Brüssel

Brüssel ist die Haupt- und Residenzstadt des Königreiches Belgien. Etwa eine Million Einwohner leben in der Stadt, die darüber hinaus auch Hauptstadt Europas ist. 966 wird die „Siedlung in den Sümpfen“ erstmals urkundlich erwähnt. Aber auch schon weit davor war diese Gegend besiedelt. 1229 erhielt Brüssel Stadtrechte. Bedingt durch den nahegelegenen Hafen Antwerpen konnte es die Stadt schon früh zu erheblichen Wohlstand bringen. Denn Kaufleute, Künstler und Gelehrte machten dort Halt und siedelten sich an. Allerdings musste Brüssel auch oft den Eroberungsversuchen anderer Länder widerstehen. Franzosen, Österreicher und Spanier richteten im 17./18. Jahrhundert viel Schaden an. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts konnte Brüssel als Hauptstadt des neuen, unabhängigen Königsreichs wieder aufleben. Ungeteilte Aufmerksamkeit erlangte Brüssel dann mit der Weltausstellung 1958. 


Wir lernten bei unserem Besuch im  Jahr 2005 eine lebendige Stadt kennen, die aber optisch nicht sehr schön ist. Die modernen, in den Himmel wachsenden, Neubauten verdrängen die schönen alten Bürgerhäuser, die man verfallen lässt um sie durch Neubauten zu ersetzen. So entsteht ein hässlicher Mischmasch. Nur der historische Stadtkern ist erhalten geblieben und sehr sehenswert. Brüssel ist zweisprachig, Sitz der Nato und der Europäischen Union.

Bildquelle: Wikipedia https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en

Das Rathaus

 

Das Rathaus in Brüssel, ein prunkvoller Bau in Brabanter Gotik, wurde in den Jahren 1401 – 1421 gebaut. Es steht am Grote Markt / Grand Place. Mit seiner reich verzierten Fassade und dem Turm, der die Häuser Brüssels überragt, ist es ein wahres Schmuckstück. Der Turm, in Flandern „Belfried“ genannt, ist besonders schmuckvoll. Die Belfriede in dieser Region sollten zur damaligen Zeit die Wehrhaftigkeit und den Wohl stand der Städte repräsentieren.

Der Grote Markt / Grand Place

Er soll einer der schönsten Plätze in Europa sein, der Grote Markt in Brüssel. Der zentrale Platz der Stadt wird beherrscht von dem prunkvollen Rathaus. Schon im 11. Jahrhundert war der Platz Mittelpunkt und Ort von großen Versammlungen, Festen aber auch Hinrichtungen. Der Grote Markt, der von der schönen barocken Kulisse alter Zunfthäuser umgeben ist, gehört seit 1998 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Diese schönen Häuser stammen aus der Zeit Ende des 17. Jahrhunderts und beherbergten die unterschiedlichen Zünfte. 37 dieser schmuckvollen Häuser reihen sich am Grote Markt aneinander. Das Haus mit dem Reiter auf dem Dach war einst die Brauereizunft und ist heute das Brauereimuseum.

Bei diesen vielen schönen Ansichten ist es kein Wunder, dass der Grote Markt von Touristen bevölkert ist.

Das Schloss

Offizieller Amtssitz der belgischen Könige ist dieses Schloss. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde es erbaut und dient dem Staatsoberhaupt für formale und repräsentative Aufgaben. Er steht am Ende der Koningsstraat gegenüber dem Palast der Nationen. Die königliche Familie wohnt dort aber nicht.

Auf den Fotos ist das Schloss zu sehen mit seinem prächtigen Portal und Nebengebäuden. Der Turm aus dem rechten Foto gehört zur Kirche Saint Jaques-sur Coudenderg 

Auf dem Foto links ist die Zufahrt zum Schloss der verwitweten Königin Fabiola († 2014) zu sehen. Von 1960 – 1993 war sie an der Seite von König Baudouin († 1993). Gleich hinter dem Schloss beginnen die königlichen Parkanlagen mit einem eindrucksvollen Entree.

