Kultur in Berlin
Was gibt es in Berlin nicht? Es gibt wohl kaum etwas, was es nicht gibt! Wie es sich für eine Weltstadt gehört, hat auch die Kultur Weltstadtcharakter. Berlin hat drei Opernbühnen, viele Konzertsäle und Theater von der Kleinkunstbühne bis hin zum Musical- und Revuetheater sowie unzählige Kinos. Im Sommer kann man in fast allen Bezirken Straßenfeste besuchen und im Winter von einem Weihnachtsmarkt zum anderen gehen. Von den großen Events will ich nur die „Berliner Filmfestspiele“ und den „Karneval der Kulturen“ nennen.
Nicht zu vergessen die vielen Messen, die Tausende von Menschen anziehen, allen voran die „Grüne Woche“, die im Januar eines jeden Jahres ihre Türen öffnet, die „Internationale Tourismusbörse“, die im März alle Reiselustigen einlädt und die „Funk- und Fernsehausstellung“ die alles zeigt, was es auf dem Gebiet der Medien und der Unterhaltungstechnik neues gibt. Dazu kommen viele kleinere Fachmessen. Museen und Ausstellungen kann Berlin anbieten. Sie mögen es klassisch oder lieber modern? Kein Problem, es gibt für jeden Geschmack etwas. Highlights sind z. B. das Pergamonmuseum, das Naturkundemuseum und der Martin-Gropius-Bau. Berlin ist 24 Stunden offen, bietet eine internationale Gastronomie von der kleinen Pizzeria an der Ecke bis hin zum Sternerestaurant z. B. das „Felix“ im Hotel Adlon und Erlebnisgastronomie. Auch Nachtschwärmer kommen voll auf ihre Kosten, denn Bars, Discos und Nightclubs sind ebenfalls in reichlicher Auswahl vorhanden. Alles eigentlich nur eine Frage des Geldbeutels und des Geschmacks.
Die Auswahl von Events die ich hier vorstelle möchte, haben wir selbst besucht. Es gibt natürlich noch sehr viel mehr.
Der Friedrichstadtpalast
Fotoquelle: Wikipedia Urheber: Wladyslaw Sojka - www.sojka.photo
In der Friedrichstraße im Bezirk Mitte steht eines, von Europas größten Revuetheatern. 1984 wurde das Haus noch zu Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik erbaut. Das Haus löste den einstigen Theater- und Zirkusbau in der nahegelegenen Straße „Am Zirkus 1“ ab. Nachdem dieser alte Theaterbau Höhen und Tiefen erlebt und verschiedenen Theatergenres gedient hatte wurde es 1980 wegen erheblicher Baumängel geschlossen. Das 120 Jahre alte Gebäude wurde 1985 abgerissen. Heute steht an dieser Stelle ein neues Wohn- und Geschäftshaus.
Der neue Friedrichstadtpalast erfreute sich schon zu DDR-Zeiten großer Beliebtheit. Große Fernsehshows wie „Ein Kessel Buntes“ wurden dort aufgezeichnet und die legendäre Kabarettistin und Sängerin Helga Hahnemann (1937 – 1991) feierte dort Erfolge. In ihrem Andenken wurde dort von 1995 bis 2010 der Zuschauerpreis „Die goldene Henne“ an verdiente Personen des öffentlichen Lebens verliehen. Dann wurde diese Preisverleihung in das Theater am Potsdamer Platz verlegt.
Seit der Wende werden im Friedrichstadtpalast große Revuen produziert, die Weltcharakter haben. Das Ballett ist einzigartig, die „Girlreihe“, der 32 Tänzerinnen angehören, ist ein Highlight jeder Show. Mit einer hochmodernen Technik, einer eigenen Theaterwerkstatt und einer Tanzschule ist fast alles möglich. Die Bühnentechnik erlaubt vom Wasserballett über die Eisbahn bis hin zur Pferdemanege alle Darbietungen. Hochrangige Künstler und Artisten erfreuen das Publikum. Aber auch Konzerte, Galas und Preisverleihungen finden dort statt. Im Haus integriert ist der „Quatsch Comedy Club“, die frühere „Kleine Revue“. Dort fanden kleinere, aber nicht weniger anspruchsvolle, Aufführungen statt. Heut gibt der Club den Comedians eine Plattform. Wir haben im Friedrichstadtpalast fast alle großen Revuen gesehen. In der Weihnachtszeit besuchten wir mit unseren Enkelkindern die Kinderrevuen, die das Theater in jedem Jahr veranstaltet. Eine sehenswerte Aufführung von Kindern für Kinder von 6-60!
