
Estland
Entdeckungen in Tallin
Estland ist ein Staat im Norden des Baltikums. An der Ostsee liegt er zwischen Lettland und Russland. Das Land ist erst seit 1991 unabhängig. Es ist Mitglied der Nato und seit 2004 Mitglied der Europäischen Union. Die Hauptstadt ist Tallin.
Estland gehörte von 1710 – 1918 zum große Russischen Reich. Es war aber immer deutsch geprägt, dafür sorgten die im 13. Jahrhundert ins Land gekommenen Vasallen, die zu einem Deutschen Orden gehörten. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden die „deutschen Balten“ zurück ins Deutsche Reich umgesiedelt. Nach dem Polenfeldzug fiel Estland an die Sozialistische Sowjetrepublik. Seit 1990 ist Estland selbständige parlamentarische Republik.
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Religion spielt für die Menschen in diesem Land eine eher untergeordnete Rolle. Die meisten sind konfessionslos. Nur etwa 13 % orientieren sich am evangelisch-lutherischen Glauben, etwa die gleiche Größenordnung gibt es in der russische-orthodoxen Kirche, was an den zahlreichen Russen liegt, die in diesem Land leben. Estland ist heute ein moderner Staat, der sich seit der Wende vornehmlich an den skandinavischen Ländern orientiert. Die Industrie bewegt sich zum großen Teil in den Bereichen Holz und Lebensmittel, aber auch die Elektro- und Autoindustrie sind im Aufwärtstrend.
Wir besuchten die Hauptstadt dieses Landes während unserer Ostseekreuzfahrt am 12. September 2006.
Tallin
Am Finnischen Meerbusen liegt Estlands Hauptstadt, die bis 1918 Reval hieß. Eine hölzerne Burg aus dem 11. Jahrhundert war der Ursprung dieser Stadt. Ein Handelsplatz, zu dem natürlich auch ein Hafen gebaut wurde. Um diese Burg, an deren Stelle heute der Domplatz ist, entwickelte sich Tallin, geprägt von Dänen und Deutschen. Tallin war viele Jahre dänisch unter König Waldemar II. Dann kam der Deutsche Orden, und nahm seinen Einfluss.
Nach dem großen Nordischen Krieg im 18. Jahrhundert übernahm Schweden die Herrschaft bis das Land 1918 die Republik ausrief und unabhängig wurde. Das ging gut bis zur Zeit des Nationalsozialismus und die Sowjetunion das Land übernahm. Das alles prägte natürlich auch die Hauptstadt. Tallin hat heute etwa 430.000 Einwohner. Seit der Unabhängigkeit des Landes hat sich die Hauptstadt zu einer modernen Stadt mit historischem Kern entwickelt.
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Die mächtige Stadtmauer, die Tallin umgibt, wurde im 13. Jahrhundert begonnen. 300 Jahre wurde an ihr gebaut, so sagen es historische Überlieferungen. 2,35 km lang, bis zu 16 m hoch und 2-3 m dick genügten um Tallin als bestbefestigste Stadt im Ostseeraum in die Geschichte eingehen zu lassen. In 40 Türmen saßen Wächter um Feinde rechtzeitig abzuwehren. Sechs Tore waren scharf bewacht, verfügten über Vortore, Fallgitter und einen Wallgraben über den Hängebrücken herabgelassen werden konnten. Heute stehen noch 1,85 km der Mauer und 26 Türme. Die Altstadt gehört seit 1997 zum UNESCO - Weltkulturerbe, alt mittelalterliche Handelsstadt.
Der Domberg, Wahrzeichen und Zentrum der Stadt Tallin. Dort befinden sich die Reste der Burganlage, dort befinden sich der Dom und die Oberstadt. Abgesehen von dem herrlichen Blick, den man von dort auf die Unterstadt genießt, ist das Schmuckstück die Alexander-Newskij-Kathedrale. Alexander Newskij war im 13. Jahrhundert Fürst von Nowgorod und wird in der orthodoxen Kirche wegen seiner Wohltaten als Heiliger verehrt. Die Kirche wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut, zu der Zeit als Estland zum Russischen Kaiserreich gehörte. Leider durften wir in diesem Schmuckkästchen nicht fotografieren.
Blick vom Burgberg über Tallin und das Meer.
Der Dom von Tallin wurde 1240 erbaut. Sein Vorgängerbau, eine Holzkirche, stammt aber vermutlich aus 1219. Es war die erste christliche Kirche in diesem Land, gebaut zur Zeit der dänischen Herrschaft. Bei dem großen Feuer auf dem Domberg
1684 wurde auch das Gotteshaus stark beschädigt, ist aber originalgetreu wiederhergestellt worden. Der Dom ist der Jungfrau Maria geweiht. Bemerkenswert ist dort eine große Ansammlung von holzgeschnitzten Familienwappen.
Auch dort durften wir nicht fotografieren.
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Etwa sieben Kilometer vom Stadtzentrum Tallins entfernt liegt der Stadtteil Rocca al Mare direkt an einer Bucht. Dort gibt es ein Freilichtmuseum das nach siebenjähriger Bauzeit 1964 eröffnet wurde. Aus allen Teilen Estlands wurden dort alte Bauernhäuser, Einrichtungsgegenstände und landschaftliche Arbeitsgeräte zusammengetragen. Auf 84 Hektar Fläche konnten wir dort das Leben der Menschen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert nachvollziehen. Wir haben festgestellt, dass sich das alles gar nicht so sehr von dem unterscheidet, was wir schon in Museumsdörfern in unserem Land gesehen haben. Das Leben war einfach, beengt und bestand hauptsächlich aus Arbeit und dem Kampf um das tägliche Brot.
Ja, das war es aus Estland. Gesehen und abgehakt !