Von Hamburg nach Southampton mit der "MS Queen Elizabeth" 29. April - 02. Mai 2012
Planung & Anreise
Das Angebot kam von unserem Reisebüro. Kurzreisen auf der MS Queen Elizabeth, dem Schwesternschiff der MS Queen Mary II, der Reederei Cunard. Das war ja die Gelegenheit, uns dieses Schiff einmal anzusehen, denn die „Queen“ ist nun einmal nicht „irgend ein Schiff“, sondern gehört zur Luxusklasse und fährt die klassische Kreuzfahrt.
Also, gesagt –getan, wir buchten uns also für drei Nächte auf dem Schiff ein, denn die MS Queen Elizabeth mussten wir gesehen haben. Schon die Reiseunterlagen waren spannend. Aufwendig gestaltet erhielten wir in einer gebundenen Broschüre nicht nur unsere Tickets sondern auch reichlich Information, die auch die Dresscodes für die Abende beinhaltete.
So fuhren wir am 29. April 2012 mit der Eisenbahn von Berlin nach Hamburg. Ein Taxi brachte uns in kurzer Zeit vom Hauptbahnhof zum Cruise-Terminal in der neuen Hafencity. Da lag sie am Pier, stolz und schön, die "MS Queen Elizabeth".
29. April 2012 - Einschiffung
Am Schiff griffen gleich fleißige Helfer nach unserem Gepäck und wir begaben uns mit unseren Papieren zum Check-in-Schalter. Dort ging alles ganz zügig. Wir bekamen unsere Bordkarten nach dem nun schon bekannten Procedere und konnten aufs Schiff. Der Bordfotograf stand auch bereit und machte das Einschiffungsfoto.
Noch ein paar Meter trennten uns von unserer Balkonkabine auf Deck 5. Ein freundlicher Steward begleitete uns dorthin.
Die Kabine war geräumig und gut ausgestattet, nur das Bad war sehr klein. Zur Begrüßung stand eine Flasche Sekt bereit.
Foto: Bordfotograf
Nachdem wir auf eine schöne Fahrt angestoßen hatten, machten wir einen ersten Rundgang über das Schiff. Wichtig war natürlich erst einmal die Orientierung in Sachen Sicherheit. Aber da das auf allen Schiffen ähnlich ist, hatten wir damit kein Problem. Alles auf dem Schiff ist edel, ausgerichtet auf englisches Ambiente. Das ist allerdings auch recht dunkel. Horst brachte es auf den Punkt: “Ich habe das Gefühl, hier kommt gleich Miss Marple um die Ecke!“
Ein Blick in die großzügige Lobby.
Über der großen Freitreppe hängt das Logo der Cunard-Schiffe.
Auf den Decks 1-3 befinden sich die meisten öffentlichen Räumlichkeiten wie Restaurants, Bars, Theater, Shoppingzeile und vieles mehr. Diese Räume sind durch großzügige Flure mit einander verbunden.
Überall finden sich auch Hinweise auf das britische Königshaus, insbesondere auf die Namensgeberin dieses
Schiffes, Ihre Majestät Königin Elizabeth II. des Vereinigten Königreiches Großbritannien.
Diese repräsentable Freitreppe war natürlich auch für uns ein schönes Fotomotiv.
So vergingen die Stunden recht schnell. Um 17:00 Uhr war die pflichtgemäße Seenotrettungsübung, die international vorgeschrieben ist. Alle Passagiere sind verpflichtet daran teilzunehmen. Danach mussten wir uns auch schon zum Abendessen umziehen. Auf diesem Schiff nimmt man es mit der Kleiderordnung recht genau. Schon mit den Reiseunterlagen hatten wir die Dresscodes für die einzelnen Abende mitgeteilt bekommen. So war gewährleistet, dass wir die richtige Gardrobe im Koffer hatten. Wir hatten zum Abendessen im Restaurant einen reservieren Tisch. Die Information dazu fanden wir in unserer Kabine.
Es fand sich eine nette Tischrunde zusammen. Wir konnten nette Gespräche führen, Reiseerfahrungen austauschen und gemeinsam das sehr leckere Essen genießen. Obwohl die offizielle Bordsprache Englisch ist, bekamen wir deutsche Menuekarten, was uns die Auswahl erleichterte.
Wir beeilten uns aber am ersten Abend mit dem Essen. Wir wollten ja unbedingt die Ausfahrt aus Hamburg vom Deck aus erleben. Um 18:30 Uhr hieß es Leinen los. Unzählige Menschen bevölkerten den Pier um die Abfahrt dieses großen Kreuzfahrtliners zu erleben. Vorbei ging die Fahrt, die Elbe abwärts, an den Landungsbrücken, dem alten Elbtunnel und der Silhouette Hamburgs. Überall winkten uns die Menschen zu und ich erinnere mich an eine Zeit, als ich selbst noch sehnsuchtsvoll und mit Fernweh im Herzen auf diese großen Schiffe geschaut habe.
Etwa drei Stunden dauerte es, bis wir die Hafenausfahrt erreicht hatten und das offene Meer vor uns lag. Zu dieser Zeit saßen wir aber schon im Theater und sahen uns die „Beatles-Celebration“ an. Vier junge Männer stellten sehr gekonnt das Original nach und brachten eine Stunde lang Hit auf Hit dieser beliebten Popgruppe aus den 60ger Jahren. Danach fielen wir ins Bett.
