
Tschechien
Nicht mein Reiseland
Tschechien ist heute eine Parlamentarische Republik in der Mitte Europas. Das war nicht immer so. Nach dem zweiten Weltkrieg war das Land Teil des Ostblocks und Mitglied des Warschauer Paktes. Es regierte eine kommunistische Partei. Aber beginnen wir von vorn. Etwa im neunten Jahrhundert bildete sich die Tschechoslowakei durch die Vereinigung der Herzogtümer Böhmen und Mähren. Das hatte damals eine große Bedeutung. Nach dem 30jährigen Krieg wurde das Land Teil der Habsburger Monarchie. Erst mit dem ersten Weltkrieg änderte sich das.
Tschechien verfügt über eine wunderbare Natur. Der Böhmerwald, das Erzgebirge und das Riesengebirge mit seiner höchsten Erhebung, der Schneekoppe sind heute beliebte Urlaubsgebiete. Prag, die goldene Stadt, ist die Hauptstadt des Landes. Weitere bekannte Städte sind Karlsbad, Pilsen, und Budweis. Die beiden letzteren sind hauptsächlich durch ihre Bierbrauereien weit über die Grenzen des Landes bedeutend.
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Tschechien hat rund 10 500 000 Einwohner auf einer Fläche von 79 000 km². Die Wirtschaft ist hoch entwickelt. Industriezweige wie Autos, Glasbläserei und Maschinenbau geben den Menschen Arbeit. Auch die Landwirtschaft ist ein bedeutender Zweig. An Bodenschätzen werden u. a. Stein- und Braunkohle gewonnen.
Wir waren in diesem Land in den Jahren 1998 und 1999.
Prag
Prag, die goldene Stadt, ist die Hauptstadt der Tschechischen Republik. Mit rund 1,2 Millionen Einwohnern ist sie auch die bevölkerungsreichste. Sie liegt ziemlich zentral im Land am Fluss Moldau.
Die Geschichte der Besiedelung geht bis in die Alterssteinzeit zurück. Es war eine der dichtbesiedelsten Gegenden in Böhmen. Kelten, Slawen und Germanen lebten dort. Im 9. Und 10. Jahrhundert wurde die beiden Burgen in Prag gebaut. Um diese Burgen siedelten sich Handwerker und Kaufleute an. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erhielt Prag Stadtrechte. Kaiser Karl IV. machte aus Prag im 14. Jahrhundert ein blühendes Eldorado. 1348 wurde dort die erste Universität in Mitteleuropa gegründet. Durch die Hussitenkriege wurde Prag im 15. Jahrhundert schwer beschädigt. Erst Kaiser Rudolf II. sorgte im 16. Jahrhundert dafür, dass die Residenzstadt wieder auferstand. In dieser Zeit wurden viele Kirchen und Paläste gebaut. Während der Kriege war die Stadt genauso betroffen wie das ganze Land. Deutsche wurden vertrieben, Juden ermordet, das Land wurde kommunistisch.
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Erst Aufstände erfolgten während des „Prager Frühling“ 1968, der aber von den Truppen des Warschauer Pakts niedergeschlagen wurde. Es sollte noch bis 1989 dauern, das Prag wieder die Hauptstadt eines demokratischen Landes werden konnte.
Wir besuchten Prag im Februar 1998 für ein Wochenende. Es war ein Ausflug mit dem Personalratskollegium der ALCATEL/SEL, dem mein Mann angehörte.
Die Reise
Wir trafen uns an einem Freitag auf dem Bahnhof Schönefeld und fuhren mit der Bahn in die Tschechische Hauptstadt. Dort ist ein Bus gechartert worden, der uns in unsere Pension brachte. Vorher gingen wir aber noch in einem landestypischen Restaurant essen. Es gab Gulasch mit böhmischen Knödeln – lecker, und als Verdauungsschnaps „Becherovaka“ – schrecklich! Am nächsten Tag hatten wir Zeit uns die Stadt anzusehen. Wir bummelten durch die Altstadt, gingen über die berühmte Karlsbrücke und stolperten über viel Geschichte.
Auf dem Marktplatz am Altstädter Ring steht das Jan-Hus Denkmal. Jan Hus (1369 – 1415) war christlicher Reformer und Märtyrer. Er war Pfarrer
und zeitweise Rektor an der Karl-Universität Prag.
Am Rathaus standen wir dann vor der alten astro
nomischen Uhr. Einzelne Schmuckteile stammen
noch aus dem 15. Jahrhundert. Sie hat den Wert
eines Kulturdenkmals und gilt als Meisterwerk goti
scher Wissenschaft und Technik.
Im Vordergrund dieser Wochenendreise stand natürlich das Zusammensein mit den Kollegen. Mangels Hotelrestaurant trafen wir uns am Abend im Eingangsbereich der Pension und machten es uns auf der Treppe gemütlich. Da wir die einzigen Gäste im Haus waren, war das auch kein Problem. Irgendjemand sorgte noch für Getränke.
Am Sonntag ging es mit der Bahn dann wieder zurück nach Berlin. Es war eine schöne Fahrt, leider blieb es die einzige mit dieseric
Gruppe.
Liberec
Eine Reise mit "Holiday-Reisen"
Liberec, das auf Deutsch >Reichenberg< heißt, ist eine Stadt in Nordböhmen. Mit rund 100 000 Einwohnern ist sie eine recht wichtige Stadt. Liberec, deren Geschichte bis in die Jungsteinzeit zurückgeht, erlebte im 16. Jahrhundert ihre Blütezeit. Haupteinnahme war das Textilgewerbe. Da in dieser Gegend außer dem Flachsanbau, geologisch bedingt, nicht viel mehr möglich war, machten sich die Menschen das zu Nutze. Es entstanden Webereien, die Bekannteste war das Unternehmen Liebig, und weitere textilverarbeitende Betriebe.
Das hielt bis zum ersten Weltkrieg. Mangels Schwerindustrie war die Stadt für den Krieg nicht interessant und zerfiel. Erst nach der Wende 1989 konnte die Stadt wieder aufgebaut werden.
Wir waren dort mit dem Busreiseveranstalter „Holiday-Reisen“ vom 29. August bis zum 02. September 1999.
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