Budapest
Budapest, die ungarische Metropole besuchten wir bereits vier Mal. Das erste Mal war es nur ein Tagesausflug im Zusammenhang mit einer Busreise an den Balaton im September 1990. Das zweite Mal erlebten wir die Stadt im August 2004 auf unserer ersten Donaufahrt. Danach machten wir dann im April 2005 eine viertägige Städtereise dorthin. Auf unserer Donaufahrt im September 2011 konnten wir uns dann nochmals an den Schönheiten dieser Stadt erfreuen.
Ein Highlight in Budapest: Die Kettenbrücke in abendlicher Beleuchtung
Allgemeines
Budapest ist mit 1,7 Millionen Einwohner die größte Stadt Ungarns und Hauptstadt. Sie liegt an der Donau. Der Fluss teilt die Stadt in ihre Stadtteile Buda und Pest. Neun Brücken verbinden diese beiden Stadtteile, die bekannteste ist wohl die Kettenbrücke. 1873 wurden die beiden Städte Buda und Pest zu Budapest. Im Jahr 89 beginnt die Geschichte der Stadt, die auch einmal zum großen römischen Reich gehörte.
Viele geschichtliche Daten sind mit der ungarischen Hauptstadt in Verbindung zu bringen, so z. B. die ungarische Revolution im Jahr 1848 und das danach entstandene Königreich –die österreichisch-ungarische Doppelmonarchie- unter Kaiser Franz-Joseph I. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Ungarn Volksrepublik und seit dem Jahr 2004 gehört es zur Europäischen Union. Unsere erste Reise erfolgte ein halbes Jahr nach der Zerschlagung des Ostblocks im Jahr 1989.
Anreisen & Hotel
Das erste Mal in Budapest. Wir hatten im September 1990 eine Busreise zur Weinlese nach Ungarn gebucht. Am zweiten Tag besuchten wir in diesem Zusammenhang die ungarische Hauptstadt. Das zweite Mal erreichten wir Budapest mit dem Schiff. Am 05. August 2004 legte unser Flusskreuzfahrtschiff, die MS Moldavia, am Pier an. Wir lagen in der Nähe der Elisabethbrücke. Unser Hotel hatten wir also dabei. Zum dritten Mal nutzten wir den Flieger. Nun wollten wir die Stadt doch einmal etwas näher erkunden, als das bei Tagesbesuchen möglich ist.
So bestiegen wir am 13. April 2005 in Berlin Tegel einen Flieger der Airberlin und erreichten schnell und problemlos Budapest.
Fotoquellen: AIR - Berlin (Flugzeug) & Wikipedia (Airport Tegel)
Mit dabei waren unsere Freunde: Gudrun, Bertil und Carsten. Wir warteten in Berlin Tegel auf unseren Abflug.
Am späten Nachmittag landeten wir auf dem Budapester Airport. Ein Minibus brachte uns in 40 Minuten zu unserem Hotel in der Innenstadt. Im „Mercure Metropol“ hatten wir über den Reiseveranstalter Neckermann Zimmer reserviert.
Nach dem Einchecken war auch schon Zeit zum Abendessen. In der Hotelbar servierte uns der Kellner ein schmackhaftes Dreigangmenue. Wir beendeten den Tag mit einem Spaziergang am Donauufer.
Das Hotel „Mercure Metropol“ in der Rákóczi út 58 liegt nahe dem Stadtzentrum. Wir konnten uns dort wohlfühlen!
Das vierte Mal waren wir zwei Tage in Budapest anlässlich unserer Donaureise mit der MS Belvedere im September 2011. Am 16. und 17. September hatten wir Zeit uns noch das anzusehen, was wir noch nicht kannten. Da wir uns nun schon gut in der Stadt orientieren konnten und uns nicht mehr fremd fühlten, war das nicht weiter schwer. Unser Schiff machte direkt an der Kettenbrücke fest.
Somit können wir von uns behaupten, von dieser Stadt viel gesehen zu haben. Hier nun ein kleiner Überblick.