Jardin Botanique

In der Koningsstraat liegt der alte Botanische Garten in Brüssel. 2000 Pflanzenarten, darunter Gewürz- und Arzneipflanzen dienen der wissenschaftlichen Forschung. Der Garten lag direkt neben unserem Hotel. Im Hintergrund sind die aufstrebenden Neubauten zu sehen.

Place de Congress

 

Am Place de Congress steht die Kongress-Säule mit der ewigen Flamme. Das in der Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute, 47 m hohe Monument erinnert an die Gründung des unabhängigen belgischen Staates und die Verfassungsgebung. Auf seiner Spitze wacht König Leopold I. (1790 - 1865), der diese Säule auch 1859 eingeweiht hat. Am Fuße der Säule brennt die ewige Flamme für unbekannte, gefallene Soldaten. Fünf unbekannte Soldaten sind unter dem Monument beigesetzt.

Der Justizpalast

Der mächtige Justizpalast mit einer Grundfläche von 25.000 m² wird von den Brüsselern „Mammut“ genannt. Er ist einer der größten Monumentalbauten des 19. Jahrhundert und Zeitzeuge einer Epoche, in der die Menschen meinten auf diese Art den Wohlstand ihres
Landes zeigen zu müssen.

Leider konnten wir den Palast nicht von innen sehen, da gerade Sanierungsarbeiten im Gang waren. In nicht weniger als 27 Gerichtssälen tagt heute das oberste Gericht Belgiens.

Auf dem Platz davor steht das Denkmal für Kriegsopfer.

Der Triumphbogen

Der Triumphbogen am Jubelpark war eigentlich von König Leopold II. zur Weltausstellung 1880 gedacht. Anlässlich des 50. Jahrestages der Unabhängigkeit Belgiens sollte dieses große Ereignis stattfinden. Leider gab es finanzielle Probleme und so gab es keine Weltausstellung und das Tor wurde erst 1905 fertiggestellt, gerade Rechtzeitig zum 75. Unabhängigkeitstag. Über dem mittleren Bogen thront die Quadriga und an den Torsäulen finden sich allegorische Statuen, die die einzelnen Gebiete Belgiens symbolisieren. Im mittleren Torbogen hängt die Nationalfahne. Der Jubelpark heißt aus vorgenannten Gründen auch „Park des 50-jährigen Jahrestages“. Rechts und links des Triumphbogens befinden sich weitläufige Säulenhallen.  

In den Gebäuden rechts und links der Säulenhallen befinden sich Museen, wie z. B. das Automobilmuseum. Dort sind Oldtimer ausgestellt. Berühmtestes Exponat ist 600er Mercedes in dem der amerikanische Präsident John F. Kennedy 1963 durch Deutschland gefahren ist. Leider hatten wir für eine Besichtigung keine Zeit. Auf der anderen Seite, gegenüber dem Automobilmuseum, befindet sich das Militärmuseum mit vielen interessanten Exponaten.  

Das Automobilmuseum

Die Weltausstellung 1958

Vom 17. April bis zum 19. Oktober 1958 fand in Brüssel die Weltausstellung statt. Ihr Motto: „Technik im Dienste des Menschen, Fortschritt der Menschheit durch Fortschritt der Technik“. In diesem Zusammenhang wurde das Atomium gebaut. Die 165-millionenfache Vergrößerung eines Eisenmoleküls ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Nach langer Suche hat sich ein privater Investor gefunden, so dass dieses Bauwerk saniert werden konnte. Rechts: Das ehemalige Hauptgebäude der Weltausstellung gehört heute zur Messe Brüssel.