Welche Revue die schönste war? Könnten wir nicht sagen, jede war in ihrer Art einfach toll! Während der Shows darf nicht fotografiert werden, erst zum Finale ist das erlaubt, darum gibt es nur wenige Fotos.
Am 25. Januar 2017 besuchten wir die Show „The One“ mit den wunderbaren Kostümen, die von Jean Paul Gaultier kreiert wurden.
Der Admiralspalast
Der „Admiralspalast“ in der Friedrichstraße im Bezirk Mitte ist einer der traditionsreichsten Vergnügungshäuser Berlins. Das heutige, in der Zwischenzeit renovierte und sanierte Haus, stammt aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts. Es löste das dortige Badehaus ab, welches 1873 gebaut wurde, nachdem man dort eine Solequelle entdeckt hatte.
Während der „Goldenen Zwanziger Jahre“ war es der erste Vergnügungsort der Stadt. Badehäuser, Tanzböden, Kegelbahnen, Cafés, Kino und sogar ein Eislaufpalast gab es dort. Es war 24 Stunden geöffnet. Später wurden aus der Eisbahn ein Varietee- und ein Revuetheater. Auch während der Zeit des Nationalsozialismus florierte das Theater. Operettenaufführungen fanden statt, Johannes Heesters war dort in der „Lustigen Witwe“ zu sehen. Erst 1944 wurde der Admiralspalst wegen des Krieges geschlossen. Da das Haus weitgehend unversehrt blieb, diente es den politischen Machthabern als Versammlungsort und war für die Deutschen Staatsoper das Ausweichquartier, da ihr Haus zerstört war. Während der DDR – Zeit nutzten die hiesigen Journalisten das Haus bis es nach der Wende wieder zum Operettentheater wurde. 1977 wurde das Haus aus Kostengründen geschlossen. 2005 erfolgte eine Sanierung, das traditionsreiche Haus sollte auferstehen. 2006 wurde mit der „Dreigroschenoper“ die Wiedereröffnung gefeiert.
Heute wird der „Admiralspalast“ für verschiedene Aufführungen genutzt. In der fünften Etage gibt es ein Studio, in dem ebenfalls kleinere Aufführungen stattfinden. Auch ein Berliner Radiosender betreibt in den Räumen ein Studio. In einem Seitengebäude befindet sich das politische Kabarett „Distel“.
Am 04. April 2009: Claudio Maniscalco mit seiner „Dean Martin-Show“ (Foto rechts) auf der Studiobühne des Admiralpalastes. Auf der großen Bühne des Admiralspalastes habe ich am 21.10.2016 eine musikalische Aufführung gesehen, die sich mit dem Thema "Sissi" beschäftigte.
Die Stachelschweine
Am Breitscheidplatz, im Europa-Center, hat das Theater der Stachelschweine seine Heimat. Das politische Kabarett ist eine Berliner Institution. 1949 wurde es in der Künstlerkneipe „Badewanne“, nahe der Gedächtniskirche, gegründet. Große und bekannte Namen verbinden sich mit diesem Theater, die schon immer auf kritische, aber liebevolle Art das Berliner Alltagsgeschehen auf die Schippe nahmen und die kleinen und großen Sorgen der Menschen humorvoll auf die Bühne brachten. Unvergessen der langjährige Leiter Wolfgang Gruner, der als „Otto Schruppke“ so manch einem „Großen Tier“ zwischen den Zeilen den Spiegel vorhielt.
Namen, die vielleicht nur noch älteren Berliner in Erinnerung sind, wie Achim Striezel, Wilfried Herbst, Edith Elzholtz und Beate Hasenau gehörten zum Ensemble. Wir besuchten die Stachelschweine schon häufig, auch die Gastspiele des Schauspielers Klaus-Peter Grap mit seiner Partnerin Irina von Bentheim waren sehr sehenswert. In der Posse „Ein Paar mit Biss“ oder „Ein Paar mit Ge - biss“ werden die kleinen Problemchen des Älterwerdens liebevoll und humoristisch dargestellt.