Das Parlament
Das Parlamentsgebäude in Budapest ist nicht nur das schönste, sondern auch das wichtigste Gebäude der Stadt. Es ist 268 m lang, liegt direkt an der Donau und ist Sitz des ungarischen Parlaments. Das im neogotischen Stil errichtete Gebäude wurde ab 1885 gebaut. Seine gesamte Bauzeit liegt bei fast 20 Jahren. Es ist das größte Parlamentsgebäude Europas. Das Haupttor wird von zwei steinernen Löwen bewacht.
Bei unseren eintägigen Aufenthalten in der Stadt konnten wir dieses schöne Gebäude nur von außen bewundern. So nutzten wir die Gelegenheit im Jahr 2005 um dort an einer Führung teilzunehmen. Nach den, in solchen Häusern, üblichen Sicherheitskontrollen betraten wir die Räumlichkeiten am 14. April um 11:00 Uhr. Eine deutschsprachige Reiseleiterin führte uns durch die Räume, immer in Begleitung von unauffälligem Sicherheitspersonal. Sie erzählte uns über die Geschichte des Hauses, so z. B., dass die Vorlage für den Bau der britische Parlamentspalast war. 691 Räume, die über 29 Treppenhäuser zu erreichen sind (oder 13 Fahrstühle), bilden das Innenleben. Allein über 200 Räume sind vorgesehen für offizielle Veranstaltungen, wie Empfänge und andere repräsentative Angelegenheiten. 365 Türmchen zieren die Dächer.
Die breite Ehrentreppe mit 96 Stufen ist mit rotem Teppich bespannt und unter der 96 m hohen Kuppel steht
ein gläserner Behälter mit den Krönungsinsignien.
Die Sicherheitskräfte ließen uns nicht aus den Augen. Es gab keine Chance sich von der Gruppe abzusondern. Aber das wollten wir ja auch gar nicht. Es war viel zu interessant, was uns alles gezeigt und erklärt wurde. In einigen Räumen gibt es edel verkleidete Säulen mit Figuren, die alle eine Geschichte haben. Die gesamte Innenausstattung ist im historischen Klassizismus gehalten.
Der Sitzungssaal ist mit hochmoderner Technik ausgestattet. Das Flair des Raumes ist aber erhalten geblieben.
Über eine Hintertreppe wurden wir nach der Führung nach draußen geleitet. Die Sicherheitskräfte behielten uns im Blick bis wir das Gelände verlassen hatten.
Im Park des Parlaments befinden sich verschiedene Standbilder, aus denen man zum Teil auch noch die kommunistische Herrschaft nach dem Zweiten Weltkrieg ablesen kann.
Fischerbastei & Burgviertel
Die Fischerbastei auf dem Burgberg des Stadtteils Buda wurde 1895 – 1902 errichtet. Der Name stammt von der früheren Fischergilde. Dort wo heute die Bastei steht war einmal ein mittelalterlicher Fischmarkt. Vor der Bastei thront hoch zu Ross der erste ungarische König Stephan I. Er brachte das Christentum nach Ungarn.
Die Fischerbastei besuchten wir mehrere Male. In den Genuss, diese Bauwerke in abendlicher Illumination zu
sehen, kamen wir am 18. September 2011.
Blick von der Fischerbastei auf Budapest und die Donau. Auf der anderen Seite der Donau der Stadtteil Pest.
Zentrum des Burgviertels ist die Matthiaskirche, besser bekannt als Krönungskirche. Sie wurde im 13. Jahrhundert erbaut und heißt offiziell Liebfrauenkirche. Hier wurden die Krönungszeremonien der ungarischen Könige zelebriert, u. a. die von Kaiser Franz-Joseph I. und Karl IV. im Jahr 1916. Auch Kaiserin Elisabeth von Österreich wurde dort zur ungarischen Königin gekrönt. Die Kirche gehört, wie das ganze Burgviertel, zum UNESCO Weltkulturerbe. Als wir das erste Mal im Jahr 2004 diese Kirche besichtigten, konnten wir uns nicht lange aufhalten. Es sehr warm und schwül, und viel Zeit hatten wir auch nicht. So holten wir das im kommenden Jahr nach. Es hat sich gelohnt.
