Passau - Vukovar - Passau mit der "MS Moldavia" 

30. Juli - 08. August 2004

mit Transoceantours

29. Juli 2004 - Anreise & Hotel / Passau - Deutschland

Um 7:30 Uhr fuhr unser ICE mit der Nr. 595 von Berlin-Zoo ab. Er brachte uns zunächst nach Fulda. Dort stiegen wir in den ICE Nr. 91 der uns bis nach Passau fuhr. Wir waren einen Tag früher als notwendig in der bayerischen Stadt. Einesteils wollten wir uns die Stadt ein wenig ansehen, und zum anderen, alle Zeitprobleme, die bei der Anreise mit dem Zug entstehen könnten, ausschließen. Wir hatten auch nur kleines Gepäck mit im Zug, das große hatten wir separat befördern lassen. Das war sehr bequem, brauchten wir uns doch beim Umsteigen nicht mit den großen Koffern abzumühen. In Passau angekommen, brachte uns ein Taxi in kurzer Zeit zum Hotel König, in dem wir ein Zimmer reserviert hatten. Das Haus liegt direkt an der Donaupromenade, unweit der Schiffsanleger. Das haus hat geschmackvoll eingerichtete Zimmer, freundliches Personal und bietet ein gutes Frühstücksbuffet  

Wir nutzten die Zeit, um uns die bayerische Stadt Passau anzusehen. Es gab viel zu sehen in der Dreiflüssestadt, in der Donau, Inn und Ilz zusammenfließen, in der der mächtige Dom mit seiner weltweit größten Domorgel zu Konzerten ruft, wo malerische Gassen zum Bummeln locken und wo das kleine, aber schmucke Rathaus mit seinen kunstvollen Mosaikfenstern zur Besichtigung einlädt.

30. Juli 2004 - Passau & Einschiffung

Es wurde uns nicht langweilig in dieser schönen Stadt. Nachdem wir gut geschlafen hatten, waren wir am nächsten Morgen natürlich erst einmal neugierig ob unsere >Moldavia< schon am Kai festgemacht hatte. Wir hatten ja von unserem Hotelfenster einen guten Blick zu den Anlegern. Allerdings sind die Anlegestellen doch recht weitläufig, so dass wir nicht alles einsehen konnten. Also dann, ausgiebig gefrühstückt und raus. Die Sonne lachte, und wir mit ihr. Ein Stück weiter lag sie dann, am Anleger Nr. 13 in der zweiten Reihe, unser Schiff für die nächsten 10 Tage. Im Hotel mussten wir noch unsere Reisetasche zusammen packen. Der Transport zum Schiff wurde von fleißigen Helfern erledigt. Nun hatten wir noch bis zum Nachmittag Zeit für Passau. Zur Mittagszeit gingen wir in das bayerische Restaurant „Zum Jodlerwirt“ essen. Dann wurde uns die Zeit doch recht lang. Es waren mindestens 30° Hitze und wir suchten den Schatten. Da waren uns ein Gartenlokal und ein Eiscafé gerade recht. Aber die längste Wartezeit geht einmal vorbei.

Unsere Moldavia lag am Anleger Nr. 13 in zweiter Reihe. Um 15:30 Uhr war es dann soweit, Einschiffung. Wir konnten endlich auf das Schiff. Nach der Erledigung der Formalitäten gab es einen Begrüßungscocktail und dann zeigte uns eine freundliche Stewardess unsere Kabine.  

In der Kabine fanden wir auch schon unser Gepäck vor. So konnten wir gleich die Koffer auspacken und uns häuslich einrichten.

Foto: Bordfotograf

Danach wurde das Schiff besichtigt. Im Restaurant standen Kaffee und Kuchen bereit. Um 16:30 Uhr hieß es dann Leinen los, gut eine halbe Stunde früher als geplant. Alle Gäste waren an Bord und so konnte es losgehen. In der Lounge gab die Kreuzfahrtleiterin Informationen zum Schiff, zur Reise und zu den Landausflügen. Im Bordreisebüro konnten wir Wertsachen im Bordsafe unterbringen und Landausflüge buchen. So verging der erste Nachmittag auf dem Schiff, schon war es Zeit zum Abendessen. Beim Duschen und umziehen waren wir voller Erwartung auf das erste 5-Gänge-Dinner. Unsere Tischkarte hatten wir bei der Einschiffung erhalten. Diese Plätze waren für uns auf der ganzen Reise reserviert.  