Dieses Foto aus dem Oktober 2009 zeigt mich mit dem Ensemble der „Stachelschweine“ nach der Aufführung des Kabaretts „Völlig verspielt“
Dinner-Krimi
Einen unterhaltsamen Abend kann man beim „Dinner – Krimi“ erleben. Bereits zweimal haben wir in dem 5*-Hotel Mariott am Potsdamer Platz dieses wirklich erstklassige Spektakel miterlebt.
Nach einer exklusiven Begrüßung, man kommt als Gast, wird man nach einem Sektempfang zu seinem Platz geleitet. An festlich eingedeckten Tischen wird ein mehrgängiges Dinner serviert.
Zwischen den einzelnen Gängen spielt sich ein Krimi ab, in deren Verlauf vereinzelte Gäste mit einbezogen werden. (Das wird aber vorher abgesprochen). Vor der letzten Szene raten dann alle Gäste, wer der „Mörder“ ist. Unter den richtigen Ratern wird ein kleiner Preis verlost. Alles in Allem ein spannendes Erlebnis.
Mehr dazu unter www.dinnerkrimi.de
Szenenfoto aus "Schwarze Nelken für den Don"
Die Kurfürstendamm - Theater
Die „Komödie“ und das „Theater am Kurfürstendamm“, zwei Boulevardbühnen die sich bei dem Theaterpublikum großer Beliebtheit erfreuen. Sie fanden sich im Ku-Damm-Karree in der Nähe der Uhlandstraße.
Das „Theater am Kurfürstendamm“ ist, gemeinsam mit der „Komödie“, das älteste und bekannteste Privattheater in Berlin. Gegründet wurde es 1921 und wird seit dem mit vielen bekannten Namen in Verbindung gebracht. Große Künstler wie Günter Pfitzmann, Grete Weiser, Edith Hanke, Johannes Heesters, Friedrich Schönfelder und Georg Preusse alias „Mary“ standen dort auf der Bühne. Das hat sich bis heute nicht geändert, wenn man z.B. an Judy Winter, Herbert Herrmann, Hans-Jürgen Schatz und Katharina Thalbach denkt.
Seit 1963 sind die Theater in der Hand der Familie Wölfer, die nun schon lange ums Überleben kämpfen. Das Ku-Damm-Karree, das nun schon lange fast leer steht, soll umgebaut werden. Damit steht die Existenz der Theater auf dem Spiel. Es wäre schade, denn es würde ein weiteres Stück Berlin verschwinden. (Aktualisierung: In der Zwischenzeit sind sie verschwunden. Bis die neuen Räume fertig sind spielen sie im Schillertheater.)
Gleich neben der Komödie befindet sich das „Theater am Kurfürstendamm“. Wir waren dort viele Male und haben unter anderem die Komödie „Familie Schöller“ gesehen, mit Edith Hanke, Klaus Sonnenschein und Winfried Glatzeder in den Hauptrollen.
Merzedes-Benz-Arena
Die Veranstaltungshalle wurde im Jahr 2006 als „O² - World“ gebaut und zwei Jahre nach Baubeginn eingeweiht. Sie steht im Stadtteil Friedrichshain (Bezirk: Kreuzberg – Friedrichshain) fast direkt an der Spree, wo sie auch eine eigene Schiffsanlegestelle hat. In der Zwischenzeit heißt sie "Uber-Arena".
Mit bis zu 17.000 Plätzen ist es eine der größten Mehrzweckhallen Deutschlands. Sie ist die Heimat der „Berliner Eisbären“ und des „Basketballvereins ALBA“. Darüber hinaus finden dort Großveranstaltungen und Konzerte statt. Helene Fischer füllte diese Halle schon, ebenso wie Madonna oder Beyoncé. Aber auch die Pferdeshow „Apassionata“ oder Peter Maffays „Tabaluga“ finden dort statt. Seit 01. Juli 2015 heißt die Halle „Mercedes-Benz-Arena“. Der Veranstaltungsort bietet z. Z. noch bis zu 2.000 Parkplätze. Es gibt aber auch eine gute S-Bahnanbindung.
