Insel Kos

Kos ist eine griechische Insel in der östlichen Ägäis. Die drittgrößte der Dodekanes-Inseln ist knapp 300 000 km² groß und beherbergt etwa 33 000 Einwohner. Davon leben allein 19 000 Menschen in dem gleichnamigen Hauptort. In der Sommerzeit gesellen sich dazu viele Touristen. Wann genau die Besiedelung dieser Insel begann ist nicht belegt. Etwa 500 v. Chr. stand sie unter persischer Kontrolle. Erst etwa 100 Jahre später fiel sie an die Hellenen. Zu dieser Zeit war sie schon Sitz einer Ärzteschule. Eine Astrologie Schule, etwa 300 v. Chr. gegründet, brachte den Hellenen in der Welt großes Ansehen. In den späteren Jahrhunderten gehörte Kos zum großen Römischen Reich und danach zum Osmanischen Reich. Das währte 400 Jahre lang bis die Insel 1912 an die Italiener fiel. Während des zweiten Weltkriegs besetzte die deutsche Wehrmacht Kos, die nach Kriegsende von Großbritannien abgelöst wurde. Erst seit 1947 gehört Kos zu Griechenland. Hauptwirtschaftszweig ist der Tourismus. Die Insel ist für ihre schönen Strände bekannt, an denen sich zahlreiche Hotels etabliert haben. Der Flughafen Kos sichert die nötige Verkehrsanbindung.
Wir besuchten diese Insel vom 21. August bis zum 04. September 2002.

Anreise & Hotel

Es war ein „Ersatzurlaub“, der uns auf die griechische Insel Kos führte. Geplant war eine Donaufahrt, die wegen dem Hochwasser in Bayern abgesagt wurde. Kurzfristig mussten wir umdisponieren und so buchten wir in unserem Reisebüro „Last Minute“ diese Reise. Ziel war das „Tigaki-Beach-Hotel“, in der Nähe der Stadt Kos. Das Gebäude lag in einer schönen Gartenanlage.

 

Eine Ausstellung von alten Gerätschaften lockerte die sehr nüchterne Hotelatmosphäre etwas auf.

Die zum Hotel gehörende Bar war dafür recht gemütlich.

Ein kurzer Weg führte uns zu einem schönen weißen Sandstrand, der zum Hotel gehörte.

Kos - Stadt

Wir besuchten Kos-Stadt. Ein Linienbus brachte uns in 20 Minuten vom Hotel aus dorthin. Wir erlebten eine facettenreiche Stadt mit viel Geschichte, aber auch gemütlichen Tavernen. Zentrum ist der Marktplatz. Dort steht eine kleine Moschee, die 1725 erbaut wurde. Relikt aus einer Zeit in der die Insel von den Türken besetzt war. Eine Musikkapelle sorgte auf dem Marktplatz für Unterhaltung. Auf dem rechten Foto ist ein Amtsgebäude zu sehen.

Nicht weit davon standen wir vor einer griech. orthodoxen Kirche. Die Basilika wurde 1932 erbaut und ist Bischofssitz. Diese Kirche konnten wir auch von Innen ansehen. Die orthodoxen Kirchen sind völlig anders ausgestattet, als wir es von unseren christlichen Gotteshäusern gewohnt sind.

In der Stadt gibt es viele altertümliche Ausgrabungsstätten, die zu einem Archäologischen Museum gehören. Sie zeugen von der jahrtausendalten Geschichte der Stadt. Zu diesen, wenn auch nicht ganz so alten Steinen, gehört die Johanniterfestung aus dem 14. Jahrhundert. Einer Zeit, in der die Insel Kos vom Johanniter-Orden eingenommen war. Bei unserem ersten Versuch diese Festung zu besuchen, hatten wir Pech. Es war Montag und da haben Museen meist geschlossen. So mussten wir an einem anderen Tag noch einmal wiederkommen.

Eine steinerne Brücke führt zum Eingang. Die Straße unter der Brücke war einmal der Festungsgraben. Die Straße ist von Palmen gesäumt, hinter denen sich die dicken Mauern der Burganlage verbergen.

Ein osmanisches Brunnenhaus in der Festungsanlage

Wir besichtigten die Reste dieses alten Gemäuers, das einst vom Johanniterorden errichtet wurde. Mitte des 16. Jahrhunderts übernahmen die Osmanen die Herrschaft, die Festung wurde zum Gouverneurssitz. Am 17. Märt 1816 zerstörte eine Explosion im Pulverlager große Teile der Anlage.

Nach diesem Rundgang hatten wir uns dann unser Mittagessen redlich verdient. Wir nahmen es in einer Taverne in der Nähe ein.

Eine andere wichtige Sehenswürdigkeit ist das Denkmal des hochverehrten Arztes Hippokrates. Dieser Mann, der als bedeutendster Arzt des Altertums gilt, wurde um 460 v. Chr. auf der Insel Kos geboren. Er gilt als Begründer der Medizin als Wissenschaft. Von ihm stammt der „Eid des Hippokrates“, der auch noch heute für unsere Ärzte von großer Bedeutung ist.

Postkartenkopie

Das Denkmal des Hippokrates

                              Der Baum des Hippokrates                                           Die Platane, unter der er einer Legende nach, seine Sprechstunden abgehalten haben soll.

 

 

Der "Eid des Hippokrates" wir in seiner historischen Form heute nicht mehr von den Ärzten geleistet. Bestandteile daraus gehören aber weiterhin zum Ehrenkodex der Mediziner und spielen in der Ethik eine große Rolle.  