Zunächst ging aber die Begrüßung weiter. Kapitän Anatolij Skopin begrüßte uns und stellte seine Offiziere und die Kreuzfahrtleiterin Christa Kujau vor. Auch den Stargast auf dieser Reise, Sergej Kybin, ein russischer Tenor, lernten wir kennen. Er wird während der Kreuzfahrt zwei Konzerte geben. Nun kam eine Überraschung. Traditionell erhält der erste Passagier, der das Schiff zu Beginn einer Reise betritt, eine Torte. Dieser erste Passagier war Horst. Ein Händedruck vom Kapitän und die Torte wanderte wieder in die Kühlung. Leider haben wir davon nicht ein Stück gegessen.

Bevor uns der Kapitän dann „Guten Appetit“ wünschte, wurde noch mit einem russischen Wodka auf eine schöne Kreuzfahrt angestoßen. Nach dem Abendessen fielen wir müde in unsere Betten, der Tag war doch recht anstrengend.

31. Juli 2004 - Spitz, Krems & Wien - Österreich 

Sehr gut geschlafen hatten wir nicht in dieser ersten Nacht auf dem Schiff. Die ungewohnten Schiffsgeräusche und die recht schmalen Betten waren gewöhnungsbedürftig. Trotzdem begrüßten wir frohgemut den neuen Morgen. Um 7:00 Uhr wurden wir durch den Bordwecker mit Vogelgezwitscher geweckt. Der Wetterbericht versprach einen schönen Sonnentag. Die Kreuzfahrtleiterin Christa wünschte uns einen guten Morgen und gab einige Informationen zum Tagesablauf. Nach einer Mütze voll frischer Luft auf dem Deck ging es dann zum Frühstück in das Restaurant, wo uns ein reichhaltiges Frühstücksbuffet erwartete.

 

Unser erster Landausflug stand auf dem Programm. Mit Bussen fuhren wir durch die schöne Landschaft der Wachau. Wir besuchten die Städte Spitz und Krems.

Durch Spitz fuhren wir nur durch und in Krems machten wir einen Stadtbummel, auf dem uns eine örtliche Reiseleiterin die Geschichte der Stadt und deren Sehenswürdigkeiten erklärte. Weiter ging es dann nach Feuersbrunn. Ziel war das Weingut Mörwald, wo wir zu einer Weinkellerbesichtigung erwartet wurden. Der Besitzer des Gutes erzählte uns Wissenswertes über den Weinanbau in der Region. Wir lernten verschiedene Weine kennen. Zur Verkostung gab es einen kleinen Imbiss. Danach ging es mit dem Bus zurück zum Schiff, das in der Zwischenzeit von Spitz nach Krems weitergefahren war und uns am dortigen Anleger erwartete.

Zurück an Bord erwartete uns schon das Mittagessen, ein 5-Gänge-Menue. Während wir uns die lecker zubereiteten Speisen schmecken ließen, legte die >Moldavia< ab und nahm Kurs auf Wien. Bis zum Abendessen hatten wir nun Zeit ein wenig zu relaxen oder am Bordprogramm teilzunehmen. Wir wählten die erste Variante. Ein Mittagsschläfchen, die Sonne auf dem Oberdeck genießen und den Pool ausprobieren. Wir ließen es uns gut gehen, bis wir um 19:00 Uhr Wien erreichten. Eine Stadt auf die wir uns gefreut hatten.

Nach dem Abendessen ging es los. Zunächst fuhren wir zum Prater. Eine Fahrt mit dem berühmten Riesenrad stand auf dem Programm. Von oben hat man eine schöne Aussicht über das ganze Gelände. Es wurde langsam dunkel, und so erlebten wir Wien bei Nacht. Die Fahrt führte uns dann weiter nach Grinzing zum Heurigen. Das war ein schöner Tagesabschluss. In einer gemütlichen Runde genossen wir in einem der vielen Heurigenlokale den jungen Wein und eine leckere Brotzeit.

Im Weinkeller vom Gut Mörwald lagern viele dieser großen Weinfässer.

