Berlin - Entstehung & Historisches

Im 13. Jahrhundert begann die Geschichte Berlins. Auf der Spreeinsel, dort wo sich heute das Nikolaiviertel und das Rote Rathaus befinden, lag die Stadt Cölln, 1237 erstmals urkundlich erwähnt. Auf der anderen Seite der Spree lag Berlin, 1244 erstmals in den Schriften gefunden.

Auf der Karte kann man den Ursprung Berlins gut erkennen. Überings hat der Name nichts mit dem Berliner Bären zu tun. Er kommt aus dem slawischen und bedeutet so viel wie Sumpf oder Morast. Das lag daran, dass das ganze Land um diese beiden Städte herum zum großen Teil aus Sumpf und Morast bestand. Anfang des 14. Jahrhunderts bekamen die beiden Städte das erste gemeinsame Rathaus, das eben auch an der Stelle des heutigen Hauses stand. Politisch gesehen gehörte das Gebiet zur Markgrafschaft Brandenburgs.

Aus diesem Geschlecht, derer von Hohenzollern, stammten dann auch die späteren Preußischen Kaiser, Könige, Kurfürsten usw. 1432 schlossen sich Berlin und Cölln zu einer Stadtgemeinde zusammen. Der 30jährige Krieg (1618 – 1648) legte Berlin das erste Mal in Schutt und Asche. Auch die Bevölkerungszahlverminderte sich. Zu dieser Zeit übernahm der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm die Amtsgeschäfte. Unter ihm kam es zu einer religiösen Toleranz und Immigration. Es kamen die Hugenotten, Franzosen, Polen und Böhmen. Auch jüdische Familien wurden ansässig. Unter König Friedrich I. erlangte Berlin 1701 Hauptstadtstaus des Preußischen Reiches. Es folgte im Laufe der kommenden Jahre die Eingemeindung der umliegenden Dörfer und Vorstädte.

So nahm die Geschichte ihren Lauf, die bunter und vielfältiger nicht sein könnte. Es gab Reformen, Wilhelm von Humboldt gründete die erste Universität und Industrien siedelten sich an. Namhafte Firmen wie Siemens, Borsig und AEG sind mit Berlin in Verbindung zu bringen. Wohnungsbau entstand, damit aber auch die großen Mietskasernen mit endlosen Hinterhöfen, die später dem Maler Heinrich Zille zu einer beliebten Vorlage wurden.

Nach dem Königreich folgte das Kaiserreich ab 1871. Drei deutsche Kaiser sind in der Geschichte verewigt: Kaiser Wilhelm I. Kaiser Friedrich III. und Kaiser Wilhelm II. In dieser Zeit erlangte Berlin Weltstadtcharakter und überschritt die Einwohnerzahl von zwei Millionen. Der Beginn der Kaiserzeit wird auch mit dem Begriff „Gründerzeit“ verbunden.

1914 begann der Erste Weltkrieg, der durch das Attentat von Sarajewo ausgelöst wurde. Am Ende dieses Krieges, der Berlin auch weitgehend zerstörte und heftige Unruhen unter der Arbeiterbevölkerung im Gang waren, dankte der Kaiser ab. Phillip Scheidemann rief die Republik aus und Friedrich Ebert wurde zum ersten Reichskanzler gewählt. Deutschland hatte erstmals eine parlamentarische Republik mit Berlin als Hauptstadt. Die nun folgenden Jahre bis 1933 werden als „Weimarer Republik“ bezeichnet. Diese Bezeichnung war der Tatsache geschuldet, das die erste Nationalversammlung in Weimar tagte und dort die erste demokratische Verfassung verabschiedet wurde, die auch das erste Mal das Frauenwahlrecht einschloss.

In Berlin tobten weiter Unruhen. Der Spartakusaufstand in dem Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg den Tod fanden und ein Generalstreik zeugen nicht von friedlichen Zeiten. Die Stadt rappelte sich jedoch wieder auf und erlebte in den „Goldenen Zwanziger Jahren“ eine Blütezeit. Es entstand Groß-Berlin. Weitere Vorstädte wurden eingemeindet. Berlin entwickelte sich zur drittgrößten Weltstadt nach New York und London.


Doch so „Golden“ wie die Zeit in der Erinnerung der Menschen blieb, war sie gar nicht. Es gab große Standesunterschiede und noch mehr Standesdünkel. Richtig gut ging es nur den Reichen. Viele Menschen in den Arbeiterkasernen waren bitterarm. 1929 beendete die Weltwirtschaftskriese diese Zeit.

Kaiser Wilhelm II.
Foto: Wikipedia

1933 begann die schwärzeste Zeit der Deutschen Hauptstadt. Der Österreicher Adolf Hitler wurde zum Deutschen Reichskanzler gewählt. Die Olympiade, die 1936 in Berlin ausgerichtet wurde, wurde zu einer reinen Propagandaveranstaltung der Nationalsozilisten. Hitler war Diktator, in seine Zeit fallen die Judenverfolgung und die Zeit der Arbeits- und Konzentrationslager. Mit menschenverachtender Härte ließ er alles ausradieren, was ihm nicht in den Kram passte. Diese Zeit gipfelte 1933 im Zweiten Weltkrieg, der unaussprechliches Leid nicht nur über Berlin und seine Menschen brachte, sondern die Welt betraf.

