Noch einmal Donau mit der "MS Belvedere"
Noch einmal wollten wir die Donau entlang fahren. Eine Reise, die wir im Jahr 2004 schon einmal gemacht haben. Diese Fahrt ging aber nur bis Vukovar in Kroatien. Dieses Mal sollte es bis zum Donaudelta am Schwarzen Meer gehen. Das wir so weit nicht kommen sollten, wussten wir noch nicht, als wir uns auf die Reise machten. Wegen Niedrigwasser hat das Schifffahrtsamt die Donau ab ca. Stromkilometer 500 für den Schiffsverkehr gesperrt. So kamen wir nur bis zu der Stadt Turnu Magurele in Rumänien bei Stromkilometer 597.
Das war schade, und wir waren traurig. Das Donaudelta war der eigentliche Grund für diese Reise. Aber da das nun nicht zu ändern war, beschlossen wir das Beste daraus zu machen und die schönen Seiten dieser Fahrt zu genießen, und davon gab es eine ganze Menge.
08. September 2011 - Anreise & Hotel
Mit der Deutschen Bundesbahn fuhren wir am Donnerstag dem 08. September 2011 um 8:46 Uhr in Berlin Südkreuz los. Der ICE brachte uns zunächst nach Nürnberg. Nach einem einstündigen Aufenthalt ging es weiter nach Passau. Wie schon bei unserer ersten Donaufahrt hatten wir unser großes Gepäck wieder von der Fa. TEfra befördern lassen. So konnten wir mit kleinem Gepäck bequem reisen. Pünktlich um 16:31 Uhr kamen wir in Passau an. Ein Taxi brachte uns zum Hotel König wo wir wieder ein Zimmer reserviert hatten. Aber das war nun alles nicht mehr neu.
Das Hotel König befindet sich am Donauufer, direkt bei den Schiffsanlegestellen.
Acht Stunden Bahnfahrt waren doch ganz schön ermüdend. So bezogen wir unser Zimmer, machten noch einen kleinen Spaziergang und gingen Abendessen. Dann war der Tag zu Ende und wir fielen ins Bett.
09. September 2011 - Passau & Einschiffung / Deutschland
Um 14:30 Uhr sollte die Einschiffung sein. Wir hatten also noch einen halben Tag Zeit für Passau. So konnten wir in Ruhe frühstücken. Unsere Reisetasche war schnell zusammen gepackt. Fleißige Hände würden diese zum Schiff bringen. Wir wollten dann noch ein wenig durch Passau bummeln. Alles hatten wir ja auch noch nicht gesehen. So z. B. die Jesuitenkirche St. Michael. Unser Spaziergang führte uns weiter entlang der Donau zum Dreiflüsseeck. Dort wo sich, aus drei Himmelsrichtungen kommend, die blaue Donau, der grüne Inn und die schwarze Ilz treffen steht ein Denkmal für gefallene Seeleute. Zurück liefen wir dann am Inn entlang. Dort steht der Schaiblingturm, ein Relikt der ehemaligen mittelalterlichen Stadtbefestigung aus dem Jahr 1250.
Vorbei an dem alten Rathaus, das wir ja schon auf unserer letzten Reise ausgiebig besichtigt hatten, ging es zurück zu den Schiffsanlegern. Dort hatte in der Zwischenzeit unser Schiff, die "MS Belvedere", festgemacht. An der Seite der „MS Mozart“ von TUI lag sie. Die „Mozart“ fuhr mit uns die gleiche Strecke.
Ein geschäftiges Treiben herrschte am Anleger. Koffer wurden verladen, letzte Lebensmittel- und Getränkelieferungen wurden auf die Schiffe gebracht.
Endlich war es dann soweit. Die Einschiffung ging zügig voran. Wir bekamen unsere Schiffskarten und wurden von einer freundlichen Stewardess auf unsere
Kabine gebracht.
Um 16:30 Uhr war in der Lounge eine Informationsveranstaltung. Die Kreuzfahrtleiterin Christine Rieder stellte sich vor und informierte uns über den Ablauf der Reise. Dabei erfuhren wir nun das erste Mal, dass wir unser Reiseziel, das Donaudelta, vermutlich nicht erreichen werden. Wegen dem Niedrigwasser lagen dort schon andere Schiffe fest. Aus diesem Grund hatte die MS Belvedere schon Gäste eines anderen Veranstalters aufnehmen müssen. Dadurch verzögerte sich auch die Abfahrt. Weiter erzählte uns Frau Rieder auch über die bevorstehenden Landausflüge. In der Zwischenzeit hatten wir abgelegt.