Wir haben dort schon verschiedene Veranstaltungen besucht und konnten auch an einer Führung durch
das Gebäude teilnehmen und einen Blick hinter die Kulissen werfen.
Max-Schmeling-Halle
Nach der großen deutschen Box-Legende Max Schmeling (1905 -2005) ist diese Mehrzweckhalle benannt,
die im Bezirk Pankow im Stadtteil Prenzlauer Berg zu finden ist. 1996 wurde sie eingeweiht und dem schon
hochbetagten Namensgeber war es vergönnt an dieser Eröffnung noch teilnehmen zu können. Sie gehört neben der Mercedes-Benz-Arena und dem Velodrom zu den großen Spielstätten Berlins. Bis zu 12.000 Menschen finden dort Platz. Nicht nur große Sportveranstaltungen werden dort ausgetragen, auch andere Events wie Konzerte, Tagungen oder Galas finden dort statt.
Wir besuchten diese Halle mehrmals zu verschiedenen Veranstaltungen. Im Jahr 2010 sahen wir dort das
„Große Berliner Militärmusikfest“.
Berliner Militämusikfest 2010
Musikshow Schottland 2014
Karneval der Kulturen
Seit 1996 gibt es diese multikulturelle Veranstaltung, die einst als kleine Demonstration für die Toleranz fremder Kulturen gedacht war. Der Sinn dieses Events ist zwar noch immer der Gleiche, aber in der Zwischenzeit hat sich dieses bunte Fest zu einer Großveranstaltung gemausert. Finanzierungsprobleme machen es den Veranstalten aber recht schwer, dass Event aufrecht zu erhalten.
Im Stadtteil Kreuzberg (Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg) findet jedes Jahr am Pfingstwochenende dieses bunte Treiben statt, das seinen Höhepunkt am Pfingstsonntag mit einem großen Festumzug hat. Tausende Menschen versammeln sich an der Zugstrecke, die damals vom Hermannplatz bis zum Mehringdamm führte. Viele Menschen fremder Kulturen feiern fröhlich gemeinsam und zeigen ihre Traditionen. Auf dem Festplatz rund um den Blücherplatz riecht es nach fremdländischen Speisen, und landestypische Kleidung und Zubehör wird angeboten. Auf den Bühnen zeigen alle möglichen Nationen ihre Tänze und lassen ihre Musik erklingen.
Hier ein paar Impressionen von diesem fröhlichen Spektakel im Jahr 2000:
Festival of Lights
„Festival of Lights“, „City of Lights“ oder “Berlin leuchtet”, bezeichnet alles die gleiche Veranstaltung, die seit 2004 einmal im Jahr, jeweils im Oktober, in Berlin stattfindet. Für rund zwei Wochen werden viele wichtige Gebäude in der Stadt illuminiert. Lichtkünstler bringen da Kunstwerke zustande. Man kann die Veranstaltung per Sightseeing Bus, per Schiff oder auch zu Fuß erleben. Wir haben schon jeden Weg beschritten und festgestellt, dass man zu Fuß am meisten sieht. Hier ein paar Eindrücke:
Unser Brandenburger Tor Im Wechsel der Farben
Schöner geht’s nicht
Der Deutsche Dom (rechts), der Französische Dom (links)
und das Konzerthaus am Gendarmenmarkt
Und diese Lichtkunst konnten wir während einer Schiffstour durch die Innenstadt im Oktober 2014 erleben.
Das Chinesische Neujahrsfest
Auch das Chinesische Neujahrsfest wir in Berlin gefeiert. Die Chinesen feiern den Jahreswechsel im Gegensatz zu uns nicht immer an demselben Datum. Es richtet sich nach dem Chinesischen Mondkalender und wird etwa in der ersten Februarhälfte begangen. Die Jahre haben Tiernamen, so z. B. für 2016 das Jahr des Affen. In China wird das siebentägige Fest nach einem festen traditionellen Ritual begangen. So lässt man z. B. alle Türen auf um das Glück hineinzulassen. Das Fest fand in Berlin schon an verschiedenen Veranstaltungsplätzen statt. Seit einigen Jahren ist es ein großes Event am Potsdamer Platz, wo es mit Drachentänzen und einem großen Feuerwerk gefeiert wird. Die folgenden Fotos stammen aus dem Februar 2009, als das Fest am Berliner Hauptbahnhof begangen wurde.