01. August 2004 - Wien / Österreich

Wir hatten nach unserem weinseligen Abend in Grinzing gut geschlafen. Nun stand uns ein weiterer Tag in der schönen Stadt Wien bevor. Gut gelaunt lauschten wir dem Morgenwecker und begaben uns dann zum Frühstück. Um 9:00 Uhr standen die Ausflugsbusse, bereit zur Abfahrt, am Anleger. Gut gestärkt begaben wir uns auf die Erkundungstour durch Wien. Ein ortskundiger Reiseleiter begleitete uns auf der Stadtrundfahrt, der Besichtigung der Kaisergräber (Kapuzinergruft) und des Zentralfriedhofs. Ein Rundgang durch das Gelände der Wiener Hofburg rundete die Besichtigungstour ab. Es gibt in der Stadt so viel zu sehen, dass man Wochen bräuchte um alles anzuschauen.

Zentralfriedhof Wien

Ruhestätte Johann Strauss/Sohn

Wiener Hofburg - Heldenplatz

Zum Mittagessen waren wir wieder an Bard zurück. Danach zog es uns noch einmal in die Stadt zurück. Den Ausflug nach Schloss Schönbrunn machten wir nicht mit, da wir dort schon einmal waren. Unweit des Schiffsanlegers war eine U-Bahnstation. Mit der Bahn erreichten wir nach vier Stationen die Innenstadt.

Nun standen wir vor dem mächtigen Stephansdom. Dort wimmelte es vor Menschen aller Nationalitäten und die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel. Wir besichtigten den Dom und bummelten dann durch die Kärtner Straße. Schade, es war Sonntag und die Geschäfte hatten, bis auf einige Souvenierläden, geschlossen. Ein paar Kleinigkeiten kauften wir als Andenken für uns und Mitbringsel für unsere Lieben zu Hause. Dann musste aber eine Kaffeepause in einem der vielen berühmten Wiener Kaffeehäuser sein. Die Wiener Hofburg war auch noch einmal unser Ziel. Die Schatzkammer des Schlosses ist sehr sehenswert. Unweit davon kamen wir an der Spanischen Hofreitschule zu Wien vorbei. Als wir vor dem Eingang standen, erinnerten wir uns an die Aufführung in Berlin, wo wir diese herrlichen Pferde in Aktion sehen konnten. Leider mussten wir auf die Zeit achten und langsam zurück zum Schiff gehen. Um 20:00 Uhr legten wir in Wien ab. Aber in dieser Stadt waren wir nicht zum letzten Mal.

 

Pünktlich waren wir an Bord zurück und hatten gerade noch Zeit uns vor dem Abendessen ein wenig frisch zu machen und umzuziehen. Das Essen war wieder lecker, richtig zum Genießen. Vom Deck winkten wir dann ein „Servus Wien“, wir kommen wieder, zurück auf die hinter uns liegende Stadt. Unserem Weg nach Ungarn starten wir mit einem herrlichen Sonnenuntergang.

 

 

 

Doch der Abend war noch nicht zu Ende. Im Restaurant gab es eine „Wodkaprobe“. Eigentlich kennt man ja eher „Weinproben“, aber wir waren auf einem ukrainischen Schiff und da gab es eben Wodka. Wir lernten verschiedene Sorten kennen, von „Normal“ bis „Scharf“ (mit Chili). Dazu gab es kleine russische Leckereien. Die passende Unterlage für das folgende Programm. Die Angestellten des Schiffes brachten uns musikalisch ihre ukrainische Heimat näher. Tanz und Gesang wurde begleitet vom Bordorchester Rodnitschok. Nach diesem unter haltsamen, hochprozentigen Abend fielen wir in unsere Betten.

02. August 2004 - Esztergom/Ungarn

Ausgeschlafen und munter – trotz Wodka am Vorabend – gingen wir wieder um 7:30 Uhr zu Frühstück. Die >Moldavia< legte um 8:00 Uhr in Esztergom/Ungarn an. Um 9:00 Uhr bestiegen wir wieder die Ausflugsbusse, die uns zum Donauknie brachten. Unser erster Stopp war in Szentendre, einer ungarischen Kleinstadt. Diese kleine Stadt, die heute eine Künstlersiedlung ist, beeindruckt mit vielen Souveniergeschäften. Nach einem Bummel durch die Straßen ging es weiter zur Festung Visegrád. Viele Stufen mussten wir emporklettern um zu der alten Burg zu kommen. Von oben hatten wir eine schöne Aussicht auf das Donauknie. Geht der Flusslauf bis hierher von Westen nach Osten, so wechselt er hier seine Richtung um 90° nach Süden.