30. April 2012 - An Bord
Ein Seetag lag vor uns. Wir hatten gut geschlafen und gingen frühstücken. Da gab es an Bord mehrere Möglichkeiten. Wir wählten das Buffetrestaurant auf Deck 9. Spiegeleier oder Rühreier, frisch aus der Pfanne, Speck, Würstchen, Lachs, Süßes oder Saures, also alles was das Frühstücksherz begehrt, war zu haben. Wir ließen es uns schmecken. Dieses Restaurant hat den ganzen Tag, bis in die späten Abendstunden, geöffnet. Es geht dort etwas legerer zu, als in den anderen Restaurants, allerdings sind kurze Hosen, Sport- und Badebekleidung auch in diesen Räumen nicht erwünscht.
Wir setzten nach dem Frühstück unsern Rundgang über das Schiff fort. In der Shoppingzeile ist die Auswahl groß. Vom edlen Herrenausstatter, bei dem sich „Mann“ bei Bedarf auch formelle Kleidung leihen kann, bis zum Souveniershop ist dort alles vorhanden. Im Laufe des Vormittags mussten wir noch zur Passkontrolle für die Einreise nach Großbritannien.
Um 11:00 Uhr stand dann der Kapitänsempfang im „Queens Room“ an. Also, umkleiden, denn dort geht man nicht in Jeans hin. Formelle Kleidung war erwünscht. Shakehands mit Kapitän Julian Burgess, das obligatorische Foto, gereicht wurden zu einem Glas Sekt Fingerfoods. Es folgten ein paar Begrüßungsworte und die Vorstellung der wichtigsten Offiziere an Bord.
Foto: Bordfotograf
Um 16:30 Uhr wieder umziehen zur Tea-Time im Queens Room. Das war ein sehr schönes Erlebnis. Sehr stilvoll wird dort der britische Afternoontea zelebriert. Die Kellner servierten in weißen Dinnerjackets und weißen Handschuhen Tee in edlem Porzellan und verschiedene Häppchen auf Silbertabletts. Musikalisch wurde die Zeremonie von einer Harfenspielerin begleitet.
Leider konnten wir von den Leckereien nicht viel essen, denn schon bald war es wieder Zeit zum Abendessen. Im Restaurant stand der Galaabend an. Der Dresscode lautete „semiformal“, das heißt Sakko und Krawatte für die Herren, für die Damen kleine festliche Kleidung. Das Essen war dann auch entsprechend. Wir ließen und Schnecken, Hummer und andere Leckereien schmecken bevor wir im Theater eine mitreißende Tanzshow ansehen konnten.
01. Mai 2012 - Le Havre / Frankreich
Gut hatten wir dem neuen Tag entgegen geschlafen. In der Nacht haben wir den Ärmelkanal durchfahren und legten am frühen Morgen in La Havre in Frank reich an. Einen Ausflug hatten wir nicht gebucht, so konnten wir uns Zeit lassen mit dem Frühstück. Uns stand dann ein Shuttlebus zur Verfügung, der uns aus dem Hafen in die Stadt brachte.
Leider war in der Stadt nicht viel los. Es war der 1. Mai, und das ist auch in Frankreich ein Feiertag. Wir bummelten durch die Stadt, sahen das Rathaus mit seinem schönen Vorplatz an, die hässlichen Nachkriegsbauten und ein hochmodernes Kulturzentrum. In einem Straßencafe gönnten wir uns einen Cappuccino und liefen noch zur Kathedrale, die allerdings geschlossen war. Noch ein Foto vor dem ehrwürdigen Gotteshaus, das das einzige erhaltene Gebäude aus der Zeit vor dem Krieg ist. Wir machten uns nun wieder langsam auf den Weg zurück zum Schiff.
Blick vom Schiff auf Le Havre
Vor dem Dom in Le Havre
Am Nachmittag genossen wir bei einer Tasse Kaffee noch die Sonne auf dem Oberdeck. Unsere Kurzreise näherte sich dem Ende und wir mussten schon wieder Koffer packen. Noch einmal ließen wir uns das leckere Abendessen schmecken, erlebten im Ballsaal noch einmal die Beatles bei einem letzten Drink.
02. Mai 2012 - Southampton - Rückreise
Wir saßen schon beim Frühstück, als die „Queen Elizabeth“ am Pier von Southampton festmachte. Die letzte Station unserer Reise. Um 8:30 Uhr verließen wir das Schiff. Ein Transferbus brachte uns in zwei Stunden Fahrt nach London zum Haethrow Airport. Dort hieß es dann erst einmal warten, warten, warten....!
Von Southampton haben wir, außer ein paar schönen Grünanlagen und den typischen englischen Häusern aus rotem Backstein, nicht viel gesehen.
Aber auch die längste Wartezeit geht einmal zu Ende. Pünktlich startete unser Flieger und brachte uns nach Berlin-Tegel zurück. Hinter uns lagen vier schöne Tage, als uns das Taxi von Tegel aus nach Hause brachte.
Eigentlich sollte das unser letzter Flug vom Airport Tegel gewesen sein, aber da die Eröffnung des neuen BER in unbestimmte Zukunft gerückt ist, werden wir wohl noch öfter von dort fliegen – das nächste Mal im September!