Mascat / Oman

Allgemeines

Das Land des Weihrauchs grenzt an die Vereinigten Arabischen Emirate und liegt am Golf von Oman. Die Legende um die Königin von Saba und König Salomo soll sich dort abgespielt haben. Bereits 3 000 v. Chr. war diese Gegend besiedelt. Seit 630 n. Chr. ist der Oman ein islamisches Land.

Über drei Millionen Menschen leben dort auf einer Fläche von 309 500 km², die meisten in den Städten. Die Zahl ist nur geschätzt, da es noch viele Bergdörfer gibt, in denen die Menschenin ihren Traditionen leben und nirgendwo gemeldet sind.

Das Sultanat Oman ist eine absolute Monarchie mit einer Verfassung. Herrscher seit 1970 ist Sultan Qabus ibn Said. Die von ihm eingesetzten Minister haben nur beratende Funktion. Die Rechtsprechung erfolgt nach islamischem Recht. Wegen dieses Absolutismus kommt es in neuerer Zeit auch in diesem Land immer wieder zu Unruhen. Allerdings hat der amtierende Sultan dem Land auch den sozialen Fortschritt gebracht.

Weihrauch hat für diese Menschen eine ganz besondere Bedeutung, denn er wächst dort und hilft, dem Glauben nach, gegen fast alles.

Rechtes Foto: Dieser Weihrauchbehälter steht an der Hafeneinfahrt zu Mascat.

Mascat 

Seit der Regierungsübernahme durch den jungen Sultan Quabus ibn Said im Jahr 1970 wurde die Stadt zur uneingeschränkten Hauptstadt des Sultanats Oman am Omanischen Golf. Umgeben vom Hadschar-Gebirge ist die Stadt wie in ein Tal eingebettet. Etwa 370 000 Menschen leben in dieser Stadt.

Die Geschichte dieser Stadt ist ebenso alt, wie die des Landes. Man liest über Zeiten des blühenden Handels mit Kupfer aus den Bergen und Perlen aus dem Meer ebenso wie über Zeiten der Besetzung und des Untergangs.

Sultan Quabis ibn Said (Foto: Wikipedia)

 

 

Muscat ist heute eine moderne Stadt, dessen Hafen eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung hat. Natürlich spielt auch dort das Öl eine große Rolle. Der Tourismus ist im Ausbau wobei auch der moderne Flughafen eine Rolle spielt.
Wir waren dort am 24. Januar 2010 während unserer Orient – Kreuzfahrt.

 

Unten: Ein paar Impressionen aus Mascat

Blick auf Mascat

Die Moschee

Die Sultan-Quabus-Moschee wurde im Jahr 2001 nach sechsjähriger Bauzeit eingeweiht. 300 000 Tonnen indischer Sandstein wurden auf 4 Hektar Fläche verbaut. Fünf Minarette krönen die Moschee. Das höchste misst 91,5 Meter, die vier anderen bringen es immerhin noch auf 45 Meter. Die fünf Minarette stehen
für die „Fünf Säulen des Islam“.

Zwei Dinge gibt es in dieser Moschee, die sie für Besucher interessant macht. Doch bevor man sich an diesen Schmuckstücken erfreuen kann, heißt es erst einmal Schuhe ausziehen und für die Frauen Kopftuch! Die „Aufseher“ achten sehr darauf, dass keiner diese heiligen Hallen in „unzüchtiger“ Kleidung betritt. Das heißt, keine kurzen Hosen und keine kurzärmligen T-Shirts, auch nicht für Männer!

 

Das erste ist der großer Kronleuchter. Dieser Leuchter ist eines der Schmuckstücke in der großen Halle, die zum Beten den Männern vorbehalten ist. Acht Tonnen wiegt dieser Kristalllüster mit einer Höhe von 14 Metern. 1 122 Lampen lassen die Swarovski-Kristalle in der 50 Meter hohen Kuppel in allen Farben glitzern. Rechts noch einmal ein Foto aus einer anderen Perspektive. Es ist einer der Größten Lüster der Welt.

Das andere Highlight ist der Teppich, auf dem wir uns bewegen.. Dort wo wir laufen dürfen, liegen allerdings Schutzläufer. Der 4.300 m² große Teppich (unten) ist von iranischen Frauen vor Ort in einem Stück geknüpft worden. Die Halle ist 60 x 70 m groß und zählt zu den größten islamischen Gotteshäusern der Welt. Für die Frauen gibt es einen kleineren Gebetsraum. 

Sonst wir der Innenraum von goldbeschlagene Türen, kunstvolle Mosaikfenstern und viel Marmor beherrscht.

Der ganze Gebäudekomplex umfasst nicht nur die Moschee sondern gilt als religiöses Zentrum des Omans. Neben Verwaltungsbereichen gibt es eine Bibliothek, Unterrichtsräume und ein Wohnheim. Dieser ganze Prunk und dargestellte Reichtum darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir uns dort in einem Land befanden, in dem Frauen noch immer eine untergeordnete Rolle spielen. Wenn in der Zwischenzeit auch eine Schulpflicht für Mädchen besteht, Frauen studieren und berufstätigt sein dürfen, wird es noch eine Weile dauern, bis die Gleichstellung erfolgt ist. Aber für ein islamisches Land ist das schon ein mächtiger Schritt in die richtige Richtung.

Der Sultanspalast

Der Al-Alam-Palast ist der königliche Sitz des Sultans von Oman. Anfang der 1970ger Jahre wurde er gebaut.
Dieser Palast dient rein repräsentativen Zwecken. Der Sultan wohnt außerhalb der Stadt. Eine breite Prachtstraße führt zu dem Anwesen, das  schwer bewacht wird.

Flankiert wird diese Prachtstraße von schönen Nebengebäuden.

Bait-al-Zubair-Museum 

In diesem Museum konnten wir einiges über die Geschichte des Oman erfahren. Ganz besonders war dort der wunderschöne Schmuck zu sehen, mit dem die Menschen sich schmückten, der aber für Frauen damals wie heute die einzige Wertanlage darstellt.

Auch wie die Menschen in ihren Wohnungen eingerichtet waren, und zum Teil auch noch heute sind, konnten wir sehen. Auf Grund der meist vorhandenen Großfamilien verzichtete man auf Möbel und platzierte Teppiche und Kissen auf dem Fußboden. So hatte man Platz für viele Personen.

Und was gab es sonst?

Die Festung Al Mirani thront oberhalb des Sultanspalasts. Die aus dem 16. Jahrhundert stammende Anlage gehörte einmal zur Stadtbefestigung.

Was wäre nun eine arabische Stadt ohne einen Souk. Eine Markthalle, nicht nur für Touristen. Die Einheimischen decken sich dort mit allen Dingen des täglichen Bedarfs ein. Es gibt auch alles was der Mensch so braucht (oder auch nicht), von der Klobürste bis zur Kleidung ist alles vorhanden. Es macht schon Spaß über solch einen orientalischen Basar zu schlendern – und es geht wohl kaum jemand wieder heraus ohne etwas gekauft zu haben. Bei uns war es Safran, der dort besonders günstig zu bekommen war. Im Eingangsbereich eine beeindruckende Glaskuppel aus Mosaikfenstern.

Damit verabschiedeten wir uns von Mascat und auch mein Bericht ist zu Ende. Es war fremd und spannend dieses Land ein wenig kennen gelernt zu haben. Vielleicht noch eine Bemerkung. Unsere Reiseleiterin war eine Deutsche, die in den Oman geheiratet hat. Sie ist zum Islam konvertiert und fühlt sich dort sehr wohl.