 

Alexander der Große, König von Makedonien (356 – 323 v. Chr.) eroberte 324 v. Chr. diese Gegend um Kos. Einen Hinweis dazu fanden wir an einer Straßenecke in der Stadt. Seinem Eid nach zu urteilen, muss das ein weiser Mann gewesen sein.

 

Im Hafen von Kos liegen überwiegend Touristenboote. Auch einige Schiffe der griechischen Marine sind zu sehen. Der private Yachthafen ist für die Öffentlichkeit
nicht zugänglich.

Ausflüge

Ein Tagesausflug führte uns zu der Vulkaninsel Nisyros. Am frühen Morgen bestiegen wir im Hafen von Kos-Stadt ein Schiff, das uns zu dieser Insel brachte. Der Hafen lag hinter uns und wir ließen es uns erst einmal an Bord gut gehen. Auf der Insel angekommen, bestiegen wir einen Bus, der uns zum Vulkan brachte. 

Postkartenkopie

Die Landschaft war karg und rau, die Sonne brannte vom Himmel. Ein Stück bis zum Krater mussten wir noch laufen. Ich hatte von der sengenden Sonne Kopfschmerzen bekommen. Nach dem Vortrag unseres Reiseleiters sahen wir zu, dass wir in den Schatten kamen. Den Abstieg in den Krater ersparten wir uns. Die Erde war heiß, die Gegend roch nach faulen Eiern. Das kommt von den Schwefeldämpfen, die aus dem Boden kommen. Es war zwar ganz interessant am Rande eines tätigen Vulkans zu stehen, aber wir waren doch froh, als der Bus weiterfuhr.

Wir fuhren zur Hafenstadt Mandraki. Ziel war eine griechische Taverne, in der wir uns das Essen direkt in der Küche aussuchen konnten. Das war eine spannende Sache. Da wir angemeldet waren ging alles recht schnell und reibungslos. Das Essen war schmackhaft und der Preis OK.

Unser Verdauungsspaziergang führte uns zum Kloster Panagia Spiliani Maria Mutter Gottes. Zunächst führte der Weg durch malerische Straßen. Dann ging es 100 Stufen bergauf.

Der anstrengende Aufstieg wurde belohnt mit einer herrlichen Aussicht. Das Flair nahm uns gefangen. Dort war Griechenland. In der Klosteranlage, die um 1400 erbaut wurde, gab
es kleine, malerische Gassen. Die Sonne brannte unbarmherzig vom Himmel. Wir waren froh, als wir endlich die Klosterkirche erreichten und aus der Sonne kamen.  

 

Wir besichtigten die griechisch-orthodoxe Kapelle. Unser Reiseleiter informierte uns über die Geschichte dieser ehrwürdigen Mauern und ihrer heutigen Bedeutung.

 

Nun ging es wieder bergab. Ein wenig freie Zeit hatten wir noch, bevor uns das Schiff nach Kos zurück brachte. Die Mauern der Festung von Kos begrüßen uns. Wir hatten an diesem Tag viel gesehen. Kaputt von der  Hitze und müde kamen wir am Abend im Hotel an. Schnell noch unter die Dusche, Abendessen und ab ins Bett.

 

Ein weiterer Tagesausflug führte uns zu den Inseln Kalymnos, Pserimos und Plati. Wieder ging es morgens mit dem Schiff von Kos-Stadt los. Bei dieser Gelegenheit sahen wir griechisches Militär auf dem Weg zum Dienst.

Unsere erste Station machten wir auf der Insel Kalymnos. Auf dem Weg dorthin gab es viel zu sehen. Vom Schiff aus hatten wir einen tollen Blick auf die Hauptstadt. Wir besuchten das Meerwassermuseum und hatten dort Zeit für einen Rundgang. Neben vielen Arten von Meeresgetier konnten wir auch bestaunen, was Angler und Taucher sonst noch aus dem Meer geholt haben.

In der Stadt besichtigten wir eine Schwammfabrik. Diese rund 134 km² große Insel war einmal berühmt für ihre Schwammtaucher. Im 19. Jahrhundert war die Herstellung und Verarbeitung von Schwämmen der Hauptwirtschaftsfaktor und brachte der Insel Wohlstand. Leider hat die industrielle Herstellung von Schwämmen diesen Wirtschaftszweig unbedeutend werden lassen. Das Tauchen nach Schwämmen ist sehr gefährlich und sehr teuer. Wir nutzten die Gelegenheit und nahmen uns einen schönen Badeschwamm mit nach Hause. Wir wissen jetzt auch, warum die echten Schwämme so teuer sind.

 

 

Nach dieser Besichtigung war Mittagspause. Weiter schipperten wir danach zur Insel Pserimos. Das Schiff legte an einem schönen Strand an. Dort hatten wir Zeit zum Baden und relaxen bevor es nach Kos zurückging. Auch auf diesem Ausflug hatten wir wieder viel gesehen und erlebt. Gegen Abend erreichten wir müde unser Hotel.

In einem fremden Land darf natürlich ein Abend, an dem Volkstümliches zu sehen und zu erleben ist, nicht fehlen. In den Bergen auf der Insel Kos besuchten wir daher eine typische griechische Taverne.

Foto: örtl. Fotograf

Bei gutem Essen, griechischen Wein, Musik und Tanz verbrachten wir einen schönen, unterhaltsamen Abend.

Superstimmung bei Musik und Sirtaki!

So gingen dann 14 Tage Urlaub wieder wir im Flug vorbei. Mit unseren gepackten Koffern warteten wir vor dem Hotel auf den Transferbus, der uns zum Flughafen brachte. Es war zwar nicht der „Superurlaub“, aber wir hatten aus unserer Ersatzreise das Beste gemacht. Neue Erlebnisse und Eindrücke nahmen wir mit nach Hause und erholt hatten wir uns auch.