Schottland

Schottland liegt im Nordwesten Europas und ist Teil des Vereinigten Königreiches Großbritannien. Das Land nimmt etwa 1/3 der größten europäischen Insel ein. Die rund 5,3 Millionen Einwohner gehören zu 42 % der Church of Scotland an, der Rest verteilt sich auf verschiedene Glaubensrichtungen. 28 % sind konfessionslos. Die größte Stadt ist Glasgow, die Hauptstadt aber ist Edinburgh.


Die Geschichte des Landes ist 12.000 Jahre alt und vielfältig. Mit Ausnahme einer kurzen Zeit im 17.Jahrhundert war Schottland immer Monarchie. Seit 1707 besteht die Vereinigung mit England. Wir verbinden dieses Land mit Schottenrock, Dudelsackmusik und dem Seeungeheuer Nessi, im gleichnamigen See. Aber Schottland hat viel mehr zu bieten. Die Schottischen Highlands sind ein Traum. Wir lernten Teile des Landes während unserer Reisen in den Jahren 2001 und 2014 kennen.

 

Edinburgh

Karte: Wikipedia

Seit dem 15. Jahrhundert ist Edinburgh die Hauptstadt Schottlands und seit 1999 auch Sitz des schottischen Parlaments. Etwa 483.000 Einwohner leben auf 262 km². Somit ist Edinburgh nach Glasgow die zweitgrößte Stadt des Landes. Edinburgh blickt auf eine lange und bewegte Geschichte zurück. Bereits 8.500 v. Chr. soll es dort die ersten Besiedelungen gegeben haben. Ein wichtiger Tag in der Geschichte ist der 01. Mai 1707. An diesem Tag wurde die Vereinigung der Königreiche England und Schottland besiegelt.

Die Stadt ist heute ein wichtiges Handelszentrum. Informations- und Medientechnik sind hochentwickelt und zukunftsorientiert. Auch der Dienstleistungsbereich nimmt einen hohen Stellenwert ein. Edinburgh besitzt neben staatlichen, auch viele Privatschulen, die schon mal 15.000 Euro im Jahr kosten können. Darüber hinaus gibt es drei Universitäten unterschiedlicher Fachrichtungen. 

Wir besuchten Edinburgh während unserer Kreuzfahrt mit MSC Magnifica am 23. April 2014.

Blick auf Edinburgh

Eine Privatschule in Edinburgh

In den Straßen von Edinburgh gibt es viel zu sehen. Leider reichte die Zeit bei unserer Stippvisite nicht aus um alles anzusehen. Aber wer weiß? Vielleicht kommen wir ja noch einmal wieder.

Die beiden unteren Fotos zeigen das Schottische Parlament. Die Gebäude sind relativ neu, sie stammen erst aus dem Jahr 2004. 2005 gewann der Architekt damit eine hohe britische Auszeichnung für Architektur.

Holyrood Palace

 Die Hauptstraße in Edinburgh ist die „Royal Mile“ an deren Ende „Holyroog Palace“ steht, die offizielle schottische Residenz der britischen Könige.

 

 

Der Palast, der auch „Schottisches Versailles“ genannt wird, stammt aus dem 17. Jahrhundert. Vorher gab es dort ein Gästehaus, das zu „Holyrood – Abbey“ (Heilig-Kreuz-Abtei) gehörte. Geschichtliche Höhepunkte in diesen Mauern waren die Hochzeit von Maria Stuart im Jahr 1565 und der Empfang von Papst Benedikt XVI. durch Queen Elizabeth II. im Jahr 2010.

Schwere, schmiedeeiserne Tore schützen den Gebäudekomplex.

Dieser Palast kann besichtigt werden. Offiziell dient er nur zu repräsentativen Zwecken. Die Queen wohnte bei ihrem  Aufenthalt in Schottland dort nicht, da die Räume viel zu kalt sind.

An das Schloss schließt sich „Holyrood-Park“ an. Eine wunderschöne Anlage, die der Öffentlichkeit zugänglich ist. Folgend ein paar Impressionen: 

Edinburgh Castle

Über der Stadt thront die Burg von Edinburgh. Die Festungsanlage, die auf dem Castle Rock steht, ist wohl die bekannteste Sehenswürdigkeit Edinburghs, ja wenn nicht sogar ganz Schottlands. Sie steht mitten in der Stadt in „Old Town“, am Ende der Princess Mile. Der Castle Rock ist ein erloschener Vulkan. Wann die Burg gebaut wurde ist nicht genau zu ermitteln, Forscher vermuten erste Festungsbauten im 7. Jahrhundert. Funde belegen aber Besiedelungen, die weit früher zu datieren sind. Die erste urkundliche Erwähnung gibt es aus dem Jahr 1093. Seit dem, so kann man sich vorstellen, gab es viel Gerangel um die Festung. Belagerungen, Eroberungen, Zerstörungen und Wiederaufbauten wechselten sich ab.


Das Castle ist heute Touristenanziehungspunkt, Museum und Veranstaltungsstätte. In jedem Jahr im August findet dort das „Royal Military Tattoo“ statt.

Viel Betrieb herrschte vor den alten Mauern, in denen einst schottische Herrscher das Sagen hatten. Über dem Tor prangt das Wappen von „König Wilhelm I. der Löwe“ aus dem 12. Jahrhundert. Es wurde später Grundlage für das schottische Wappen, wie es noch heute Bestand hat. Darunter das Motto der Herrscher:

„NEMO ME IMPUNE LA CESSIT“ > Niemand greift mich ungestraft an!