Bummel durch Szentendre

Gleich in der Nähe der Festung erwartete uns in einem alten Jagdhaus, in dem sich heute ein gutes Restaurant befindet, das Mittagessen. Ungarische Musiker sorgten mit typischer Volksmusik für die richtige Stimmung. Serviert wurde ein Wildgericht, da es in dieser Gegend auch viel Wild geben soll. Die Zubereitungsart traf nicht so ganz unseren Geschmack, aber das passiert schon mal. Ein Fotograf war natürlich auch vor Ort. Eine junge Frau in ungarischer Tracht setzte sich zu uns, und so kamen wir zu einem Erinnerungsfoto.

Postkartenkopie

Foto; Fotograf vor Ort

Gut gestärkt bestiegen wir dann wieder unseren Bus. Unser nächstes Ziel war der Graner Dom, die größte katholische Kirche in Ungarn. Mit ihrer mächtigen Kuppel überragt sie die Stadt Esztergom. Nach der Besichtigung der Kirche ging es zurück zum Schiff. Unsere >Molly< erwartete uns am Anleger.

Fotografenfote

Um 15:30 Uhr verließen wir die Stadt Esztergom und nahmen Kurs auf Vukovar in Kroatien. Wir machten es uns bis zum Abendessen auf dem Sonnendeck bequem und genossen die vorbeiziehende Landschaft. Wir erreichten am späten Nachmittag Budapest, wo wir aber nur zu Erledigung der Passformalitäten anlegten. Vom Sonnendeck aus genossen wir den fantastischen Anblick auf die Stadt, die wir auf der Rückfahrt besucht haben. 

Es wurde so langsam Zeit sich für den Abend umzuziehen, denn der Kapitänsempfang stand auf dem Programm. Für diesen feierlichen Anlass ist auch entsprechende Garderobe erwünscht. Die Männer taten mir schon leid, die sich bei diesen sommerlichen Temperaturen in Anzug und Krawatte quälen mussten. Per Handschlag wurde jeder einzelne Gast von Kapitän Skopin begrüßt. Der Fotograf stand bereit für das Begrüßungsfoto und im Restaurant wartete das „Willkommens-Gala-Abendessen“. Der Abend klang dann an der „Donau-Bar“ an Deck bei einem Plausch mit Reisefreunden aus.

Foto: Bordfotograf

03. August 2004 - Vukovar / Kroatien

 

Heute, Dienstag, schon der fünfte Tag unserer Reise. Die Zeit verging wie im Fluge. Und wieder kamen viele neue Eindrücke auf uns zu. Wie an jedem Tag, lag auch gestern Abend das aktuelle Tagesprogramm in unserer Kabine für uns bereit. Wir konnten lesen, dass der Veranstalter dieser Reise, „Transocean“ 50jähriges Jubiläum feierte. Im Foyer des Schiffes wurde an Stellwänden die Geschichte des Unternehmens dokumentiert. Es war eine Jubiläumstombola vorgesehen und ein Jubiläums-Abendessen. Auch sollte an diesem Abend der Stargast Sergey Rybin aus St. Petersburg sein erstes Konzert geben. Doch zunächst hatten wir den Tag vor uns. Das Wetter war weiterhin sommerlich warm. Wie nun schon gewohnt, machten wir uns um 9:00 Uhr auf zum Landausflug. Von der Liegestelle Vukovar fuhren wir zunächst nach Dakovo. Auf dem Weg dorthin waren wir aber sehr erschrocken über das, was wir dort sehen mussten. Die größte kroatische Hafenstadt war durch die heftigen Kriegskämpfe noch sehr zerstört. Der Blick auf die vielen Kriegsruinen und zerschossenen Häuser legte sich auf das Gemüt. Irgendwie wurden wir diese Bilder während des ganzen Ausflugs nicht los, auch wenn sich der Zustand der Häuser im Landesinneren verbesserte.

In Dakova angekommen, besuchten wir ein Lipizzanergestüt. Wer Pferde liebt, ist dort genau richtig. Die edlen Tiere erfahren dort ihre Ausbildung zum Reitpferd. Auch Züchtung wird auf diesem Gestüt betrieben. Aber nicht nur Lipizzaner haben dort ihr Zuhause, auch andere Rassen waren zu sehen.

