Amsterdam
Die Hauptstadt der Niederlande ist mit rund 800.000 Einwohnern nicht nur die größte Stadt des Landes, sondern auch Hafenstadt. Sie ist aber nicht Regierungssitz, dieser ist im 80 km entfernten Den Haag ansässig. Amsterdam liegt an dem Fluss Amstel, daher leitet sich auch der Name ab. Die Stadt entwickelte sich im 13. Jahrhundert aus einem Fischerdorf. Die Gegend bestand hauptsächlich aus Sumpfland und war nur schwer bebaubar. Es gelang erst mit Pfahlbauten dort eine Stadt werden zu lassen. Durch die Errichtung eines Dammes, den es noch heute gibt, wurde die Gegend trockener. Übrig blieben zahllose Grachten, die auch als Transportwege genutzt wurden. Zu dieser Zeit war der Fischfang die bedeutendste Erwerbsquelle, bis der Handel ihn ablöste.
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Begünstigt durch den Hafen war Amsterdam im 17. Jahrhundert eine der reichsten Städte Europas. Von dort aus gingen Schiffe nach Indien, was der Stadt viel Kapital brachte. Kriege mit Frankreich beendeten diesen Handel. Amsterdam verlor zwar seine Stellung als bedeutende Hafenstadt entwickelte sich dafür aber positiv auf dem europäischen Kapitalmarkt. Den einstigen Reichtum Amsterdams kann man an den vielen schönen Häusern entlang der Grachten sehen. Die wunderbare Altstadt wurde 2010 zum UNESCO –
Weltkulturerbe erklärt.
Wir besuchten Amsterdam bereits vier Mal. Im Jahr 1986 im Zusammenhang mit einer Busreise zur Tulpenblüte nach Holland mit dem Reiseveranstalter „Holiday-Reisen“, im Jahr 2007 schenkten wir unserer Tochter ein langes Wochenende in Amsterdam und ein weiteres Mal waren wir während unserer Kreuzfahrt mit der „MSC Magnifica“ in dieser Stadt. Am 10. September 2017 legten wir mit unserem Flussschiff dort an.
Anreise & Hotel
Wie schon erwähnt waren wir bisher vier Mal in Amsterdam. Das erste Mal, im Jahr 1985, unternahmen wir eine Busreise mit dem Reiseveranstalter „Holiday-Reisen“ zur Tulpenblüte in die Niederlande. Wir wohnten in Noordwijk, und machten von dort aus einem Ausflug in die Hauptstadt. Im Jahr 2007 hatten wir unserer Tochter Sonja ein langes Wochenende in dieser Stadt geschenkt. Mit einem Flieger der Lufthansa erreichten wir Amsterdam in kurzer Zeit. Allerdings mussten wir über Frankfurt fliegen, da ein Direktflug nicht zu bekommen war. Ich hatte ein kleines Hotel etwas außerhalb der City gebucht.
Hotel
Das kleine Haus ist typisch für Amsterdam. Es war ganz nett, das Zimmer war auch Ok, nur mussten wir bis dahin eine schmale und steile Wendeltreppe überbrücken. Besonders mit unseren Taschen war das nicht so gemütlich.
Das Frühstück war auch in Ordnung und so konnten wir ein Wochenende damit gut leben. Das Haus lag auch gut verkehrsangebunden, wir hatten die Straßenbahnhaltestelle fast vor der Tür.
Das dritte Mal waren wir dann am 29. April 2014 dort. Ein Tag während unserer Nordseekreuzfahrt in dieser schönen Stadt. Auch während unserer Flusskreuzfahrt haben wir am 10. September 2017 dort angelegt.
Die Grachten
Die künstlich angelegten Wasserwege durchziehen die ganze Amsterdamer Innenstadt. Grachten werden sie in dieser Gegend genannt. 80 km lang ist das Netz der befahrbaren Wege. Zwei der wichtigsten Grachten sind die Herengracht und die Prinsengracht. Man macht in Amsterdam eine Stadtrundfahrt auch am besten mit einem Boot. Drei Mal haben wir das gemacht und immer etwas Neues entdeckt. Wunderbar kann man die schönen Grachtenhäuser sehen mit ihren kunstvollen Giebeln.
Viele Hausboote liegen an den Ufern der Grachten. Heute werden keine neuen mehr genehmigt, daher sind die Boote heißbegehrt und entsprechend teuer. An den Grachten entlang stehen die Grachtenhäuser. Schmucke Villen, die von dem einstigen Reichtum der Stadt erzählen. Kaufmannsleute und das reiche Bürgertum ließen sie errichten. Auch heute haben diese Häuser ihren Preis. Einige sind zu Museen geworden. Das Interieur ist dort im Original erhalten.
Das Schloss
Das Königliche Schloss in Amsterdam wurde Mitte des 17. Jahrhunderts gebaut, zu einer Zeit, als die Stadt ihren wirtschaftlichen Höhepunkt erlebte. Es war als Rathaus (Stadhus) gedacht. Ab 1808 wurde es dann als Königlicher Palast verwendet und steht seit 1939 der königlichen Familie dauerhaft zu Repräsentationszwecken zur Verfügung. Auch als Gästehaus für Staatsbesuche wird es genutzt. Darüber hinaus sind die repräsentativen Räume der Öffentlichkeit zur Besichtigung zugänglich.