Die Bar auf dem Schiff
Am Abend lud Kapitän Vladimir Grbovic zum Empfang und stellte seine Crew vor. Im Anschluss das Willkommens-Abendessen im Restaurant. Wir lernten unsere Tischnachbarn kennen und hofften auf eine schöne Fahrt. Dann noch ein Schlummertrunk an der Bar und schon war der Tag zu Ende.
10. September 2011 - Bratislava / Slowakei
Von Deutschland kommend durchfuhren wir zunächst die schöne grüne Landschaft Österreichs, die Wachau, den Nibelungengau und das Wiener Becken. Vom Sonnendeck aus genossen wir die vorbeiziehende Landschaft. Um 16:00 Uhr erreichten wir Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei. An einem Ausflug nahmen wir nicht teil, da wir die Stadt schon kannten. Wir machten uns selbst auf die Strümpfe und spazierten durch die Straßen. Im Abend schein verließen wir dann wieder den Anleger von Bratislava. Zum Abschied grüßte die beleuchtete Burg, die hoch über der Stadt thront.
11. September 2011 - Auf der Donau
Wor verlebten den Vormittag auf dem Sonnendeck. Bei traumhaftem Wetter konnten wir das so richtig genießen. Hin und wieder mussten wir eine Schleuse passieren. Von denen
gibt es immerhin 18, über den ganzen Fluss verteilt. 13 davon haben wir während unserer Reise durchfahren.
Gegen 16:00 Uhr machten wir am Anleger von Kalocsa in Ungarn fest. Wir hatten eine ruhige Fahrt hinter uns. Von dort aus ging ein Ausflug in die Puszta, an dem wir aber nicht teil
nahmen, da wir das auch schon einmal hatten. Gemütlich auf dem Sonnendeck genossen wir die Fahrt durch die ungarische Tiefebene.
Rechtes und links der Donau endlos scheinende Steppen, dazwischen Weinberge und Felder. Das alles bei strahlend blauem Himmel und Sonnenschein. Gegen 19:00 Uhr erreichten wir die ungarische Stadt Mohács. Dort nahmen wir die Pusztaausflügler wieder auf. Wir befanden uns dort auch an der Grenze zu Serbien und damit an der Grenzkontrollstelle für Schiffe. Nach aufwendigen Kontrollen fuhren wir dann weiter nach Novi Sad.
12. September 2011 - Novi Sad / Serbien
Die serbische Stadt Novi Sad war heute unser Ziel. Um 8:00 Uhr, während wir beim Frühstück saßen, machte die MS Belvedere am Anleger fest. Endlich etwa Neues. Wir hatten uns für eine Stadtrundfahrt angemeldet. Auf dieser Fahrt sahen wir alle wichtigen Sehenswürdigkeiten. Ein Stadtspaziergang rundete den Ausflug ab. Wir standen vor dem Rathaus (rechts) und bewunderten die schönen alten Bürgerhäuser, die sich um den Marktplatz gruppieren.
Weiter ging unsere Fahrt dann in eines der vielen Klöster, die es in dieser Gegend gibt. Das Kloster Krusedol ist eine Anlage aus dem 16. Jahrhundert und soll eine der schönsten aus dieser Zeit sein. Eine lange Mauer umgibt das Klostergelände. Durch einen schmucken
Torbogen gelangt man in einen schön angelegten Garten, in dem die eigentlichen Klostergebäude liegen. Wir besichtigten das Kloster und die dazugehörige russisch-orthodoxe Kirche.
Nach einer Erfrischungspause fuhren wir zurück zum Schiff. Um 20:00 Uhr verabschiedeten wir uns von Novi Sad.
13. September 2011 - Katarakten & Eisernes Tor
Ein ganzer Tag auf dem Schiff. Relexen, Gespräche mit Reisefreunden und natürlich die Landschaft genießen. Und das war an diesem Tag etwas ganz besonderes. Wir passierten die Kataraktenstrecke und das „Eiserne Tor“. Diese beeindruckende Strecke werden wir nie vergessen. Rechts und links der Donau ragen gewaltige, teilweise bizarre Bergmassive in den Himmel.
Unsere Reiseleiterin Christine erläuterte den ganzen Tag über Lautsprecher was uns die Natur alles bot. Irgendwo am Ufer steht diese kleine Kirche, die früher für die Schiffsbesatzungen von Bedeutung war.