Das ganze Burgensemble besteht aus mehren Gebäuden. Die einzelnen Gebäude hatten unter schiedliche Bedeutungen. In ihnen sind verschiedene Ausstellungen zu
sehen. Da gibt es „The Great Hall“, dort sind Rüstungen und Waffen zu sehen. Früher fanden dort große Gesellschaften statt. Im Nationalmuseum erfährt man etwas über Schottlands Geschichte und in der Schatzkammer gibt es nicht nur die Royalen Insignien zu sehen, sondern auch die Geschichte der Herrscher. Leider ist das fotografieren in den Räumlichkeiten verboten.

Wie es auf solch einer Fahrt nun einmal ist, hatten wir viel zu wenig Zeit alles genauer anzusehen.

 

Auch in den Außenanlagen gibt es viel zu sehen. Neben den alten Kanonen in den Schießscharten steht dort die „Mons Meg“ (re. Foto). Dieses Riesengeschütz ist mehr als 500 Jahre alt. Zur Hochzeit Maria Stuarts wurde im Jahr 1558 über sie der Salut abgefeuert.

Die Highlands

Die „Highlands“ bezeichnen das schottische Hochland im Norden des Landes. In dieser Gegend ist der traditionelle schottische Charakter bewahrt worden und wird bis heute gepflegt. Berühmt sind die Highlands für den schottischen Whiskey, der überwiegend dort gebrannt wird. Wir durften diesen herrlichen Landstrich während unserer Nordlandkreuzfahrt im Juni 2001 erleben.

Die Gegend zeichnet sich aus durch weite, waldlose und unbesiedelte Steppen.

Mitten in den Highlands liegt das „Schlachtfeld von Culloden“. Dort fand am 16. April 1746 ein große Schlacht zwischen englischen Regierungstruppen und aufständischen Jakobiten statt. Die Schlacht endete mit einem Sieg der Engländer. Das Gebiet ist heute Gedenkstätte. Am Gedenkturm wacht ein einsamer schottischer Soldat

Beauly

Beauly ist eine kleine Stadt in der schottischen Grafschaft Inverness-Shire. Dieser versteckte Ort mit seinen gut 1000 Einwohnern hat eine historische Sehenswürdigkeit, die wir während unserer Nordlandkreuzfahrt am 09.Juni 2001 besuchten.

Beauly bedeutet soviel wie „schöner Ort“, und das stimmt auch irgendwo, klein, verträumt und wohl kaum bekannt wenn nicht das historische Gemäuer die Touristen anziehen würde.

Rechts: Mitten in der Stadt ein Kriegerdenkmal

 

Die alte Klosterruine sind Reste eines ehemaligen Mönchsklosters aus dem Jahr 1230. Das Kloster gehörte zum Valliscaulan-Orden, der aus Burgund in Frankreich stammte.

Loch Ness

Traumhaft schön liegt der ca. 56 km² große See inmitten einer fast unberührten Natur. Damit das so bleibt, ist das Fahren mit Motorbooten auf dem See verboten. Loch Ness ist er zweitgrößte See Schottlands. Wir besuchten diese Gegend während unserer Nordlandkreuzfahrt am 09. Juni 2001.

Dieser See, einst in der Eiszeit durch Gletscher entstanden, ist einer der fischreichsten Gewässer in Großbritannien. Lachse, Aale, Forellen und Hechte tummeln sich dort. Der umliegende Wald ist überwiegend Laubwald. Die Sage um das Ungeheuer Nessie, das in diesem See wohnen soll, zieht die Touristen an. Aber auch wir haben es natürlich nicht gesehen.

Um „Nessie“ ranken viele Geschichten. Als Touristenmagnet und zum vermarkten ist das Ungeheuer in jedem Fall erfolgreich.

Wir standen dort, an diesem See in wunderbarer Natur und lauschten der Musik eines einsamen Dudelsackspielers. 

 

Mehr Idylle geht nicht!

Cawdor Castle

Das Schloss wurde 1380 erstmals erwähnt. Das mächtige Gebäude liegt inmitten der schottischen Highlands. Da es während der Kriege weitgehends verschont blieb, ist es fast vollständig erhalten, einschließlich der wertvollen Einrichtung. Das Schloss gehört nach wie vor der Familie Cawdor, die es noch immer teilweise bewohnt. Im Sommer ziehen sich die Besitzer auf ihr Landgut zurück, und geben das Castle zur Besichtigung frei.


Das Schloss war Handlungsort von William Shakespeares Tragödie „Macbesh“. Wir besichtigten Cawdor Castle während unserer Nordlandkreuzfahrt am 09. Juni 2001.

Im Inneren ist das Schloss prächtig ausgestattet. Edles Mobilar, wertvolle Gemälde und schöne Bodenbeläge zeichnen die Räume aus. 

(Die Fotos der Räumlichkeiten sind Kopien von Postkarten)

Der Salon des Hauses

Edle Schlafzimmer, in denen sich
die Herrschaften zur Ruhe begaben...

...dieses stammt aus dem 17. Jahrhundert.

Die alte Küche (linkes Foto) mit einem eigenen Brunnen war bis 1938 in Betrieb. Heute ist sie nur noch Museum. Die Einrichtung war für damalige Verhältnisse auf dem neuesten Stand.

Rechtes Foto: Heute zum Glück nur noch Wandschmuck: Alte Bajonette.

Das Schloss liegt in einer schönen, sehr gepflegten Parkanlage.