
Schwangau
Zwischen Königsschlössern und Alpengipfeln
Vom 16. – 19. Mai 2011 waren wir im Zusammenhang mit unserer Rundreise durch Oberbayern in diesem verschlafenen Dörfchen, das im Süden Bayerns an der romantischen Straße liegt. Gute 3.000 Einwohner teilen sich 76,06 km², das ist überschaubar. Bereits in der mittleren Steinzeit soll es dort Besiedelungen gegeben haben. Die Geschichte ist nicht weiter interessant, sie ließt sich wie die Abläufe in vielen bayerischen Ortschaften. Zu den Zeiten, als Könige, Herzöge, Fürsten und Lehnsherren sich um jedes Fleckchen Erde stritten, hatte eben einmal Der das sagen und dann wieder ein anderer. Interessant sind in dieser Gegend die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Neuschwanstein ist vom Dorf aus zu sehen.
Das Wetter war zwar etwas diesig, trotzdem hatten wir einen schönen Blick auf die noch schneebedeckten Berge und natürlich das Schloss Neuschwanstein. Schwangau führt heute die Bezeichnung: „Staatlich anerkannter Luftkurort!“
Bildquelle: Wikipedia https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en
Eine kleine Kirche und hübsche Brunnen, die auf den kleinen Plätzen stehen, vervollständigen die Dorfidylle.
Hohenschwangau und das Schloss
Wenn man von Hohenschwangau spricht, meint man im Allgemeinen das Schloss. Der eigentliche Ort ist eine rein touristische Anlage, die wohl nur durch die Anziehungskraft dieser historischen Bauten entstanden ist. Die jährlich zwei Millionen Besucher fordern ihren Tribut. Riesige Parkplätze, viel Gastronomie und Souvenirläden sind neben Hotels und Gasthöfen vorhanden.
Wir reihten uns am 17. Mai 2011 in den Besucherstrom ein. Mit unserem Auto fuhren wir von unserem Domizil in Schwangau dorthin. Erst hatten wir überlegt, den öffentlichen Bus zu nehmen, aber mit dem Auto waren wir unabhängiger, zumal wir nicht wussten, was uns dort erwartet. Schon auf dem Weg konnten wir das Schloss sehen, das idyllisch zwischen den Bäumen hervorschaut.
Dort angekommen, stellten wir das Auto auf einem der großen Parkplätze ab und begaben uns zum Ticketshop. Wir konnten dort gleich die Eintrittskarten für beide Schlösser erwerben. Uns wurde gesagt zu welchen Uhrzeiten deutschsprachige Führungen stattfinden.
Die beste Möglichkeit zum Schloss zu gelangen, ist die Fahrt mit einer Pferdekutsche. Zu Fuß ist der Weg doch recht weit und beschwerlich, denn es geht bergauf. So erkundigten wir uns, wann und wo die Kutschen abfuhren und hatten dann noch Zeit für einen Cappuccino. Zur angesagten Zeit fuhren wir mit der Pferdekutsche bis vor das Tor des Schlosses. Unsere Führung war um 11:00 Uhr. Dort ist alles geordnet um die Besucherströme unter Kontrolle zu halten und somit die kostbaren Einrichtungen zu schützen. Einfach hereinspazieren kann man dort nicht.
Nun aber zum Schloss Hohenschwangau. Im 12. Jahrhundert wurde die damalige Burg Schwanstein erstmals erwähnt. Sie war Sitz des Edlen von Schwangau. Im Laufe der Zeit wurde die Burg mehrmals zerstört und wieder aufgebaut bis im Jahr 1832 Kronprinz Maximilian (später König Maximilian II. von Bayern) die Ruine erwarb und in neugotischen Stil herrichten ließ. Das Schloss war die Sommerresidenz der königlichen Familie. Dort verlebte König Ludwig II. seine Kinderjahre. Seine Mutter, Königin Marie von Bayern, ist dort drei Jahre nach dem Tod Ludwigs verstorben. Über dem Tor zum Schloss prangt das Wappen der Bayerischen Könige
Bis unsere Führung aufgerufen wurde hatten wir noch ein wenig Zeit uns die Außenanlagen anzusehen. Mittelpunkt ist der Schwanenbrunnen oben rechts. Dann war es soweit, wir konnten hinein. Die Ausstattung ist im Biedermeierstil gehalten und unverändert erhalten. Ein junger Mann führte uns durch die Räumlichkeiten und erklärte uns das Was, Wann und WO. Im Schloss ist das Fotografieren verboten. In den Räumen herrsch prachtvoller Glanz. Alle Wandmalereien erzählen von Mythen und Legenden. Auch die besondere Neigung von König Ludwig II. kam hier schon zum Ausdruck. So ließ er sich z. B. an der Decke seines Schlafzimmers einen Sternenhimmel einbauen. Auch seine besondere Verbindung zu dem Komponisten Richard Wagner ist hier schon zu sehen. Außer dem erhaltenem Gästezimmer des Meisters sind auch originale Musikinstrumente von Wagner zu sehen.
Vom Schloss Hohenschwangau hatte König Ludwig II. einen herrlichen Ausblick. Über Wälder, Seen konnte er bis zu den hohen Bergen blicken. Auch den Bau seines neuen Schlosses Neuschwanstein konnte er mit dem Fernglas beobachten. Auch dieser Platz am Fenster, von dem er diese Aussicht hatte, ist unverändert.