Das Europäische Viertel

 

Brüssel ist auch die Hauptstadt Europas. Seit den Verträgen von Maastricht 1992 hat die Europäische Union dort ihren Hauptsitz. Das Europäische Parlament, der Europäische Rat und die Europäische Kommission haben dort ihre Sitze. In diesem Zusammenhang sind in dieser Stadt viele Neubauten entstanden. Riesige Hochhäuser mit eindrucksvollen Glasfassaden bestimmen das Bild eines Bezirkes, das sich Europaviertel nennt.

"Manneken Pis"

Der wohl berühmteste Mann in Brüssel ist eine kleine Brunnenfigur und das bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Ganze 61 cm groß ist er und aus Bronze. Normalerweise ist er nackig. Staatsbesucher bringen aber immer wieder kleine Uniformen für den Knaben mit, und so wird er von Zeit zu Zeit eingekleidet. Während unseres Besuches trug er die Uniform einer großen ansässigen Brauerei, die als Sponsor für ein großes Event fungiert. Ein paar Straßen weiter fanden wir „Janneken Pis“, die jüngere Schwester der kleinen Brunnenfigur.

St - Michael et St -Gudule

Die Hauptkirche Brüssels ist die Kathedrale St-Michael et St.-Gudule. Der heutige Bau wurde Ende des 15. Jahrhunderts vollendet. Die Geschichte dieser Kirche ist aber erheblich älter. Bereits im 8. Jahrhundert gab es dort eine Taufkirche, die dem heiligen St. Michael geweiht war. Die Glasgemälde in dieser Kathedrale stammen zum Teil aus dem 16. Jahrhundert. Die Kirche ist Sitz des Erzbischofs Mechelen-Brüssel. Fotos im Eingangsbereich erzählen von königlichen Hochzeiten, der Trauerfeier für König Baudouin und dem Papstbesuch. Das Licht fällt durch kunstvolle Fenster in die weitläufige Halle des Mittelschiffs.  

Bildquelle Kirchengebäude: Wikipedia  https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en

 

Beeindruckend sind die reich verzierte Kanzel und viele andere Details der prächtigen Ausstattung.

Der Japanische Garten

Ganz im Grünen versteckt, aber mitten in Brüssel, liegt der japanische Garten. Bauten von der Weltausstellung 1900 in Paris hat König Leopold II. gekauft und in dieser Anlage zusammengetragen. Sie haben ihm einfach gut gefallen. Und da der König von der Schönheit dieser Bauten so begeistert war, kaufte er den chinesischen Turm (Foto unten rechts Mitte) mal eben noch dazu. Was zu sehen war, war ein wahrer Augenschmaus.

In diesen Gebäuden gibt es Ausstellungen von Porzellan und anderen Einrichtungsgenständen. Auch landestypische Gastronomie ist zu finden.

...und das gibt es auch noch...

Am Grasmarkt sitzt dieser Herr, in Bronze gegossen, am Brunnen. Es ist das Denkmal von Charles Bruns, der als Bürgermeister 1881 – 1891 die Geschicke der Stadt Brüssel lenkte.

Immer wieder trafen wir  auf die Denkmäler von Menschen, die der Erinnerung wert sind. Da steht zum Bespiel das Reiterstandbild von Gottfried von Bouillon auf dem Place
de Royale. Er war der Heerführer des ersten Kreuzzuges im 11. Jahrhundert.

Ebenfalls an diesem Platz steht die Saint – Jaques–sur-Coudenberg Church aus dem 18. Jahrhundert.

Ein Erlebnis, in den Gassen von Brüssel, ganz besonders in den sogenannten „Fressgässchen“, wo sich ein Lokal an das andere reiht. Dort gibt es so leckere Gerichte wie Muscheln, je nach Geschmack in Weißweinsoße, Tomatensoße oder Provencial – lecker, lecker...!

Die „Galeries St-Hubertus“ sind die erste überdachte Einkaufsstraße von 1846. Es gibt dort elegante Geschäfte und Restaurants.

Eine interessante Stadt, die belgische Hauptstadt. Der Besuch hat sich gelohnt.