grüßte uns die Michaeliskirche, der „Hamburger Michl“.

Jetzt näherten wir uns unserem Liegeplatz in der neuen Hafencity. Unser Kapitän wird am Ausweichpier, dem O`Swaldkai, anlegen. Am Grasbockkai gegenüber lag die AIDAbella. Ein ganz schönes Aufkommen von Kreuzfahrtschiffen in Hafen. Immer wieder umschwirrten kleine Ausflugsboote die großen Liner.

Um 12:00 Uhr machten wir dort fest. Vom Schiff aus wurde ein Shuttlebus für 10,00 Euro p. P. angeboten, der in die City und wieder zurück fuhr. Alternativ gab es einen kostenlosen Hafenshuttle zum Hafenausgang.
Wir verzichteten auf beides. Erstens war das Wetter recht unbeständig, und zweitens war es auf der Festmeile sehr voll. Eine Stadtbesichtigung brauchten wir nicht, da wir schon sehr oft in Hamburg waren. So genossen wir das Schiff denn da gab es auch viel zu erleben. Zum Bespiel den „Hamburger Fischmarkt“, ein großes aufwendiges Fischbuffet. Wir ließen das Mittagessen im Restaurant ausfallen und labten uns an den leckeren und frischen Meeresbewohnern.

Jegliche Art von Räucherfisch, Lachsvariationen, Garnelen und on top große Schüsseln mit Austern ließen das Wasser im Mund zusammen laufen.

Da der Fisch nun einmal schwimmen muss, genehmigten wir uns danach noch ein Bierchen und legten eine kleine Mittagspause ein. Doch nicht lange, die Sonne lockte uns an die frische Luft. Wir genießen es immer wieder! Schiff, um uns herum Wasser, neue Häfen (auch wenn dieser für uns nicht neu war) und das Feeling, das es einfach nur dort gibt. 

Horst auf dem Sonnendeck der MS AMADEA. Im Hintergrund die AIDAbella, dahinter hat die MS ARTANIA festgemacht. Ein Blick auf die See lässt träumen. 

Ein wenig relaxen im Strandkorb ist auch nicht verkehrt.

Um 15:30 Uhr ist im Restaurant „Vier Jahreszeiten“ Hamburger Kaffeeklatsch. Der servierte Kaffee schmeckt und das Kuchenbuffet lädt zur reichlichen Kalorienaufnahme ein.

Danach brauchten wir dringend Bewegung. Also drehten wir nochmals eine Runde über das Schiff. Das Pooldeck war auch dem Anlass entsprechend geschmückt. Nur mussten leider alle für draußen geplanten Aktivitäten nach drinnen verlegt werden. Es war einfach zu unbeständig und auch zu windig. Wir verzogen uns auch wieder in unsere Kabine, denn wir mussten ja noch Kofferpacken. Das wollten wir vor dem Abendessen noch erledigen.

Als wir beim Abendessen saßen regnete es bereits wieder. Das hanseatische Dinner schmeckte aber trotzdem. Mitreisende, die an Land waren, erzählten von den Menschenmassen an den Landungsbrücken und auf der Festmeile. Da waren wir doch froh, auf dem Schiff geblieben zu sein. So langsam machten wir uns Sorgen um das Feuerwerk am Abend, denn darauf hatten wir uns alle sehr gefreut. Als die Dunkelheit kam nutzten wir einen regenfreien Augenblick, um die abendliche Stimmung einzufangen.

Auf unserem Schiff haben fleißige Hände in der Zwischenzeit das Abendbuffet aufgebaut. Leider musste das ganz schnell noch einmal umgestellt und in trockene Bereiche gebracht werden. Es fing wieder an zu regnen und mit Beginn des Feuerwerks um 22:30 Uhr kam der große Regen. An fotografieren war nicht mehr zu denken. Wir waren froh, von einem überdachten Plätzchen noch etwas von diesem gigantischen Feuerwerk zu sehen. Das Foto konnte ich gerade noch so machen, bevor mein Fotoapparat sonst in dem Regen ertrunken wär.

Nun aber schnell ins Trockene. Unser Kapitän ließ die Maschinen an um den Liegeplatz zu wechseln. Vom O´Swaldkai an den Graßbockkai, der ja nun frei war. Das bekamen wir aber nicht mehr ganz mit. Wir befanden uns bereits im Reich der seligen Seefahrerträume.

Sonntag, 10. Mai 2015. Leider war unsere Kurzreise nun schon wieder zu Ende. Am Morgen noch schnell die restlichen Sachen verpackt, bereits bis um 08:00 Uhr mussten wir die Kabine geräumt haben. Wir nahmen unsere Sachen mit zum Frühstück, das wir uns noch einmal schmecken ließen. Aber wie an Abreisetagen so üblich, herrschte dort ein ziemliches Gewusel. Unser Zug sollte vom Hauptbahnhof um 10:59 Uhr abfahren, also hatten wir noch Zeit. Das änderte sich, nachdem ich auf meinem Handy die Nachricht von der Deutschen Bahn las, dass unser Zug wegen des Streiks ausfällt. So machten wir uns sofort auf den Weg. Ein Taxi brachte uns zum Hauptbahnhof. An der Information erfuhren wir, dass wir noch eine Zug früher bekommen könnten. Den nahmen wir auch. Der ICE war rappelvoll und da wir dort keine Platzreservierung hatten standen wir die knapp zwei Stunden im Gang. Das war zwar nicht schön, aber wir waren froh nach Berlin und damit nach Hause zu kommen. Wir erreichten unsere heimatlichen Gefilde gegen Mittag.


Resuemé: Alles in allem war es eine schöne Tour. Wir haben wieder ein neues Schiff kennengelernt und konnten Seeluft schnuppern. Aber es ist doch schon ein Unterschied, wenn man die großen Liener von AIDA, TUICRUISES oder MSC kennen gelernt hat, auf solch einem kleinen, ja fast schon heimeligen Schiff zu reisen.
Der Service war super, die Küche spitze nur die Bewegungsfreiheit fehlte etwas.

Tschüss! Bis zur nächsten Cruise 😉