Auf einer Bühne zeigen Chinesen ihre Tänze und spielen ihre Musik. Wenn sich diese chinesische Musik für unsere Ohren auch immer ein wenig wie Katzengejammer anhört, so ist es doch beeindruckend die kunstvollen Tänze und die bunten Kostüme zu sehen. Alle diese Tänze haben eine besondere Bedeutung.
Die Meisterfloristen
Die „Potsdamer Platz Arkaden“ sind ein großes Einkaufszentrum am Potsdamer Platz im Bezirk Mitte, und entstanden nach der Wende, im Zuge des Wiederaufbaus dieses geschichtsträchtigen Platzes. Zwischen den 133 Geschäften und Restaurants sind diese Arkaden auch immer wieder ein beliebter Platz für Ausstellungen und Events. So wurde dort am 17. & 18. August 2012 die deutsche Meisterschaft der Floristen aus getragen. Blumenkünstler aus ganz Deutschland zeigten ihre kunstvollen Kreationen.
Ein großes Publikum zeigte sich sehr interessiert und es ließen sich auch viele, schöne Ideen mit nach Hause nehmen.
Madame Tussauds
Das Wachsfigurenkabinett findet man seit 2008 in der Straße „Unter den Linden“ im Bezirk Mitte, nicht weit entfernt vom Brandenburger Tor. Viele namhafte Persönlichkeiten aus Vergangenheit und Gegenwart sind dort in Wachs verewigt, hier eine kleine Auswahl. Der Eintritt ist aber nicht ganz harmlos.
Die Nachwelt pflegt ihre Künste:
li.: Johann Sebastian Bach (1685 – 1750)
Ohne ihn wäre die Kirchenmusik um einiges ärmer. oben: Alberst Einstein (1871 - 1955) hinterließ die Relativitätstheorie Ludwig von Beethoven (1770 – 1827)
Seine Musik ist unvergesslich
Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland
Auch der Sport wurde nicht vergessen
Hier: Boris Becker, Steffi Graf, Franz Beckenbauer und Oliver Kahn
Legendäre Persönlichkeiten aus der Musik- und Schauspielbranche:
Die Beatels, Liza Minelli und Romy Schneider
Der Hamburger Bahnhof
Berlin hat viele Museen, eines davon ist der „Hamburger Bahnhof“ im Ortsteil Moabit im Bezirk Mitte. Einst war er wirklich ein Bahnhof. Er war der Ausgangspunkt für die Bahnstrecke Berlin - Hamburg. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude in spätklassizistischem Stil errichtet. Es ist eines der ältesten erhaltenen Bahnhofsgebäude Deutschlands. 1884 wurde der Personenverkehr dort eingestellt, nur der Güterverkehr wurde beibehalten. Anfang des 20. Jahrhunderts zog in die Halle das königliche Bau- und Verkehrsmuseum ein. Diese Exponate wurden später an das Technikmuseum übergeben.
Heute ist im „Hamburger Bahnhof“ Kunst der Gegenwart zu besichtigen.
Das Naturkundemuseum
Das Naturkundemuseum in Berlin ist mit mehr als 30 Millionen Exponaten eines der größten Museen seiner Art in Deutschland. Das einst zur Humboldtuniversität gehörende Institut ist heute eine Stiftung des öffentlichen Rechts. Das Gebäude stammt aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Es steht im Bezirk Mitte in der Invalidenstraße.
H. C. Lichtenstein war Professor für Naturgeschichte und Direktor des Museums 1813 – 1836. Unter ihm erhielt das Museum einen großen Zuwachs an Tieren. Seine Büste (re) steht im Museum.
Es braucht schon einige Zeit, wenn man sich in diesem Museum alles ansehen möchte. Kleine Tiere, große Tiere, Insekten, Fische aber auch Mineralien kann man dort sehen und sich über ihre Vorkommen, Entwicklungen und Lebensräume informieren. Auch die Entwicklung des Menschen kommt nicht zu kurz. Forschungsabläufe und Ergebnisse werden erklärt und in Reagenzgläsern gezeigt. Das ist schon eine ganze Menge.