Kriegsruinen in Vukovar

Im Anschluss besichtigten wir die Stadt Dakovo. Dombesichtigung und Stadtspaziergang. Weiter fuhren wir nach Osijek. In einem Landestypischen Restaurant war für uns das Mittagessen bestellt. Der Verdauungsspaziergang durch die Stadt war dann nicht mehr so ein Erfolg. Die Reiseleiterin hatte Mühe ihr Programm zu Ende zu bringen. Es war sehr warm und wir sehnten uns nur nach Schatten und einem Platz wo wir etwas zu trinken bekommen konnten. Das war gar nicht so einfach, denn wir hatten keine passende Währung dabei. Am Hauptplatz war jedoch ein Restaurant, in dem wir mit Euro bezahlen konnten. Dort verbrachten wir dann die restliche Zeit bis zu Abfahrt der Busse.

      Die Kathedrale in Dakovo              Foto: Wikipedia)

In der Kathedrake

Osijek

Auf dem Hauptplatz in Osijek eine Säule zu Erinnerung an Kriegsgefallene. Um 16.30 Uhr waren wir zurück auf dem Schiff. Ein Blick zurück nach Vukovar verstärkte unsere depressive Stimmung.

Es war gut, dass wir sehr schnell abgelenkt wurden. Die Verlosung des Reisegutscheines aus der Jubiläumstombola stand an. Leider waren wir nicht unter den glücklichen Gewinnern. Wir freuten uns mit denen, die gewonnen hatten. Auch das Abendessen war ganz auf Jubiläum abgestimmt. Mit einem Glas Sekt wurde auf eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens angestoßen. In unserer Kabine fanden wir später als Geschenk noch eine ganze Flasche Prickelbrause. Ein Genuss war der Vortrag von Sergij Rybin. Er sang Lieder aus bekannten Operetten. Mit seiner schönen Stimme ließ er uns die schrecklichen Bilder von Vukovar vergessen. Ein paar russische Wodkas taten das ihre noch dazu. So wurde es ein schöner Tagesabschluss.

Sergij Rybin, begleitet vom Bordorchester Rodnitschok. 

04. August 2004 - Kalocsa / Puszta - Ungarn

Halbzeit, ab heute ging es schon zurück und wieder stand ein interessantes Programm an. Der Ausflug in die Puszta. Die Zeiten waren an diesem Tag ein wenig verschoben, da wir mehrere Stunden Verspätung hatten. Es gab Probleme bei der Passabfertigung von russischen Passagieren. Unsere Reiseleitung hat aber alles getan, um diesen schönen Ausflug trotzdem möglich zu machen. Wir stiegen etwas früher in den Bus als geplant, hatten dafür aber eine herrliche Fahrt durch die ungarische Tiefebene. Zunächst fuhren wir nach Kalocsa. Dort besichtigten wir den Dom und erlebten ein Orgelkonzert. Es war ein Genuss! Als dann das „Ave Maria“ erklang, hatten wir feuchte Augen. Leider lässt sich diese herrliche Musik nicht im Bild festhalten.

Weiter führte uns die Reiseleiterin zu dem Bahnhof von Kalocsa. In dem alten Wartehäuschen, das früher den Königen vorbehalten war, gibt es heute zauberhafte Wandmalereien. Es handelt sich hier ausschließlich um Freihandzeichnungen.

Nun ging es endlich in die Puszta. In Solt gibt es einen landestypischen Hof, eine Csárdá. Dort wurden wir auch richtig „ungarisch“ begrüßt. Schon ab der letzten Wegbiegung begleiteten uns Reiter in Trachten und geleiteten uns zum Empfang. Natürlich war auch ein Fotograf vor Ort.

Fotos: örtlicher Fotograf

Es gab Marillenschnaps, frisch gebackenes Fladenbrot mit Knoblauchrahm und Wein. Im Souveniershop kauften wir Knoblauch für zu Hause. Das hatten wir unseren Freunden versprochen. Die anschließenden Pferdevorführungen waren spannend. Auch zum wiederholten Mal war es toll anzusehen wie die geübten Reiter mit ihren Pferden im feurigen Galopp über die Steppe reiten.