Früher, ja früher war diese Strecke für die Schiff fahrt der gefährlichste Abschnitt auf der Donau. Felsen unter Wasser und gefährliche Strömungen führten oft zu Schiffsunfällen.
An dem Schild konnten wir erkennen, dass wir bei Stromkilometer 973 waren.
Fast am Ende der Kataraktenstrecke schaute uns das in Stein gemeißelte Gesicht des Dakerkönigs Decebal entgegen.
Beeindruckende Natur
Auf dem Schiff gab es einen bayerischen Frühschoppen. Richtig zünftig mit Leberkäs, Weißwurst, Brez´n und Bier. Auch das Personal hatte sich passend gekleidet.
Das war ein gemütlicher Vormittag, Aber lange hielt es uns nicht in der Lounge, denn wir wollten ja von dieser schönen Fahrstrecke nichts versäumen. Hinter der Kataraktenstrecke breitet sich die Donau aus, wird zu einem riesigen See. Ein Stück weiter noch durchfuhren wir die wohl bekannteste Schleuse der Donau, das „Eiserne Tor“. Sie regelt einen Höhenunterschied von 40 m. Angeschlossen ist ein riesiges Kraftwerk.
Am Abend erwartete uns im Restaurant das Kapitänsdiner. Wir ließen uns die lecker angerichteten Speisen schmecken und verlebten einen angenehmen Abend mit unseren neu gewonnen Reisefreunden.
Unsere Tischrunde: Jan und Henny, Werner und Helga und wir.
Nach dem Abendessen noch einen Tokajer an der Bar.
14. September 2011 - Turnu Magurele / Rumänien
Morgens um 7:00 Uhr erreichten wir den Anleger von Turnu Magurele in Rumänien. Eine Anlegestelle, die im planmäßigen Programm nicht vorgesehen war. Ca. 597 km vor dem Donaudelta, das wir nun tatsächlich wegen Niedrigwasser nicht anfahren konnten.
Von dort aus ging ein Ausflug nach Bukarest, der Hauptstadt Rumäniens. Der Ausflug war von Transocean Tours als „Entschädigungsfahrt“ für das entgangene Donaudelta gedacht. Uns waren aber 10 Stunden Busfahrt zu anstrengend. Wir
verzichteten darauf und blieben an Bord. Nach einem kleinen Spaziergang in der Nähe des Anlegers machten wir es uns auf dem Sonnendeck gemütlich.
Um 19:00 Uhr machten wir dann kehrt und es ging zurück. Unser Kapitän war froh, als er bei dem niedrigen Wasserstand die Fahrrinne wieder erreicht hatte.
15. September 2011 - Belgrad / Serbien
Belgrad, die Hauptstadt Serbiens war unser Tagesziel. Unser Schiff machte an der Brücke „Brankow Most“ fest, dort wo die Save in die Donau fließt.
Bei einer Stadtrundfahrt erlebten wir eine traditionelle aber auch gleichzeitig moderne Stadt. Wir fuhren zu der großen Kathedrale, sahen das alte Stadtschloss und das Parlamentsgebäude. Auch das älteste Wirtshaus der Stadt und das Nationaltheater blieb uns nicht verborgen, eben alles was in dieser Stadt sehenswert ist. In einem der vielen Straßencafés machten wir Pause, bevor wir zur Festung Kalamegdan hinauf fuhren.
In den Straßen von Belgrad
Das älteste Wirtshaus der Stadt steht gleich in der Nähe der Kathedrale
Cafe
Wir spazierten durch die Festungsanlage und genossen den herrlichen Blick über den Fluss, dort wo Donau und Save zusammentreffen. Die Reste dieser Festung gehörten zu einer Stadtbefestigung aus der Römerzeit.
Nun ging es schon wieder zurück zum Schiff. Am Nachmittag bummelten wir noch alleine ein wenig durch die Stadt. Durch die beleuchtete Brücke „Brankow Most“ verließen wir die serbische Hauptstadt um 23:30 Uhr.
Auf dem Schiff waren am Abend die Piraten und Freibeuter los. Die Crew war entsprechend gekleidet, selbst der Kapitän hatte seine Uniform abgelegt. Im Restaurant erwartete uns ein originell eingedeckter Tisch und die Restaurantchefin kam als „Oberpirat“. Die Suppe wurde nach Piratenart serviert und die Jungs aus der Küche verteidigten den Braten.(links der Küchenchef) Wir verlebten einen fröhlichen Abend.