Lange war das Museum regelmäßig in den Medien, da die Skelette der Riesensaurier ausgestellt sind. Die Fotos zeigen nur ein paar kleinere Exemplare. Re. einzelne Knochen der Urzeittiere. Unten: Jede Menge Forschungsmaterial-
Das Stasimuseum
Im Bezirk Lichtenberg befindet sich das „Stasimuseum“. Auf dem Gelände der ehemaligen Zentrale für Staatssicherheit der Deutschen Demokratischen Republik ist eine Gedenk- und Forschungsstätte eingerichtet worden, die sich mit der Aufarbeitung dieser menschenverachtenden Einrichtung beschäftigt. Wir waren dort und haben uns angesehen, was Menschen erfinden, um anderen Menschen ihren Willen aufzuzwingen und gefügig zu machen. Wir waren schockiert.
Zu sehen ist dort u. a. das Büro von Erich Mielke, dem ehemaligen Chef des Ministeriums. Das Tonband im Schrank diente keineswegs der Musik, dort wurden Gespräche aufgezeichnet, auch ohne dem Wissens der Gesprächspartner.
Schon Kinder und Jugendliche wurden entsprechend „erzogen“.
Lenin, Marx und Engels – diese drei wurden verehrt und lieferten die Vorlagen für eine Erziehung im Sinne des Kommunismus.
Dem Ideenreichtum der Staatssicherheit waren keine Grenzen gesetzt, wenn es darum ging andere Menschen auszuspionieren. Ob Tasche, Benzinkanister, Baumstamm oder Schreibgeräte, alles wurde mit Kameras oder Aufnahmegeräten präpariert. Das ist hier nur eine kleine Auswahl. Wenn jemand erwischt wurde, der sich nicht im Sinne der DDR verhielt, landete oft recht schnell in einem der Gefängnisse.
Das Deutsche Technikmuseum
Das „Deutsche Technikmuseum Berlin“ ist 1983 gegründet worden und befindet sich im Ortsteil Kreuzberg (Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg). Auf 25.000 m² Ausstellungsfläche kann man alles sehen, was es in den letzten Jahrhunderten an technischen Entwicklungen gegeben hat. Von der alten Nähmaschine, auf der unsere Großmütter genäht haben bis hin zum Eisenbahnbau und der Energiegewinnung ist alles vorhanden. Auf Videowänden wird gezeigt, wie schwer die Arbeit an den Hochöfen in den Stahlwerken war und unter welch schwierigen Bedingungen die Frauen den Haushalt bewältigen mussten. Aber auch die Entwicklung des Automobils und anderer Verkehrstechniken ist zu sehen. Alte Eisenbahnwaggons können besichtigt werden, ebenso der Fortschritt in der Raumfahrt.
Das Museum in der Nähe der U-Bahn-Station Möckernbrücke ist nicht zu übersehen. Über dem Eingang des Hauses hängt ein altes Flugzeug, das z. Z. der Luftbrücke im Einsatz war.
Das Haus der Kulturen der Welt
Das „Haus der Kulturen der Welt“, der Berliner nennt dieses Haus liebevoll „Schwangere Auster“, steht im Großen Tiergarten im Bezirk Mitte. In den Jahren 1956/57 wurde es als Kongresshalle auf Initiative der USA anlässlich der Internationalen Bauausstellung gebaut und später der Stadt Berlin geschenkt. Bemerkens
wert war die geschwungene Decke aus Stahlbeton, die dem Gebäude den Spitznamen „Schwangere Auster“ verdankt. Am 21. Mai 1980 stürzte die Decke während einer Konferenz ein. Bautechnische Mängel sollen die Ursache gewesen sein. Erst 1987 fand der Wiederaufbau statt.
Heute werden dort Ausstellungen internationaler Kunst gezeigt. Vor der Kongresshalle gibt es zur Straßenseite eine weitläufige Springbrunnenanlage. Das Foto zeigt das Haus von der Wasserseite aus.
