Antwerpen
Antwerpen, die zweitgrößte Hafenstadt Europas, ist durchaus einen Besuch wert. Rund eine halbe Million Einwohner bevölkern die Straßen der Stadt, die im 15./16. Jahrhundert eine der größten der Welt war. Antwerpens Seehafen ist der zweitgrößte Europas. Die Stadt ist eine wichtige Handelsmetropole. Sie war Wirkungsstätte des Malers Peter Paul Rubens, 1920 fanden dort die olympischen Sommerspiele statt und auch als Kulturhauptstadt machte sie 1993 von sich reden.
Die Geschichte ist lang, sie geht bis in die Zeit der römischen Antike zurück. Urkundlich erwähnt wurde Antwerpen erstmals 726. Wie in vielen belgischen Städten hatte auch dort der Tuchhandel eine große Bedeutung. Im 16. Jahrhundert war Antwerpen reichste Handelsstadt Europas. Durch Rangeleien verschiedener Länder um die Stadtrechte erfolgte der Niedergang. Erst als die Stadt dann in der Mitte des 19. Jahrhunderts endgültig dem belgischen Staat zugesprochen wurde, ging es wieder aufwärts. Im ersten und zweiten Weltkrieg wurde Antwerpen stark beschädigt, der historische Stadtkern blieb aber erhalten. Während der NS-Zeit hatten auch dort besonders die Juden zu leiden. Heute ist die Stadt wieder Zentrum der orthodoxen Juden in Europa. Das kann man besonders jeden Freitag sehen, wenn die Männer in ihrer typischen Kleidung und Haartracht zum Gebet gehen.
Eine große wirtschaftliche Bedeutung in Antwerpen hat er Diamantenhandel. Es gibt vier Diamantenbörsen und etwa 1.600 Diamantenfirmen. Wir besuchten Antwerpen während unserer Busrundreise durch Belgien am 27. August 2005 und am 06. September 2017 während unserer Rhein-Flusskreuzfahrt.
Der Hafen
Der Hafen von Antwerpen ist der größte Hafen Belgiens und der zweitgrößte Europas. Das Gebiet an der Scheide-Mündung war schon im Mittelalter von großer Bedeutung. Er hat eine Größe von 130,57 km² auf denen 1 113 km Eisenbahngleise und 400 Straßenkilometer die An- und Abfuhr der umgeschlagenen Waren sichern. Insgesamt werden etwa 200 Millionen Tonnen Waren im Jahr umgeschlagen. Wenn man mit dem Schiff in den Hafen einfährt, fällt einen als erstes das große Hafengebäude auf. Alt und neu treffen hier wunderbar zusammen. Der untere Teil ist eine alte Feuerwehrkaserne. Nach der Restaurierung dieses alten Gebäudes bekam das Dach einen Aufbau, der die Form eines Diamanten hat. Diese moderne Architektur aus dem 21. Jahrhundert soll die Diamantenstadt symbolisieren. In dem Haus ist der Hauptsitz der Hafenbehörde mit ca. 500 Mitarbeitern.
Die Liebfrauenkathedrale
Weithin sichtbar überragt der 123 m hohe Turm der Liebfrauenkathedrale in Antwerpen die Stadt. Seit dem 10. Jahrhundert gibt es an dieser Stelle eine Kirche, die nach Brand und Zerstörung im Laufe von Jahrhunderten neugebaut und verändert wurde. Seit dem 20. Jahrhundert wird sie aufwendig restauriert. Das Gotteshaus zählt zu den Höhepunkten brabantischer Baukunst und gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. In der Kirche befinden sich Gemälde von unschätzbarem Wert u. a. von Peter Paul Rubens.
Der Mittelgang der siebenschiffigen Domkirche mit dem
Hochaltar das von einem Gemälde von Peter Paul Rubens
geschmückt wird: „Die Himmelfahrt Mariä“
Fotos rechts: Kunstvolle Holzschnitzereien finden sich an der beeindruckenden Eichenholzkanzel die 1713 geschaffen wurde und dem Chorgestühl, dessen Herstellung mehr als 40 Jahre dauerte. (unten)
Eine Adlerstatue und historische Betstühle stehen vor dem Hochaltar.
Eines der vier Gemälde von Peter Paul Rubens „Die Kreuzaufrichtung“ aus dem Jahr 1609.
Die Domkirche zu Antwerpen ist der Heiligen Jungfrau Maria geweiht. Die Verehrung ist in der ganzen Kirche sichtbar, besonders aber in der Marienkapelle im nördlich Seitenschiff. In dieser schmuckvollen Kapelle steht würdevoll das Gnadenbild der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind.
An der Kathedrale sahen wir ein Denkmal, das den Arbeitern gewidmet ist, die für den Kirchenbau geschuftet haben.
Das Rathaus
1564 wurde dieser schmucke Renaissancebau vollendet, der den Politikern als Arbeitsplatz dient. Das Rathaus ist der älteste Bau seiner Art in Belgien und den Niederlanden. Es zeugt von der Macht und den Reichtum der Stadt in der damaligen Zeit. Das Rathaus steht am Grote Markt. Der Brunnen auf dem Platz spiegelt in seiner Darstellung die Gründung Antwerpens wieder.
Am Grote Markt
Am Grote Markt, dem zentralen Platz, mitten in Antwerpen stehen schöne Gildehäuser, die es sich lohnt anzusehen. Ganz rechts, das Gildehaus der Fleischerinnung.
Peter Paul Rubens
Wenn wir an den Maler Peter Paul Rubens denken, fallen uns als erstes Bilder mit den Darstellungen wohl beleibter Damen ein. Als Barockmaler liebte er die üppigen Formen. Aber er hat auch viele Gemälde mit
biblischen Darstellungen gemalt. Er war auch Diplomat der spanisch -habsburgischen Krone.
Selbstporträt (ca.1623/1630).
Fotoquelle: Wikipedia