16. September 2011 - Auf der Donau
Dieser Tag war ein Flusstag. Wir hatten einige Stromkilometer hinter uns zu bringen, bis wir unseren nächsten Haltepunkt erreichten. Wir verfolgten vom Sonnendeck aus den Schiffsverkehr auf der Donau. Riesige Lastschiffe zogen an uns vorbei. Der Fluss ist auch ein wichtiger Transportweg für die Wirtschaft. Am Nachmittag gab es wie an jedem Tag das Kuchenbuffet.
17. September 2011 - Apatin / Serbien
Um 15:00 Uhr erreichten wir den Anleger von Apatin, einer kleinen serbischen Stadt nahe der ungarischen Grenze. Dieser Haltepunkt wurde zusätzlich in das Programm aufgenommen, denn die frei gewordene Zeit, durch den Ausfall des Donaudeltas, musste gefüllt werden. Es war auch kein Ausflug vorgesehen, so machten wir einen Spaziergang
durch den Ort, in dem aber nicht viel los war. Da Samstagnachmittag war hatten auch die wenigen Geschäfte geschlossen. So gingen wir zurück zum Schiff. In einem nahe gelegenem Restaurant trafen wir mit Reisefreunden zusammen um noch ein kühles Bier zu trinken. Um 18:00 Uhr fuhren wir weiter in Richtung Ungarn.
18. September 2011 - Budapest / Ungarn
In der Nacht hatten wir in Mohács wieder die Grenzkontrollstelle nach Ungarn passiert. Auf der Steuerbordseite blickten wir auf Ungarn, auf der Backbordseite hatten wir Kroatien vor uns. Wir fuhren an der Stadt Vukovar vorbei, die wir während unserer Donaufahrt im Jahr 2004 besucht hatten. Als Mahnmal des ehemaligen Krieges 1991-1995 ragt der alte Wasserturm in die Höhe. Auch eine alte Kriegsruine steht am Donauufer, ansonsten sind viele Neubauten zu sehen. Die Stadt hat sich zum Glück wieder erholt, die Schatten des Krieges sind verblasst.
Blick auf Vukovar / Kroatien - 16. Jahre nach dem Krieg
Um 13:00 Uhr erreichten wir Budapest, die ungarische Hauptstadt. Direkt an der Kettenbrücke hatten wir unseren Liegeplatz. Zum vierten Mal waren wir nun schon in dieser Stadt, da waren wir nicht mehr fremd. Wir machten uns auf, um uns noch die Dinge anzusehen, die wir noch nicht kannten. Mit der Metro fuhren wir zum Heldenplatz. Dort fand ein großes Fest statt. Unser nächster Weg führte uns durch die Anrássy Straße zur Staatsoper. Das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gebaute Haus gehört zum UNESCO - Weltkulturerbe.
Auf dem weiteren Weg kamen wir zur St. Stephans Basilika. 54 Jahre dauerte die Bauzeit der Kirche die dem ersten
ungarischen König gewidmet ist. Nach dem wir die Basilika besichtigt hatten liefen wir durch eine kleine Fußgängerzone zurück zum Schiff. Am Abend war ein Ausflug geplant.
Der Abendausflug brachte uns zu einer ungarischen Czarda. Dort verlebten wir im Kreise von Reisefreunden einen Folkloreabend mit Gulaschsuppe, Wein, Musik und Tanz.
Nachdem diese schöne Veranstaltung zu Ende war, fuhren wir mit dem Bus hoch auf den Burgberg. Von dort aus hatten wir einen wunderbaren Blick auf das nächtliche Budapest, das so aufwendig illuminiert ist. Zurück auf dem Schiff genossen wir dann noch bei einem Drink auf dem Oberdeck die herrliche Aussicht. Vor uns die beleuchtete Kettenbrücke und über uns das alte Schloss.