Messen
Wie bereits erwähnt gibt es unzählige Messen in Berlin. Die meisten davon finden im Messegelände am Funkturm statt. Die Messe Berlin befindet sich im Stadtteil Charlottenburg (Bezirk Charlottenburg
Wilmersdorf) am Messedamm. 1914 wurde die erste Messehalle fertig gestellt, gedacht für Automobilausstellungen. Der erste Weltkrieg verhinderte jedoch eine zeitnahe Eröffnung, so musste die Premiere bis 1921 warten. Am 23. September öffnete die erste Automobilausstellung seine Türen und am Tag darauf startete das erst Autorennen auf der AVUS.
Heute hat das Messegelände 26 Hallen mit einer Fläche von 160 000 m², dazu kommt eine große Freifläche, der „Sommergarten“. Das integrierte „Palais am Funkturm“ bietet Raum für große Festlichkeiten.
Die Messe, die den größten Besucherandrang verzeichnet, ist wohl die „Grüne Woche“. Jedes Jahr im Januar sammeln sich dort Aussteller der ganzen Welt, die alles um Essen & Trinken anbieten. Von lokalen Speisen bis hin zu internationalen Köstlichkeiten kann der Besucher dort alles probieren. Auch Technik rund um die Küche gibt es dort zu sehen. Der Gartenliebhaber kommt auf seine Kosten, ebenso der Tierfreund. Wir haben die „Grüne Woche“ viele Jahre regelmäßig besucht. Der Spaß ist nicht ganz preiswert. Schon die Eintrittskarten sind recht teuer und drinnen bekommt man auch nicht mehr viel gratis, von Käsehäppchen mal abgesehen.
Grüne Woche 2013
Unter vielen anderen Austellern fan
den sich die Niederlande, Russland
und Finnland.
Die „Internationale Tourismusbörse“ (ITB) ist eine weitere, der großen Ausstellungen in Berlin. Sie ist weltweit die Größte ihrer Art. Erstmals 1966 gab es diese Messe, die sich schnell zu einem riesigen Reisebüro entwickelte. In der Zwischenzeit sind in jedem Jahr im März alle 26 Hallen belegt. Die „Internationale Tourismusbörse“ ist in erster Linie für Fachbesucher reserviert, nur die letzten zwei Tage der insgesamt fünftägigen Messe sind für die Öffentlichkeit zugänglich. In diesem riesigen Reisebüro kann der reisefreudige Besucher alles sehen, erleben und auch buchen was mit dem Thema Reisen zu tun hat. Informationen über fremde Länder, Autovermietungen, Airlines und Schiffe. Hotels und Ferienwohnungen gibt es, auch kann man sich bei der Vertretung der Zollbehörde über Zollbestimmungen schlau machen. Früher war auch die Boot- und Wohnmobilausstellung integriert, diese hat man wegen Platzproblemen abgekoppelt.
Wir besuchten diese Messe nur sporadisch.
ITB 2012 Hier die Vertretung von Ägypten, Mauritius und Tansania
Internationale Luft- und Raumfahrtaustellung (ILA)
Die „ILA Berlin“ ist eine der drei größten und wichtigsten Fachausstellungen über Luft- und Raumfahrt in der Welt. Sie findet alle zwei Jahre (jeweils in Jahren mit gerader Jahreszahl) am Rande des Flughafens Schönefeld statt. Es gibt dort alles zu sehen, was mit der Thematik zu tun hat. Von den vier Öffnungstagen sind jeweils das Wochenende für die Öffentlichkeit vorgesehen. Es braucht aber ein wenig Geduld und gute Nerven bis man endlich da ist, denn der Publikumsandrang ist enorm. Die Eintrittspreise liegen mit 22,00 Euro p. P. auch ganz schön hoch. Aber interessant ist es dort allemal.
Hier ein paar Einblicke aus dem Jahr 2000:
Hubschrauber und große Transportflugzeuge sind ebenso zu sehen wie normale Passagierflugzeuge. Einige sind auch von innen zu besichtigen, nur bracht man auch dazu viel Geduld. Es gibt auch Flugschauen und Rundflüge mit dem Heli oder der „Tante JU“, einem alten Flieger aus der Zeit der Luftbrücke.