Alexandria 05. - 09. September 2009 (Anschlussreise von Kairo)
Eine Reise mit Phoenix Reisen
Allgemeines
Die ägyptische Hafenstadt am Mittelmeer ist mit 4,3 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Nordafrikas. Sie erstreckt sich über 32 km entlang der Mittelmeerküste. Die bedeutende Industriestadt verfügt über den größten Seehafen Ägyptens. Der größte Teil des Außenhandels wird dort abgewickelt. Die Stadt wurde 331 v. Chr. Von Alexander dem Großen (356 – 323 v. Chr.) gegründet, dessen Namen sie auch trägt. Das antike Alexandria ist bekannt durch seinen Leuchtturm, den „Pharos von Alexandria“, der zu den sieben Weltwundern der Antike gehört. Auch die „Große Bibliothek“ gehört zu den bemerkenswerten Einrichtungen dieser Stadt. Darüber hinaus sind einige interessante antike Stätten zu bewundern. Die Stadt Alexandria ist allerdings der blanke Horror. Soviel Schmutz auf einem Haufen haben wir noch nie gesehen. Doch davon später mehr.
Anreise & Hotel
Nach unserem Aufenthalt in Kairo wurden wir mit einem Kleinbus nach Alexandria gefahren. Gut 3 ½ Stunden, incl. einer kleinen Kaffeepause, brauchten wir für diese Strecke, die durch viele Dörfer und wüstenähnliche Gegenden führte. Unser erster Eindruck von dieser Stadt war schrecklich. Wir waren ja nun von Kairo einiges an Verkehr gewöhnt, aber das war noch eine Steigerung. Bevor wir unser Hotel ansteuerten, machten wir erst noch eine Sightseeingtour. Am späten Nachmittag erreichten wir unser Hotel, das „Maritim Jolie Ville“, in dem wir die nächsten drei Tage verbringen sollten. Das 5*-Haus lag direkt an der stark befahrenen Uferstraße. Wir bekamen ein schönes Zimmer in der neunten Etage, mit Balkon und Blick auf das Meer. Frühstück und Abendessen waren auch in Ordnung, das Personal freundlich und hilfsbereit.
Damit war es mit dem Schönen auch schon vorbei. Die Sonnenterasse auf dem Dach des Hotels war schon geschlossen und wirkte auch nicht sehr einladend, eben so wenig wie die nähere Umgebung des Hauses. Kaputte Fliesen, schmutziges Wasser und vergammelte Liegen, und das in einem 5* Haus. Ruinenähnliche Häuser umstanden das Hotel.
Die Pompeisäule
Mitten in Alexandria, eine historische Stätte aus der griechisch-römischen Antike Alexandriens. Diese knapp 29 m hohe Säule ist einziges erhaltenes Zeugnis aus dieser Zeit. Diese Säule erhebt sich über den Resten einer antiken Mauer. Angeblich soll sich unter dieser Säule das Grab des Namensgebers, Gnaeus Pompeius Magnus, befinden.
Die Zitadelle
Am Meer steht die mächtige Zitadelle Qait Bay. Ein Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert. Dort soll einmal der größte Leuchtturm aller Zeiten, eines der sieben Weltwunder der Antike, gestanden haben. Die ehemalige Festungsanlage beherbergt heute ein Marinemuseum und eine Moschee.
Die große Bibliothek
Die „Große Bibliothek von Alexandria“ war die berühmteste Bibliothek der Antike. Sie entstand im 3. Jahrhundert v. Chr. Das Haus ist unter Caesar stark beschädigt worden. Die neue „Bibliotheca Alexandrina“ ist im Jahr 2002 in Zusammenarbeit mit der UNESCO eröffnet worden.
Das Haus, das vom weiten zunächst recht merkwürdig aussieht, hat es in sich. Der moderne Bau hat 11 Stockwerke und eine Nutzfläche von 85 000 qm“. Die äußeren Granitplatten sind mit Schriftzeichen von Literatur aus aller Welt verziert. Damit wird der Anspruch dieser Bibliothek bekundet, Schriften aus aller Welt zu sammeln. Auf dem Vorplatz steht die Büste eines Menschen aus der Antike.