19. September 2011 - Budapest / Ungarn
Noch ein Tag Budapest lag vor uns. Auch dieser Aufenthalt war außerplanmäßig. Wir hatten uns für heute den Besuch der Markthalle vorgenommen. Dort gibt es alles was das Herz begehrt, und ein wenig einkaufen wollten wir auch. Zunächst ließen wir uns aber in der Fußgängerzone einen Cappuccino schmecken. Wir erledigten in der Markthalle unsere Einkäufe. Salami, Paprika und getrocknete Pilze fanden sich in unserer Einkauftasche wieder. Wir waren ja dort nicht zum ersten Mal und so war unser Einkauf recht gezielt. Es war auch sehr voll, so dass wir froh waren wieder draußen zu sein. Ungarische Salami gibt es dort in allen Größen und Geschmacksrichtungen. Diese Stände sind natürlich speziell bei den Touristen sehr beliebt. Auf dem Weg zurück zum Schiff aßen wir in einem der Restaurants noch eine Kleinigkeit zu Mittag. Nach einem Stündchen Mittagsruhe gingen wir am Nachmittag noch ein Stück spazieren. Dann ließ uns das Wetter in Stich. Es wurde sehr windig und fing an zu regnen, so dass wir froh waren wieder auf unserem Schiff zu sein.
20. September 2011 - Budapest / Ungarn
Die Nacht hatten wir noch in Budapest an unserem Anleger verbracht. Um 10:00 Uhr ging es dann aber weiter. Noch ein Blick zurück – Tschüss Budapest - und wir nahmen Kurs auf Esztergom. Um 15:30 Uhr erreichten wir den Anleger von Esztergom.
Blick zurück auf die Kettenbrücke und den Gellértberg, auf dem das Freiheitsdenkmal thront.
Auch dort waren wir schon einmal. Die Schönheiten der Landschaften um das Donauknie hatten wir während unserer Reise im Jahr 2004 erlebt, ebenso das wichtigste Wahrzeichen dieser Gegend, den Graner Dom.
Am Abend gab es dann die „Crew-Show“. Aus allen Abteilungen des Schiffes sorgten Mitarbeiter des Schiffes für Spaß und gute Laune. Eine Dame der Rezeption und ein Servicemitarbeiter zeigten einen Sketch und andere Herren bewiesen mit viel Engagement ihr tänzerisches Können. Der Hit war aber wohl unser Kapitän an der E-Gitarre.
21. September 2011 - Wien / Österreich
Um 13:00 legten wir in Wien an. Auch hier hatten wir außerplanmäßig zwei Tage Liegezeit. Das war schön, denn ich liebe diese Stadt. Dort kann ich gar nicht oft genug sein. Der Schiffsanleger war günstig, wir waren in kurzer Zeit an einer U-Bahnstation. Wir wollten Orte besuchen, die wir bei unseren bisherigen Besuchen noch nicht gesehen hatten. So fuhren wir am ersten Nachmittag zum Prater. Wir verbrachten einen schönen Nachmittag in dem Vergnügungspark. Wir staunten über die vielen Unterhaltungsmöglichkeiten. Bevor wir zum Schiff zurück gingen gönnten wir uns noch einen Eisbecher.
Am Abend machten wir dann einen organisierten Ausflug mit. Wien bei Nacht, eine Fahrt auf den Kahlenberg, und in Grinzing zum Heurigen. Von dem 484 m hohen Kahlenberg, dem Hausberg der Wiener, hatten wir eine schöne Sicht über das beleuchtete Wien. Im Heurigenlokal der Familie Maly verbrachten wir dann mit Reisefreunden einen gemütlichen Abend beim Heurigen, einer deftigen Brotzeit und der typischen Wiener Schrammelmusik. Solch einen Wiener Heurigen-Abend muss man einfach erlebt haben, am besten im Kreis netter Menschen!
22. September 2011 - Wien / Österreich
Heute Morgen mußte Horst erst einmal zum Zahnarzt. Die Reiseleitung war uns behilflich dort einen Termin zu vereinbaren. Nachdem das erledigt war erfüllten wir uns noch einen großen Wunsch – eine Fiakerfahrt durch Wien. Das hatten wir bis jetzt noch nicht geschafft. Dieses Vergnügen ist zwar nicht ganz preiswert, aber ein ganz besonderes Erlebnis.
Der Kutscher fuhr mit uns durch die teils engen Gassen vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten. Viele kannten wir schon, aber das machte das Erlebnis nicht weniger schön. Eine Pause in einem der vielen Wiener Kaffeehäuser gehört ebenso bei einem Stadtbummel dazu. Dann standen wir vor der Spanischen Hofreitschule. Dort war gerade das Morgentraining. Wir nutzten die Gelegenheit und kauften uns Eintrittskarten um auf diese Weise ein mal die Räume von innen zu sehen. In den Räumen ist das Fotografieren verboten.