Auch ein Ochsengespann konnten wir sehen. Es handelte sich um ungarische Grauochsen, die für dieses Land typisch sind. Am Rande der Rennbahn lief der Weihnachtsbraten spazieren.

Nun hatten wir noch Gelegenheit einen Bauernhof zu besichtigen. Alte Handwerksarbeit war dort ausgestellt.
Bevor wir dann mit den rappelnden Kutschen zum Schiff zurück fuhren gab es nochmals Gebäck und Wein. Es war ein schöner Ausflug, der uns sehr viel Spaß gemacht hat. Am Anleger von Solt war in der Zwischenzeit unser Schiff angekommen um uns wieder aufzunehmen. Das Mittagessen ließen wir ausfallen, denn wir waren von den Leckereinen in der Csárdá so richtig satt.

 

Nach einer kurzen Mittagspause gab es um 16:00 Uhr im Restaurant eine festliche Teezeremonie. Es war ein leckeres Kuchen- und Gebäckbuffet angerichtet. Allerdings hatten wir uns das ganze etwas anders vorgestellt. Außer einer kurzen Erklärung, welch wichtige Rolle der Tee in der Ukraine einnimmt, wurde ganz normal Kaffee und Tee ausgeschenkt.

Etwas später als geplant erreichten wir gegen 20:00 Uhr Budapest. Zum Abendprogramm kamen junge, ungarische Künstler an Bord, die ums mit schönen Stimmen und bekannten Operettenmelodien einen unterhaltsamen Abend bereiteten. So ging dann auch dieser Tag zu Ende. Müde fielen wir in unsere Betten und freuten uns auf das, was der nächste Tag bringen sollte. 

05. August 2004 - Budapest - Ungarn

Budapest, die ungarische Hauptstadt erwartete uns. Nach dem Frühstück stand zunächst eine Stadtrundfahrt auf dem Programm. Wir fuhren auf den Gellertberg, von wo aus wir einen schönen Blick auf die Stadt und die Donau hatten. Der Fluss teilt die Stadt in Teile Buda und Pest. Zwischen beiden Stadtteilen liegt die Margareteninsel.

Die Fischerbastei

 

Im Burgviertel machten wir einen Spaziergang bis zur Matthiaskirche, die auch Krönungskirche genannt wird. Dort wurde u. a. Kaiser Franz-Joseph I. 1867 zum König von Ungarn gekrönt. Leider konnten wir darin nur  kurz bleiben, die warme und schwüle Luft ließ keinen längeren Aufenthalt zu. Wir besuchten die Fischerbastei und die alten Burgmauern, hinter denen früher
die gekrönten Häupter residiert haben.

Auf der weiteren Stadtrundfahrt sahen wir noch alle wichtigen Gebäude der Stadt. Staatsoper, Theater, Regierungsgebäude und Kirchen. Aber das schönste und imposanteste Gebäude ist wohl das Parlament.

 

 

Zum Mittagessen waren wir wieder auf dem Schiff. Viel Zeit zum Ausruhen hatten wir nicht. Am Nachmittag ging es nach Schloss Gödöle, dem Residenzschloss von Kaiserin Elisabeth („Sissi“) und Kaiser Franz-Joseph I. Dieser Barockbau war einst das Lieblingsschloss der Kaiserin.

Zum Abschluss dieses Tages gab Sergej Rybin sein zweites Konzert. Er sang Liebeslieder aus seiner russischen Heimat. Als dann am Ende die „Abendglocken“ erklangen war es mucksmäuschen still im Saal. Vorher aber hatten wir in Budapest abgelegt. Im Lichterglanz der Stadt fuhren weiter.

06. August 2004 - Bratislava - Slowakei

Im Tagesprogramm waren heute die ersten Informationen für die Rückreise. Die Formalitäten für den Koffertransport mussten erledigt werden. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich unsere schöne Reise dem Ende näherte. Es stand auch kein Vormittagsausflug an. Wir frühstückten in Ruhe, erledigten die notwendigen Formalitäten und relaxten an Bord. Horst hatte die Möglichkeit, sich den Maschinenraum des Schiffes anzusehen und berichtete dann begeistert davon. Für die Männer ist das auch eine interessante Angelegenheit. Beim Frühschoppen an der Donaubar konnten wir dann die Anfahrt auf Bratislava beobachten. Um ca. 12:00 Uhr legten wir dort an. Nach dem Mittagessen waren auch die nötigen Pass- und Zollkontrollen erledigt und wir konnten zu unserer Stadtbesichtigung in die slowakische Hauptstadt aufbrechen. Per Bus und zu Fuß erkundeten wir die Stadt, die unter dem Namen Pressburg bis 1784 ungarische Hauptstadt war. Unser Weg führte uns auch auf die alte Festung. Von dort hatten wir einen schönen Blick über die Stadt.

