Polen

Schöne Landschaften - aber nicht mein Land

Im Jahr 966 wurde dieses mitteleuropäische Land erstmals urkundlich erwähnt. Im Zuge der Völkerwanderung kam es dort zu ersten Besiedelungen. Im Jahr 1025 wurde das Königreich Polen gegründet. Durch einen späteren Verbund mit Litauen war es in dieser Zeit eines der größten und einflussreichsten Länder in Europa.

Polen kann auf eine reiche Geschichte zurückblicken, die allerdings nicht immer einfach war. Zahlreiche Kriege haben dieses Land mehr als einmal stark in Mitleidenschaft gezogen. Ende des 18. Jahrhunderts wurde es dreigeteilt und erlangte erst 1918 seine Unabhängigkeit zurück. Das wurde im Friedensvertrag von Versailles bestätigt. Der Friede währte jedoch nicht lange. Schon bald streckte Russland seine Hände nach dem Land aus, um sich seinen vermeintlich Anteil zurück zu holen. Wieder wurden Schlachten geschlagen und im zweiten Weltkrieg wurde die Hauptstadt Warschau fast vollständig zerstört.

Image: Wikipedia

Nach dem Krieg wurde Polen zur Volksrepublik und verlor einen großen Teil seines Gebietes an die Sowjetunion. Erst in den Jahren 1980 – 1989, in denen es unter dem Gewerkschaftsführer Lech Walesa zu revolutionsartigen Ereignissen kam, verbunden mit der Wende 1989, änderte sich die Situation.
Polen ist heute eine parlamentarische Republik mit knapp 40 Millionen Einwohnern. Seit 2004 ist das Land Mitglied der Europäischen Union. Polens Ostseeküste ist 528 Kilometer lang und in der Zwischenzeit eine beliebte Urlaubsregion. Zwei große Gebirgszüge ziehen sich durch das Land, die Sudeten und die Karpaten.

Wir besuchten Polen am 15. September 2006 während unserer Ostseekreuzfahrt nach einem Kurzbesuch im Jahr 2003 in Swinemünde.

Die Kaschubische Schweiz

Etwa 40 km von Danzig entfernt liegt die Kaschubische Schweiz im Land Polen. Es ist ein Wald- und Seenreiche Gegend. Uns eröffnete sich eine reizvolle Landschaft. Die Kaschuben sind ein westslawischer Völkerstamm. Sie pflegen ihre eigene Sprache und Tradition, sind aber den Polen sehr verbunden.

Die Mehrheit der Bevölkerung ist katholischen Glaubens, das ist auch auf den Straßen zu sehen.

 

An einem Aussichtspunkt fanden wir einen Gedenkstein für die Opfer des zweiten Weltkrieges.

Nachdem wir uns an der schönen Landschaft satt gesehen hatten, besuchten wir in der Stadt Kartuzy ein kaschubisches Museum. Kartuzy ist die Hauptstadt in der Kaschubischen Schweiz. Sie wurde im 14. Jahrhundert gegründet. 

 

Anhand der ausgestellten Exponate konnten wir das einfache und arbeitsreiche Leben der Menschen ablesen.

Ein weiterer Besuch galt einer Töpferei. Die Familie betreibt diesen Betrieb bereits seit Generationen. Es werden dort traditionelle kaschubische Keramiken hergestellt.

Soweit unser Besuch in Polen im Jahr 2006. Einen anderen kurzen Abstecher in dieses Land hatten wir bereits im Jahr 2003 während unseres Urlaubs auf der Insel Usedom gemacht. Wir fuhren mit einem Ausflugsschiff nach Swinemünde. Wir fanden das damals einfach nur schrecklich. Die Stadt war tot und verwahrlost. Vielleicht hat sich im Laufe der Jahre ja einiges geändert. Aber egal, so schön die Landschaft in Polen auch sein mag, so interessant die vielen historischen Sehenswürdigkeiten auch sein mögen – unser Land wird das nicht! Daran änderte auch ein Besuch auf einem Polenmarkt nichts.