Einen Besuch statten wir noch der Augustiner Kirche ab. Die ehemalige Hofkirche ist Teil der Wiener Hofburg. In ihr findet man auch die „Herzlgruft“. Dort sind die Herzen der Habsburger bestattet. Diese Kirche hat viele kaiserliche Hochzeiten gesehen u. a. Maria Theresia mit Franz von Lothringen und Kaiser Franz-Joseph I. mit Prinzessin Elisabeth in Bayern (Sissi) am 24. April 1854.
Am Abend stand uns dann noch ein ganz besonderer Genuss bevor. Ein Konzert im Redoutensaal der Wiener Hofburg. Das Hofburg Orchester spielte Strauss und Mozart. Ein Reisebus brachte uns vom Schiff zur Hofburg. So gab es auch noch einmal Wien bei Nacht.
Ein wunderbares Orchester und schöne Stimmen bescherten uns zwei unvergessene Stunden.
23. September 2011 - Dürnstein / Österreich
Um Mitternacht hatten wir Wien verlassen. Nach diesem wunderbaren Konzert hatten wir gut geschlafen. Um 8:00 Uhr erreichten den kleinen Ort Dürnstein in der Wachau. Vom Anleger war es nicht weit in die Stadt. So machten wir uns nach dem Frühstück auf in das Ortszentrum. Wir besichtigten das Augustinerchorherrenstift. Die Stiftskirche mit ihrer blau-weißen Fassade ist weithin zu sehen und das Markenzeichen von Dürnstein.
Wir bummelten durch das kleine verträumte Örtchen. Souveniergeschäfte, Weinläden, ein unscheinbares Rathaus, alles typisch für solch einen kleinen österreichischen Ort. Darüber thront die Burgruine Dürnstein aus dem 12. Jahrhundert. Dort wurde von 1192 – 1194 König Richard Löwenherz gefangen gehalten. Bereits um 14:30 Uhr fuhren wir weiter in Richtung Melk wo wir um 18:00 Uhr ankamen. Es war die letzte Station unserer Reise.
24. September 2011 - Melk / Österreich
Die Stadt Melk, das „Tor zu Wachau“ gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Markenzeichen ist das berühmte „Stift Melk“, das in jedem Jahr tausende von Besuchern aus der ganzen Welt anzieht. Wir hatten das Benediktinerkloster bereits im Jahr 2004 besichtigt. Es grüßte von seinem Felsplateau hinunter, als wir uns auf den Weg in den Ort machten.
Wir bummelten durch Melk. In der Fußgängerzone tranken wir einen Cappuccino und lauschten den zünftigen Musikern die dort aufspielten. Das Herbstfest wurde gefeiert und entsprechend war im Ort auch alles hergerichtet. Viel Zeit hatten wir nicht. Ich nutzte noch die Gelegenheit zum Friseur zu gehen. Bereits um 13:30 Uhr legten wir in Melk wieder ab. Damit war unsere Reise dann auch fast zu Ende. Den Nachmittag verbrachten wir mit Koffer packen und den nötigen Abreiseformalitäten.
Der Abend stand im Zeichen des Abschieds. Angemessen zur „Abschiedsgala“ machten wir uns noch einmal chic. In der Lounge verabschiedete sich Kapitän Vladimir Grbovic und die Kreuzfahrtleiterin Christine Rieder. Die Kellner servierten im Restaurant ein letztes Diner und vermittelten Traumschiffatmosphäre. Die Restaurantchefin stellte die Küchencrew und das Servicetaem vor. die ihren verdienten Applaus bekamen.
Noch eine Nacht in unserer „Koje“, noch ein letztes Früstück. Am 25. September um 7:30 Uhr legte die MS Belvedere wieder in Passau an. Die Ausschiffung nahm einige Zeit in Anspruch. Gegen 9:30 Uhr fuhr uns ein Transferbus zum Bahnhof. Mit dem ICE fuhren wir wieder über Nürnberg nach Berlin zurück, wo wir um 17:00 Uhr ankamen. Eine schöne Reise lag hinter uns. Wenn wir auch unser Ziel, das Donaudelta, nicht erreicht hatten, so können wir doch auf schöne Tage zurückblicken.
Ja, das war es! Wir haben 3359 Flusskilometer hinter uns gelegt, 13 Schleusen und passiert unzählige Brücken durchfahren. Wir haben Budapest und Wien wiedergesehen, haben die Stadt Belgrad kennen gelernt und wir hatten 17 Tage ein Traumwetter.