Das gotische Gebäude ist eines der wichtigsten aus der Epoche des „Goldenen Zeitalters“. Es steht am Platz Dam, der Stelle wo einst der Damm errichtet wurde. Eines der wichtigen Ereignisse in diesem Schloss war die Hochzeit der ehemaligen Königin Beatrix mit dem Deutschen Claus von Amsberg im Jahr 1966. Auch die Krönungsfeierlichkeiten von Beatrix fanden dort statt. König Wilhelm Alexander und Königin Maxima zeigten sich nach ihrer Vermählung auf dem Balkon des Schlosses dem Volk. Also nur bei offiziellen Anlässen wird dieses Haus von der königlichen Familie genutzt. Davor steht auf dem Platz Dam das Nationalmonument der Niederlande. Der 22 Meter hohe Obelisk ist ein Mahnmal an die Opfer des zweiten Weltkrieges und trägt die Inschrift: „Nie wieder“!
Die Nieuwekerk
Die Nieuwekerk, die Neue Kirche in Amsterdam ist auch schon rund 600 Jahre alt. Seit 1814 ist sie Krönungskirche. Der Bau der spätgotischen Basilika begann Anfang des 15. Jahrhunderts. Innen ist die Kirche prächtig ausgestattet. Dort heiratete auch der heutige König Willem Alexander am 02. Februar 2002 seine Maxima.
...und das gibt es auch noch...
Direkt hinter dem Königspalast steht dieses schmucke Gebäude aus dem 19. Jahrhundert. Das einst königliche Postamt beherbergt heute ein edles Einkaufszentrum. Hauptsächlich skandinavische Labels bieten dort auf drei Etagen ihre Waren an. Aber auch internationale Firmen haben dort Geschäfte. Im Foyer hängt dieser gewaltige Kronleuchter.
Das weiße Gebäude mit dem Segeldach auf dem oberen Foto ist das neue Filmmuseum in Amsterdam. Es wurde im Jahr 2012 fertig gestellt. Es steht direkt gegenüber dem Hauptbahnhof. Auch von den Schiffsanlegestellen ist es gut zu sehen. Gleich daneben steht der A-Dam-Tower. In 100 m Höhe hat man einen 360 Grad Rundblick über die Stadt. Ganz Mutige können den Ausblick dort oben auch auf einer Schaukel genießen, die über die Dachkante schwingt.
Bildquelle: Wikipedia, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en
Eine nicht ganz unbedeutende Sehenswürdigkeit in Amsterdam ist das Anne-Frank-Haus. In den originalen Räumen kann man sehen, wie die junge Jüdin mit ihrer Familie im Verborgenen gelebt hat. In ihrem Tagebuch hat sie ihre Geschichte erzählt. Leider konnte das Versteck sie und ihre Angehörigen vor den Häschern nicht retten. Sie wurden verraten und so, wie viele andere Juden 1944 ermordet. Über zwei Jahre haben die Menschen in abgedunkelten Räumen auf 50 qm ausgeharrt. Wir verließen diese Räumlichkeiten recht deprimiert.
NEMO, ein Museum für Technologie mitten im Wasser. Das Gebäude, das aussieht wie ein Schiff, wurde 1999 eröffnet. Ein wichtiger Aspekt der Ausstellung ist Aufklärung für Kinder in Biologie und Technik. Das Dach ist ein beliebter Treffpunkt, dort darf sogar Picknick veranstaltet werden. Gleich dahinter befindet das Maritime Museum zudem das Segelschiff gehört, das dort vor Anker liegt. Die „Amsterdam“ war ein Niederländisches Handelsschiff der Ostindien Kompanie. 1749 hatte es seine Jungfernfahrt, bei der es schon nach knapp drei Wochen vor der englischen Küste auf Grund lief und aufgegeben werden musste. Dieses Museumsschiff ist ein originaler Nachbau.
1986 wurde dieses Haus eingeweiht, das eine Mischung aus Opernhaus und Stadthaus ist. Dort ist die „Nationale Oper der Niederlande“ zu Hause, auch das Nationale Ballett hat dort seinen Sitz. Das Haus wird aber auch für andere Veranstaltungen genutzt, u. a. auch von der Stadtverwaltung.
Ein Schnappschuss beim Spaziergang durch diese schöne Stadt
Mitten in der Stadt steht der Münzturm (Munttoren). In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut, gehörte er zu der einstigen Stadtmauer. Im 17. Jahrhundert wurden dort Münzen geschlagen, daher hat der Turm seinen Namen. Im Turm befindet sich ein Glockenspiel mit 38 Glocken, die zu jeder halben und vollen Stunde schlagen.
Amsterdam ist eine sehr schöne Stadt. Unsere Kurzbesuche reichten lange nicht aus, um alles anzuschauen. In den Straßen kann man wunderbar flanieren. Viele Restaurants laden zum Verweilen ein. Negativ: Die Stadt ist meist sehr voll.