Nach der Beendigung des Krieges 1945 wurde Berlin zur geteilten Stadt. Deutschland hatte kapituliert und die vier Mächte übernahmen das Kommando. Die USA, England, Frankreich und Russland teilten Berlin in vier Sektoren. Durch Differenzen bezüglich der Währungsreform zwischen den West-Alliierten und Russland kam es im Winter 1945/46 zur Blockade durch die Sowjetunion. Die „Luftbrücke“ wurde eingerichtet und das abgegrenzte „West-Berlin“ von den Alliierten, vordergründig den Amerikanern, aus der Luft versorgt. Erst 1949 hob die Sowjetunion die Blockade auf. Großen Anteil daran hatte der US-Kommandant Lucius D. Clay. In diese Zeit fallen auch die im Gedächtnis aller Menschen gebliebenen Worte des damaligen Bürgermeisters Ernst Reuter: „…Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!“.

Nach der Blockade war Berlin dann endgültig geteilt. Es gab Ost- und West-Berlin und zwei verschiedene Währungen. 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet und die erste Verfassung entstand. Der Regierungssitz war in Bonn, West-Berlin wurde zur Inselstadt mit Sonderstatus. Auf der anderen Seite wurde die Deutsche Demokratische Republik (DDR) mit Berlin (Ost) als Hauptstadt gegründet. Der „Kalte Krieg“ begann und gipfelte am 13. August 1961 im Mauerbau.

Es sollten Jahrzehnte vergehen in denen Politiker wie Konrad Adenauer, Willy Brandt, Helmut Schmidt, Helmut Kohl und andere nicht müde wurden um die Einheit zu kämpfen und dem diktatorischen Regime der DDR den Garaus zu machen. Am 18. Oktober 1989 geschah das Wunder, die Menschen hatten sich aufgelehnt, die Mauer fiel! Seit dem hat sich die Stadt gemausert und wieder zu dem geworden was sie einmal war:

Die geeinte Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland!

„Rosinenbomber“ wurden sie genannt, die Flieger, die West-Berlin während der Blockade mit allen nötigen Dingen versorgten. Für die wartenden Kinder warfen die Piloten kleine Beutel mit Süßigkeiten ab.

Bildquelle: Wikipedia

 

Das Luftbrückendenkmal erinnert an die Zeit der Blockade in Berlin. Es wurde 1951 errichtet und steht am Platz der Luftbrücke im Bezirk Tempelhof in direkter Nähe zum dortigen Flughafen, wo die „Rosinenbomber“ starteten und landeten. Die drei Krallen symbolisieren die drei Luftkorridore über die die Flugzeuge Berlin erreichten. Viele Piloten verloren bei dieser Aktion ihr Leben. In Erinnerung an diese tapferen Männer ist in diesem Denkmal die Inschrift zu lesen:

„Sie gaben ihr Leben für die Freiheit Berlins im Dienste der Luftbrücke 1948/1949“.
Dabei stehen die Namen und Dienstgrade der Männer.

Die Berliner nennen das Luftbrückendenkmal „Hungerkralle“.

 

Im Bezirk Mitte in der Klosterstraße stehen die Reste einer ehemaligen Klosterkirche aus dem Jahr 1250. Ursprünglich wurde diese Bettelordenkirche für das Graue Kloster der Franziskaner errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte fanden zahlreiche Umbauten statt, auch die Nutzung änderte sich nach der Reformation. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude weitgehendst zerstört. Die Ruine wurde als historisches Denkmal erhalten, die Umgebung als Grünanlage gestaltet.

Das Historische Museum Berlin

Neben vielen anderen Museen, die Berlin zu bieten hat, gibt es natürlich auch ein Museum, das sich mit der Geschichte Berlins befasst. Es gibt zwei Museen dieser Art in Berlin, die sich ausschließlich mit der Geschichte der Stadt befassen. Da ist einmal „The Story of Berlin“ am Kurfürsten Damm und das „Historische Museum Berlin“, das man in der Straße „Unter den Linden“ findet. Beide Museen zeigen eindrucksvoll alles, was diese Stadt ausmacht. Hier ein paar Einblicke:

Die sogenannten „Langen Kerls“ gehörten von 1675 - 1806 zum Militär unter den damaligen Regenten. Ihren Spitznamen  erhielten sie, da sie ein Gardemaß von mindesten 1,88 m aufweisen mussten. Noch heute wird ihre Tradition gepflegt, man  kann sie zu historischen Festen sehen. Auch wenn sie nichts mehr mit dem Militär zu tun haben, sind sie immer eine optische Bereicherung.

Diese Altberliner Pumpen wurden im 19. Jahrhundert gebaut und dienten
als Notversorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser. Einige wenige sieht
man noch heute im Stadtbild. Sie stehen unter Denkmalschutz.

 

In den „Goldenen Zwanziger Jahren“ hatten die Berliner Salons Hochkonjunktur. Man traf sich zum plauschen auf einen Kaffee, um zu sehen und gesehen zu werden und die Mädchen der besseren Gesellschaft spielten selbstverständlich Klavier. Nicht selten hatten diese, zum Teil Wohnzimmersalons, auch einen etwas anrüchigen Charakter.

Aus dem Jahr 1929 stammt dieses Auto

Schreckliche Erinnerung an die Kriegszeiten, in denen so viele Berliner ihr Hab und Gut verloren. Auch die Lebensmittel wurden zugeteilt und mussten genau eingeteilt werden.