Blick auf die Festung

Die neue Brücke von Bratislava.
In dem 80 m hohen Turm befindet sich
ein Panoramacafé.

Zum Abendessen waren wir wieder auf dem Schiff zurück. Unser geplanter Abendspaziergang nach dem Essen viel dann buchstäblich ins Wasser. Regen und Gewitter brachten den Erfolg, dass wir den Abend an der Donaubar auf dem Schiff ausklingen ließen.

07. August 2004 - Melk - Österreich

Das Tagesprogramm kündigte nun endgültig das Ende unserer Donaufahrt an. Noch eine Besichtigungstour stand heute an und wenn wir morgen früh anlegen, werden wir wieder in Passau, dem Ausgangspunkt unserer Fahrt, sein. Doch zunächst wollten wir den letzten noch Tag genießen. Am Vormittag hatten wir Zeit alle Abreiseformalitäten zu erledigen. Schweren Herzens fingen wir an Koffer zu packen, die letzten Fotos beim Bordfotografen abzuholen und unsere Schiffsrechnung zu bezahlen. Um 14:30 Uhr erreichten wir unsere Anlegestelle in Melk/Österreich und um 15:00 Uhr war die Abfahrt zum Benediktinerstift Melk.

Kopie Eintrittskarte

 

In kurzer Zeit brachte uns der Bus zur Abtei. Ein kundiger Reiseleiter erwartete uns dort und führte uns durch die Räume. Viel Prunk ist zu sehen. Beeindruckend, die riesige Stiftsbibliothek. In der Stiftskirche war gerade eine Hochzeit, daher konnten wir nur im hinteren Bereich durchlaufen.

Bevor wir zum Schiff zurück fuhren, machte der Busfahrer mit uns
noch eine kurze Rundfahrt durch Melk. Das beschauliche Örtchen lebt überwiegend vom Tourismus. Der Benediktinerstift zieht viele Menschen an. Auch dort werden 50% der Kosten durch den Tourismus gedeckt.

Der Abend stand ganz im Zeichen des Abschieds. Kapitän Skopin und die Kreuzfahrtleiterin verabschiedeten sich von uns bevor mit Feuerwerk das Buffet eröffnet wurde.

Foto: Bordfotograf

Nach diesem Genuss für Gaumen und Magen folgte der Genuss für die Augen und Ohren. Die Künstler verabschiedeten sich mit einem kleinen Programm bestehend aus Liedern und Tänzen ihrer russischen Heimat. Vor dem Schlafen gehen packten wir dann noch die restlichen Sachen zusammen. Noch eine letzte Nacht auf dem Schiff und diese Reise war Erinnerung.

08. August 2004 - Heimreise & Schlusswort

Am Morgen war Abreisestimmung. Ein letztes Mal hörten wir den Morgenwecker und gingen zum Frühstück. Die ersten Häuser von Passau kamen in Sicht. Hier und da noch ein Plausch mit den Menschen, die wir in den zehn Tagen kennen gelernt hatten und schon fand das Anlegemanöver statt. Wir warteten auf unseren Aufruf zur Ausschiffung. Alles war gut organisiert. Das große Gepäck wurde wieder direkt in die Heimat geschickt. Ein Transferbus brachte uns zum Bahnhof von wo aus wir mit der Bahn nach Berlin zu rückfuhren. Dort trafen wir dann pünktlich um 19:40 Uhr ein.

Schlusswort
Die MS Modavia wurde 1979 gebaut und 1980 in den Dienst gestellt. Sie ist 116 m lang und 17 m breit. Die Größe ist mit 3 200 BRT angegeben. Sie hat eine Reisegeschwindigkeit von 24 km/h.

Wir fuhren 1786 Stromkilometer und passierten auf der Hin- und Rückreise 11 Schleusen, die größte davon bei Bukarest.

Es war eine schöne Reise von der wir mit vielen neuen Erlebnissen und Eindrücken zurückgekommen sind.