Insgesamt kann das Haus 8 Millionen Bände aufnehmen. 2 000 Leseplätze stehen den Besuchern zur Verfügung. Die Internetarchive sind über 200 Computer zugänglich. Als Besonderheit ist die „Nobel Selection“ zu nennen, die die gesamte Literatur aller Nobelpreisträger sammelt.
Blick in die weitläufigen Lesesäle. Mitten in den Räumen finden sich auch Ausstellungen alter Buchdruckgeräte.
Gärten von Montazah
Zu unserer Besichtigungstour gehörte auch ein Besuch der Gärten von Montazah, in dem der Sommerpalast der ägyptischen Präsidenten steht. Zum Zeitpunkt unseres Besuches war das noch Präsident Mubarak. In diesem Palast wohnte früher auch die königliche Familie. Bis 1952 war das Land Königreich. Das Haus ist in den Jahren 1892 – 1914 gebaut und von einer wunderschönen Gartenanlage umgeben.
Wie schon erwähnt, ist Ägypten ein islamischen Land. So finden sich auch im Stadtbild Alexandrias immer wieder Moscheen. Diese sind nicht ganz so spektakulär wie in Kairo, aber doch nicht zu übersehen. Auf dem Foto eine Moschee in der Nähe unseres Hotels mit einem schönen Platz davor. Zum Stadtbild gehören aber auch tiefverschleiere Frauen, Selbst in der Nähe der Universität ist das nicht anders. Die Frauen studieren, sind teilweise hoch gebildet. In der Öffentlichkeit bewegen sie sich aber wie Geister. Diese Aufnahmen sind stark herangezoomt, da es sich nicht schicken würde, die Menschen aus der Nähe zu fotografieren.
Der Rest der Stadt ist der reinste Horror. Sobald man die Strandpromenade verlässt und in die Wohngebiete kommt, sieht man nur noch eines – Dreck! Soviel Schmutz auf einem Haufen haben wir noch nicht gesehen. Müllberge türmen sich an jeder Straßenecke, daneben ein Verkehr, der nicht zu beschreiben ist. Hier ein paar Eindrücke:
Die Straßenbahn von Alexandria macht keinen vertrauenserweckenden Eindruck. Völlig überfüllt versucht sie vergeblich auf ihren Schienen vorwärts zu kommen. An den Haltestellen warten Menschen auf den ohnehin schön überfüllten Bus. Dazwischen Cafés, vor denen Männer sitzen, ihren Tee trinken und sich unterhalten. Der extreme Verkehr, erlaubt es einem nur unter Lebensgefahr, die Straße zu überqueren. Die Autos reihen sich Stoßstange an Stoßstange, dazwischen bahnen sich Eselskarren ihren Weg.
An jeder Straßenecke Müllberge, es ist einfach schrecklich. In einem Hausflur werden Schafe gehalten, vermutlich zum Verkauf. Es stinkt furchtbar, zum Bummeln wirklich nicht das Wahre.
Unser Reiseleiter erklärt uns auf Nachfrage, dass es dort keine geregelte Müllentsorgung gibt . Die Menschen werfen ihren Abfall eben einfach irgendwo hin.
Nach drei Tagen Alexandria waren wir froh unsere Koffer packen zu können. Diese Stadt war eine Enttäuschung, abgesehen von den wenigen Sehenswürdigkeiten, die sicher interessant waren. Zu unserem Besichtigungsprogramm gehörten auch noch die Katakomben von Alexandria. Die Besichtigung dieser römischen Grabstätten aus dem ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus haben wir aber nicht mitgemacht, da uns der Abstieg in das Innere zu beschwerlich war. Alleine konnten wir wenig unternehmen, was nicht zuletzt an dem starken Verkehr lag. Der Strandbetrieb hatte auch bereits geschlossen. So waren wir nicht traurig, als wir am 09. November 2009 nach dem Frühstück mit einem Kleinbus nach Kairo zurückgefahren wurden. Wir hatten noch eine Nacht in dem uns nun schon bekannten Hotel. Dieses Mal bekamen wir ein Zimmer mit Blick auf die Pyramiden. Das war doch noch ein schöner Abschluss. Am nächsten Tag brachte uns der Flieger zurück nach Berlin, wo wir am frühen Nachmittag in Schönefeld landeten.