Nijmegen
Nijmegen liegt im Osten der Niederlande in der Provinz Gelderland. Die Hansestadt am Ufer der Waal hat rund 175 000 Einwohner. Der Name hat seinen Ursprung im keltischen und bedeutet so viel wie „neuer Markt“. Nijmegen nimmt für sich in Anspruch, eine der ältesten Städte der Niederlande zu sein, wenn nicht sogar die älteste. Bis in die Zeit des römischen Reiches reichen die Aufzeichnungen. 1402 wurde die Stadt in die Hanse aufgenommen. Trotz starker Schäden während des zweiten Weltkrieges ist viel schöne alte Bausubstanz erhalten geblieben, oder wieder hergestellt worden. Das Herz der Stadt schlägt am Grote Markt. Dort gibt es die älteste Gastwirtschaft, die auch gerne von Studenten genutzt wird. Von denen gibt es fast 33 000, die an der Universität (seit 1923) mit sieben Fakultäten, ihren Studien nachgehen. Auch in einer Hochschule und einem Campus des Max-Planck-Institutes machen viele junge Menschen ihre Ausbildungen. Vom Grote Markt, der von der St. Stevenskerk überragt wird, gehen viele moderne Einkaufsstraßen ab. In einer dieser Straßen steht auch das alte Rathaus.
Wir besuchten Nijmegen am 05. September 2017 während unserer Flusskreuzfahrt.
Ich machte einen Spaziergang durch die Stadt. Leider hat es geregnet. Die unterschiedliche Architektur am Grote Markt ist eine Folge der Zerstörungen im zweiten Weltkrieg. Nur
weniges ist erhalten geblieben, einiges wurde wieder hergestellt und anderes neu gebaut.
Das spätgotische Kirchentor am Grote Markt wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts geschaffen. Es ist eine Verbindung von der Innenstadt zu der etwas erhöht stehenden Grotekerk.
Die St. Stevenskerk überragt die Stadt. 1273 wurde das Gotteshaus geweiht. Die Geschichte dieser Kirche ist aber viel älter, sie lässt sich bis in das 7. Jahrhundert zurückverfolgen. Sie ist die älteste und größte Kirche von Nijmegen. Nach Beschädigungen 1944 wurde sie restauriert. Leider war die Kirche geschlossen, ich musste mich mit der Außenansicht zufrieden geben.
Das Rathaus, oder besser Stadhuis, wie es im Niederländischen heißt, stammt ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert. Viel ist davon nicht übrig, denn es wurden im Laufe der Zeit viele Veränderungen vorgenommen. Kriegszerstörungen und Brände hatten oft dazu beigetragen, dass Neubauten nötig wurden. Aber schön anzusehen ist es auf jeden Fall. So liegen alt und neu dicht beieinander. Auf der einen Seite des Rathauses ein Hof mit historischen Relikten und auf der anderen Seite ein moderner Anbau.
Vom Grote Markt aus gelangt man auch in die Einkaufsstraßen der Stadt. Es war noch früher Morgen, als ich durch die regennassen Straßen lief.. Die Geschäftsleute waren erst dabei, ihre Türen zu öffnen. Der Regen hat bestimmt auch nicht viele Menschen auf die Straßen gelockt.
Die Mariekenstraat (re. Foto) ist eine moderne Geschäftsstraße über zwei Ebenen. In der Fußgängerzone befinden sich etwa 50 Geschäfte, die bekannte Modelabels bieten. Auch Gastronomie für den Genuss des Kaffees zur Shoppingpause fehlt nicht.
So beendete ich meinen Besuch in Nijmegen und lief zurück zur Waal. Das ist der Fluss, an dem diese Stadt liegt und wo unser Schiff am Anleger festgemacht war.
Die Waal ist der südlich Arm im Rhein-Waaldelta. Bei Nijmegen wird der Fluss von der Waalbrug (Waalbrücke) überspannt. Sie wurde 1931 – 1936 gebaut. Die Autobrücke ist 604 Meter lang und 23,50 Meter breit.