Hoch oben auf dem Burgberg thront das mächtige ehemalige Schloss. Es ist das größte Gebäude Ungarns. Die Geschichte der königlichen Residenz geht in das 13. Jahrhundert zurück. Während des zweiten Weltkriegs wurden große Teile stark zerstört. Aufwendige Rekonstruktionsarbeiten dauern bis heute an. Im seinem inneren befinden sich Museen und eine große Bibliothek. Einige repräsentative Räume werden von der ungarischen Regierung zu Empfängen und Banketten genutzt. Im Sonnenschein liefen wir durch die Gassen des Burgviertels. Vieles gibt es dort zu entdecken. Zum Mittagessen ließen wir uns dann eine echte ungarische Gulaschsuppe schmecken.
Der Gellértberg
235 m hoch ist er, der Gellértberg auf der Budarer Seite. Namenspatron war der heilige Gellért, der von diesem Berg aus in den Tod gestürzt wurde. Auf seiner Spitze thront das Freiheitsdenkmal. Am Fuße des Berges steht das bekannte Hotel Gellért. Das erstklassige Vier-Sterne-Haus mit seinen berühmten Thermalbädern wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Nach schweren Beschädigungen im zweiten Weltkrieg wurde es aufwendig rekonstruiert.
Eine besondere Sehenswürdigkeit im Gellértberg ist die Felsenkirche. In den Jahren 1924 – 1931 wurde die einstige Höhle zu einer Kirche erweitert. Während der Zeit des Sozialsozialismus war die Kirche verboten, die Eingänge waren zugemauert. Erst nach der Wende wurde sie wieder in Betrieb genommen. Sie gehört zum ungarischen Paulinenorden. Ein wirklich lohnender Besuch.
Die St. Stephans - Basilika
Dieses große Gotteshaus besuchten wir während unseres Aufenthalts im Jahr 2011. Diese größte Kirche der ungarischen Hauptstadt wurde im Jahr 1905 geweiht. Die Bauzeit dauerte 54 Jahre. Sie ist zu Ehren des ersten ungarischen Königs Stephan I. (975 – 1036) erbaut, dessen einbalsamierte rechte Hand auch dort auf bewahrt wird. Das im Stil der Neoklassik erbaute Gebäude steht am St. Stephansplatz. Die Basilika ist das wichtigste Kirchengebäude Ungarns und gleich hoch wie das Parlamentsgebäude. 8.500 Menschen finden im Inneren der Basilika Platz, die in der Nähe der Donau, in Höhe der Kettenbrücke steht. Das Hauptportal ist reich geschnitzt.
Prächtig ausgestattet ist der Innenraum. Es war gerade Gottesdienst, und wir mußten uns bei unserer Besichtigung mit den Seitengängen benügen.
Die Kirche der heiligen Elisabeth
Eigentlich mehr durch Zufall entdeckten wir bei einem Spaziergang am 14. April 2005 diese katholische Kirche in der Budapester Innenstadt. Sie ist der Tochter Elisabeth (1207 – 1231) des ungarischen Königs Andreas geweiht. Elisabeth wurde heilig gesprochen wegen ihres sozialen Engagements nachdem sie als Thüringer Landgräfin zur Witwe wurde. Ihre
Geschichte ist eng verbunden mit der Wartburg zu Eisenach. Leider war die Kirche geschlossen, so konnten wir sie nur von außen ansehen.
Die große Markthalle
Die 1890 errichtete zentrale Markthalle in Budapest muss man besucht haben, wenn man in dieser Stadt ist. Bei jedem unserer Aufenthalte statteten wir ihr einen Besuch ab. Ein großes Angebot aller Arten von Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch und vieles mehr werden von den Händlern dargeboten. In der ersten Etage gibt es Kleidung, Lederwaren und Haushaltsartikel. Natürlich hauptsächlich landestypische Artikel. Da sind bunte Tischdecken mit schönen Stickereien zu sehen, Trachtenkleidung und passende Schuhe. Diese Halle ist nicht nur eine touristische Attraktion, dort decken sich auch die Einheimischen mit ihrem Bedarf an Lebensmitteln ein. Schon das Ansehen des riesigen Warenangebotes macht Spaß. Ungarische Salami in allen Geschmacksrichtungen und allen Größen finden speziell bei Touristen guten Absatz. Auch wir verließen die Markthalle natürlich nicht ohne etwas gekauft zu haben. Eine Handtasche, Salami, Gänse- und Entenleberpastete, getrocknete Pilze und Paprikagewürz fanden sich unseren Einkaufstüten.
