
La Palma
Hohe Berge & Christoph Kolumbus
Die fünftgrößte der Kanarischen Insel hat eine Fläche von 708 km² auf denen rund 85 000 Menschen leben. Wie alle anderen Inseln ist auch La Palma vulkanischen Ursprungs. Die höchste Erhebung, der Garafia-Vulkan, misst etwa 2 500 Meter und liegt im Norden der Insel. Die Menschen leben überwiegend von der Landwirtschaft. Industrie spielt nur im Zusammenhang mit der Lebensmittelverarbeitung eine Rolle. Der Tourismus auf dieser Insel ist verhalten. Der Flughafen wurde erst 1985 für Chartermaschinen ausgebaut und brachte etwas Bewegung. Trotz allem gibt es keinen Vergleich zu den Tourismuszahlen der anderen Kanaren-Inseln. Das Fremdenverkehrsamt bemüht sich aber weiter um ein attraktives Tourismusangebot. Die Hauptstadt ist Santa Cruz de La Palma, dort befindet sich auch der Hafen. Es gibt Fährverbindungen nach Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und zum spanischen Festland. Auch Madeira und Portugal werden angefahren.
Wir besuchten La Palma am 04. Januar 2012 während unserer Kanarenkreuzfahrt.
Santa Cruz de La Pama
Rund 13 250 Einwohner leben unterhalb bewaldeter Berghänge in der Hauptstadt Santa Cruz. Wir lagen mit unserem Schiff dort im Hafen und blickten auf ein riesiges Bergpanorama. Die weißen Häuser wirken wie an den Berg geklebt.
Mit einer kleinen Bimmelbahn und zu Fuß erkundeten wir die Stadt. Auch dort fielen uns weitläufige Bananenplantagen auf, die es auf allen Kanarischen Inseln gibt. Interessant an diesen Bananenpflanzen ist – so erfahren wir von unserem Reiseleiter – eine Pflanze braucht fünf Jahre um dann ein einziges Mal Früchte zu tragen.
Wir fuhren bergauf und gelangten zu einem Platz, der einmal das alte Zentrum von Santa Cruz gewesen sein soll. Erste Siedler waren vermutlich Nordafrikaner, bereits 1 000 Jahre vor Christus. Sie lebten zunächst in Höhlen.
Dort oben gibt es viele alte Häuser im katalanischen Stil. Im Jahr 1493 fiel die Stadt an die Krone Kastiliens. Zu dieser Zeit begann der wirtschaftliche Aufschwung. Durch den Handel mit Übersee kam die Insel zu einem großen Wohlstand. Diese Tatsache rief die Piraten auf den Plan. Mehrere Male wurde Santa Cruz überfallen. 1553 legten die Piraten fast die ganze Stadt in Schutt und Asche. Danach wurden Verteidigungsanlagen gebaut.
Die Festung Castillo de Santa Catalina aus dem 16./17. Jahrhundert ist nachgebaut. Sie war Teil eines Befestigungsgürtels, der die Stadt vor Piraten schützen sollte. Im Original erhalten sind noch die alten Steinmauern, das Festungstor und die Kanonen.
Unser Reiseleiter erklärte uns, dass diese Festung bei einem Volksfest noch immer eine große Rolle spielt. Alle fünf Jahre ist sie Schauplatz, wenn das Fest zu Ehren der Schutzpatronin von La Palma gefeiert wird. Da werden dann auch Salven aus den Kanonen abgefeuert. Dabei spielt auch das Schiff eine Rolle, dass wir sehr gut von der Festung aus sehen konnten. Der originalgetreue Nachbau der „Santa Maria“, dem Flaggschiff von Christoph Columbus erster Reise 1492 – 1493.
Ein Stück weiter von diesem Ort findet man den wichtigsten Platz dieser Stadt, den Marktplatz – nicht anders als in vielen anderen Städten.
Dort steht das Rathaus, zur Jahreszeit passend, im weihnachtlichen Dekor. Das Rathaus wurde im 16. Jahrhundert unter König Felipe II. gebaut.
Am Rathaus sieht man das alte Wappen des Königs.
Rechts: In diesem schönen Haus am Rathausplatz sind ebenfalls Amtsstuben untergebracht. Bemerkenswert sind die schweren Eichentüren.
Der Marktplatz „Plaza de la Encarnacion“, frei übersetzt bedeutet das „Platz der Fleischwerdung“. Früher waren den Stadthaltern drei Dinge dort wichtig: das Rathaus, eine Kirche und ein Brunnen. So hatten alle Bürger den gleichen Weg zu wichtigen Einrichtungen. Das Rathaus für amtliche Angelegenheiten, die Kirche für das Gebet und der Brunnen zum Wasser holen, denn damals war es nicht selbstverständlich, dass jeder Haushalt einen Wasseranschluss hatte.
In den Straßen dieser Stadt ist es sehr freundlich. Die für diesen Ort typischen kleinen Häuser haben wunderschöne Holzbalkone, die kunstvoll gedrechselt oder geschnitzt sind.
Die meisten dieser Balkone sind mit einem üppigen Blumenschmuck versehen. Die Holzverschläge an den Balkonseiten dienten früher als Toiletten. In dem Haus auf dem unteren, rechten Foto ist eine Gaststätte untergebracht. Dort ist es richtig urig. Die Einheimischen gehen dort nicht nur zum Essen und Trinken hin, sondern pflegen dort auch Gesellschaft bei Gesprächen und Spielen. Wir gönnten dort bei einem Imbiss unseren Füßen eine Pause.