
Venedig
Die Stadt auf dem Wasser
„Einmal Venedig sehen und sterben“, diesen Satz habe ich als junges Mädchen oft von älteren Menschen gehört. Zu einer Zeit, als Reisen noch ein Privileg der gehobenen sozialen Schicht war. Die Menschen wollten damit ausdrücken, dass diese Stadt etwas Besonderes war und in ihren Sehnsuchtsträumen eine vorrangige Stellung einnahm. Nun muss man nicht gleich sterben wenn man in Venedig war, in unserer heutigen Zeit ist ein Trip dorthin für viele nichts Besonderes mehr, aber Venedig hat schon etwas, was sich mit Worten nicht ausdrücken lässt. Die Hauptstadt der Region Venetien trägt mit Recht den Beinamen „Die Durchlauchtigste“. Ihr Zentrum liegt auf der Lagune von Venedig.
Die Hälfte der gesamten Fläche von 414,6 km² besteht aus Wasser. Auf dem Rest leben rund 264.000 Einwohner. Seit 1987 gehört Venedig zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Geschichte Venedigs ist so lang und so aufwendig, dass ich hier nicht weiter darauf eingehen möchte. Wer sich dafür interessiert, findet reichlich Literatur. Sofern es wichtig für die Beschreibung einzelner Bauten ist, werde ich dort auch die nötigen Informationen vermerken.
Wir besuchten Venedig im Juni 1996 und Juli 1999.
Image: Wikipedia https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.en
Anfahrt
Die meisten Touristen, die Venedig bevölkern, sind Tagesbesucher, und das sind sehr, sehr viele. Im Sommer ist die Stadt zugeschüttet, überall gibt es lange Wartezeiten. Die meisten Menschen kommen per Schiff. So auch wir. Im Juni 1996 waren Horst und ich zu einem Tagesausflug während unseres Urlaubs an der italienischen Riviera dort und im Juli 1999 war ich mit unserem Freund Benny an einem Tag in Venedig als wir in Verona zu den Opernfestspielen waren. Schon die Anfahrt auf Venedig ist ein Erlebnis. Vorbei geht es an alten italienischen Ortschaften, kleinen Fischerdörfern, in denen die Zeit scheinbar stehen geblieben ist.
Auch das Italien ein katholisches Land ist, kann man kaum übersehen.
Dann lag Venedig vor uns. Strahlender Sonnenschein lag über den Dächern der Lagunenstadt. Die Schmetterlinge im Bauch wurden zu etwas größeren Faltern. Wir konnten es kaum erwarten anzukommen.
Wir verließen das Schiff jeweils an der Piazza del Porto. Wie man auf dem Foto erkennen kann, waren wir nicht alleine. Viele Menschen strömten in die Stadt. An den Anlegern warteten schon die Gondolieri auf Kunden und Wassertaxis boten ihre Dienste an. Wir hatten nun ein paar Stunden Zeit Venedig zu genießen. Als erstes machten wir eine Gondelfahrt.
Mit der Gondel durch Venedig
Eine Gondelfahrt durch Venedig ist kein preiswertes Vergnügen, gehört aber zum absoluten Pflichtprogramm. Abgesehen von dem romantischen Aspekt, gewinnt man viele schöne Eindrücke.
Der Gondolieri fährt uns durch die teils recht engen Kanäle.
Venedig hat mehr als 400 Brücken, die über 150 Kanäle führen.
Der Markusdom
Der Markusdom ist wohl die bekannteste Kirche in Venedig. Sie steht am Markusplatz und ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Sie ist dem Heiligen Markus geweiht und hat ihren Ursprung im 9. Jahrhundert. Der erste Bau war nur als Kapelle für den Dogenpalast gedacht. Bis 1797 war sie zentrales Staatsheiligtum der Republik Venedig. Das mächtige Gotteshaus ist dreischiffig und hat fünf Kuppeln.
Es braucht schon etwas Geduld um dort hinein zu kommen. Innen wird man über einen vorgegebenen Weg durchgeschleust. Der Glockenturm (Campanile) des Doms steht separat. Das ist typisch für Venedig. Der Campanile ist 98,6 m hoch.
Der Dogenpalast
Dieser Palast in Venedig ist ein Prachtstück gotischer und venezianischer Baukunst. Seit dem 9. Jahrhundert war er während der Zeit, als Venedig Republik war (bis 1797) Sitz der Dogen, der Präsidenten der Republik. Er beherbergte die Verwaltung und die Justiz. Das heutige Aussehen des Palastes stammt aus dem14. Jahrhundert.
Rialtobrücke & Sufzerbrücke
Ein weiteres, sehr bekanntes Wahrzeichen von Venedig ist die Rialto-Brücke. Mit 48 Metern überspannt sie den Canale Grande. Die heutige Brücke wurde Ende des 16. Jahrhunderts gebaut, nachdem die Vorgänger bauten aus Holz immer wieder durch Verrottung oder Brand vernichtet wurden. Im Aufbau der 22 m breiten Brücke befinden sich Kunst- und Souvenirgeschäfte.
Die 11 Meter lange Seufzerbrücke aus Sandstein wurde 1600 gebaut. Sie verbindet den Dogenpalast und das neue Gefängnis. Über diese Brücke wurden verurteilte Straftäter vom Gericht in das Gefängnis geführt. Ein letzter Seufzer begleitet den Weg der Gefangenen in das Gefängnis, daher der Name.
...und das gibt es auch noch:
Immer wieder sieht man bei einem Spaziergang durch Venedig schöne Paläste und natürlich jede Menge Kirchen.
In den Geschäften und auf den Märkten sahen wir die wunderbaren venezianischen Masken. Da konnte ich doch nicht widerstehen.
Dann kamen wir noch dazu, als sich eine venezianische Hochzeitsgesellschaft auf den Weg machte, vermutlich zur Kirche. In geschmückten Gondeln und mit viel Musik fuhren das Brautpaar und die Hochzeitsgesellschaft durch die Kanäle. Fotos davon kann ich hier nicht einstellen, da die Menschen, die ich ja noch nicht einmal kenne, mit der Veröffentlichung einverstanden wären.
Damit ist mein Bericht über Venedig zu Ende. Es gibt noch viel mehr zu sehen, Venedig ist wunderschön aber auch sehr teuer.