Budapester Brücken
Neun Brücken überspannen die Donau und verbinden die beiden Stadtteile Buda und Pest. Die drei bekanntesten sollen hier genannt sein.
Die Freiheitsbrücke wurde am 04. Oktober 1896 nach zweijähriger Bauzeit in Betrieb genommen. Sie befindet sich am Fuße des Gellértberges.
Die Elisabethbrücke ist nach der Königin Elisabeth (Sissi) benannt. Sie ist nach den Kriegszerstörungen neu aufgebaut und den modernen Verkehrssituationen angepasst worden. Sie befindet sich zwischen dem Burg- und dem Gellértberg und hat eine Spannweite von 290 m.
Die Kettenbrücke ist die schönste Brücke der Stadt. 1839 – 1849 wurde sie errichtet und nach dem Krieg original wieder aufgebaut. An allen vier Eckpfeilern wachen steinerne Löwen über den Verkehr.
...und es gibt noch viel mehr...
Der Heldenplatz mit dem Milleniumsdenkmal, einer der wichtigsten historischen Plätze in Ungarn. Er wurde zur 1000 Jahrfeier Budapests geschaffen. An der Spitze des 1929 fertiggestellten Monuments thront Erzengel Gabriel. In einer Hand hält er die ungarische Krone. Zu seinen Füßen stehen Reiterstatuen.
Die Budapester Staatsoper steht in der Andrássy Straße, eine der Prachtstraßen der Stadt. Das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaute Haus gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Der große österreichische Komponist Gustav Mahler leitete die Oper von 1888 – 1891.
Das Gebäude der Akademie der Wissenschaften steht direkt an der Donau, in der Nähe der Kettenbrücke. Das
Haus wurde 1865 seiner Bestimmung übergeben.
Gleich gegenüber dem Parlament findet man das „Ethmographische Museum“ (Foto unten-2005). Dieser prachtvolle Bau, einst als Parlamentsgebäude gedacht, beherbergte 1893 – 1896 das oberste Gericht Ungarns.
Auf unserem Streifzug durch die Stadt im Jahr 2005 entdeckten wir einen der Bahnhöfe Budapests. Das interessante Portal stammt aus alter Zeit.
Als wir am Morgen des 15. April 2005 vor der großen Synagoge standen, war es für eine Besichtigung noch zu früh. So mussten wir uns mit der Außenansicht begnügen. Der im maurischen Stil errichtete Bau wurde in den Jahren 1854 – 1859 geschaffen. Mit 3.000 Sitz plätzen ist es die größte Synagoge Europas.
Dieses Denkmal sahen wir am Ende einer Einkaufsstraße. Leider konnten wir nicht in Erfahrung bringen, was es bedeutet.
Es gibt in Budapest viele Restaurants, Cafees und noch mehr Weinstuben. Schließlich nimmt der ungarische Wein eine große Stellung ein. Die Cafehaustradition stammt aus Österreich und ist aus der Zeit der Österreichisch ungarischen Doppelmonarchie
geblieben. Das Cafe Hauer befand sich gleich gegenüber von unserem Hotel. Das ehemalige Literatencafe wurde im Jahr 2002 neu eröffnet. Es hat sich seinen Charme der 30ger Jahre erhalten und bietet eine reichhaltige sowie leckere Auswahl an Cafféspezialitäten und Kuchen.
Der öffentliche Nahverkehr in Budapest ist sehr gut ausgebaut. Man kommt mit Bussen und Bahnen fast überall gut hin. Nur ist die Benutzung der U-Bahn nicht ganz ungefährlich. Die Rolltreppen sind sehr hoch, sehr steil und schnell. Es gibt auch keine Ausweichmöglichkeiten wie Treppen oder Fahrstühle. Auch Busse und Bahnen sind wenig behindertengerecht. (Foto: Horst und Gudrun auf einer der endlos scheinenden Rolltreppen)